Kastanienbewegung 2013/14 – Auf, auf, Ihr Sammler!

Ihr Lieben,

der Sommer hat ja neulich mal eben auf den Hacken kehrt gemacht und -zack!- mittenmal hängen da auch schon wieder lauter gelbe Blätter zwischen den grünen! Wurde natürlich gleich wieder losgemunkelt: „Erste Kastanie gefunden…“ – „Wann’s wohl losgeht…?“ – „Ach, is‘ schon Herbst? Deswegen ist bei mir die Heizung an!“ – „Sachma, die Bollenbewegung müsste doch jetzt…?“

Genau.

Also. Herzlich Willkommen zu
Kastanienbewegung_2013_14
Wie es geht, wissen ja eigentlich die meisten inzwischen, trotzdem hier noch mal die Regeln:

1. Finde eine Kastanie. Nimm die erste, die Du siehst.

2. Knips‘ ein hübsches Foto von ihr und schreibe dazu einen kleinen Blogeintrag, in dem Du hierhier verlinkst. (Du kannst, wenn Du magst, gern das obige Banner aus meinen Medien mopsen und verwenden. Musst Du aber natürlich nicht.)

3. Kommentiere unter diesem (also meinem) Eintrag, dass Du dabei bist, und füge den link zu Deinem Eintrag mit ein. Ich nehme Dich dann gern in die Teilnehmerliste auf. So sehen wir, wer alles so mitmacht. Möge die Liste lang werden!

4. Auch, wenn Du Nicht-Blogger bist, bist Du selbstverständlich herzlich willkommen! Kommentiere einfach unten, wer Du bist und wo Du Deine Kastanie gefunden hast.

5. Wichtig: Jetzt wandert die Kastanie in die Tasche Deiner Winterjacke/Deines Winter- mantels. Sie begleitet Dich von nun an immer durch die kalte, nasse, öde, graue, stieselige, kurztagige, zugige, schneematschige, dunkle, „brrrrrrr“tige Herbst-/Winterzeit.

Das hilft nämlich ein bisschen, wenn man z.B. raus muss, obwohl man sich am liebsten an seiner Couch festkrallen würde. Oder wenn man -wie ich- allgemein ein bisschen zum Dunkle-Jahreszeit-Blues neigt. (Jaaa, es gibt auch schöne Herbst- und Wintertage, ich weiß… Da scheint dann die Sonne, und die Luft ist klar… Man macht sich’s gemütlich mit Tee und Keksen… Dennoch gibt es weite Strecken, in denen man fröstelt & schnieft oder einfach ein bisschen gefühlsmäßig durchhängt.) Und das Wissen, dass da in so vielen Jackentaschen kleine, handschmeichelnde, Tost spendende Rundbollen wohnen, macht es dann ein bisschen leichter.

6. Im Frühjahr dann, wenn das erste richtige Blatt am Strauch oder Baum auszumachen ist, treffen wir uns wieder hier, und der Tag und die Stunde des Kastanienfluges wird bekannt gegeben. Dann werfen alle Kastanienbeherberger ihre Taschengäste wieder in die Freiheit und zugleich die dunkle Jahreszeit weit von sich! Weil dann Frühling ist. Dass dieser Tag irgendwann kommt, daran erinnert uns die freundliche Bolle bis dahin.

So. -Wer hat seine schon?

Für meine habe ich Donnerstagmorgen extra einen kleinen Umweg durch den Von-Alten-Garten gemacht. Und da lag sie ganz allein und hat auf mich gewartet. Ich meine fast, sie wäre mir sogar ein bisschen auf die Hand gehüpft… -Pssst! Sie hat einen kleinen Bauchnabel. Für’s Foto hat sie sich aber doch lieber schüchtern zur Seite gedreht:
Theokastanie
Brominenbolle. Im Hintergrund die letzten Fensterbankblümereien.

Ich freue mich auf Euch und geh‘ dann jetzt mal Mäntel und Schals raussuchen, nech?

Liebe Grüße

Quartalsbericht aus’m Funkhaus.

