Heiter bis brummig

Gestern habe ich mit der lieben V. unsere kürzlich erfolgten Geburtstage nachgefrüh-
stückt. Hätten wir uns erst nächste Woche getroffen, dann wäre genau ein Jahr seit unserem letzten Treffen vergangen gewesen, aber so weit wollten wir’s nicht kommen lassen.

Natürlich hatten die Damen sich viel zu erzählen, und so wurde fix der der Balkontisch gedeckt, damit wir bald damit anfangen konnten. Ich musste immer schon grienen, weil auf „meinem“ Platz eine kleine Gabenecke eingerichtet war: Ein hübsches Glas mit einer schönen Kerze drin (in transparenter Geschenkverpackung), Schokolade drumherum dra-
piert und eine selbstgebastelte CD lag auch noch dabei. Ich sagte aber noch nix und trug erstmal die leckersten Sachen aus der Küche zum Balkon. Als wir uns setzten, kramte ich dann mein Geschenk für V. raus: Ein paar schöne Kerzen (unverwechselbar aus dem-
selben Laden) und Schokolade. Ich hatte eigentlich auch noch eine CD brennen wollen, war aber nicht mehr richtig dazu gekommen, auch, weil ich nicht recht wusste, was sie zurzeit wohl gerne hören mag.

Da saßen wir dann mit unseren Spiegelgeschenken, lächelten und wunderten uns nicht mal richtig. Sie hat eben mehr Kerzen abbekommen, ich mehr Schokolade. Und weitere CDs gehen da demnächst bestimmt auch noch hin und her.

Erstmal ließ ich mir von V.s Neuseelandreise erzählen (und später wundervolle Fotos zeigen). Zusammenfassend kann man sagen, in Neuseeland gibt es: Bäume, Farben, Wasser, Berge, Bäume, Seehunde, Bäume, Delfine, Himmel, Farn, Bäume, schicke Häuser. Und Bäume, auch. Ich beneidete sie nicht besonders um die Hin- und Rückreise, aber umso heftiger um die dort gewonnenen Eindrücke. Irre!

Dann musste ich auch ein bisschen ausholen, um das vergangene Jahr zusammen zu fassen, da war ja schließlich ebenfalls ein bisschen was los! Später ging’s noch um Be-
stellungen, um die Frage, wieso den meisten Menschen das Meckern eigentlich leichter fällt als das Loben (obwohl ersteres doch viel unhöflicher ist), um „was man so machen soll, überhaupt“, um Herzrasen und Arbeit und Soweiterundsofort. Was Frauen eben so erzählen… Und das war auch echt mal wieder nötig! Als wir uns verabschiedeten, waren wir direkt schon für nächste Woche verabredet. – Nicht, dass das nachher wieder so lange dauert!

Und heute? Brummt’s. Die Stadt brummt.

An diesem Wochenende ist hier nämlich gerade so ein wichtiges Hell’s Angels-Treffen. Europa-Treffen oder so. Ich hör’ die hier jedenfalls immer wieder vorbei blubbern. Gestern fuhren drei norwegische Angels auf ihren Harleys an mir vorbei, die machten einen Krach, den würdest Du mir dreitausend Fahrrädern nicht hinkriegen! Und wenn die noch so klap-
pern und klingeln würden!

Sonst hört man aber nix weiter… Ich stelle mir sowieso vor, dass da auch ziemlich wenig gesprochen wird, bei diesen Treffen. Die müssen doch alle halb taub sein! Wenn alle ihre Maschinen ausmachen, ist es da bestimmt so still wie in der Kirche. Nur lustiger.

Dafür war heute Nacht Randale unter meinem Fenster. Ich nehme an, das waren ein paar begeisterte Portugiesen, davon gibt’s hier im Viertel nämlich so einige… Es können ei-
gentlich nur Portugiesen gewesen sein, denn das euphorische Gejohle wurde lediglich ab und zu unterbrochen von so typisch portugiesischen Rufen nach „Futebol!“ und „Hey! Hey! Champion!“. Und so war’s mir eigentlich auch lieber. Wenn nämlich die Türken gewonnen hätten, hätte ich den Krach noch näher dran gehabt. Aber so war der türkische Student, der direkt unter mir wohnt, natürlich ziemlich still…

Gemeines Hörnchen

Dieses fürchterliche Fanfarenhupenhörnchen erschreckte mich soeben in einer großen Printanzeige für asiatische Autos.

