Na, endlich! Kastanienbewegung 2017/18

Ihr Lieben,

mein Leben ist turbulent. Andauernd passiert was. Oder noch was. Und dann halt noch was.
Und zwar immer, wenn ich denke: Ach, so ’ne kleine, ruhige Phase wäre jetzt mal ganz schön… Ja, Pustekuchen. *seufz*

Aber, was auch passiert, besonders draußen, und nicht mehr zu übersehen ist: Es wird Herbst. Besonders den Duisburger Kastanienbäumen sieht man das an, und zwar schon seit Juli oder so, die haben nämlich ganz braune Blätter. Ich vermute, dass da wohl diese olle Miniermotte dran rumknabbert. Die will natürlich auch leben, aber: Die armen Blätter! Ich hoffe mal, dass die Bäume sich im nächsten Jahr vielleicht wieder berappeln können.

Den Kastanien in Veere/Zeeland (also in den Niederlanden) geht’s da noch etwas besser und deshalb sind wir letzte Woche Freitag auch extra da hingefahren, um eine besonders schöne Winterbegleiterin zu finden! Jetzt liest sich das natürlich so, als wären wir nur aus Kastaniengründen mal eben zweieinhalb Stunden herumgebrettert und dann wieder den ganzen Weg zurück, wir gemeinen, verantwortungslosen Umweltschweinchen! Deswegen will ich mal lieber gleich dazusagen, dass wir ja sowieso für eine Woche in Domburg waren, um u.a. ordentlich stürmische Herbstnächte in unserem geliebten Strandhäuschen zu verleben. (Wer sich jetzt auskennt, weiß, dass beide Orte nur ca. 20 min auseinander liegen.) Tagsüber konnte man sich übrigens prima sandstrahlen lassen, aber nur, wenn man wollte. Ich wollte oft lieber drinnen sitzen und die allerleckersten Pralinen naschen, die hatten wir noch schnell auf dem Hinweg in Antwerpen besorgt. Und wenn die Sonne rauskam, wurde es auch gleich so schön, dass man gar nicht wieder reinwollte. (Die Sonne hatten hauptsächlich A. und C. im Gepäck, liebe Freunde, die uns dort für 1-2 Tage kurzbesuchten. Wer also trotz schlechter Voraussage schönes Wetter im Urlaub brauchen kann, sollet die Beiden dazubuchen. Den Kontakt kann ich bei Bedarf übrigens gern herstellen.)

Und am letzten Urlaubstag fuhren wir halt nach dem Aufräumen und Verabschieden -wie immer- noch mal kurz nach Veere, zum Herumspazieren und Teetrinken und so. Und diesmal hatte dieser süße, kleine Fischerort eben auch noch zwei frisch geschlüpfte Kastanien für uns. Inzwischen ist das auch schon wieder eine gute Woche her, weshalb ist meine Bolle auch schon leichter und etwas schlanker geworden ist, aber sie schmeichelt der Hand in der Tasche wie sie soll und ist mir schon richtig ans Herz gewachsen.

Da nun eigentlich alle, die hier mitlesen, die Kastanienbewegung schon seit Jahren kennen, spare ich mir in diesem Jahr eine ausführliche Gebrauchsanweisung. Wer mag, kann sich unter dem tag Kastanienbewegung ein bisschen einlesen, da finden sich alle alten Beiträge aus den (immerhin 10!) Voraktionen der letzten Jahre. Nur so viel: Die Kastanienbewegung wird traditionell gemeinschaftlich angewendet gegen Herbst-/Winterblues. Dass Viele jedes Jahr mitmachen, hilft ungemein, und das gemeinsame „Freilassen“ der kleinen Taschenbewohnerin im Frühjahr macht jedes Mal gute Laune und warme Füße. (Also, das mit der guten Laune  kann ich zumindest garantieren!)

Macht also einfach wieder mit und kommentiert mir auch bitte wieder fleißig, wo ich Eure Blogeinträge o.ä. finden kann, dann kann ich das alles schön verlinken. (Wer keinen Blog hat, lässt vielleicht wenigstens einen Kommentar da und macht mir damit eine kleine Freude.)

Also, ich freue mich auf Euch und eure Winterbegleiterinnen!

Blätterrauschende Grüße
Eure Theo

Teilnehmer (bis dato):

Da isser, der Frühling! (Man sieht’s heute noch nicht so richtig, aber…, doch…, – ganz bestimmt!)

Ihr lieben Kastanienfreunde,

– wie war’s?!?

