Wenn Frauen zu sehr Kater haben…

„Jetzt sammel hier mal deine Strohballen ein und nimm endlich die Schubkarre aus’m Mund!“ (Freundin S. zu ihrem kleinen Sohn, der das Aufräumen zugunsten von Playmo verbummelt.)

Überhaupt: S.! (Die Gute. Die Liebe.)
Bei Kater: Sie gereizt und patzig; ich spitzfindig und trocken.
Unlängst beim Frühstück. Restalkohol und wenig Schlaf gehabt.
S. kann nichts essen, hält sich an einer Tasse Brühe fest, ich schneide mir sorgfältig ein Brötchen auf und waide es gewissenhaft aus, indem ich das weiche Zeug herausarbeite.
S. beguckt sich das grimmig, schnappt: „Machst’n da!?!“
Ich (ruhig): „Ich höhl das aus und dann male ich in die Höhle gleich auch noch kleine Mammuts und so rein…“
Für einen Moment habe ich sie mundtot gemacht. Ich greife nach dem Lachs.

S.: „Der Lachs bleibt zu! Sonst muss ich brechen!“
I.: „Dann brich doch. Da lang.“
Ich mache den Lachs auf, lege mir ein Scheibchen auf’s Brötchen, greife nach einem Plastiktöpfchen. (…chenchenchen. Gruß an M.chen!)
S.: „Was wird’n das jetzt? Sssn das für’n Zeug?“
I.: „Das ist Farmersalat und kommt jetzt aufen Lachs. Lecker!“
S.: „Pharmasalat?“
I.: „Genau.“
Beide gleichzeitig: „Gibt’s da auch was von Ratio*arm???“

(…to be natürlich continued)

Die Ludolfs – Bitte lieb haben!

Kennt das einer? Diese 4 Brüder, die eine Autoverwertung betreiben?
Ich bin ganz verliebt in die!

Wer’s nicht kennt:
Vier Herren, wie aus einem schrägen Comic entklettert, die in einem total verranzten selbst gemachten Miniuniversum vergnügt ihrem Tagwerk nachgehen.
Alles total speckig und museal. Die Brüder, obwohl sehr unterschiedlich im Charakter, haben gemeinsam, dass sie einfach aus Jux für immer 12 Jahre alt geblieben sind.

Da ist Horst-Günther, das Mensch gewordene Phlegma. Seine Energie reicht grade, um das Telefon zu bedienen, das Gehörte weiter zu sagen, zu rauchen und gelegentlich „na ja!“ zu sagen. Für Mimik hat er wohl keine Verwendung.

Uwe, mit Ako-Pads-Frisur, ist ein raubeiniger Filou und hat es sehr mit den Damen. Ohne zu merken, dass sie ihn am liebsten ignorieren. Aber egal. Dann grade! Und er ist der einzige der Brüder, der manchmal auch ein bisschen was Gemeines hat, wenn er z.B. den armen Männi beschummelt.

Manfred, auch „Mamfrett“ oder „Männi“ genannt, ist ein die Natur liebender, sanfter Mensch.
Wenn er sich sehr ärgern muss über seine Brüder, schimpft er stellvertretend ein paar Gartenzwerge aus. Diesen psychologischen Trick hat er irgendwo aufgeschnappt und folgt ihm gewissenhaft. Seine schlimmsten Schimpfworte sind: „Knülch!“ und „Strolch!“, beides mit dem „ch“ hinten in der Kehle. Ein Feinmotoriker, der mit kindlichem Ernst lustige Pläne ausheckt, die er dann aufgeregt in die Tat umsetzt.
Er faltet gern im Stehen die Hände vor der Brust.

Der König ist aber Peter. Er ist das Superhirn. Er hat ein „Haufensystem“ für die ausgebauten Autoteile ersonnen und die Lage jedes einzelnen Teiles im Hirn abgespeichert. Wenn er’s mal nicht ganz genau weiß, geht er gucken. Trotz gewaltiger Leibesfülle klettert er dann munter auf seinen Schrottbergen herum, findet manches und freut sich. Ansonsten muckelt er auf seinem Bürostuhl und „relaxt“ gemütlich herum.
Mittags macht er dann Essen für alle, und das ist nix für schwache Nerven. Peter aber ist von sich begeistert und seine Brüder ebenso. „Fantastisch! Herrlich!“ „Genau, Peda!“

Die Folgen handeln eigentlich immer davon, dass einer (meistens Männi oder Peter) eine Idee hat zu einem Rennen, einem „Test“, oder einfach dazu, wie man die anderen verkohlen könnte. Dann geht’s los.
Und das Schöne: Alles echt. Liebenswert, rührend, lustig und hinterher möchte man duschen.

Aber guckt selbst. Früher mal auf dem WDR, laufen die Folgen jetzt auf DMAX.
Mittwochs 20:15. Sonntags Doppelfolge 19:15 – 21:15.

