Kastanienbewegung 2019/20

Ihr Lieben. Da sind wir ja wieder.

Ich muss zugeben, dass ich kurz mal ernsthaft darüber nachgedacht habe, ob ich die Kastanienbewegung in diesem Jahr überhaupt anschieben soll. Die aktive Beteiligung wird ja nu‘ immer sparsamer… Sind wir doch mal ehrlich: Es gibt mittlerweile nur noch wenige Blogeinträge (kein Vergleich zu den Anfangsjahren!), auch kaum Posts in anderen sozialen Medien, ich verlinke immer häufiger lediglich zu schmalen f***book-Kommentaren ohne hübsche Fotos, geschweige denn wärmende Geschichten. Die Kreise schließen sich irgendwie nicht mehr, was bedauerlich ist, aber eben der Lauf der Dinge. Je mehr Möglichkeiten der Mensch hat, sich mitzuteilen, umso nachlässiger wird er wohl. Ich will gar nicht jammern, ist offenbar einfach so, ich seh’s ja oft auch an mir selbst. Aber dann freue ich mich doch jedes Mal über die Handvoll treuer Seelen, die sich hier jedes Jahr zuverlässig einfindet, fleißig Einträge bastelt und gewissenhaft verlinkt. Dann weiß ich plötzlich wieder, warum ich ein aktuelles Banner und einen Text gestrickt habe, obwohl ich eigentlich gar nicht mehr blogge (sind wir doch ruhig noch mal ehrlich…). – Ich frage mich (und jetzt Euch!): Sollen wir die „Bewegung“ vielleicht auch einmal freilassen? So wie die Kastanien im Frühling? Wer das Ritual lieb gewonnen hat, führt es ohnehin weiter und denkt sicherlich auch an die Anderen dabei. Seinen persönlichen Abwurftag findet aber jeder auch ohne meine Hilfe, oder? Hm. Oder nicht? Was meint ihr?

Nun aber mal zum Anlass unserer netten Zusammenkunft hier! Ich muss schon wieder was zugeben: Meine Winterkastanie habe ich schon vor zwei Wochen gefunden. Ich hatte schlimmen Budenkoller und musste dringend spazieren gehen. Das Naheliegendste war der Böninger Park, also bin ich los und in nullkommanix einmal drumherum gestratzt. Und da lag sie mittenmal vor mir, noch ganz in ihrer grünen, geschlossenen Hülle. Na gut, dachte ich, ich nehm‘ dich schon mal mit, die Erste ist eben die Erste, und du wirst dich schon noch zeigen, wenn dir danach ist. Und richtig, ein paar Tage später riss das Mäntelchen auf und die Kastanie schlüpfte quasi. Leider habe ich vergessen, direkt ein Foto zu machen, als sie ganz frisch schimmerte. Stattdessen kam sie in die linke Manteltasche und fuhr letzte Woche erstmal mit mir ans Meer.

Morgendlicher Domburghorizont. (Die Fotografin trägt übrigens Schlafanzughose und Sturmfrisur, zum Glück nicht im Bild.)

Obwohl die Wettervorhersage zum Fürchten war, verließen wir (und mit „wir“ meine ich jetzt den Liebsten und mich) uns darauf, dass ja bestimmt wieder doch alles ganz anders wird, weil das nämlich immer so ist. Und so war’s dann auch. Nachts wackelte die Hütte im Sturm, tagsüber hingen wir faul in den Liegestühlen und kriegten Sonnenbrand. Und zwischendrin schmissen wir uns wohldosiert in städtischen Trubel, denn was Gucken möchte man ja auch. Und Kuchen essen. Und Schnickschnack kaufen. Und dann halt wieder Kuchen essen. Und abends Biertjes trinken und Sonnenuntergänge gucken. – Herrlich!

Wo war ich? Ach so: Kastanie, genau.

Wieder zurück in Duisburg, hat sie schon etwas an Spannkraft eingebüsst, aber für mich ist sie natürlich trotzdem die Schönste. Ich bin mir sicher, sie wird mich gut durch die nächsten Monate begleiten. Dafür wird sie in der Tasche regelmäßig in meine hoffentlich warme Hand schlüpfen und dann ziehen wir Zwei zusammen durch Regenschauer (Schnee gibt’s hier ja irgendwie nicht so richtig), um zugige Hausecken oder unter kahlen Bäumen durch. Und wenn der Liebste mitgeht, sind wir schon zu viert, denn der hat dann ja auch eine in der Tasche wohnen.

Bis im Frühling das erste grüne Blatt am Strauch hängt und sie wieder ausgewildert wird…

Habt ihr denn auch schon eine? Ich weiß, draußen ist gerade Altweibersommer und noch mal Schläppchen-und-Hemdchen-Wetter. Aber habt ihr vielleicht trotzdem schon eure Bolle gefunden? Zeigt doch mal!