Hier im Ruhrgebiet ist heute ein wenig unfreundlicher Himmel, alles ist ein bisschen zu grau, aber immerhin (vorübergehend) trocken. Wir sind vorhin gegen 11:00 Uhr losgezogen, Richtung Duisburger Stadtforst. Dort ist es gerade windig, matschig und durchnässt, aber das sollte uns nicht schrecken. Auch die Blättchen tun was sie sollen, nämlich das Licht suchen.

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Heimlich, still und leise bereitet sich die Natur darauf vor, demnächst mal so richtig zu explodieren. Feuerwerk und so.

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Auf dem Weg zur Abwurfstelle halte ich übrigens Ausschau nach kräftigen, herabgefallenen Ästen, die ich für meinen Balkon(!!!) gebrauchen kann. (Ich habe nämlich zum ersten Mal einen und bin ganz aufgeregt!) Was ich damit will? Ach, das zeige ich Euch bald, wenn es soweit ist… Erstmal muss ja der Frühling gestartet werden, sonst nützt einem auch der netteste Balkon nüscht. Als wir zur Wiese kommen, an deren Rand wir werfen werden, machen wir’s wie immer: Erstmal Sekt einschenken, Kastanie aus der Tasche befreien, sie ein letztes Mal gründlich befühlen und versonnen betrachten.

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Nebenbei immer der Blick auf die Uhr. Noch drei Minuten. Wir überlegen zusammen, wer jetzt wohl gerade ebenfalls irgendwo in der Budnik steht und auf den Moment wartet. Ich sage der kleinen, glattgestreichelten Bolle noch mal herzlich „Danke.“ und denke kurz zurück an die letzten Monate. Aber wirklich nur kurz, denn jetzt wird es gerade 12:00 Uhr und ich zähle: „Dreeeeiiii – zweeeiii – eiiiins – looos!!!“ – Und da fliegen sie, hurra! (Hab‘ ich da etwa zwei kleine, leise Juchzer gehört?) Frühling is‘! Wir haben’s geschafft. Weiter weg vom nächsten Winter könnten wir gerade nicht sein. Ein schöner Moment. Wir stoßen an, nehmen einen guten Schluck und Zufriedenheit breitet sich aus, dann proste ich noch in alle Richtungen allen Kastanienmitwerfern zu und nehme direkt zwei-drei Schlucke hinterher. Prost Frühling, Ihr Lieben!

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Da irgendwo liegen sie, die Beiden, und schmieden vielleicht Pläne für die neue Freiheit: Einmal um die um die ganze Welt rollen? Dann eine Baumschule in Norwegen gründen? Oder lieber ab nach Spanien, ’n paar feurige Castagnettos kennenlernen? Oder doch erstmal gemütlich liegen bleiben und den Rotkehlchen zuhören? Und vielleicht kommt ja doch noch die Sonne raus?

Der Liebste und ich jedenfalls sammeln still Sektgläser, Täschchen, Äste und Zeug ein und machen uns wieder auf den Weg, zurück ins Warme. Das hier draußen, das dauert noch ein bisschen, aber nicht mehr lange… Versprochen. Und damit war’s das mit:

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Danke & Wie schön, dass Ihr wieder mitgemacht habt! Das wärmt mein Herz.

Blattspitzengrüne Grüße
Eure Theo

Kastanienbewegung 2016/17 – Von jetzt auf gleich: Abrupte Herbsthereinbrechung.

Ihr Lieben,

gerade eben waren’s noch über 30°C, ich lag japsend auf’m Diwan und murmelte ermattet: „Also, raus gehste aber erst, wenn das Wetter wieder zur Vernunft gekommen ist!“ Sommer ist ja wirklich ganz schön – Aber muss das denn immer alles so ruckartig sein?!? Uff.

Und als sich am Freitag dann die vielen kleinen Grad Celsiusse urplötzlich über Nacht schon wieder irgendwohin verzogen hatten, wo es jetzt vielleicht noch bunter zugeht, radelte ich in frühster Morgenkühle frisch zur Arbeit und fand dort beim Parkplatz prompt meine erste Kastanie des Jahres auf mich warten. Sowas!

Sie war offensichtlich gerade erst absichtlich vom Baum gefallen (bestimmt, weil sie mich schon gegenüber an der Ampel hatte stehen sehen), schimmerte fein und roch nach ganz frischem Herbst. Eine passende Manteltasche hatte ich nu‘ noch nicht dabei, also Hosentasche. Dafür zeigte ich ihr abends erstmal den Balkon (der ja auch gleich ’nen viel hübscheren Bildhintergrund ergibt als so ein oller Parkplatz):

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Gestatten: Brominenwinterbegleitung und persönliche Bluesabwehrbeauftragte.