Werkstatterinnerungen II

Wir sitzen beim Frühstück, beobachten dabei eine kleine Babyamsel, die aufgeplustert auf einem dünnen Ast versucht, die Balance zu halten. Plötzlich kackt sie und fällt vor Schreck vom Ast. Ich sage: „Kenn‘ ich. Das ist der Rückstoß. Passiert mir auch manchmal.“

Messe. Wir stellen ein Kunstobjekt aus, das „Ice block“ heißt. Ein ca. 15-jähriger kommt vorbei, fasst das Ding an und fragt: „Issas echt?“
Ich: „Echt was?!?“
Er: „Weiß ICH doch nicht!“
Ich will zurück ins Sanatorium.

Eine weitere Skulptur heißt „Timeless“. Eine Art Zifferblatt ohne Zeiger. Ständig fragen mich Leute, wie die Uhr funktioniert. Nach einer Weile gewöhne ich mir an, zu sagen: „Keine Ahnung. Ich bin Handwerkerin. Ich kann die Uhr nicht lesen.“

Germanysnexttopmodel III

Anni hat gestern zugegeben, dass sie früher geklaut hat! Und die senden das auch noch. Wohin ist es mit unserer Gesellschaft nur gekommen. Eine alte Klaue wird womöglich Germandingsmodel.
Aber die für mich wichtigste Botschaft war gestern natürlich: „Der Handetasche moos labendisch sain!“ Bloß nicht. (Ich mal mir das grade aus: Womöglich nörgelt die dann die ganze Zeit rum. „Menno, sind wir bald da? Ich kannich mehr. Isses noch weit? Dein Schlüssel piekst so… Ich will mal wieder auf die andere Seite!“)
Gerührt hat mich wieder Mandy, die sich mit ihrem sympathischen Phlegma gestern abgeschossen hat: Alle Mädchen sollten Peyman ja nun die Meinung geigen und sparten nicht mit: „Arschloch!“, „Du Asi!“, „Du hast doch überhaupt keine Ahnung!“
Und Mandy? Muss sich das Lachen verbeißen und sagt etwas lauter als leise: „Isch kann disch ganisch leidön…“

Fuhrgewerkt

Bin heute darauf aufmerksam gemacht worden, dass man mich nicht abonnieren kann. Das das einer will! Aber bitte sehr: Nach erfolgreichem Herumfuhrwerken in den mir noch recht böhmischen Einstellungen ist es nun machbar.

Hoffe auch in Zukunft technischen Anfragen gerecht zu werden + begrüße den netten Anfrager als 1. Abonnenten. Willkommen!

Hmmm, mal im Ernst…

Na, ich freue mich schon auf meine nächste Telefonrechnung, denn ich bin bestimmt die Letzte in Deutschland, die noch ein analoges Modem benutzt, um ins Netz zu kommen. Nix mit Flat und dicke Daten saugen! Immerhin schreib ich mein Zeug kurz vor und brauch‘ es dann nur noch hochjagen, aber man hält sich doch auch geraume Zeit hier auf…
Hab aber Schiss, mir eine DSL-Flat anzuschaffen. Dann sitze ich mir hier den Arsch platt; das geht schon aus ästhetischen Gründen nicht.

Ich möchte aber gerne hier soviel gucken und lesen! Menno.
Währenddessen klickern die kleinen ct-Stücke durch’s Kabel, ab durch die Wand und fallen bei so’nem T***kom-Bonzen irgendwann wieder aus der Wand raus in eine metallene Schublade. Das laute Klappergeriesel meiner Knete ist bestimmt dem Arsch sein Lebenselixier und überhaupt der Grund dafür, dass er morgens ins Büro fährt. Da freut der sich.

Und irgendwie bin ich immer unsicher, wie viel ich hier nun wirklich von mir erzählen soll. Denn bislang habe ich ja nur wenig zur jeweiligen Tagesform losgelassen. Und pässte das denn zusammen: Lustige Alltagsbeobachtungen und doofer Liebeskummer und z.B. Ämterstress?
Ich könnte doch gut einfach bei ersterem bleiben. Aber im richtigen Leben muss es ja auch irgendwie alles zusammen passen.
Und wie macht das denn, dass man in sowas wie der Öffentlichkeit schreibt und trotzdem dabei nicht an die Leser denkt? Ich glaub‘, das kann ich nicht, sonst wär‘ ich nicht hier.
Mögen die mich nur, wenn ich lustig bin? – Ich lass‘ mich scheiden!

Mich interessiert es ja auch, sagen wir mal: kaum, was Menschen, die mir wildfremd sind über ihren Herzschmerz oder ihre Herzabwesenheitvonschmerz (was ist denn eigentlich das Gegenteil von Schmerz?), also Verliebtheit so schreiben.
So wie man sich in der Gegenwart verliebter Paare oft langweilt, weil man sich so überflüssig fühlt.
Und so wie man sich gezwungen fühlt, Aufbauendes zu sagen, wenn jemand der Liebe wegen durchhängt. („Der hat dich gar nicht verdient.“ „Andere Mütter haben…“ „Der passte sowieso nicht zu dir.“ „Du kannst doch an jedem Finger Zehen haben!“)

Ich will auch nicht, dass das einer zu mir sagt! Doch, will ich wohl. Nee, donnich.