Huch, hier liegt ja noch ein Blog rum! Der ist ja schon ganz staubich… *drüber pust* – Erst gestern habe ich noch mit meiner lieben Kollegin H. drüber gesprochen, wieso eigentlich noch niemand was gegen Staub erfunden hat. Also, gegen die ständige Neubildung von Staub natürlich. Den, der das hinkriegt, den erschlagen sie doch mit Geld! Wahrscheinlich traut sich deswegen keiner… (Na, ich hab ja heute mal frei, vielleicht habe ich später ein halbes Stündchen Zeit zum Erfinden, wenn ich von der ausgezeichneten Ostheopatin zurück bin, zu der ich heute gehe.)

Wo war ich? Ach so: Was ist seit dem letzten Kastanienwurf denn so alles passiert? Der Frühling hatte wohl Muskelkater oder sowas und kam nur schwer hoch. Aaaaber er kam, und inzwischen wuchern mir meine ausgesäten Blümchen auf der Fensterbank schon so die Fenster zu, dass ich versucht bin, mir eine hübsche Heckenschere anzuschaffen, damit ich tagsüber keine Taschenlampe brauche. Andererseits: Ich bin tagsüber sowieso nie zuhause, also soll der bunte Wildwuchs von mir aus schwelgen, wie und wohin er will.

Ach, und im Mai war dann mal wieder eine Woche der Lieblingswohnsitz dran, unser geliebtes, erseufztes Strandhaus in Holland. Diesmal sogar mit illustrer Nachbarschaft: Das liebste Frollein S. aus M. samt Leibkoch K. und zwei Meter großem (im Quadrat! Also lang und hoch.) Riesenhund. Es galt dieser Tage, die Waage zu halten zwischen würdigem Betrinken, haltloser Schlemmerei („Was Süßes, jemand?“) und tiefen- erholsamer, salzluftiger Nachinnengekehrtheit. Ging mühelos. Doch die beiden Namen der Nachbarskinder eins weiter werden wir Dank der dazugehörigen Mütter wohl nie mehr vergessen können. Selten -eigentlich nie- zuvor habe ich Kindern so heftig eine Hörschwäche gewünscht… Mauersegler gab’s diesmal noch keine, aber dafür eine stetige Hin- und Herwanderung von Geschirr, Besteck und anderen Küchenutensilien, teils sogar mit saftigen Lösegeldforderungen. „Versekering“ musste aber keine einspringen, das haben wir jeweils noch unter uns regeln können. Na, mal sehen, welche Begleitumstände uns nächstes Jahr erwarten werden, wenn wir’s in gleicher Besetzung mal im September versuchen. Ist schon gebucht.

Och, und sonst so? Die Arbeit ist Arbeit. Wie viel da zu tun ist, merkt man ja deutlich an meinem Engagement hier… Es ist und bleibt anstrengend. (Ein Wort, das ich normalerweise überhaupt nicht gern benutze, denn das sagen Männer besonders oft über Frauen, die sie irgendwie unbequem finden.) Die Tage sind mir seit Monaten zu kurz und meine Gesundheit ging deswegen auch rauf und runter, alle möglichen, ulkigen Tests sind mit mir angestellt worden, aber nun ist erstmal wieder Ruhe. Ich hab‘ nämlich einen neuen, zuckersüßen Arzt und komme langsam wieder in die Reihe. Auch hatten wir im Juni mal keine dieser Kraft raubenden, mehrtägigen Weinproben, das tut allen Kollegen gut, man kam ja aus der Erschöpfung gar nicht mehr richtig raus. Und, wie es oft so ist: Von oben kommt weiterhin stetiger Druck und wenig Anerkennung. Gut, dass die Kollegen untereinander alle so nett sind, allen voran der Filialleiter. Nur einer ist dabei, dem öfter mal der allwissende Schnösel durchbricht und der dann alle rumschickt, belehrt und sich in alles einmischt, besonders gern in (Kunden-)Gespräche. Aber so einer ist wohl immer dabei…