Ruesselhoernchen

Angeblich ist es ein

 Gemeines Rüsseltierhörnchen (Rattus omni proboscis)

 und kann

CO² aus der Luft filtern

um dieses dann in

Vitamine zur Nahrungsergänzung

umzuwandeln. Allerdings macht es das erst im Jahre 3171, weil solche Hörnchen bisher nur in den besonders originellen Köpfen einer Werbeagentur existieren.

Außerdem steht da noch:

Bis die Natur sich selber hilft, senkt HerstellerX die CO²-Emissionen. Der XXX Soundso produziert Wasser statt Abgase. Weil Verantwortung der stärkste Antrieb ist. 

Wirklich, nix gegen gute Weiterentwicklungen, die den Ressourcenverbrauch und die Schadstoffemissionen eindämmen – immer gern gesehen – aber wenn die Natur sich irgendwann selbst hilft, wird sie vermutlich klugerweise als erstes den Menschen von der Platte putzen. Und ich wüsste auch schon, bei wem sie damit anfangen kann…

"Achtung! – Warschau!!!“

Manchmal versteh’ ich das ja alles nicht mehr…

Neulich zum Beispiel war ich in der Stadt, um nach Klamotten zu gucken. Als ich gerade in einer Umkleide eines großen Kaufhauses verschwunden war und mich in die anzupro-
bierenden Sachen reinpellte, ertönte plötzlich großes Warngehupe im ganzen Haus und eine männliche Stimme sagte drängend über Lautsprecher: Achtung! Achtung! – War-
schau!!! Achtung! Achtung! – Warschau!!!“

– Dabei hatte ich gar nichts gemacht! Ehrlich nicht.

Ich erstarrte erstmal ein bisschen, denn es klang schon irgendwie ernst. Sollte ich jetzt halbangezogen aus der Kabine stürzen, um mich vor diesem „Warschau“ in Sicherheit zu bringen? Die Kabinen neben der meinen waren leer, die Verkäuferinnen standen in einiger Entfernung und schnatterten jetzt aufgeregt durcheinander. Leider konnte ich dem Schnat-
tern keine deutlichen Hinweise entnehmen, was denn jetzt das angemessene Verhalten sein sollte. Es kam mir aber so vor, als sei jetzt im ganzen Haus Unruhe ausgebrochen. Was zum Henker bedeutet denn „Warschau“?!?

Ich kannte noch aus alten Zeiten so Kaufhauscodes wie die berühmte „17“, wo die Ver-
käuferinnen immer mal hingehen wollen, um sich „zu erfrischen“. Und ich erinnerte mich an die Durchsage: „99, bitte in die Sonundsoabteilung!“, was in dem Laden, in dem ich vor hundert Jahren mal die Schauwerbegestaltung gelernt habe, soviel hieß wie: „Vermutlich-
en Ladendieb bitte da und da schnappen und dingfest machen!
“ Außerdem gab’s noch eine Spezialzahl für anstehende Evakuierung, aber die hab’ ich inzwischen vergessen…

Aber „Warschau“?

Zu Warschau fällt mir irgendwie immer gleich die Danziger Werft ein. Hatte vielleicht ein sympathischer, seitengescheitelter Mann mit dickem Seehundschnurri das Kaufhaus betreten, um die Verkäuferinnen dazu zu bringen, jetzt endlich eine Gewerkschaft zu grün-
den und für ihre Rechte mal ordentlich auf den Tisch zu hauen? Beziehungsweise auf den selbigen zu steigen und flammende Reden über Kurzwaren, maulige Kundschaft und un-
bezahlte Überstunden zu halten? Das hätte ja die ganze Aufregung durchaus erklärt, kam mir aber dennoch irgendwie fernliegend vor. Oder hatte vielleicht jemand einen neuen, bedrohlichen Pakt geschlossen? Was konnte denn an „Warschau“ nur so dringlich sein?

Während ich so überlegte, zog ich mich vorsichtshalber schnell wieder um. Schließlich musste ich auch noch Brot und Milch holen und war später noch verabredet, hatte also ohnehin zuwenig Zeit, an eventuellen Spontan-Abstimmungen teilzunehmen… Da kam eine zweite Durchsage, diesmal ein flapsiges: Alles wieder in Ordnung…!– Das war’s.

Die Verkäuferinnen entspannten sich sofort, gingen wieder an ihre Arbeit, und es war, als sei ü-ber-haupt nichts passiert. Als ich fragend schaute, warfen sie mir scheele Blicke zu und taten ganz beschäftigt. Deshalb habe ich leider nicht nachgefragt. Und darum weiß ich auch bis heute nicht, was da eigentlich los war. Ziemlich sicher bin ich mir allerdings, dass es nichts mit meiner teilweisen Entkleidung zu tun hatte, denn dann wäre mir sowas ja wohl schon öfter passiert.

