Waddema, ich hab’s gleich…

Gestern habe ich irgendwoher aus’m Fernseher gelernt, dass Leute, die sich viel mit an-
deren Leuten unterhalten, ein besseres Gedächtnis haben sollen, als solche die weniger Gelegenheit dazu haben. Weil so ein Gespräch irgendwelche Hirnareale anschieben soll.

Da musste ich kichern.
Wieso?

Weil ich, wie aus der Pistole geschossen, gleich drei Menschen aus meinem näheren Umfeld nennen kann, die sehr gern und viel gesprächeln, aber (auch nach eigenen Aus-
sagen!) über ein sagenwirmal ausbaufähiges Gedächtnis verfügen. Eine Freundin sagt sogar lachend, wenn ich mal überlegen muss, ob ich was Bestimmtes wirklich raustun soll: „Erzähl’ doch ruhig! Hab’ ich doch übermorgen sowieso wieder vergessen!“

Das ist also durchaus mal praktisch. Ich kann auch alle Lieblingsgeschichten immer wieder erzählen, sie klingen wohl immer wieder neu. Allerdings sehe ich (das ist ein Lerneffekt und reiner Selbstschutz) möglichst davon ab, mir von diesen Personen längere Witze erzählen zu lassen.

Ob ich mich viel und oft unterhalte?
Hmm, …wann war das noch, das letzte Mal…?

Nachtsicht & Ausblicke

Ich träum’ vielleicht in letzter Zeit ein wildes Zeug! Morgens wache ich auf und kratz’ mich erstmal am Kopf. Was da so alles drin ist… Aber ich bin froh, dass ich wieder träume, denn im Sommer hatte das mal für ein paar Monate ausgesetzt und das fand ich noch befremdlicher. Nein, – was ich geträumt habe, erzähle ich nicht. Es gibt ja wohl nichts Stinklangweiligeres, als anderer Leut’s Träume erzählt zu bekommen! Es sei denn, man kennt den Erzähler sehr gut, oder der Traum ist sehr witzig und gut erzählt.

Freundin T. und ich haben uns, als wir uns noch täglich sahen, oft Träume erzählt und gegenseitige Analysen versucht. Damals träumte sie immer wieder von rotweißen Bussen oder Schiffen, die sie fast über den Haufen fuhren. Wir wissen bis heute nicht, was das bedeutet und es ist ihr zum Glück auch nie passiert. Deswegen hat sie dann wohl auch aufgehört, davon zu träumen. „Hat ja doch keinen Zweck“, wird sich ihr Unterbewusstsein gedacht haben, „die kriegen das ja doch nicht raus.“

Ich hingegen habe zu jener Zeit immer wieder geträumt, dass ich irgendwo alleine herum-
stehe und es kommt ein Mann, der gar nichts sagt und mich einfach ganz ruhig umarmt. Meistens bin ich dann aufgewacht und mit diesem Umarmungsgefühl den halben Tag herum gelaufen. Das war gar nicht mal schlecht und ich konnte das damals richtig gut gebrauchen. Netterweise ist mir das seither auch gelegentlich mal im Wachzustand passiert. Wie gesagt: gar nicht mal schlecht, kann man immer gut gebrauchen…

Nun habe ich ja doch von Träumen erzählt!

O.K., also was Anderes.
Vorgestern war Freundin M. mit ihrer Lütten hier. Sie sollte ja auch noch diese bunten Dinger aus Holland kriegen (s. weiter u.). Ich glaube, sie hat sich beim Anblick etwas erschrocken. Leider sind die „Kinder-Petitfours“ auch gar nicht aus Marzipan, sondern aus einer merkwürdig schmeckenden Baisermasse. Die kleine Matilda hat eins davon immer wieder in den Mund gesteckt und dann mit verwirrtem Geschichtsausdruck wieder heraus-
gezogen. Auf den Tisch damit. Ein paar Sekunden später wieder das gleiche Spiel. So zehnmal vielleicht. Zumindest hat sie nun gelernt: Was lecker aussieht, kann durchaus, na ja ich will nicht sagen unlecker, aber doch zumindest ganz schön anders schmecken. M. und ich haben gleichzeitig überlegt, ob man da nicht einfach Magnete auf die Rücksei-
ten kleben kann, um sie an den Kühlschrank zu pappen. Vielleicht isst A. (M.s Mann) sie auch auf, – das wäre zu freundlich.