Da standen wir nun. Und obwohl man gar nicht viel mehr hörte als ein bisschen Vogelzwitschern und etwas Stadtgebrumm, war das natürlich der Startschuss für

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Das Banner ist neu, wie jedes Jahr. Aber den Rest kennt Ihr ja schon. Trotzdem zur Erinnerung und für Neueinsteiger hier noch mal die Regeln:

  • Finde eine Kastanie. Die erste, die Dir vor die Füße rollt, ist Deine Winterkastanie. Deine Taschenbewohnerin. Deine Bollenfreundin für die nächsten Wochen und Monate.
  • Kommentiere unter diesem Eintrag, dass Du auch mit dabei bist! Ich nehme Dich dann gern (ggf. verlinkt) in die unten stehende Liste der Teilnehmer auf.
  • Die Kastanie wandert nun in Deine Mantel- oder Jackentasche. Dort bleibt sie bis zum Frühjahr. Wenn Du die Jacke wechselst, wandert die Kastanie natürlich immer mit, denn sie soll ja bei Dir sein, wenn Du draußen unterwegs bist und es dort mal ungemütlich wird. Dann seid Ihr schon mal zu zweit. Und außerdem sind da ja noch all die anderen Kastanienbeweger, denen es womöglich gerade ebenso geht. Es hat sich herausgestellt, dass das gegen feucht-kalten Trübsinn ausgezeichnet hilft.
  • Wenn es in einigen Monaten dann ganz langsam wieder heller, wärmer und zartgrün wird, dann rufe ich hier rechtzeitig einen bestimmten Tag, eine bestimmte Stunde aus, zu der jeder von uns (an seinem Ort), die Kastanie hervorholt, sich freundlich bei ihr bedankt, und dann werfen wir die liebe Bolle alle gleichzeitig mitsamt dem Winter weit, weit, weit fort. – So werden wir den Frühling einläuten! Wirst sehen, bis dahin wird sie Dir ans Herz gewachsen sein, und sie dann wieder „frei“ zu lassen, wird ein besonderer und auch feierlicher Moment sein. Das ist jedes Mal so, und je mehr von Euch mitmachen, umso schöner wird’s.
  • Und welchen Sinn soll das jetzt haben?
    Naja, also, ich mache das schon seit bestimmt 20 Jahren so, dass ich die erste Kastanie, die ich finde, jeweils in die Tasche stecke. Dort dient sie über den Herbst/Winter als Handschmeichlerin und erinnert mich vor Allem daran, dass auch die ungemütlichen, grauen Zeiten wieder vergehen und es dann wieder heller wird. Mit anderen Worten: Eine kleine Selbstmedikation gegen Stimmungsdurchhänger in funzligen, usseligen Jahreszeiten, für die ich ziemlich anfällig bin. Andere offenbar auch, denn nachdem ich mal darüber gebloggt hatte, machten spontan ganz viele mit, seither heißt die Sache „Kastanienbewegung“. Das gemeinsame Ritual des Winter-Wegschmeißens im Frühling hilft wohl nicht nur meinen Lebensgeistern. Aber auch ohne Winterblues ist so ein kleines Ritual ganz hüsch. (Übrigens ist das dann in diesem Jahr schon die 10. Kastanienbewegung!)

Jedenfalls: Wenn Du ebenfalls Blogger bist, freue ich mich natürlich besonders über einen Eintrag, der Deine Kastanie beschreibt und/oder zeigt, am liebsten getaggt mit „kastanienbewegung“ und einer Verlinkung hier herüber. Das obige Banner kannst Du natürlich gern einfügen. Gib‘ mir in Deinem Kommentar einen Wink, wo ich Deinen Eintrag finden kann, damit ich Deinen Namen in der Teilnehmerliste auch vernünftig zurückverlinken kann. Ich weiß, dass es Teilnehmer und Leser gibt, die sich da sehr gern durchstöbern und dabei auch schon mal neue Blogs für sich entdecken. (Außerdem mag ich es, wenn sich Kreise schließen.)

Auch falls Du keinen Blog betreibst, bist Du natürlich hier willkommen. Einfach mal in den Kommentaren zwinkern oder „Piep!“ machen oder so. Manche von Euch sind vielleicht auch bei faceb**k, auch da kannst Du vielleicht ein Bildchen posten… – Ich freue mich, Dich zu sehen. So oder so oder so… – Los geht’s!

Viel Spaß bei der Kastanienfindung & Liebe Grüße!

Euro Theo

Teilnehmer:

(…)

Kastanienbewegung – Seit eben ist übrigens Frühling.