Ich freu‘ mich auf euch!

Frisch polierte Grüße
Eure Theo

 

PS: Ach so, die „Regeln“!

In Kurzform:

– Kastanie finden.
– Hier kommentieren (gern mit Verlinkung zum eigenen Blogeintrag o.ä.).
– Kastanie im Winter als tröstenden Handschmeichler immer dabei haben.
– Wissen, dass man nicht allein ist, wenn die Laune in der lichtarmen Zeit mal durchhängt.
– Im nahenden Frühling auf mein Zeichen weit, weit weg werfen (Wird hier 
   rechtzeitig angekündigt. Dann alle zusammen, aber jeder an seinem Ort.)
– Tiiief durchatmen. Geschafft. Frühling is‘. Hurra.

 

Diesjährige Teilnehmer (samt nachgewiesener Bolle):

Frühling in „Bad Püh“ und auch sonst…

Ach, ihr Lieben,

habt ihr auch so die Nase voll vom Regen? Und vom Wind, der Hosenbeine und Ärmel hochkriecht? Von Frisuren spreche ich mal gar nicht erst. Ich weiß z.B., der Regen ist ganz wichtig und so. Und wahrscheinlich ist die ganze Plörre auch eine super Vorbereitung auf den anstehenden Frühlingsbäääm!, aber mir reicht’s allmählich… Wenn wenigstens dabei die Sonne schiene! Aber das geht ja nun mal nicht. Wieso eigentlich? Regen wäre sicher wesentlich beliebter, wenn gleichzeitig… Naja. Ich hab‘ mir das zum Glück nicht ausgedacht. Guter Zeitpunkt jedenfalls, die Kastanie und mit ihr das kalte Grau von uns zu werfen.

Ich bin ja nun seit anderthalb Wochen in einer Rehaklinik im schönen „Bad Püh“. Und das ist sogar in grau schon sehr ansehnlich. Ich fühle mich momentan richtig wohl hier und kann mir noch gar nicht ausmalen wie es erst wird, wenn jetzt demnächst die Sonne rauskommt und die Natur dann richtig ausrastet, es überall bunt, warm und frischgrün wird. Das wird ein Fest!

Beweisblättchen 2019

Heute sieht man noch nicht viel davon, es ist mumpelig, nass, zugig. Dennoch mache ich mich gern auf in den Wald, die Kastanie in der Tasche. Ich spreche ihr gut zu, denn sie muss ja fliegen, nicht ich. Ich bedanke mich bei ihr für die schöne Zeit, für ihre stille Unterstützung und drücke sie noch mal warm und innig. Wie gut sie in meine Hand passt! Ich werde sie auch ein wenig vermissen, aber das gehört dazu. Hier sind viele gute Stellen, die zum Werfen einladen. Ich stromer‘ also so ein bisschen herum und mache mir Gedanken. Das war ein ganz komisches Jahr, das ich hier auch gleich ein bisschen mit abschließe, unter anderem darüber werde ich in den nächsten Wochen wohl noch reichlicher nachdenken. Und darüber, wie es mit mir weitergehen soll. Wo liegt mein Weg? Wie viel davon entscheide ich alleine, was für gemeinsame Entscheidungen werden kommen? Schaffe ich das, was ich schaffen möchte? Schaffen wir das, was wir schaffen möchten? Ich vermisse den Liebsten hier, aber mal raus aus allem zu sein, tut mir gut. In der Natur sein, allein mit meinen Gedanken und der inneren Bewegung.

Dann wird es kurz vor zwölf. Die Stelle ist gefunden, hier werfe ich. Sogar die Sonne drängt kurz mal spürbar gegen die Wolken. Bald… Diesmal habe ich keinen Piccolo, aber es geht ja auch ohne. Die kleine, liebe Bolle liegt warm in meiner Hand. 

Letzte Kuscheleinheit

Ich drehe mich langsam in alle Richtungen und grüße die anderen Kastanienträger in der Ferne. Jedes Mal ist das wieder schön, zu wissen, da stehen jetzt auch andere irgendwo und sammeln sich noch mal für unser Vorhaben. Jetzt ist es kurz vor… Die Kastanie bekommt noch mal ein paar Küsschen aufgedrückt. Danke, danke, danke. Mach’s gut, du Kleine. Es ist soweit: Drei-zwei-eins! Da fliegt sie! Und landet weich.

Suchbild für Profis

Ich schaue noch ein bisschen auf die Stelle, drehe mich dann langsam weg und muss schon grinsen. Jetzt wird’s bald besser werden. Die Wärme wird kommen und Farben mitbringen. Offene Fenster, T-Shirt-Wetter, Straßencafes, Vogelpiepen, Sneaker, Tulpen, Bäumerauschen, Tee auf dem Balkon.