Inzwischen stelle ich übrigens auch immer mal verwundert fest, was ich schon alles Schönes gelernt habe und male mir aus, wohin mich das noch so führen wird. Oder kann. Man weißet ja nicht. Letzte Woche haben die eingangs erwähnte Kollegin und ich beispielsweise unser zweites Seminar gegeben, diesmal zum Thema Schaumweine. Und was soll ich sagen: Hat wieder richtig Spaß gemacht, das Seminar zu organisieren, durchzuführen und zu erleben, wie sich das Erdachte mit Leben füllt. – Ich. Will. Mehr. Mehr Zeit auch, um mal an einem Konzept zu stricken, mich auszuprobieren und die ganze lose Zettelsammlung im Kopf mal nach Themen zu sortieren und leserlich zu kriegen! Ich kann aber sagen, dass mich ein paar sehr liebe Menschen in meiner näheren Umgebung sehr ermutigen, der Liebste allen voran, das gibt immer wieder Schwung. Jetzt mache ich aber erstmal diese Weinsache zuende (bis mindestens Ende Oktober, voraussichtlich jedoch bis Ende Januar, so mein „Plan“), und denn guckn wa ma!

Ich weiß übrigens auch selber gerade nicht, ob ich nicht vielleicht doch schon auf dem gaaanz langsaaamen Sprung ins Ruhrgebiet bin. Zumindest habe ich demnächst ganz offiziell ein hübsches Zimmerchen dort! Wenn dazu jetzt noch ein dufter Job winkte… Dann wäre mein gemütliches Nest in Hannover zwar bald über längere Strecken verwaist, hergeben würd‘ ich’s trotzdem erstmal nicht, da bin ich eben eigen. Oder treu. Oder doof. Es ist jedenfalls gerade mal wieder so eine Zeit zwischen Baum und Borke, aber in solchen Zeiten entwickeln sich eigentlich auch die spannendesten Sachen. Meine Erfahrung ist: Wenn man alle Antennen auf Empfang stellt, kriegt man irgendwann auch Signale und Ideen rein.

(Und selber ein bisschen senden soll ja wohl auch helfen: „Biieep….biiieeeeep……bieeep-biiiieeeeeep!„)

Kastanienwurf 2013 – Ausgeflogen, den Winter zu beenden.

Jaja, es ist kalt. Und die Sonne müht sich redlich, am Himmel sind auch blaue Stellen, aber der Wind pustet die Wolkenlöcher bisher noch an der Sonne vorbei. Trotzdem sind wir wild entschlossen, mummeln uns dick ein, schnappen uns einen Piccolo und ziehen los Richtung Duisburger Stadtwald. Ein Seitenweg ruft mich, also bahnen wir uns den Weg über gefrorene Erdhügelchen und an anhänglichen Himbeerranken vorbei, durch eine Zaunlücke zu einer kleinen Lichtung, von wo wir auch etwas weiter gucken können, und vor allem: Freie Flugbahn haben! Besonders schön ist, dass hier überraschenderweise ein oller Kastanienbaum wohnt. Fein. Unsere Bollen werden also nicht lang allein bleiben, sondern bestimmt bald Anschluss finden.

Eben haben wir uns noch beeilt, aber jetzt, ein paar Minuten vor 12 Uhr, kehrt Ruhe ein. Der Liebste schenkt uns schon mal ein Schlückchen ein, während ich meine Kastanie schon mal rauskrame und mich bei ihr bedanke für die letzten Monate, in denen sie mich so warm glänzend und rundlich-glatt in der Tasche erfühlbar begleitet hat.Schnell noch ein Abschiedsfoto mit ihrer Schwester, die sie ja immer nur am Wochenende sehen konnte…

Kastanienwurf_2013_gr

Dann ist es soweit und wir prosten noch mal in alle Himmelsrichtungen, allen tapferen Kastanienbewegern zu, die bei dieser Witterung regelkonform aus der warmen Bude gekommen sind, um dem Winter endlich mal die Meinung zu geigen. – Prost, Ihr Lieben! (Die, denen das heute irgendwie zu unbequem oder zu kalt war, können sich dann mal ganz schön bei uns bedanken, wenn es jetzt demnächst überall licht und grün wird! Finde ich. So.)