Sollte das hier also zufällig jemand lesen, der beim K*ufhof arbeitet: Ich bitte da ganz dringend mal um Aufklärung!

Büschen "relaxen" & Willkommen BlackLily!

Aaaaahaaach… – war datt schön!

In den letzten Tagen habe ich, ehrlich gesagt, nur ganzganzganz selten ans Bloggen ge-
dacht, hoffentlich hat das keiner gemerkt. Stattdessen war ich schön mit meinem tollen liebsten Besuch unterwegs am Mittellandkanal, in der Eilenriede, in der Stadt, auf’m Floh-
markt, im Biergarten.

Der Biergarten ist übrigens wunderschön gelegen, hoch oben auf dem Lindener Berg. Den Lindener Berg raufzukommen ist gar nicht mal so einfach, besonders wenn man noch ein bisschen Muskelkater vom Radfahren hat und schnell höhenkrank wird, denn der ist ziem-
lich steil und hoch. Ich müsste direkt mal kurz aufstehen, wenn ich von hier aus drüber gucken möchte! Aber so eine gemächliche Bergbesteigung lohnt sich allemal…

Wenn man danach endlich oben im Biergarten sitzt, kann man sich toll unter Kastanien erholen, derweil die junge Frau aus der Selbstbedienungsbude unermüdlich so schöne Sa-
chen wie „Kartoffelecken!!!“ und „Quarkbällchen!!!“ schreit, und man kann auch fremde Menschen vorsichtig dabei beobachten, wie sie regional beliebte, aber eher merkwürdig anmutende Getränke trinken (Altbierbowle mit fies aussehenden Früchten). Und man kann auch genau sehen, dass Männer Getränke im Allgemeinen anders vor sich hertragen als Frauen. – Herrlich!

Nebenbei hab’ ich dieser Tage eine 4 vorne dran bekommen, dazu viele tolle Schokoladen-
sachen, einen leichten Sonnenbrand, was zum Gucken, was zum Anziehen, was zum Hören (u.a. ein feines Ständchen auf meinem Anrufbeantworter. Danke, liebe Jule!), was Wunderschönes zum aufen Tisch stellen mit Wasser unten drum und dann die Nase nah dranhalten. Dazu wurden Biere und Sektflöten leer getrunken und der liebe Gott war mal wieder ein echt guter Mann.

Außerdem ist endlich meine Eismaschine angekommen!!! Da werde ich heute wohl teure Milch und Sahne reinkippen, und zudem alles, was sich in der Küche noch so findet. Hof-
fentlich schaffe ich’s, ein Foto vom Ergebnis zu machen, bevor ich’s verschlinge. Auch von den ganzen anderen Sachen habe ich noch ein paar Bilder, die ich eventuell noch zeige. Mal gucken.

Schokiblume_3Wochen

Aber zuerst gibt’s mal ein aktuelles Foto meiner Schokoblume, die ihre Arbeit fleißig auf meiner Fensterbank verrichtet. Damit man mal sehen kann, wie großzügig ihre Wohnung geschnitten ist, habe ich mal ein schmutziges Geld daneben gelegt. (Inzwischen liegt es aber nicht mehr da, denn davon kaufe ich mir gleich Eiswaffeln…)

Bleibt mir jetzt nur noch, endlich BlackLily zu be-
grüßen, die mir mit ihrer charmanten Einladung eine große Freude gemacht hat: Vielen Dank dafür, Willkommen & einen lieben Gruß!

Bitte baldmöglichst Kühlflüssigkeit auffüllen.

Noch immer keine Eismaschine im Hause Theobromina! Dabei habe ich doch extra schon Sahne und Milch auf Vorrat eingekauft, bevor die Preise dafür höher steigen als für Cham-
pagner. Eigentlich wollte ich mein Eis ja auch deshalb selber machen, weil mir meine Lieblingssorte im Laden immer ganz schön viel zu teuer ist. Und nu‘ kann ich mir eventuell die Zutaten bald gar nicht mehr leisten. (Der andere Grund ist natürlich, dass da irgendwie nie geröstete, karamellisierte Mandelsplitter drin sind…)

Jedenfalls schickt die Dame, der ich das Gerät online abgesteigert habe, es wohl einfach nicht los. Menno. Vertreibe ich mir die noch eisfreie Zeit eben weiter mit Stöbern im Auk-
tionshaus. Und finde da so schöne Formulierungen wie „dieser schöne Ring trifft den Zahn der Zeit“ und „ich bin ein tierfreier Nichtraucherhaushalt“.