Kann von mir aus losgehen, was meint ihr? Wie war’s bei euch heute?

Frühlingsgrüne Grüße

Eure Theo

(Übrigens ist es nicht einfach, von hier zu bloggen. Das Internet ist wackelig und rückt die Pixel nur einzeln raus…)

Na? Nächsten Sonntag schon was vor? Also, zum Beispiel Frühlingmachen? Hm?

Ihr Lieben.

Wie geht’s euch? Wie war der Winter? Was machen die Kastanien? Habt ihr sie noch alle? (Hehehehehe…)

Neulich war man ja schon mal schwer versucht, alles von sich zu werfen: Mäntel, Winterbotten, Hustenbonbons und Winterbegleitungskastanien; – sah es doch so aus, als hätte irgendwo einer mal eben auf Sommer vorgespult! Ich lag tatsächlich im Februar mit nackten Käsebeinchen auf meinem Sonnenbalkon und war verwirrt, aber froh über diese Wetterlage. Also, ich kann mich nicht erinnern, dass ich das schon mal erlebt habe. Von wegen, früher war alles besser!

Die warme Pracht zog sich jedenfalls erstmal wieder zurück und hat wieder Platz gemacht für stürmisches, nasses Mäkelwetter. Also angemessenes Wetter. Märzwetter halt. Jedoch: Es will Frühling werden und zwar deutlich, wie ich finde. Auch in „Bad Püh“ (Danke an den Liebsten für diese putzige Abkürzung), wo ich zurzeit aus Rehagründen weile, zeigen sich erste Grünblättchen an Baum und Strauch. Ich hoffe deshalb sehr darauf, dass die Natur demnächst eine ordentliche Explosion hinlegt, denn ich bleibe noch ein paar Wochen hier und bin wild entschlossen, lange und breite Profispaziergänge in der reichlich vorhandenen Landschaft zu unternehmen. Heute z.B. hatte ich um halb elf schon über 10.000 Schritte gemacht! Die Hälfte davon vermutlich auf Klinikfluren und -treppen, aaaber ich war auch im Wald und später sogar noch in der Stadt. – Klar, Kuchen holen. Apfelkuchen. Und Schokolade. Zwei Schokoladen.

Aber um jetzt mal wieder auf den Punkt zu kommen:

Es ist wieder geschafft. Und wir werfen die Kastanie.
Und zwar nächste Woche Sonntag, den 17.03., um 12:00 Uhr.

Bis dahin habe ich sicher ein passendes Fleckchen hier gefunden, an dem ich meine liebe Bolle frei lassen kann. Eigentlich hatte ich ja sogar zwei Kastanien, aber ich Schussel habe eine zuhause liegen lassen, weshalb die dann einen nachträglichen Osterflug oder so hinlegen darf, wenn ich wieder in Duisburg bin.

Und ihr?

Beginnt damit, Abschied zu nehmen von euren lieben Winterfreundinnen. Vielleicht überlegt ihr auch schon mal, wo ihr diesmal werfen wollt. Und ob ihr vielleicht ein Piccolöchen mitnehmt. Oder Schnittchen. Und dann holen wir uns den Frühling. – Hach, ich freu‘ mich schon auf euch, hurra!

Aber jetzt natürlich erstmal Kuchen.

Knisternde Grüße
Eure Theo

Kastanienbewegung 2018/19 – Zeit wird’s wieder.

Ihr lieben Kastaniensucher,

noch vor ein paar Tagen sah es in mir ungut duster aus. Vermutlich mal wieder irgendwelche falsch zusammengeschraubten Synapsen, die da außer Rand und Band waren. Heute ist es zum Glück wieder besser, was wohl u.a. auch daran liegt, dass wir gestern in einem feinen Zoo (Gelsenkirchen) waren, wo ein freilaufender roter Vari spontan meinen Ring anknabbern wollte. Der Ring ist sehr hübsch, leuchtend pinkfarben und schimmert wohl vitaminverheißend. Und hätte die Tierpflegerin unser verliebtes Zwiegespräch nicht irgendwann unterbrochen, hätte ich das schöne Tier gern stattdessen auf diverse, ausführliche, ja, wochenlange Fruchtsalate eingeladen! – Ich bin jetzt ein bisschen böse auf die Tierpflegerin, muss ich sagen.

Aber mal zum Thema. Wir haben bereits deutlich September und mich erreichen erste Anfragen nach Bewegung. Und zwar Kastanienbewegung. Ich mag ja vielleicht ein bisschen spät dran sein, aber beinahe wär’s genau andersum gewesen, und ich hätte schon im Mai ausgerufen. – Wieso das? Meine liebe Freundin T. hat mich nämlich im Frühsommer besucht und direkt vor meiner Haustür eine frischgelegte Kastanie gefunden. Und das, obwohl hier weit und breit kein passender Baum dazu wächst. – So, und nu‘ kommst Du!