Um Punkt zwölf fliegen die Beiden Seit‘ an Seit‘ in die Freiheit, – hurra!

Madame Wehmut ist auch leise dabei, aber ehrlich gesagt überwiegt die Erleichterung, diese Strecke mal wieder geschafft zu haben. Der hiermit heute endende Winter war ja besonders grau und bissig… – Es hilft ja auch: Kurz darauf kommt uns alles direkt ein bisschen heller vor. Und was soll ich sagen: Auf dem Rückweg sehe ich tatsächlich die erste aufspringende Kospe!

Fruehling_2013
Der Zauber wirkt also noch…

Also: Tschüss, Winter! Du darfst gehen. Jetzt ist der Frühling erstmal wieder dran.

Lieben Dank an alle, die mitgemacht haben. Das ist einfach schön.

Helle Grüße,
Eure Theo

(…die jetzt erstmal nach Köln fährt, weil sie dort zu Kaffee und Kuchen und nachträglichem Geburtstag eingeladen ist…)

Nu‘ is‘ aber auch mal gut, – wir holen uns den Frühling! – Kastanienwurf 2013.

Liebe, tapfere Kastanienbeherberger und Bollenbeweger,

– endlich sind sich mal alle in etwas einig:
Der Winter hat jetzt aber gefälligst lang genug gedauert!

Niemand mag mehr das schlimme „Sch…“-Wort rieseln sehen oder sagen hören, entkräftet wendet man sich mittlerweile vom Wetterbericht ab und kauft verzweifelt Narzissenzwiebeltöpfe oder beschleifte Primelkörbchen, um endlich mal wieder was Frischbuntes auf die erschöpfte Aura zu kriegen. Aber das Erdulden der gegenwärtigen Umstände soll uns nicht reichen, – wir müssen selbst was tun!

Und darum kitzeln wir den Frühling mal aus dem Winterschlaf, und zwar

am kommenden Sonntag, den 24. März 2013 um 12:00 Uhr

Theos_Kastanienbewegung_201

So soll es sein. Nehmt nun erst noch ein paar Tage dankbaren Abschied von der liebgewonnenen, braven, glattgestreichelten, aber dennoch bestimmt inzwischen deutlich angerunzelten Kastanie, die Euch so sanft schimmernd und leise bestärkend durch den usseligen Winter begleitet hat. Das hat sie nämlich gut gemacht.

Und dann tretet am Sonntag gegen späten Vormittag vor’s Haus, sucht Euch ein schönes Plätzchen, knöpft vielleicht sogar einen Piccolo auf und wartet, bis es zwölfe ist. Um Punkt Zwölf holen wir dann alle -jeder an seinem Ort- aus und werfen gemeinsam den Winter weit von uns. Aber mit ordentlich Schwung, wenn ich bitten darf!

Wir werden sehen, dann wird er schon kommen, der Frühling…

Ich freu‘ mich schon auf Euch und Eure Berichte!

Bis dahin, zartgrüne Grüße
.
Eure Theo

Probier‘ mir! (Eine deutliche Stufe weiter auf’m Treppchen…)

Ich muss das nur mal eben kurz erzählen:

Vor ein paar Tagen habe ich doch tatsächlich mein erstes „Schoko & Wein“-Seminar gegeben, zusammen mit einer ganz lieben Kollegin. Im Vorfeld hatten wir an zwei Abenden ein bisschen rumprobiert und dann sechseinhalb gut funktionierende „Paare“ gefunden. Am Seminarabend hat sie sich dann um das Weinthema gekümmert, und ich mich um die Schokolade. Unser Filialleiter war zwar auch da, hat sich aber rausgehalten, bloß mal was nachgeschenkt und den üblichen Smalltalk gemacht.

Und: Es war echt gut. Wir sind hoch erfreut und zufrieden mit uns. Im Grunde können wir das genau so demnächst wieder abhalten. Die Leute waren zum Teil deutlich interessiert, haben schöne Fragen gestellt und sichtbar auch das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt. Offenbar war für jeden Geschmack was dabei. Zuerst war ich übrigens unheimlich nervös, aber nach 10 Minuten ging’s dann wie im Rausch… Mich hat das Ganze sogar noch bis in den nächsten Tag ungeheuer beflügelt, und ich weiß jetzt sicher: Ich will das öfter machen! – Ja! Ja! Ja!