Ganz nebenbei erzählte mir Freundin M. von der neuen Wohnung, in die sie Anfang April umziehen werden. Jetzt wohnen sie noch schräg gegenüber, im selben Haus wie Freund M., aber bald dann auf der anderen Seite der Innenstadt, in der List. Sie haben guten Grund, eine größere Wohnung zu nehmen, denn sie werden ab Sommer mehr Platz für Nachwuchs brauchen. Natürlich freue ich mich für sehr sie, aber die spontanen Besuche auf einen Tee werden doch wahrscheinlich seltener werden…

Auch Freund M. ist nicht gerade begeistert. So halten wir jetzt hier die Stellung „im Dorf“. Na, vielleicht findet sich ja jemand im Freundeskreis, der die Wohnung übernehmen will. Eigentlich ist das nämlich schon so eine, die man über’s Hörensagen findet. Vor zwei Jahren hätte ich noch ganz laut „HIER!“ gerufen, aber dann wurde mir hier ein neues Bad in die Wohnung gebaut, und jetzt müssten sie mich schon mit den Füßen voran hier raus-
tragen. Am besten in der Badewanne. Naja, sie müssten die Wanne dann mal auf die Seite kippen, um durch die Tür zu kommen, denn das ist so ein großes, viertelkreisför-
miges Modell, und ich würde wahrscheinlich auch raus rutschen, aber davon merk’ ich dann ja nix mehr. Wenn sie mich nur hinterher wieder reinlegen.

Aber damit ich wenigstens vorher noch ein bisschen was sehen kann, werde ich mal gleich beim Optiker anrufen, ob meine neue Brille fertig ist. Eigentlich war sie schon letzte Woche soweit, aber als ich sie dann dort aufsetzte, „schwamm“ mir so merkwürdig der Blick. Das Brillenfrollein meinte erstmal ganz überzeugt, das könne ja an der anderen Form der Gläser liegen. Meine beiden älteren Brillen haben breitere, aber nicht so hohe Gläser, sind fast rechteckig. Sie sehen aber durch die starken Rahmen etwas streng aus. Vor zwei Jahren fand’ ich das ganz stylish, wie man ja immer so schön sagt. Was haben wir eigentlich gesagt, bevor wir stylish hatten? Modisch klingt ja wohl wie Frisierkommode. Außerdem war das Strenge zu dieser Zeit ganz gut, weil ich beruflich immerzu mit reni-
tenten Handwerkern zu tun hatte, die spurten dann irgendwie besser. Wirklich wahr!

Allerdings ist es nicht immer von Vorteil, streng zu wirken. Zum Beispiel, wenn der Umarmungsmann aus dem Traum auftaucht und dann sagt: „Nimm’ doch erstmal die Brille ab!“

Wo war ich? Achso, der schwimmende Blick. „Nee“, dachte ich und sagte sogar laut: „das kann nicht an der anderen Form liegen. Und die Sehstärke hat sich auch nicht geän-
dert. Ihre Kollegin hatte das doch extra noch mal durchgemessen!“ Also verschwand die Brille mit der Optikerin in einem Kämmerchen. Wahrscheinlich haben sie dort irgendwas besprochen, denn als sie wiederkamen, sagte das Frollein: „Jetzt weiß ich, was es ist: Die Kollegin hat auf dem Formular was falsch ausgefüllt. Es sind aus Versehen beide Gläser auf -1,75 Dioptrien geschliffen worden.“ Jetzt muss man wissen, dass ich zwar links kurzsichtig bin, dafür rechts kein bisschen. Rechts sehe ich zwar nur unter 15%, das dafür aber scharf. Das weiter zu erklären, würde jetzt zu weit führen. Es stört mich jedenfalls nicht, weil’s schon immer so war, und man sieht es mir auch nicht an. Bis eben auf die Brillen, die ich seit ein paar Jahren trage. Da kann man natürlich schon auf die Idee kommen, ich sei eventuell kurzsichtig. Aber eben nur links.