Statt jetzt aber in wochenlanger Bruthitze mit wärmelnder Taschenbolle rumzulaufen, habe ich dann aber mal lieber doch entschieden, zu warten, bis mich die erste „richtige“ Herbstkastanie findet, was auch zuverlässig am vergangenen Wochenende in Antwerpen passierte, wo wir mit ausgesprochen schnuckeligen Menschen zwei schöne Tage verbrachten, bis uns die Füße wehtaten. Und hier sind sie nun beide (die Kastanien, nicht die Menschen):

Dieses süße „Eekhoorntje“ aus Middelburg/Zeeland betreut fremdsprachige Kastanien aus Antwerpen und Duisburg. Na, wenn das mal gut geht!

Die hintere ist die vom Mai, die vordere von letzter Woche, beide werden mich im Winter begleiten und im Frühling dann ausfliegen. Wer jetzt übrigens gar nicht weiß, wovon ich rede, der kann hier unterm Stichwort „Kastanienbewegung“ gern mal die letzten elf Jahre nachlesen*, dann flott selbst eine Kastanie finden und sich uns anschließen. Kastanienbewegung hilft nämlich gegen Herbst-/Winterblues (sogar, wenn man gar keinen hat). Wie so’n zartes, freundliches Geländer durch Matschewetter, Lichtmangel und um zugige Ecken rum. Und dann kommt man irgendwann im Frühling wieder raus.

1A Wachtposten. Frühlingsverpassung quasi unmöglich.

Und an alle, die schon wissen, worum’s geht: Schon was gefunden? Falls nicht, dürft Ihr jetzt den Kopf hängen lassen, aber nur, bis Ihr Eure erste Bolle findet. Bin schon neugierig auf Eure Bilder und Berichte! Schön, dass Ihr immer wieder dabei seid! Das frischgebastelte Banner oben dürft Ihr natürlich gern wieder mopsen, wenn Ihr Blogger seid, und Ihr macht mir ’ne große Freude, wenn ihr mit Kastanienbewegung taggt. Aber es geht ja auch ohne Blog, über fb oder einfach die Kommentare hier. Ich verlinke Euch dann wieder in der Teilnehmerliste.

Jetzt wünsch‘ ich uns jetzt erstmal einen gemütlichen Herbst und dann einen wohl gesonnenen Winter.

Wir sehen uns dann auf der anderen Seite, nech?

Schimmernde Grüße
Eure Theo

 

Diesjährige Teilnehmer:

 

*Kurzform:

– Kastanie finden.
– Hier kommentieren (gern mit Verlinkung).
– Kastanie im Winter als tröstenden Handschmeichler immer dabei haben.
– Wissen, dass man nicht allein ist.
– Im nahenden Frühling auf mein Zeichen weit, weit weg werfen (Wird hier rechtzeitig angekündigt. Dann alle zusammen, aber jeder an seinem Ort.)
– Tiiief durchatmen. Geschafft. Frühling is‘. Hurra.

Jetzt ist Frühling. Basta.

Ihr lieben Kastanienbeweger,

kann es eventuell sein, dass diese Zeilen ein kleines bisschen krumm sind? Ich habe nämlich einen kleinen Schwips, weil ich den Sekt eben ganz schön fix heruntergestürzt habe. Weil’s ja doch überrraschend frisch war, das war nicht so ganz vorgesehen, geb‘ ich ja zu. – Hat’s bei Euch gestern auch noch mal geschneit? Ich dachte ja schon, ich guck‘ nicht richtig! Also, in Hannover hätte ich das ja halbwegs normal gefunden, da ist man Winterwetter eher gewöhnt. aber im Ruhrgebiet schneit es eigentlich selten (und wenn, dann auch nicht viel). Jedenfalls im Vergleich. Aber wenn, dann rasten alle aus und steigen sofort in ihre Autos und Bahnen, um noch schnell nach Hause zu kommen, bevor der ganze Fahrbetrieb zusammenbricht. Das ist für mich als Zugewanderte ganz amüsant zu begucken. Letztes Jahr z.B. ist das ganze Kollegium mal zwei Stunden früher in den Feierabend gegangen, weil es wahnsinnige 7-8 cm Neuschnee gab, der sich natürlich sofort in Matsch verwandelt hat. Alle redeten aufgeregt durcheinander, zeigten aus dem Fenster, hatten Angst, nie mehr nach Hause zu kommen, und prompt gab’s Riesenstaus überall und so. Ich bin dann übrigens einfach mit’m Fahrrad nach Hause… (Hier ein kleines Grinsen einfügen.)