Und da ich das bald in meinem Arbeitszeugnis drin haben werde (Hurra!), stehen die Chancen dafür jetzt auch immer besser…

Zwischenpiepsung.

Erstmal an alle, bei denen ich mich schon wieder ewig nicht gemeldet habe: Verzeihung, ich krieg’s nicht auf die Kette. Irgendwie schaffe ich immer nur (fast) das Nötigste und irgendwas fällt immer hinten runter. (*ploink!* -Da war schon wieder was!) Ich räume mir quasi ständig selbst den Kram hinterher, den ich vor Wochen schon erledigt haben wollte… Und die Küche sieht aus!

Aber: Im Job ist es immerhin gerade mal zeitweilig etwas ruhiger. Zwar haben wir weiterhin alle vier Wochen 3-tägige Weinhölleproben, aber dazwischen geht’s grade mal. Mehr Zeit habe ich trotzdem nicht, weil jetzt immer ein Kollege im Urlaub ist, weswegen ich natürlich ran muss.

Und neulich war ich ja wieder auf der ISM (Internationale Süßwarenmesse), das haben sicher ein paar von Euch mitbekommen. – Schön war’s wieder, auch wenn ich langsam das Gefühl habe, dort jetzt bald alles mal gesehen zu haben. Trotzdem will ich unbedingt nächstes Jahr wieder hin, das ist klar! Das Thema an sich bleibt weiterhin total spannend, das geht irgendwie nicht weg. Am liebsten würde ich jedes zweite Wochenende zu einer Foodmesse fahren und Entdeckungen machen. Meine Begeisterung für gute Produkte ist ungebrochen, und irgendwas sagt mir, dass die Richtung einfach stimmt. Irgendwann wird das mein Job! (Mal sehen, in welcher Form, Wein ist ja gut & was Feines, aber nur ein Einstieg. Meine wahre Leidenschaft kommt erst bei Schokoladen und Feinkost auf, dann aber richtig!)

Darüber hinaus beschäftigte mich in den letzten Tagen ein vermisstes Paket samt ulkiger Begleitumstände. Zum Glück fand sich’s aber plötzlich wieder an. Im Ruhrgebiet kaufen nämlich die Asiaten das ganze Milchpulver aus den Drogeriemärkten weg und schicken’s in die Heimat. Warum auch immer. Eventuell wegen Fukushima, oder weil europäische Milchprodukte dort neuerdings schick sind, oder beides. Jedenfalls drohte ein armes Kind milchmäßig auf dem Trockenen zu sitzen, und ich hatte hier in Hannover jede Menge Abhilfe verfügbar. Getarnt in einem Weinkarton verschob ich also kurz entschlossen vor einer guten Woche einen veritablen Milchklotz von hier nach… – Weg warer!
(Und -guck!- gestern warer dann plötzlich wieder da.)

Und sonst so?

Ach, Anfang März geht’s mal für ein Wochenende raus aus allem, denn der Liebste hat Geburtstag und möchte den mal unter Meeresrauschen feiern. Ich ringe derweil verzweifelt die Hände, denn ich weiß nicht, was ich ihm schenken soll. Der hat doch alles! Und in den Koffer müsste es ja auch passen! Er hingegen schweigt hartnäckig und hat keine Lust, sich was zu wünschen. Langsam neige ich dazu, ihm einfach einen Kubikmeter Sand zu schenken, den er sich selbst aussuchen und anschließend in den Kofferraum schaufeln darf…

Hoffentlich liest er das jetzt nicht.

Weinstampede, Wunschverpuffung & Waagerechte.