Die machen doch vor nix halt!

SchokofahneNix gegen eine ge-
pflegte Bierfahne, aber Schokifahne war mir bisher eigentlich immer lieber.

Bisher, eben.
Die arme Schoko-
lade!

Wie kann man nur so grausam sein, die kann doch über-
haupt nichts dafür! Überall flaggert Deutschland jetzt wieder auf.

Demnächst rühre ich noch meinem Joghurt um und finde darin auch so einen National-
fetzen! Dieses sehr leckere dreieckige (im übrigen: schweizer) Produkt ist eh’ schon so schwierig abzubeißen (das gab schon manche Gaumenprellung), aber wie soll man überhaupt erst mit dem Mund dran kommen, wenn sie nun auch noch wild herumge-
schwenkt wird…?

*Mozzarella! – Rette mich!*

Ich war einkaufen, weil ich morgen Besuch bekomme, der sich hier für ein paar Tage mög-
lichst wohl fühlen soll. Und da will man ja auch was anbieten können, – vielleicht mal ein rustikales Knäckebrot zum Beispiel, oder ein paar weiße Gummikäsebällchen, die so heißen wie eine ganz mies gelaunte Italo-Heldin (aber zum Glück kein bisschen danach schmecken). Ach so: ich finde übrigens,„rustikales Knäckebrot“ zu sagen, klingt doch ei-
gentlich fast genauso, wie es zu essen, oder?

Beim Einkaufen widerfuhr mir jedenfalls gar großes Glück. Oft ist es ja so, dass man etwas lange sucht und sucht und sucht und doch erfolglos bleibt. Und wenn man die Suche schon wieder aufgegeben hat, dann findet man plötzlich! So ging es mir vor der Eistruhe. Da lag plötzlich das Kokoseis drin, das ich immerzu versuchte, zu kaufen, aber nirgends fand. Ich musste erstmal ein bisschen zwinkern, aber es war wirklich da. Am liebsten hätte ich es ein bisschen ans Herz gedrückt vor Freude, aber da wär’ es sicher gleich geschmolzen. Jetzt liegt es gemütlich in meinem Eisfach und freut sich bestimmt schon auf seine Vernaschung. Ich auch.

Im diesem Eisfach wird’s übrigens bald eng werden, denn ich habe mir zwecks Selbstbe-
schenkung eine Eismaschine ersteigert, derer Ankunft ich dieser Tage harre. Verdammt, der Postmann soll mir endlich meine Maschine bringen! Ich will die tollsten Eissorten erfinden, zusammenrühren und dann unschuldigen Besuchern vorsetzen!

Heute-feiernStattdessen bringt er mir einen Brief von der bahn. Darin heißt es, dass sie heute (wo auch immer) meinen Geburtstag feiern! Jetzt überlege ich ernsthaft, ob ich vielleicht mal bei der bahn anrufen soll, um sie erstens darauf hinzuweisen, dass es ja noch gar nicht soweit ist, und zweitens zu fragen, wo die Party denn dann stattfindet, damit ich bis übermorgen noch ein paar Leute organisieren und zum Mitfeiern vorbei kommen kann. Dazu finden sich nämlich keine Anhaltspunkte in dem Schreiben.

„Wünschen Sie sich was!“ herrscht mich die bahnpost stattdessen an. Ich soll dazu auf eine ihrer Webseiten gehen und mir dort Geburtstagswunschpunkte erspielen, indem ich virtuelle Luftballons aufblase. Sowas mache ich aber gar nicht erst, denn davon wird mir virtuell schwindelig. Die Punkte könnte ich dann aber theoretisch gleich dort für einen Wunsch eintauschen.

Also, mein Wunsch wäre ja, dass…, – ah, hat schon geklappt!

Ich glaub’, es hat gerade geklingelt…

Doof

Viele Leute finden ja bestimmt doof, dass Deutschland beim Songcontest so schlecht abgeschnitten hat. Zum Glück habe ich mir das gar nicht erst richtig angeguckt, nur mal so kurz am Anfang reingeschaltet. Da haben sie gerade die No Angels interviewt, aber ich konnte mich überhaupt nicht richtig darauf konzentrieren, was gesagt wurde, weil die so Wahnsinnskleider anhatten. Also, die eine sah aus wie die lila Lieblingsfantasie eines Latexfreundes, – plus Glitzer drauf. Und die pfiffige Rothaarige (Lucy?), hatte irgendwas mit ihren Haaren gemacht, das mich näher an den Fernseher rücken und nach einem Perückenansatz forschen ließ.