Gehen wir jedenfalls mal frech davon aus, dass das momentan hoffentlich nur ein letztes Aufbäumen des Winters ist, ne? Schließlich haben wir heute um 12:00 Uhr den Frühling gemacht! Und zwar unumstößlich. Finde ich. Beschlossene Sache und so. Reicht jetzt ja auch mit kalt, dunkel, nass und zugig. Gegen Mittag stapfen der Liebste und ich denn auch durch’s Wäldchen auf dem Duisburger Kaiserberg, mit Sektgläsern, Piccolo und Kastanien im Gepäck. (In diesem Wäldchen haben wir übrigens im vergangenen Sommer reichlich Beute an dicken, saftigen Brombeeren gemacht, aus denen ich direkt ein knappes Dutzend Gläser leckersten Gelees gebraut habe, das uns regelmäßig Frühstücke und Pfannkuchenschlachten versüßt. Oder heißt es „verfruchtet“?)


Der Beweis: Die Natur hat nicht etwa vergessen, wie’s geht und möchte demnächst mal expodieren.


Diesjährige Abwurfschanze auf dem Kaiserberg.


Alles parat. Nur der Liebste dreht noch eine Runde um die Wiese, damit die Füße weiterhin durchblutet werden. Deshalb erstmal nur eine Kastanie im Bild. Aaaber:


…da kommt die zweite dazu! Jetzt sind es nur noch wenige Minuten bis zum Startschuss.

Um kurz vor zwölf werden wir ganz still und die lieben Wintertaschenbegleitbollen noch einmal liebevoll betrachtet, bestreichelt, glatt gerieben und mit stillem/gemurmelten Dank für die letzten Monate bedacht. Unsere Kastanien sind ja diesmal aus Veere/Zeeland und bekommen daher zusätzlich ein inniges „Dank u well“ zugehaucht. Und dann ist es schon 12:00 Uhr, es gibt einen ordentlich kräftigen Schwung und sie verlassen uns in die Freiheit. Hurra! Frühling! Darauf einen dicken Schluck Sekt, natürlich nicht, ohne vorher in alle Himmelsrichtungen allen anderen Werfern zuzuprosten. Und dann halt gleich noch einen, wir wollen ja schnell wieder ins Warme.

Schwupps, sind die Gläser halbleer, der Winter aus und wir ganz herzgewärmt in dem Wissen, dass da jetzt an vielen Orten Kastanien geflogen sind und Ihr auch alle gerade so dasteht und Euch auf den Frühling freut. Mit dem letzten Schluck im Glas trotten wir schon den Weg zum Auto herab, denn zuhause warten heißer Tee und Bloggerät. – Frühling? Kannst kommen. Wir sind dann nämlich soweit.

Wie war’s denn bei Euch?

Bunt sprießende Grüße
Eure Theo

 

Eure Wurfberichte:

 

Ihr wollt Frühling? Dann machen wir Frühling!

Liebe Kastanienfreunde,

war das nicht kalt in den letzten Wochen? Brrrr! Ich meine, klar, ist Winter und so. Aber musste das sein, nach ein paar Monaten Wischwaschiwinter mit Matschetemperaturen und gelegentlichem, halbgaren Herumgeschneie jetzt noch mal so eisige Tage mit schneidigem Wind durch alle Klamottenlücken? – Nee, das hätte ich nicht mehr gebraucht. Und ihr vermutlich auch nicht, oder?

Immerhin wird es schon einigen Tagen freundlicher, am kommenden Wochenende soll es sogar regelrecht warm werden! Dann lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte frech: Die Natur, die bisher nur schüchtern ein paar bunte Krokus- und Narzissensprossen zeigt, wird demnächst so richtig ausflippen.

Und wir mit!

Am Sonntag, 18.03. um 12:00 Uhr

fliegen deshalb die Kastanien. Ja. So.

Ihr habt jetzt noch ein paar Tage Zeit, Euch von Eurer treuen Taschenbegleitung zu verabschieden, Wurftechniken auszufeilen und womöglich Piccolos zu besorgen, und dann will ich Euch übernächsten Sonntag alle draußen wissen!

Wir „sehen“ uns dann. – Hach, ich freu mich.