Jedenfalls setzte ich die Brille noch mal auf, kniff diesmal das rechte Auge zu und alles war prima! Aber so kann ich natürlich nicht rumlaufen, wie sieht das denn aus…

Also habe ich das neue Gerät noch ein wenig in der Obhut der Brillenmeisterinnung gelassen, damit sie mir da ein schönes Fensterglas rechts reinfummelt. So schwer kann das ja eigentlich nicht sein. Mal gucken.

Magenschwindel & Ohrensausen

Letzte Woche war ich ja noch verreist. Zum Beispiel in Maastricht.

 

Dort erlitt ich plötzlich eine mittelschwere Hüngerchenattacke. Weil ich aber im Gegen-
satz zu Herrn Jean Pütz keine Schublade dabei hatte, aus der ächzend ein dreihaariges, anstrengendes, mit ungesunden Flecken übersätes Männchen springt, um mir „Milschreis zum Sällbabasteln“ mit zugehörigem „Tütschen“* anzudienen, und auch mein Begleiter keine Anstalten machte, eine solche Schublade unter’m Mantel herauszuzücken, suchten wir uns einfach eine Kneipe. Beziehungsweise ein „Eetcafé“, oder wie das dort heißt. Der Laden hatte auch einen ganz typischen holländischen Namen, und zwar: „C’est la vie!“

*(„Tütschen auf…, drübber…, – fechtisch!“ weckt bestimmt bei so Manchem alle möglichen Assoziationen, nur keine, die sich aufs Essen bezieht.)

 

Obwohl auf den Straßen irre viel los war, war es in der Kneipe sogar noch lauter, beson-
ders in der Ecke, in der wir noch Platz fanden. Da wurde nämlich das Geschirr aufbewahrt bzw. durcheinander geworfen, die spotzende Kaffeemaschine bedient und das Personal bebrüllte sich mit Anweisungen. Wir bestellten „Toasti mit Kaas und Ham ohne Ham“ (aber mit Toast und Kaas) und Kaffee. Jetzt erst fiel mir die Musik auf, aber zu spät: wir saßen schon und hatten bestellt. „You’re my heart, you’re my soul…“ Hoppla. Direkt im Anschluss: „Take these broken wings!“ Gefälligst.

 

Zum Glück kam jetzt unsere Bestellung. Der ersehnte Imbiss wurde begleitet von „Kyrie Eleison“ (/Marillion), das ein Herr am Nachbartisch auch noch ganz gut kannte und das „Ohohoooooo…!“ aus dem Refrain sogar leise (dachte er) mitsang. Da schmeckt einem doch die leckere Salatbeilage gleich noch mal viel knackiger!

 
Vielleicht hätte unsere Kellnerin auch gern mitgesungen, hatte sie doch eine, sagen wir mal, zutiefst männliche Stimme, die irgendwo hinter ihren unübersehbar weiblichen Attri-
buten hervorkam. (Eigentlich zu tief, um in Fish’s Geknödel einzustimmen. Eventuell, wenn was von Bonnie Tyler gelaufen wäre?) Das begeisterte sie übrigens anscheinend selber so, dass sie meinem Gegenüber gleich mal die leere Espressotasse umriss, sie dann aber schön ordentlich wieder auf der Untertasse zurechtstellte. Denn wer weiß schließlich, wozu wir die leere Tasse noch brauchen…

 

Das „Kyrie“ ging jetzt über in „One night in Bangkog“, offenbar hatte hier jemand vom Per-
sonal so eine 80er-CD an der Tanke mitgehen lassen, in dem Glauben, Touristen hörten so was gerne. Mir machte das auch tatsächlich immer mehr Spaß und ich fing an, mir Notizen zu machen. Wahrscheinlich erweckte ich dabei bei meinem lieben Begleiter den Eindruck, Maastricht gefiele mir nicht richtig, und ich würde mich sogar darüber lustig machen. Das liegt mir jedoch fern. Diese Kneipe hätte auch in Soltau sein können oder meinetwegen auf Texel (und auch dort hätten sie vielleicht versucht, statt der leeren Tasse Deine noch vollen Blättchen mit Hilfe eines Zaubertricks abzuräumen *g*), und Maastricht gefiel mir sogar so gut, dass ich unbedingt vorhabe, da noch mal hinzufahren, sobald sich die Gelegenheit bietet. Nach Texel übrigens auch. Soltau weiß ich noch nicht.