Nachdem das wirklich eine irre Reisewoche war (Hannover-Duisburg-Brüssel-Antwerpen-Duisburg-Mülheim-Essen-Hannover), und ich mich gestern (wohl als unfreiwilligen Ausgleich) den ganzen Tag mit ganz langweiligem Papierkram befasst hatte, kam heute mal wieder was Schönes, Ruhiges und Zartes dran: Die Kastanienverabschiedung. Denn nicht nur laut Kalender ist heute Frühlingsanfang, auch für Kastanienträger war es heute endlich wieder soweit. In allen Teilen der Republik wurde sich in Wintermäntel geschwungen, die Bolle geschnappt und losmarschiert.

Um kurz vor halb 12 machte ich mich z.B. auf den Weg zu meiner Freundin, der alten Weide (Baum), die an einer Weide (Wiese) wohnt. Und um sicher zu gehen, dass Tag und Stunde auch richtig sind, sammelte ich unterwegs letzte Hinweise:

Fruehlingsbeweise

Ordnungsgemäß-frühlingshaftes Grünen und Blühen.

Gegen viertel vor 12:00 war ich am Lieblingsplatz angekommen. Doch nicht nur ich war dort, auch eine Gruppe Naturinteressierter ließ sich ausführlich am Wegrand was erklären, drumherum reichlich Jogger und Hundeleute. – Ganz schön was los! Kenn‘ ich so gar nicht. Sonst bin ich da meistens allein… Also vielleicht erstmal die wichtigen Untensilien parat legen und mal Luft holen und ein bisschen ankommen. Hier und jetzt und so.

Bereit_fuers_Fruehlingmache

Magische Zutaten.

Allmählich löst sich die Unruhe um mich herum netterweise auf, alle streben irgendwie weiter, wollen irgendwohin. Ich bin ja aber schon da und habe sogar noch 10 Minuten Zeit, in denen ich überlege, was das überhaupt für ein Winter war, den wir heute beenden. Ehrlich gesagt, habe ich nur wenig mitbekommen vom Wetter und allem, und auch nicht viel vom Rest, denn ich war in den letzten Monaten ziemlich mit meiner persönlichen Situation beschäftigt und wie in einem muffigen, schlecht beleuchteten Tunnel unterwegs. Aber auch diese Fahrt endet bald und das ist gut zu wissen.

Während ich das so denke und mir ausmale, wie wohl die nächste Zukunft aussieht, liegt die lütte Kastanie in meiner linken Hand und wird noch mal gewärmt, während ich mich an den Stamm der Weide lehne, so wie ich das in den letzten 15 Jahren unzählige Male gemacht habe, wenn ich Trost oder einfach etwas Ruhe gesucht habe. Wann es das letzte Mal sein wird, weiß ich noch nicht, aber eine weitere Kastanie werde ich hier nicht mehr werfen, soviel ist klar. Es gibt jetzt viele Dinge, die ich in Hannover zum letzten Mal tue, das ist schon ein bisschen mulmig…

Los_gehts

Startklar.

Jetzt geht es auf 12:00 Uhr zu, also küsse ich mein Kastanchen noch ein paarmal, sage leise „Danke für die Begleitung, meine Hübsche!“ und da schlägt auch schon die Kirchturmuhr in der Siedling nebendran. Ich werfe so fest ich kann und bin (wie eigentlich jedes Jahr) ein kleines bisschen enttäuscht, dass die Bolle nur ein paar Meter weit fliegt, weil ich nun mal keine große Werferin bin. Aber sie ist im Gras verschwunden und somit wieder in Freiheit. – Frühling ist. Darauf nehme ich ein Schlückchen Sekt, proste ihr noch mal zu, proste der Weide zu, mir selbst, und natürlich allen Kastanienwerfern, die jetzt ebenso irgendwo stehen, ihre Begleiterin schon ein wenig vermissen und sich gleichzeitig freuen, dass der Winter nun wieder mal geschafft ist. Das haben wir wieder gut hingekriegt, oder? (Übrigens: Das Wetter ist heute ja eher mumpe, zumindest in Hannover. Aber es soll zu Ostern angeblich richtig schön, sonnig und warm werden! Das sind doch mal Aussichten.)

Ich guck‘ noch mal über die Wiese, kehre ihr dann langsam den Rücken und setzte meine Spazierrunde fort. Ich finde noch ein paar Zweige, die ich für zuhause mitnehme, sehe Gänse, eine kleine Mäusekolonie, der offenbar auch nach Frühling ist, und einen Bussard, der nur ein paar Meter entfernt von mir auf einem Ast vor sich hinzwinkert.

Zuhause stelle ich die Zweige in eine schöne große Vase, hänge ein bisschen österliches Niedlichkeitshasenzeug dran und schiebe das Ganze aufs Fensterbrett im Wohnzimmer. Heute Morgen habe ich nämlich noch Fenster geputzt, schließlich soll die Frühlingssonne da so bald wie möglich ordentlich durchstrahlen…

Willkommen zur Kastanienbewegung!