Vorfreudige, sonnige, achwas: bunte! Grüße
Eure Theo

Na, endlich! Kastanienbewegung 2017/18

Ihr Lieben,

mein Leben ist turbulent. Andauernd passiert was. Oder noch was. Und dann halt noch was.
Und zwar immer, wenn ich denke: Ach, so ’ne kleine, ruhige Phase wäre jetzt mal ganz schön… Ja, Pustekuchen. *seufz*

Aber, was auch passiert, besonders draußen, und nicht mehr zu übersehen ist: Es wird Herbst. Besonders den Duisburger Kastanienbäumen sieht man das an, und zwar schon seit Juli oder so, die haben nämlich ganz braune Blätter. Ich vermute, dass da wohl diese olle Miniermotte dran rumknabbert. Die will natürlich auch leben, aber: Die armen Blätter! Ich hoffe mal, dass die Bäume sich im nächsten Jahr vielleicht wieder berappeln können.

Den Kastanien in Veere/Zeeland (also in den Niederlanden) geht’s da noch etwas besser und deshalb sind wir letzte Woche Freitag auch extra da hingefahren, um eine besonders schöne Winterbegleiterin zu finden! Jetzt liest sich das natürlich so, als wären wir nur aus Kastaniengründen mal eben zweieinhalb Stunden herumgebrettert und dann wieder den ganzen Weg zurück, wir gemeinen, verantwortungslosen Umweltschweinchen! Deswegen will ich mal lieber gleich dazusagen, dass wir ja sowieso für eine Woche in Domburg waren, um u.a. ordentlich stürmische Herbstnächte in unserem geliebten Strandhäuschen zu verleben. (Wer sich jetzt auskennt, weiß, dass beide Orte nur ca. 20 min auseinander liegen.) Tagsüber konnte man sich übrigens prima sandstrahlen lassen, aber nur, wenn man wollte. Ich wollte oft lieber drinnen sitzen und die allerleckersten Pralinen naschen, die hatten wir noch schnell auf dem Hinweg in Antwerpen besorgt. Und wenn die Sonne rauskam, wurde es auch gleich so schön, dass man gar nicht wieder reinwollte. (Die Sonne hatten hauptsächlich A. und C. im Gepäck, liebe Freunde, die uns dort für 1-2 Tage kurzbesuchten. Wer also trotz schlechter Voraussage schönes Wetter im Urlaub brauchen kann, sollet die Beiden dazubuchen. Den Kontakt kann ich bei Bedarf übrigens gern herstellen.)

Und am letzten Urlaubstag fuhren wir halt nach dem Aufräumen und Verabschieden -wie immer- noch mal kurz nach Veere, zum Herumspazieren und Teetrinken und so. Und diesmal hatte dieser süße, kleine Fischerort eben auch noch zwei frisch geschlüpfte Kastanien für uns. Inzwischen ist das auch schon wieder eine gute Woche her, weshalb ist meine Bolle auch schon leichter und etwas schlanker geworden ist, aber sie schmeichelt der Hand in der Tasche wie sie soll und ist mir schon richtig ans Herz gewachsen.

Da nun eigentlich alle, die hier mitlesen, die Kastanienbewegung schon seit Jahren kennen, spare ich mir in diesem Jahr eine ausführliche Gebrauchsanweisung. Wer mag, kann sich unter dem tag Kastanienbewegung ein bisschen einlesen, da finden sich alle alten Beiträge aus den (immerhin 10!) Voraktionen der letzten Jahre. Nur so viel: Die Kastanienbewegung wird traditionell gemeinschaftlich angewendet gegen Herbst-/Winterblues. Dass Viele jedes Jahr mitmachen, hilft ungemein, und das gemeinsame „Freilassen“ der kleinen Taschenbewohnerin im Frühjahr macht jedes Mal gute Laune und warme Füße. (Also, das mit der guten Laune  kann ich zumindest garantieren!)

Macht also einfach wieder mit und kommentiert mir auch bitte wieder fleißig, wo ich Eure Blogeinträge o.ä. finden kann, dann kann ich das alles schön verlinken. (Wer keinen Blog hat, lässt vielleicht wenigstens einen Kommentar da und macht mir damit eine kleine Freude.)

Also, ich freue mich auf Euch und eure Winterbegleiterinnen!

Blätterrauschende Grüße
Eure Theo

Teilnehmer (bis dato):

Los geht’s! Wir machen den Frühling.

theos_kastanienbanner_2016_

Na, was meint Ihr, Ihr lieben Kastanienfreunde?

– So langsam wird’s doch, oder? Seid Ihr schon kribbelig?

Hier im Ruhrgebiet, wo ich ja jetzt bald seit einem Jahr lebe, sprießen die ersten zartgrünen Blättchen und zwinkern unübersehbar von den Zweigen. (Und wir wissen ja: Krokus und Narzisse gelten uns nicht, wir wollen echtes Blättchengrün!) In Berlin oder noch weiter östlich geht es wahrscheinlich etwas zaghafter zu, denn dort ist es meist deutlich kühler, doch auch dorthin wird’s das freundliche Grün bald wehen, bestimmt!