Dass Liebe toll ist und Nichtgegenliebe („Nichtgegen“ ist doch irgendwie doppelt, oder?) nicht so toll, weiß jeder und was jeder weiß, ist meistens echt langweilig.

Scheißegal. Ich werde Euch jetzt langweilen, dass Euch die Augen rausquellen!:

Er heißt K. und wir hatten vor längerer Zeit ein Techtelmechtel, das über ein paar Monate ging. „Ohne Verliebung!“ war die Ansage. Man weiß ja, was dann passiert: Einer hält sich nicht dran. In diesem Fall mal ich.
Da wir uns aber nun wirklich trotzdem nach wie vor sehr grün sind, bemühen wir uns jetzt schon jah-re-lang um einen Umgang, der funktioniert. Funktioniert aber nicht.
Ich liebe an dem rum, ohne Sinn und Verstand. Und er bemüht sich, mir das abzugewöhnen, ohne dass wir alles Verbindende abbrechen müssen. Kompliziert.
Das geht sooo laaangsaaam vorwärts, dass …chrrrr…

Jetzt hatter ’ne Freundin.
Damit habe ich schon lange gerechnet. Dafür hat’s echt lange gedauert.
Aber die Art und Weise, wie er mir das im Januar gesteckt hat, war nicht eben kreislauffördernd.
Stummes Entsetzen, Flucht nach Hause, dort in kürzester Zeit alles an Likör weggesippt was noch da war, dann 1 ½ stündiges Telefonat unter, na ja: Dings und Zähneklappern, seitdem Sendeschluß. Konsequent. Einzige Einschränkung: Wenn er in diesen Club geht (wo ich auch so gern…), schickt er mir ’ne sms, damit ich gewarnt bin. Darum hatte ich noch gebeten. Letzter Wille.
Das ist der Stand.
Meistens geht’s mir gut.

Helden

Schreibhelden
(…auf die Schnelle.)

Lustig: Wolf Haas, Fanny Müller, Thomas Kapielski, Jenni Zylka, Jörg Juretzka, Sven Regener, Wiglaf Droste, früher näher am Herzen: Max Goldt.

Klassiker: Henry Miller, Truman Capote, F. Scott Fitzgerald, D.H. Lawrence.

Und: Siri Hustvedt, Ingvar Ambjörnsen, T.C. Boyle (…to be fortgesetzt)

Schokoladenhelden
(wurde auch längst mal Zeit!)

Leysieffer: Kokos-, Cointreau/Caramel-, Rum- und Whiskeytrüffel.
Feodora: 45%ige, 33%ige, Geröstete Mandelsplitter, Orange-Marzipan.
Hachez: Cocoa de Balao
(Feodora und Hachez garantieren zudem Sojalecithin ohne Gentechnik!)
Valrhona: Eigentlich alles
Zotter: Sesamkrokant auf Kirschmarzipan
Ganz neu – Mövenpick: Maple Walnut

Wer Lindt, Milka, Alpia vorzieht ist ein Banause und selber schuld. Basta.

Für NetRat / Pariser Pieper sind pas de blöd!

Mir fällt grade mal wieder was ein und ich widme diese Erinnerung der lieben NetRat_WTX, die mich so fein begrüßt hat, dass ich beinahe ein bisschen rot geworden wär und deren abgefahren-duftes blog ich mir bald mal ausführlicher reinziehen werde… Danke Dir!

(Es hat zwar nix mit Hundedrops zu tun, die ich in Zukunft natürlich weit umschweifen werde, – aber macht ja nix.)

Also:
Ich hab‘ da mal ’nen Bericht gesehen über Tiere in der Stadt. Und da ging’s unter anderem um Spatzen, die in einem Pariser Bahnhof wohnen. Diese Spatzen haben gelernt, Stadtzüge von den Zügen zu unterscheiden, die aus den ländlichen Vororten kommen. Die Landzüge sind rot (die anderen: weißnichmehr, aber anders).
Und was ist nun das Tolle an den Landzügen?
Auf dem Lande gibt’s mehr Insekten!
Diese zerpatschen auf der Fahrt durch Felder und Auen und kleben dann vorne noch warm auf den Lokomotiven drauf. Sobald also ein roter Zug in Paris ankommt, ist der Tisch quasi gedeckt und sofort von Spatzen umwölkt.
So’ne Art Bringdienst, ohne dass die Vögel ihre kleinen Portemonnaies rausholen müssen. Mich erinnert das auch ein bisschen an so Rentner, die Ihre letzten Jahre ganz faul auf Malle absitzen.

LG!