 
Gespannt wartete ich also auf das nächste Stück… Es war „Pass the Dutchie“. Das hatte ich nun echt über 20 Jahre nicht gehört. „Gimmidiemjusikmäkmijampampamp!“


damoklespulleNa, das sollte hier mal einer versuchen, denn der Laden war bis unter’s Dach vollgestopft mit Zeug und Leuten und Zeug. Direkt über mir hing, wie das be-
rühmte Damenkloschwert, eine riesige, wahrscheinlich  45-Liter-fassende J*ger-
meisterpulle.

 

Ich hatte ein bisschen Schiss, sie würde sich vielleicht ausgerechnet den heuti-
gen Tag aussuchen, um sich aus ihrer bestimmt fachmännisch verzwirbelten Drahtverankerung zu lösen und mich auf ihrem Weg nach unten zu erschlagen.

 

Vielleicht ist das Foto deshalb so verzit-
tert. Die anderen sehen sogar noch viel schlimmer aus!

 

Was nicht mit draufging auf’s Bild: „99 Luftballons“. Die hätte ich, statt im Ohr, wirklich lieber über mir gehabt, und zwar ohne Nenas Seufzgesang, dem man wohl nie mehr ganz entkommen wird.

 

Zeit also, zu gehen. Offenbar betrübt dies das Personal zutiefst, denn hinaus begleitet werden wir von „Each time you break my heart…“

 

Frisch gestärkt und (wenigstens anteilig) amüsiert, treten wir auf die Straße zurück und eine meiner Lieblingstätigkeiten an: Die Suche nach noch unbekanntem Geschmeck.

Bei der Ladenkette HEMA werde ich fündig.

 

Doch dazu morgen mehr…

So, bin seit vorgestern…

… Abend wieder zuhause.

Nachdem ich mich auf verschiedenen Bahnhöfen herumgetrieben habe, dabei zweimal bis ins Knochenmark gefrostet wurde, einen Anschlusszug wegen opulenter Verspätung ver-
passte, mir danach immerhin die eine Hand an einer Art Wassersuppe wärmen konnte (auch die Azteken haben ihren Kakao damals schließlich schon mit Wasser angerührt), mit Unterstützung der Bahngöttin (hl.Gleisa) trotzdem noch einen Sitzplatz im Nachfol-
gezug fand, und sogar, in Hannover angekommen, noch die Kraft fand, mir im Bahnhof einen Liter Milch und ein Pizzaeis im Flachkarton zu besorgen.

 

Im Wohnzimmer empfing mich der Weihnachtsbaum, den ich am ersten Feiertag über-
stürzt zurückgelassen hatte. Doch er schmollte nicht und sah noch prima aus.
Ich überlege jetzt, ihn vielleicht bis zu meinem Geburtstag stehen zu lassen.

 

Von der Reise habe ich ein paar nette holländische Produkte mitgebracht (zum Teil zeige ich die hier noch), was auch Freund M. gefreut hat, der gleich über die Straße gelaufen kam, um sich seinen Anteil zu begucken und sich bei dieser Gelegenheit in meine Bade-
wanne zu betten. Das macht er immer, wenn eine Erkältung was von ihm will, und er will aber nix von der. Natürlich wäre es einfacher, er würde zuhause baden, aber das geht gar nicht, weil er nur eine Dusche hat. (Es sei denn, man lässt das Stehen im knöcheltiefen Wasser als Baden durchgehen.)

 

Jedenfalls muss ich mich hier erstmal wieder sortieren, denn in meinem Kopf ramentert gerade alles durcheinander und ich gehe ein bisschen neben meinen Schuhen her, wie man hier so sagt. Allerdings ist der Januar sowieso auch ein von mir äußerst ungeliebter Monat, weil mir da in den letzten Jahren eigentlich immer die härtesten Sachen passiert sind. Da habe ich ab und an mal nicht aufpasst, wurde plötzlich auf links gedreht und hatte dann den Rest des Jahres damit zu tun, mich wieder zurückzukrempeln. Dazu kommt: Auch der Februar ist nicht schön. Schön wäre, ein bisschen am Kalender herum zu drehen, damit übermorgen März ist, aber das habe ich schon vergeblich versucht…

Also eben Schultern hoch, Augen zu und durch.