Zugegeben, diesmal sind wir etwas spät dran. Aber es hat eben auch seine Zeit gedauert, bis dieser hübsche Ostflügel meiner Homepage endlich angegangen und mit all‘ den Geschichten und Bildern meiner Blog.de-Vergangenheit gefüllt werden konnte. Der Liebste und ich haben dann schließlich gestern stundenlang ex- und importiert, Pixel geruckelt und im Kreis geklickt, dass es nur so eine Art hatte. Zum Glück mit erfreulich anschaubarem Ergebnis.

Und hier ist sie nun:

Kastanienbewegung_2015_16 Kopie

Vermutlich haben schon alle langjährigen Bollenfreunde eine Begleitung für diesen Winter gefunden und adoptiert. Ich natürlich auch, hier ist sie:

Kastanie_09_15

Gefunden habe ich sie Anfang September am Ufer der hannöverschen Ihme. Klein ist sie in diesem Jahr (und mittlerweile sogar noch kleiner), aber lieb habe ich sie natürlich trotzdem, und sie hat in den letzten Wochen auch schon fleißiges Taschenhopping betrieben: Trenchcoat, Dufflecoat, Parka-äh-coat… – War ja alles schon dran in diesem Herbst!

Die Meisten von Euch wissen ja auch schon genau, wie man Teil der Kastanienbewegung wird. Doch für die, die gern dazukommen möchten, hier noch mal die die Idee dahinter und die Regeln:

Idee:

So ein Herbst ist nicht immer und für jeden schön. Manchen (so auch mir) drückt’s zuweilen ordentlich auf die Seele, wenn das Licht immer weniger wird und kalte Witterung unter die Klamottenschichten oder sogar ins Gemüt kriechen will. So hatte ich in den 90ern mal den Einfall, im Herbst eine freundliche Kastanie bei mir aufzunehmen, sie in usseligen Zeit in der Tasche fest mit der Hand zu umschließen und sie, wenn es endlich wieder Frühling wird, erleichtert weit von mir zu werfen und damit auch das trübe, olle Grau. Der Gedanke, dass dieser Tag ja doch jeden Tag ein bisschen näher kommt, hat’s mir immer ein bisschen leichter werden lassen. Irgendwann (war das 2007?) habe ich die Sache mal so nebenbei gebloggt, und plötzlich wollten auch andere so eine Stimmungsbodygardistin! Daraus ist schnell die alljährliche Kastanienbewegung Vieler geworden samt Stichtag für den Kastanienfrühlingsflug, der den Winter endgültig vertreibt. Basta. Wahrlich herzwärmelnd.

Also, die Regeln:

  • Finde eine Kastanie. Die erste, die Dir vor die Füße rollt, ist Deine Winterkastanie. Deine Taschenbewohnerin. Deine Bollenfreundin.
  • Kommentiere unter diesem Eintrag, dass Du auch mit dabei bist! Ich nehme Dich dann gern (ggf. verlinkt) in die Liste der Teilnehmer auf.
  • Die Kastanie wandert nun in Deine Mantel- oder Jackentasche. Dort bleibt sie bis zum Frühjahr. Wenn Du die Jacke wechselst, wandert die Kastanie natürlich immer mit, denn sie soll ja bei Dir sein, wenn Du draußen unterwegs bist und es dort mal ungemütlich wird. Dann seid Ihr schon mal zu zweit. Und außerdem sind da ja noch all die anderen Kastanienbeweger, denen es womöglich gerade ebenso geht. Es hat sich herausgestellt, dass das gegen Trübsinn ausgezeichnet hilft.
  • Wenn es in einigen Monaten dann ganz langsam wieder heller, wärmer und zartgrün wird, dann rufe ich hier rechtzeitig einen bestimmten Tag, eine bestimmte Stunde aus, zu der jeder von uns (an seinem Ort), die Kastanie hervorholt, sich freundlich bei ihr bedankt, und dann werfen wir die liebe Bolle mitsamt dem Winter weit, weit, weit fort. – So werden wir den Frühling einläuten! Wirst sehen, bis dahin wird sie Dir ans Herz gewachsen sein, und sie dann wieder „frei“ zu lassen, wird ein besonderer und auch feierlicher Moment sein. Das ist jedes Mal so, und je mehr von Euch mitmachen, umso schöner wird’s.

Wenn Du ebenfalls Blogger bist, freue ich mich natürlich besonders über einen Eintrag, der Deine Kastanie beschreibt und/oder zeigt, getaggt mit „kastanienbewegung“! Du kannst hierher verlinken und mir den link zu Deinem Blog hier in den Kommentar posten. (Ich weiß, dass es Teilnehmer gibt, die sich da sehr gern durchstöbern und dabei auch schon mal neue Blogs für sich entdecken. Außerdem mag ich es, wenn sich Kreise schließen.)