Und damit wird es allmählich Zeit für unseren kollektiven Kastanienwurf, der die diesjährige Bewegung krönend abschließt! YEAH! Als unseren „magischen Moment“ habe ich ausgewählt:

Sonntag, den 19.03./12:00 Uhr

Ihr wisst ja, wie es geht: Schnappt Euch den ollen Mantel mit der lieben Winterbegleitertaschenbolle und geht rechtzeitig nach draußen. Mit etwas Glück haben wir sogar schönes Spaziergangwetter… Mal gucken. Gegen kurz vor zwölf jedenfalls solltet Ihr einen guten Kastanienwurfort aufgesucht haben. Schaut Euch Eure Kastanie noch mal an und bedankt Euch artig für die reizende Begleitung durch manch olle, fisselige, graue, doofe, dunkle, kalte und windige Zeit der letzten Monate. Seid gewiss, es stehen zur selben Zeit alle Kastanienbeweger irgendwo draußen und tun dasselbe. (Wer mag, macht sich an dieser Stelle einen Piccolo auf. Also, ich mach’s. Und ich werde Euch in alle Richtungen zuprosten.) Und um punkt 12:00 Uhr holen wir kräftig aus und werfen die Kastanie fort, so weit es geht! Und mit Ihr den Winter, hurra! Die kleine Handschmeichlerin loszulassen fällt zwar nicht immer leicht, man kennt ja inzwischen jede ihrer kleinen Dellen und fürchtet, sie danach in der Tasche zu vermissen, aber: Früüühling! wird dann sein, allüberall. (Also, wenn das Geprassel der weltweit fallenden Kastanien verklungen ist.) Die Farben kommen bald zurück, das Licht, die Wärme… Hach, ich freu‘ mich auf diesen Moment mit Euch und werde hier natürlich direkt im Anschluss ein bisschen berichten. – Bis dann!

Liebfeinste Grüße
Eure Theo

PS: Wie war Euer Winter eigentlich? Für mich war er nur dunkel und kalt, aber eigentlich nicht besonders winterlich. Ich war merkwürdig abwesend, vielleicht weil ich mich hier in der neuen Wohnung und so erst noch richtig einfinden muss. Es wird aber. Schnee habe ich übrigens nur einmal gesehen, ausgerechnet an dem Tag (11.02), als wir von Düsseldorf aus mal eine Woche nach Palma de Mallorca fliegen wollten. Natürlich haben die unfassbaren Schneemassen (3 cm *hüstel*) gleich mal Chaos ausgelöst und alles um eine gute Stunde verzögert wegen der nötigen Flugzeugenteisung. Später, als wir abends bei Tapas draußen saßen, war uns das aber schon wieder ganz egal.

Kastanienbewegung – Seit eben ist übrigens Frühling.

Nachdem das wirklich eine irre Reisewoche war (Hannover-Duisburg-Brüssel-Antwerpen-Duisburg-Mülheim-Essen-Hannover), und ich mich gestern (wohl als unfreiwilligen Ausgleich) den ganzen Tag mit ganz langweiligem Papierkram befasst hatte, kam heute mal wieder was Schönes, Ruhiges und Zartes dran: Die Kastanienverabschiedung. Denn nicht nur laut Kalender ist heute Frühlingsanfang, auch für Kastanienträger war es heute endlich wieder soweit. In allen Teilen der Republik wurde sich in Wintermäntel geschwungen, die Bolle geschnappt und losmarschiert.

Um kurz vor halb 12 machte ich mich z.B. auf den Weg zu meiner Freundin, der alten Weide (Baum), die an einer Weide (Wiese) wohnt. Und um sicher zu gehen, dass Tag und Stunde auch richtig sind, sammelte ich unterwegs letzte Hinweise:

Fruehlingsbeweise

Ordnungsgemäß-frühlingshaftes Grünen und Blühen.

Gegen viertel vor 12:00 war ich am Lieblingsplatz angekommen. Doch nicht nur ich war dort, auch eine Gruppe Naturinteressierter ließ sich ausführlich am Wegrand was erklären, drumherum reichlich Jogger und Hundeleute. – Ganz schön was los! Kenn‘ ich so gar nicht. Sonst bin ich da meistens allein… Also vielleicht erstmal die wichtigen Untensilien parat legen und mal Luft holen und ein bisschen ankommen. Hier und jetzt und so.

Bereit_fuers_Fruehlingmache

Magische Zutaten.

Allmählich löst sich die Unruhe um mich herum netterweise auf, alle streben irgendwie weiter, wollen irgendwohin. Ich bin ja aber schon da und habe sogar noch 10 Minuten Zeit, in denen ich überlege, was das überhaupt für ein Winter war, den wir heute beenden. Ehrlich gesagt, habe ich nur wenig mitbekommen vom Wetter und allem, und auch nicht viel vom Rest, denn ich war in den letzten Monaten ziemlich mit meiner persönlichen Situation beschäftigt und wie in einem muffigen, schlecht beleuchteten Tunnel unterwegs. Aber auch diese Fahrt endet bald und das ist gut zu wissen.