24. Dezember

stern24Und die letzte Frage für den Kalender kommt wieder vom lieben Sansibar:

„Reichen die Fragen jetzt für den Ad-
ventskalender oder brauchst Du noch mehr?“

Antwort:

Ja Danke, die haben gereicht. Reichlich gereicht. Super gereicht.

Dank Dir und Trithemius, rebhuhn, magicmuffin, Doc Totte, Indogermane, Frieling, Allerweltsteufelchen, Annemikki, Träumer, NetRat_wtx, Juleika, kulturniprogram und Freundin T.

Und Litteratte, die ich hier leider nicht mehr verlinken kann, denn sie hat traurigerweise ihr Blog vor ca. 2 Wochen geschlossen (wir vermissen Dich, Susanna! Menno!).

Ich habe mich zwar bei allen bereits bedankt, möchte mich aber hier noch mal so richtig volle Pulle generalbedanken! Mir hat die Kalenderaktion richtig Spaß gemacht. Ich wusste ja nun auch nicht, was an Fragen auf mich zukommt, das war spannend!
Ich hoffe, Euch hat’s auch gefallen. 

Jetzt ist es also an der Zeit, die Ankunft von „Pucki, dem Gott der Fleißigen“, zu feiern, der uns jedes Jahr aufs Neue die dreikammrige Walnuss bringt. Seine Botschaft an uns:

Pucki

Recht hatter! Ich wünsche allen, die hier reinschauen, ein paar ruhige Tage, mit netten Menschen, Lieblingsessen, Füßehoch und nur ganzganz wenig Chaos. Für die Herren hoffe ich, sie müssen sich nicht über SOS (Schlips, Oberhemd, Socken) „freuen“. Für die Damen gilt das Gleiche im Bezug auf: Topfsets und Farb-und Stilberatungsgutscheine.

Und die Theobromine ruht sich nun auch ein bisschen aus und plündert ihre Schokola-
denschätze…

Dann feiert mal schön!

13. Dezember

stern_13Der Teppichhändler und Flamingovermehrer meines Vertrauens, Trithemius, hatte wohl den Schalk im Nacken und hat mich gefragt:

„Was steht auf dem Grabstein von Kurt Schwitters?“

Ich bin mir ziemlich ganz sicher, dass er als Schwittersbewunderer das selber genau weiß, aber natürlich beantworte ich auch diese Frage sehr gern. *g*

Antwort:

Also, Kurt Schwitters ist ja Hannoveraner gewesen. Und damit meine ich jetzt kein Pferd, sondern ein Einwohner Hannovers.

Das an sich ist ja schon schön, aber Schwitters war zudem Künstler.
Er malte, war DADA, collagierte, assemblierte, baute und dichtete seine von ihm so be-
nannte Merz-Kunst. Und er muss Humor gehabt haben. Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Gedicht „An Anna Blume“ und der Merzbau, dessen Original sich über mehrere Etagen seines Wohnhauses erstreckte. Das Haus wurde im Krieg zerstört (als einziges in der ganzen Häuserzeile!), aber man kann eine Reproduktion des Merzbaus im Sprengel Museum hier in Hannover betreten und begucken.
Mehr über Kurt Schwitters und seine Arbeit findet sich u.a. hier oder dort.

Die Nazis fanden ihn entartet, deshalb floh er 1937 zunächst nach Norwegen und setzte dort seine Arbeit fort. Als er dort auch nicht mehr bleiben konnte, ging er nach England. Dort ist er 1948 auch gestorben und war zunächst dort beigesetzt. 1970 wurde er nach Hannover überführt und ist nun in seiner Heimatstadt begraben.

Und auf seinem Grabstein steht: „Man kann ja nie wissen -„

Hier ist ein Foto:

Schwittersgrab

Das Grab von Kurt Schwitters auf dem
Engesohder Friedhof in Hannover.
(Zum Vergrößern anklicken)

Mir gefällt die Inschrift sehr.
Und am besten gefällt mir der Gedankenstrich.