Wenn Du keinen Blog betreibst, bist Du natürlich ebenfalls willkommen. Einfach mal in den Kommentaren zwinkern oder „Piep!“ machen oder so. Manche von Euch sind vielleicht auch bei faceb**k, auch da kannst Du vielleicht ein Bildchen posten… – Ich freue mich, Dich zu sehen. So oder so oder so… – Los geht’s!

Oktobersonnige Grüße
Eure Theo

*   *   *   *   *   *   *   *   *   *   *

Liste der Teilnehmer:

Frühling, – so wird’s gemacht!

Kastanienbewegung-2014_15

Um halb zwölf stand der Liebste absatzscharrend an der Tür, während ich noch hastig mit meinen widerspenstigen Schnürsenkeln herumtüdelte. Ungewohnt, denn meistens ist es bei uns eher andersrum, aber heute ist ja auch ein besonders besonderer Tag. da kann man schon mal schnürsenkelkonfus werden. Schließlich waren die Füße denn auch endlich vorschriftsmäßig eingwickelt, und es konnte losgehen: Auf in den Duisburger Stadtwald, Mission erfüllen! Warm eingepackt zockelten wir erst ein paar Waldwege entlang, überzeugten uns unterwegs vom ordnungsgemäßen Zustand der Botanik und…

Blattgruen

Grünt. Kann losgehen mit dem Frühling jetzt.

 

… standen dann bald an einer Art Lichtung, wo man extra ein hübsches, neues Bänkchen für uns installiert hatte, damit wir auch einen guten Platz für unsere Sektgläser hatten. – Richtig nett, diese Duisburger Forstleute!
Prost_Fruehling_2015

Traute Bollen, Lebewohl sagend.

 

Die liebgewonnenen Winterbegleiterinnen werden hier noch mal warmgerieben, dankbar beguckt, fein gelobt und ein bisschen abgeküsst.
2_Bollen_2015

Glattgeschmeichelte Kastanienfreunde mit hübschen Bauchnabeln.

 

Gut haben sie ihre Sache wieder mal gemacht! Der Winter war ja wirklich nicht allzu bitter, nur etwas lichtarm vielleicht. Aber jetzt soll er vorbei sein und darum bekommen die Kastanien nun auch ihre Freiheit wieder und segeln um Punkt 12:00 Uhr in sagenwirmal mittelhohen Bögen durchs Gebälk. Wer ganz leise ist und genau hinhört, kann sogar kleine Juchzer vernehmen… Dann raschelt’s noch mal, und weg sind sie auch schon.
Bollenflugfeld

Na, wer findet die Kastanien?

Wir hingegen stoßen noch mal feierlich an, prosten in die -zwar unsichtbare, aber doch irgendwie spürbare- Runde der Kastanienträger, und sind ein bisschen erleichtert. Wieder mal geschafft, der Winter. Und tatsächlich: Der Zauber funktioniert. – Nur wenige Minuten später ist zum ersten Mal am heutigen Tag die Sonne zu sehen! Die noch schlummernden Birken und Buchen leuchten hell auf und uns zieht’s lächelnd erstmal wieder ins Warme.

Prost Frühling, Ihr Lieben!
Eure Theo

Achtung: Kastanienwurf naht!

Na, Ihr Bollenherumträger?

Juckt’s Euch schon in der Wurfhand? Ich glaub‘, so langsam wird’s, oder?

Dieser Winter war zwar schmuddelig, wir haben selten den Himmel oder gar Sonne gesehen, aber böse, sibirische Fröste blieben zum Glück, naja, in Sibirien oder so. Und neulich hatten wir ja sogar schon mal deutliche Plusgrade, die sich sehr frühlingshaft anfühlten. Und prompt hat die Eine oder der Andere spontan mit verfrühtem Kastanienrauswurf reagiert, wie man so liest. *grins* Hier macht ja anscheinend jeder, was er will. – Recht so! Überschwang ist Überschwang, da muss das manchmal eben sein.