Mannomann, wir hatten wieder dreitägige Weinprobe… Leute, das ist wirklich… Also…

Dann stürmen die Leute die Hütte und probieren alles, was rumsteht. Und auch das, was was nicht rechtzeitig weggeräumt wird. (Wirklich. Ich wundere mich, dass noch niemand die fiesen Rückschüttgefäße austrinken wollte. Darin schwappt ein -nennen wir’s mal- Spezialcuvee…)  Einer hat sich beispielsweise einfach eine auf dem Regal stehende Einzelflasche aufgeknöpft und halb leer getrunken, obwohl sie sichtbar nicht zur Probe gehörte. Die fand ich dann später. Was wir auch noch tagelang hinterher finden, sind leere, schmutzige Gläser, weil die Leute die einfach irgendwo ins Regal schieben, wenn sie genug haben. Schön is das nich. Da ich am Ausschank für die teuren Weine stehe (damit sich die Kunden das gute Zeug nicht etwa selbst portionieren), muss drei Tage am Stück redenredenreden. Und natürlich immer die selben Sachen sagen…

Deshalb war ich mir schon sicher, dass sich dann Sonntagmorgen zuhause folgender Dialog entspinnen würde:

Ich: „Frühstücksei?“
Er: „Ja, gern.“
Ich: „Hab‘ ich zwei Jahrgänge da. ’07er und ’09er. Welchen möchten Sie zuerst?“

Nur eiserne Selbstkontrolle sorgte übrigens dafür, dass das nicht geschah…

Mein „Wochenende“ bestand jedenfalls daraus, dass ich, als ich Samstagabend nach Hause zum Liebsten kam (leicht angekurvt vom „Endlich-geschafft!-Champagner mit den Kollegen), erstmal noch eine angefangene, halbe Flasche spanischen Weißweins mit ihm wegarbeitete, bevor wir auf den teuren Leckerriesling umstiegen, der noch im Kühli lag… Nebenbei kochte ich in meiner aufgedrehten Erschöpfung sogar ziemlich leckeres Paprikahuhn mit Nudeln. -Das Rezept krieg‘ ich nie mehr zusammen!

Nach einzwei Stunden krausen Herumredens und Gekichers fiel mir dann ein, dass ich ja noch Silvester nachholen muss! Da ich am 31.12. ja gegen 23:00 Uhr krank geworden war, war der traditionelle Abschuss meiner Jahreswechsel-Einzelrakete ausgefallen. Eine Rakete reicht mir nämlich voll und ganz, aber die muss dafür sein! Schließlich schicke ich damit meinen jeweils dicksten Wunsch für das Jahr näher zum Himmel, in der Hoffnung, dass der irgendwo Gehör findet. Seit ein paar Jahren verwende ich dafür eine von diesen Leuchtkugelbatterien, weil man normale Einzelraketen am Stöckchen ja nirgends mehr bekommt. So. Das musste jedenfalls noch erledigt werden, damit das Jahr auch „gilt“. (Außerdem stand die Knallkiste noch hier im Wohungsflur, und ich kam da immer mit dem Staubsauger gegen…)

Also zogen wir im Nieselregen los, jeder ein Glas vom feinen Riesling in der Hand, zu den Ihmeauen hin. Ich war sehr beschwingt, was leider dazu führte, dass ich eventuell etwas kleckerte. Vielleicht waren meine Ärmel aber auch bloß vom Nieselregen feucht. An „unserer“ Bank (die jedoch zwischenzeitlich Irgendjemand abmontiert hat, denn da waren nur noch die Füße… -dann sind das jetzt eben „unsere“ Füße), wurde das Gerät aufgestellt und ordnungsgemäß seiner Bestimmung als Wunschübermittler zugeführt. Piffpaff. Danach ging’s mir gleich viel besser. Darauf noch ein Schlückchen.

Das hier (s.u.) musste ich natürlich aufheben. Klebt jetzt in der Küche, wo immer alles klebt, was ich für ein Weilchen im Blick behalten möchte.

Anzuendung

Im Anschluss passierte eigentlich nicht mehr viel. Die Flasche wurde leer, ich schwindelte mich ins Bett, Licht aus.