Man sollte sich wirklich ab und an mal die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was man gerne später mal auf dem eigenen Stein stehen haben möchte. Das ist eigentlich über-
haupt nicht gruselig, sondern ganz interessant. Man kann es zwar dann selbst nicht mehr lesen, aber falls mal Besuch kommt…

Man könnte ja z.B. schreiben lassen:

„Schön hier.“

 „Setz’ Dich doch. – Hast Du mir Blumen mitgebracht?“

„Hör‘ doch mal, …“

Da ich aber (wohl im Gegensatz zu Herrn Schwitters) zur zu einer gewissen vorlauten Naseweisheit neige, bin ich für meinen Stein zurzeit noch immer bei: „Ich hab’s ja gewusst!“

Oder hat noch jemand eine Idee für eine gute Inschrift? – Jules?
(Dann kann ich in der Zwischenzeit weiter über die nächsten Fragen nachdenken…)

Quietschlebendige Grüße,
von Theobromina

Flamingo-Tage im Teppichhaus (3)

Pssssst…, auch heute ist noch Flamingo-Tag im Teppichhaus, Leute…

Flamingo-von-A
Die gute A. hat mir gestern am Küchentisch von Freundin S. spontan zwei Flamingos gezeichnet. (Bei Flamingo 2 hätten die Beine wohl nicht mehr auf’s Blatt gepasst. In Ermangelung eines pinkfarbenen Stifts sind aber dafür die auszumalenden Flächen gewissenhaft angegeben. Danke, liebe A.!)

Willkommen Juleika, Willkommen Träumer

Also, da geht man einmal nachts in einem Teppichhaus herum, schon hat man lauter neue Freunde. Wie schön! Ich freue mich sehr, auch Juleika & Träumer in meiner kleinen Kakaostube zu begrüßen. Da werde ich mir bald mal die Zeit nehmen, in den ganzen neuverfreundeten Blogs ausführlich zu schmökern und bestimmt so einiges an Schönem und Witzigem zu entdecken.

Wer hätte gedacht, dass die Pataphysik solche hübschen Nebenwirkungen hat…

Willkommen Litteratte, Willkommen Frieling!

Die Lesenacht bei Trithemius hat mir ja nun ein bisschen den Wach/Schlafrhythmus für’s Wochenende durcheinander geschüttelt, aber das hat sich wirklich, wirklich gelohnt!

Ich hatte schon von den ersten beiden Online-Lesenächten gelesen und kann nun selber sagen, dass die Atmosphäre tatsächlich eine besondere ist. Ziemlich bald hatte ich das Gefühl, an einer richtigen Nachtwanderung teilzunehmen, habe die anderen Wanderer wie vor Augen gehabt und bin über die Umgebung ins Staunen geraten. Der Gastgeber hat offensichtlich sehr viel liebevolle Arbeit und Überlegung in dieses Projekt gegeben, – das hat man gemerkt. Die Stimmung war sofort so gut, obwohl sich Viele gar nicht „kannten“, dass die Zeit beim angeregten Plaudern wie im Fluge verging.

Im Nachhinein tat’s mir ein bisschen leid, dass die gehaltvollen Themen nicht so ausführ-
lich aufgegriffen und gewürdigt wurden, wie sie es hätten sollen, aber das lag wohl einfach an der fröhlichen Ausgelassenheit der Wanderer, die neugierig von Ort zu Ort zogen.

Gestern, nachdem ich ausgeschlafen hatte, habe ich mir alles noch mal in Ruhe durch-
gelesen, um Eindrücke zu vertiefen, Übersehenes einzusammeln und die schöne Stimmung noch ein wenig zu verlängern. Ich glaube, das wird noch eine ganze Weile nachwirken. Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein und hoffe sehr, dass es noch weitere dieser Lesenächte geben wird.

Und wunderbarer Weise hat mir diese Nacht gleich zwei neue Blogfreunde beschert:
Litteratte & Frieling, die Beiden. Vielen Dank für Eure Einladungen! Ich habe mich wie Bolle gefreut und werde, sobald ich die Ruhe dazu habe, ausführlich bei Euch stöbern kommen. Versprochen! Und vielleicht bringe ich dann ein bisschen Schokolade mit…