Aber ich muss mich natürlich an die Regeln halten, – schließlich habe ich sie erfunden.
Und die Regeln besagen: Frühling ist nicht, wenn Schneeglöckchen blühen (das merkt man ja schon am Namen, eigentlich). Nicht mal, wenn die Krokusse loslegen (auch, wenn sie natürlich bildhübsch sind). Und auch nicht, wenn die Sträucher und Bäume dicke Knospen haben.
Nein, richtig Frühling ist erst dann, wenn sich aus diesen Knospen auch wirklich die ersten grünen Blättchen schieben. Man muss natürlich regelmäßige Kontrollgänge unternehmen und auch schon mal Zweige vorsichtig befühlen und beäugen. Das habe ich immer wieder getan, und meine Recherchen haben nun Folgendes ergeben: Sowohl in Hannover als auch in Duisburg finden sich schon deutlich sichtbare grüne Blattspitzen, die leise wispern: „Raus! Raus! Nix wie raus!“ In Süddeutschland werden sie wohl schon viel besser zu erkennen sein, in Berlin hingegen braucht man eventuell noch die gute, alte Lupe, denn da herrscht öfter mal pfiffiger Ostwind.

Insgesamt sollte es aber am nächsten Wochenende gut passen, denke ich.
Und deshalb rufe ich den gemeinsamen Kastanienwurf in dieses Jahr für
Sonntag, den 22. März um 12:00 Uhr aus.

Kastanienbewegung-2014_15

Schnappt Euch die ollen Winterjacken, ein Likörchen oder vielleicht auch ein Heißgetränk, sucht Euch ein hübsches Plätzchen, prostet vielleicht mal in die unsichtbare, aber fühlbar anwesende Bloggerrunde, herzt und küsst die kleine Verschrumpelte noch mal, sagt artig „Danke schön!“ und schenkt ihr anschließend einen aufregenden Flug in die Freiheit!

Freu‘ mich auf Euch,
Eure Theo

Kastanienbewegung 2014/15

Ihr lieben Kastanienbeweger,

seit heute ist’s hier in der Gegend spürbar zugig-kühler geworden, Vogelbeeren leuchten orangerot, Schatten fallen schräger, die Gedanken wollen sich so langsam wieder nach innen wenden und auch der Kalender hat dieser Tage schon sowas in der Richtung angezeigt: Herbst. Da ist er wieder. Und mit ihm die freundliche Aufforderung, für den Winter gut vorzusorgen. Also, an alle, denen es vor der nasskalten Dunkelschwiemeligheit graust, welche uns für die nächsten Monate womöglich ins (vielmehr ums) Haus steht, und die etwas Trost, Handschmeichelei und etwas Wärmeliges zum Festhalten gebrauchen können, bis es wieder Frühling wird: Geht raus und findet Eure diesjährige Winterfreundin!

Kastanienbewegung-2014_15
(Das Banner könnt Ihr -wie immer- gern in Euren Einträgen verwenden, Ihr findet es in meinen Medien.)

Überall liegen sie zurzeit hübsch herum und bewerben sich um ein kuscheliges Quartier. (Ich habe heimlich die Vermutung, manche rollen sich sogar extra in besonders gutes Septemberlicht und würden vielleicht sogar winzige Daumen raushalten; – wenn sie denn welche hätten…) – Oder habt Ihr Eure Kastanie womöglich schon?

 
Meine ist mir tatsächlich schon im August zugerollt, auf dem Lindener Bergfriedhof. Da gehen wir (der Liebste und ich) öfter mal spazieren, Eichhörnchen besuchen, die gern besucht werden wollen. Meine neue Taschenfreundin ist eventuell ganz froh, dass ich den flitzigen Hörnchen knapp zuvor gekommen bin. Sie ist ein bisschen zierlich geraten und nach vier Wochen in der Jacke auch schon ein zartes Leichtgewicht:

Brominenbolle_2014
Immerhin war sie in der kurzen Zeit schon mehrfach im Ruhrgebiet und sogar eine wunderbare Woche in Holland! Momentan begleitet sich mich allerdings täglich in einen Schulungsraum, wo ich versuche, nicht über Buchhaltung (man weiß nie, wofür’s gut ist!) zu verzweifeln.

Diese Schulung ist übrigens auch der Grund, warum ich in diesem Jahr keine Mailwelle losjage, um alle Kastanienbeweger mühsam einzeln einzusammeln wie in den letzten Jahren. Aber wer teilnehmen mag, wird den Weg hierher bestimmt auch so finden, oder? Und weil ich so ungeheuer pfiffig bin, mache ich’s mir auch mit den Regeln zum ersten Mal leichter: Ich tippe sie nicht zum x-ten Mal ab, sondern verlinke (vorletzten verlinken, oder zu dem davor, oder noch davor… Denn tatsächlich sind wir mittlerweile bei der 8. Kastanienbewegung angekommen; – ist das nicht irre? Also, mir ist es es die reine Freude! (Wer kann schon von sich sagen, mal aus Versehen eine solch dauerhafte Melancholie-Selbsthilfegruppe gegründet zu haben?)