Ja, und Sonntag konnte ich dann nur noch: Vorsichtig herumgehen, vorsichtig frühstücken, vorsichtig mal eben in die Stadt (Kuchen besorgen), vorsichtig liegen. Sogar Baden war zu anstrengend! Und gestern (ich hatte frei und eigentlich ganz viel vor), brachte ich um sechse morgens den Liebsten zum Zug und begab mich im Anschluss wieder in Liegeposition für den Rest des Tages…

– Und heute, wo ich endlich etwas Spannkraft zurück gewonnen habe, muss ich wieder arbeiten! (Hier resignierte Miene einfügen.)

Nützt ja nix, auf geht’s.

Das Pickenpack.

Obwohl meine Blumenkästen vorm Wohnzimmerfenster aufgrund der Jahreszeit (und -zugegeben- zuletzt einiger Vernachlässigung) ausgesprochen räudig aussehen, erfreuen sie sich beim Federvieh größter Beliebtheit. Eventuell hängt das ja mit den Meisenbollen zusammen, die ich dort schon seit Wochen wieder an praktischen Stöckchen aushänge. Auf diesem husch-husch geknipsten Suchbild befinden sich gleich drei Piepmeister, die sich hier auch meistens zusammen rumtreiben.

Pickenpack

Vielleicht sind’s ja Geschwister? Eine Fluggemeinschaft? Oder eine Gang oder so. (Breitbeinig rumstehen und durch die Gegend motzen können sie jedenfalls einsA.)

Doch nicht nur Kohl- und Blaumeisen kommen hier angebrummt, auch eine Taube landet gelegentlich, beäugt das Angebot und entscheidet sich dann jedesmal dagegen. Und neulich war tatsächlich mal ein Buntspecht da und hing am Knödel! Der war aber sehr scheu (also, der Specht…) und machte gleich den Abflug, als ich zur Tür reinkam. Die Meisen hingegen sind inzwischen recht lässig, funkeln mich mich frech an, wenn ich beim Essen störe und tun so, als gehörte ihnen die Fensterbank und ich müsste von Rechts wegen erstmal meine Papiere zeigen.

(Übrigens auch noch zu sehen: Eine aus dem Strandhaus-Domburg-Urlaub mitgebrachte Zeeland-Flagge als Gedächtnis- und Sehnsuchtsstütze, sowie eine unverdrossen-immer-noch-eine-Blüte-hervorschiebende Malve, die dem Herbst bisher tapfer trotzt, die Gute.)

Ereignisse! Ereignisse! Innen, außen, oben, unten und demnächst…

Na, in den letzten Tagen war hier wieder ordentlich wat los. Leider kann ich noch nix Konkretes rauslassen, aber es zeichnen sich hier ganz schön gute Dinge ab. Mögen die Entwicklungen der nächsten Tage mal mit mir sein! Dann haben sich Aufregung, Umwege, schlaflose Stunden und Eloquenz gelohnt und ich bewege mich ein gutes Stückchen voran, das ungefähre Ziel im Blick. Mehr sachich jetzt aber nicht dazu, so gern ich eigentlich schon möchte…

Grund zur Freude habe ich auch ansonsten jeden Tag, denn die Kastanienbewegung tut das, was im Herbst sonst keiner kann: Sie blüht! So viele Mitmacher waren wir noch nie, heute morgen waren’s (mich mitgezählt) schon ganze 29 liebe Leutchen, die die Idee nachvollziehen, zu ihrer machen und damit die Antiwinterwirkung erhöhen. Und ich bin nicht nur höchstvergnügt darüber, so viele schöne Einträge dazu verlinken zu dürfen, sondern auch zuversichtlich, dass die magische 30 noch geknackt wird, auch wenn die Kastanien draußen nun langsam rar werden dürften. – Also, wer noch keine hat, sollte huschen und sich geschwind noch eine finden! Oder sich von ihr finden lassen.