Ich hab’ dann was anderes geguckt, aber als ich später noch mal reinschaltete, kämpfte gerade ein sympathisches Grüppchen dicker Portugiesen gegen den starken Wind an, der da immerzu in der Belgrader Halle geweht haben muss. Und gebrannt haben muss es da wohl auch viel, habe ich mir sagen lassen.

Gewonnen haben nachher die Russen, weil Ostblock und so. Die halten ja sowieso alle zusammen da. Irgendwo hatte ich in den letzten Tagen aufgeschnappt, dass das Ausfei-
len der russischen Bühnenshow ganz viele Millionen Euro gekostet haben soll, – und dann hab’ ich nicht mal hingeguckt. Naja, immerhin war ja ein ganz toller Eiskunstläufer dabei! Also wozu, das weiß ich jetzt auch nicht, aber’s wird bestimmt toll ausgesehen haben. So toll, dass dem Sänger vor lauter Begeisterung wohl gleich alle Knöppe vom Hemd abgegangen sind. Und einen Stehgeiger hatten sie auch mit, und der wiederum eine echte Stradivari! Das hätte der olle Stradivari bestimmt auch nie gedacht, dass sein Instrument mal sowas mitmacht…

Jedenfalls finde ich den letzten Platz irgendwie cooler als den vorletzten oder so. Wenn schon untergehen, dann doch mit Energie! Aber ich kann schon verstehen, dass manche das doof finden.

Mir hingegen sind heute gleich zwei Sachen begegnet, die ich doof finde: Zum einen finde ich Geschenkartikel richtig doof, auf denen drollig gemeinte Schafe drauf sind, die „alles doof“ finden. Leider laufen die so Beschenkten damit dann auch noch in der Öffentlichkeit herum. Oder sie sitzen mir in der Straßenbahn gegenüber, mit der ich öfter fahre. Man kann dann gar nicht anders, als alles zu lesen, was das Schaf nun doof findet. Es gibt ja sogar Bettwäsche mit den Biestern! Die habe ich aber nur in einem Katalog gesehen und nicht in der Straßenbahn. Zum Glück habe ich auch nur eine diffuse Vorstellung von den Menschen, die in dieser Bettwäsche schlafen möchten. Ich finde die Schäfchensachen jedenfalls noch dööfer als diese „Liebe ist…“-Klamotten, die es damals vor ca. 30 Jahren perfiderweise in jede Wohnung geschafft haben und dann lange nicht weggingen. Die sind aber auch irgendwie retrovirulent…

Und das andere, was ich heute Morgen beim Frühstück plötzlich total doof fand, war der unerwartete Geschmack in meinem Mund: In meinem Rosinenbrötchen war mittenmal ein dickes Kümmelkorn.

Fleißkärtchen sind bitte hierher zu schicken…

Gestern und heute habe ich ein paar ziemlich merkwürdige Sachen gemacht:

Ich habe zwei Palmen geduscht (ohne Duschgel), bin dreimal erfolglos zum Briefkasten runter gelaufen (ich nehme inzwischen an, der Postbote mag mich nicht), habe mehr als zwei Teile hintereinander weg gebügelt (u.a. einen Pyjama, mit dem man sich jetzt natür-
lich unter keinen Umständen mehr hinlegen darf, weil er dann ja wieder ganz knüdelig wird), Marienkäfereier fotografiert (es wird wohl bald Bärbelnachwuchs geben!), nebenbei zwei Erdbeeren geerntet (war eben alles, was ich finden konnte), ein Paar Ohrringe von hinten fotografiert (die will ich nämlich online verjuxen), die Waschmittelschublade von meiner Maschine sauber gemacht (Finger hoch, wer das auch schon mal gemacht hat!), die Duschtrennwand repariert (die war total schief), die gesamte Bude gewischt (dabei ist mir, wie immer eigentlich, die Hälfte des Wischwassers in die zu großen Gummihand-
schuhe gelaufen), in meinem Rechner gestaubsaugt (ohne darin Möbel zu verrücken), Halawa gekocht (wer’s nicht weiß, kann’s ja googlen), und endlich, zu guter Letzt: In der Badewanne gedümpelt und dabei lecker Eis gegessen…