Wer mitmachen möchte, kommentiert also (wie gehabt), möglichst samt link, unter diesem Eintrag, gelle? Alte Hasen & Neugierige Erstmitmacher rennen (auch: wie gehabt) gleichermaßen weit offene Türen ein!

Liebste Herbstraschelgrüße

Eure Theo

Teilnehmerliste:

– Schauzeit

– lilith1508 (zzt. noch ohne Bolle)

– Alex O.

Wildschoen

– vonB-lang & Ihr Ruhebewahrer

– carolahaze

– andheu (dieses Jahr mit Karl-stanie)

– Sansibar

– breakpoint

– KaterMurr

– Bellona

– Die lieben Bellona-Eltern

– petramarkgraf

– heavensent87

– Freundin T. und ihr Mann A.

Flugkastanien über Duisburg gesichtet!

Heute mittag, punkt 12 Uhr, wurden zwei ungefähr fast genau parallel fliegende Rundbollen in großer Höhe über Duisburgs Wasserviertel beobachtet. Zeugen wollen aber eigentlich nichts so richtig gesehen haben, und viel mehr als „Huiiii!“ war auch nicht aus ihnen herauszubekommen. Die mittlerweile von Flugobstspezialisten nachträglich erstellte Berechnung der Flugbahn ergab als wahrscheinlichsten Startpunkt einen ordentlich großen Balkon (ach was, Dachterrasse!) in der dritten Etage eines Wohnhauses, auf dem gerade fleißig gearbeitet (offenbar geflanzt/geschraubt/gewässert) wurde. Es standen außerdem zwei Sektgläser ziemlich verdächtig in der Gegend herum.

Kastanienwurf_2014_vorher
(War es womöglich so? Von der Redaktion nachgestellte Szenerie.)

Das Endreiseziel der Kastanien hingegen ließ sich leider bisher nicht ermitteln, jedoch wird davon ausgegangen, dass sie irgendwann im ausgedehnten, baumbestandenen Innenhof gelandet sein müssen.

Kastanienwurf_Zielrichtung
(Himmel über Duisburg. Irgendwo hier müssen sie sein!)

Wahrscheinlich. Höchstvermutlich. Falls nicht, fliegen sie noch immer.

Aus ihrem Wochende rasch herbeitelefonierte Experten (einige Baumschulenrektoren, sowie eine pensionierte Flugplatzverwaltungssekretärin) waren sich jedoch spontan erstaunlich einig: „Also, wenn die Kastanien fliegen, kann das ja nur eins bedeuten: Der Frühling ist da!“ Und da bisher keine anderslautende logische Erklärung für dieses sonntägliche Ereignis abgegeben wurde, wird allgemein davon ausgegangen, dass das dann wohl schon stimmen wird. Zumal anschließend direkt mal die Sonne kurz herausblitzte.

Na, dann Prost.

Kastanienwurf 2014 – Sonntag hebt sie ab!

Ich weiß, ich weiß, eigentlich wäre das vorletzte Wochenende ideal für einen Bollenflug gewesen, denn frühlingshafter kann es in diesem Jahr ja fast gar nie mehr werden, doch das ging aus verschiedenen Gründen nicht.

Schon vorher hatte ich aber natürlich Zweigerei und Astwerk immer feste im Blick behalten, ob da sich da wohl schon was rührt. Die Regel besagt schließlich: Es müssen grüne Blättchen zu sehen sein! Krokusse gelten nicht, sind sie auch noch so hübsch. Mittlerweile sind die grünen Triebe jedoch überall unübersehbar, also passiert’s nun am kommenden

Sonntag, den 23. März, wie immer um 12 Uhr.

– Habt Ihr Alle Eure Kastanien noch? Falls nicht, geht mal schnell alle Jacken- und Manteltaschen durchrascheln! Wer weiß, vielleicht findet Ihr ja sogar noch ein leckeres Hustenbonbon. Falls doch, lockert doch schon mal Schulter- und Wurfarmmuskulatur. Und am Sonntag sucht Ihr Euch rechtzeitig ein hübsches Plätzchen, um die liebe kleine Taschenbewohnerin noch einmal zu herzen und zu küssen, bevor Ihr ihr die Freiheit wiedergebt. Ich finde, diesmal haben die freundlichen Böllchen ihre Aufgabe besonders gut erfüllt, denn der Winter hat sich ja eigentlich gar nicht so richtig vorgewagt, oder? Ich freu‘ mich jedenfalls schon, wieder in Gedanken mit Euch allen zusammenzukommen, wenn wir die grauen, kalten Tage von uns werfen!

Fensterbrett_2014
(Kleine frühlingshafte Vorarbeit von heute morgen. Und ausgesät wird auch noch was!)

Bis dann!
Zartsprießende Grüße, Eure Theo