Was war noch? Beeindruckt hat mich ja dieser verrückte Weltraumhopser da, der Herr Baumgartner. Sich mal eben aus dem Himmel zur Erde zu stürzen, kannte ich bisher nur aus ’nem alten Bowie-Film. Muss ich direkt mal wieder gucken, der liegt ja hier. Aber die neue Variante war auch gar nicht mal ohne, man kriegte ja tolle Bilder zu sehen. Ganz hin und weg war ich, doch zugleich hatte diese Unternehmung für mich eine merkwürdig psychologische Ebene. Die Vorstellung, mit so einem Sprungvorhaben in so einer winzigen Luke himmelweit über der Erde zu stehen, vereint doch sowohl eine Ursehnsucht als auch eine Urangst des Menschen: Den Wunsch, sich endlich mal kompromisslos und so richtig fallen zu lassen, und dazu die Angst, nach dem Fallen dann aber völlig zerschmettert, ja geradezu atomisiert zu werden. – Manchem übrigens schon passiert, ohne dass er überhaupt nur einen Meter von Erde weg gewesen wäre…

Also habe ich gedacht: Teufelskerl, der! Wo der sich schon überall raus-, rüber- und runtergestürzt hat, – irre! Jetzt will er damit allerdings Schluss machen. Ob er das wohl hinkriegt? Als seine Frau hätte ich ja erstmal ein paar Monate Bedenken, auch nur das Fenster zu öffnen. Da guckt man nämlich kurz mal nicht hin, da liegt der Kerl womöglich schon im Vorgarten inne Rabatten. Und dann natürlich wochenlang im Gipsbett. Man weißet ja nich…

Ob nun von der ganzen Aufregung ausgelöst oder von was ganz Anderem, träumte ich diese Woche auch gleich zweimal hintereinander richtig schräges Zeug. Erst wollte ich Freundin T. heiraten, doch die drohte alles über meinen Kopf hinweg zu entscheiden, was mich so sehr nervte, dass ich den Plan wieder abblies. In der nächsten Nacht mittenmal sollte es eine Blogfreundin sein, die ich eheliche. (Welche, sag‘ ich aber nicht… *gg*) Auch da gab’s wieder Palaver, bis ich abwinkte. Mein träumerischer Plan, demnächst eine Frau zu heiraten, ist somit also erst mal wieder zu den Akten gelegt. Es muss sich niemand mehr Hoffnungen machen, alles bleibt, wie’s ist! Ich denke, das wird dann auch dem Liebsten am liebsten sein. – Also, hoffe ich.

Ein anderer Plan hingegen ist bombenfest und wasserdicht: Am Montagabend werden mit dem liebreizenden Frolln S. diverse Mädchenbiere getrunken, jawoll. Wer’s noch nicht weiß, Mädchenbier ist, -ich zitiere-: (…) „bitte nicht zu verwechseln mit diesem Mode-Lüllezeug mit Banane-Ananas-Geschmack oder „Gold“-Attributen oder „Fun“- Aufklebern oder anderem ab- und verweichlerischem Kram. Mädchenbier ist ein normales, anständig herbes Männerbier, das eben von Mädchen getrunken wird, und an dem entlang sich mädchentypische Hühner-Gespräche über Krempel, niiiedliche Läden, gewagte Wirtschafts- und Sozialkritik, wer-was-wann-zu-wem-gesagt-hat-du-glaubst-es-nicht!, Währungsfonds, Zukunftsvisionen (krumme Pläne fürs Demnächst), anständiges Werkzeug, Kaschmirpullover und Typen entwickeln.“ (…)

Dieses Tun wird sich übrigens im schönen Moers abspielen und anschließend wird dieses Ereignis sicher noch lange auf dem Wochenmarkt diskutiert und sogar hinter verschlossen Türen bewispert werden (sonst passiert da ja nicht so oft was). Die näheren Aussichten sind also vergnüglich. Die noch näheren Aussichten sind immerhin gemütlich, denn ich werde jetzt einen leckeren, selbstgemachten Himbeer-Joghurt-Shake frühstücken, dann einen kleinen Termin wahrnehmen und mich anschließend faul und lesend auf den Lümmeldiwan fläzen bis zum Einbruch der Dunkelheit oder so.

Schließlich habe ich hier die letzten Tage genug Brimborium gehabt. Ihr wisst eben nur noch nicht, welcher Art…