Während ich das so denke und mir ausmale, wie wohl die nächste Zukunft aussieht, liegt die lütte Kastanie in meiner linken Hand und wird noch mal gewärmt, während ich mich an den Stamm der Weide lehne, so wie ich das in den letzten 15 Jahren unzählige Male gemacht habe, wenn ich Trost oder einfach etwas Ruhe gesucht habe. Wann es das letzte Mal sein wird, weiß ich noch nicht, aber eine weitere Kastanie werde ich hier nicht mehr werfen, soviel ist klar. Es gibt jetzt viele Dinge, die ich in Hannover zum letzten Mal tue, das ist schon ein bisschen mulmig…

Los_gehts

Startklar.

Jetzt geht es auf 12:00 Uhr zu, also küsse ich mein Kastanchen noch ein paarmal, sage leise „Danke für die Begleitung, meine Hübsche!“ und da schlägt auch schon die Kirchturmuhr in der Siedling nebendran. Ich werfe so fest ich kann und bin (wie eigentlich jedes Jahr) ein kleines bisschen enttäuscht, dass die Bolle nur ein paar Meter weit fliegt, weil ich nun mal keine große Werferin bin. Aber sie ist im Gras verschwunden und somit wieder in Freiheit. – Frühling ist. Darauf nehme ich ein Schlückchen Sekt, proste ihr noch mal zu, proste der Weide zu, mir selbst, und natürlich allen Kastanienwerfern, die jetzt ebenso irgendwo stehen, ihre Begleiterin schon ein wenig vermissen und sich gleichzeitig freuen, dass der Winter nun wieder mal geschafft ist. Das haben wir wieder gut hingekriegt, oder? (Übrigens: Das Wetter ist heute ja eher mumpe, zumindest in Hannover. Aber es soll zu Ostern angeblich richtig schön, sonnig und warm werden! Das sind doch mal Aussichten.)

Ich guck‘ noch mal über die Wiese, kehre ihr dann langsam den Rücken und setzte meine Spazierrunde fort. Ich finde noch ein paar Zweige, die ich für zuhause mitnehme, sehe Gänse, eine kleine Mäusekolonie, der offenbar auch nach Frühling ist, und einen Bussard, der nur ein paar Meter entfernt von mir auf einem Ast vor sich hinzwinkert.

Zuhause stelle ich die Zweige in eine schöne große Vase, hänge ein bisschen österliches Niedlichkeitshasenzeug dran und schiebe das Ganze aufs Fensterbrett im Wohnzimmer. Heute Morgen habe ich nämlich noch Fenster geputzt, schließlich soll die Frühlingssonne da so bald wie möglich ordentlich durchstrahlen…

Kalender raus: Kastanienwurf 2016 naht!

Liebe Kastanienfreunde,

seit Wochen geht das schon so: Ist nun noch Winter? – Ist schon Frühling? – Bekommen wir doch noch mal Schnee und Eis? – Aber die Vögel singen doch schon Brautgesänge!? – Morgens liegt aber noch überall Raureif! – Aber wieso sind dann überall schon Krokusse und Blausternchen zu sehen? – Aber vielleicht blüht uns auch noch mal ein dicker Frost?!

Papperlapapp!

Die selbsterfundenen Regeln sagen ganz klar: Genau dann, wenn Bäume und Sträucher die ersten frischen, zartgrünen Blättchen kriegen; – beginnt der Frühling! (Krokusse und vereinzelt sonnige Nachmittage sind herrlich, aber nicht relevant, da müssen wir leider streng sein.) Selbstverständlich habe ich Gesträuch und Gebäum unter genauester Beobachtung (Hannover-Duisburg-Domburg) und kann sagen: Da sind schon Blättchen dran! Wir können also starten, juchuuu!!!

http://theobromina.de/100prozentig-selbst-erlebt/wp-content/uploads/2015/10/Kastanienbewegung_2015_16-Kopie.jpg

Im Süden ist Blätterschmuck eventuell schon deutlicher zusehen, in Berlin mögen die Grünspitzen noch lütsch sein, aber ich denke, es sollte passen, wenn die Kastanien alle gemeinsam am Sonntag, den 20. März um 12:00 Uhr fliegen werden.

Macht Euch also bereit, behaucht und poliert die lieb gewonnenen Begleiterinnen noch ein paarmal, damit sie hübsch schimmern und eine gute Aerodynamik bekommen.

Ich freu‘ mich sooo auf Euch!
Eure Theo