Alte Herren Liga

Herr B. ist gestern tatsächlich ausgezogen…

Und damit meine ich jetzt nicht, dass er sich seiner Klamotten entledigt hat.
Herr B. war ein unangenehmer Nachbar in Erdgeschoß, der mit einigen Leuten im Haus Streit angefangen hatte. Mit mir auch. Zuerst habe ich’s gar nicht gemerkt, aber dann…
Kann ich ja mal erzählen, aber Vorsicht, die Geschichte ist ein bisschen länger:

Im Hof hinten ist eine Werkstatt, mit dem dortigen Reparieronkel Herrn K. (nein nicht der K., ein anderer) habe ich immer ganz gut verstanden. Wann immer ich auf den Hof trat, kam der alte Herr aus seiner Hütte gelaufen und fing ein Gespräch mit mir an.
Einmal hat er mein Fahrrad repariert.
Es hatte einen komplizierten Lagerbruch, den konnte ich nicht allein beheben. Meine Fahrradreparaturen sehen normalerweise so aus, dass ich entweder warte, bis das lose Teil von allein abfällt, oder (wenn es ein wichtiges Teil ist) es wird schön mit Draht festgezwirbelt. Meine Zwirbeltechnik ist schon stadtteilberühmt und löst beim Betrachter immer mal Heiterkeit aus. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt. Der Haupteffekt ist: Es funktioniert dann wieder und so ein Gefährt(e) wird auch nicht geklaut.

Also, der Reparieronkel hatte es neu belagert und plötzlich tat er dasselbe auch mit mir.
Er rief nun nämlich ständig bei mir oben an und wollte mit mir Eis essen und Ausflüge machen und so. Ich wollte das aber nicht und wand mich immer raus.
Er konnte aber nicht gut zwischen den Zeilen lesen. Ich war wohl irgendwie in sein Leben getreten und er weigerte sich, mich da wieder raus zu lassen.
Eine Zeitlang mochte ich nicht mehr über den Hof gehen.
Aber ich kann ja meinen Müll schlecht aus dem Fenster schmeißen.

Im Erdgeschoß war nun Herr B. eingezogen.
Wir kamen dann mal an der Straßenbahnhaltestelle ins Plaudern, weil man ja nicht so schweigend nebeneinander stehen kann. Er erzählte mir ein bisschen was von seinem früheren Beruf (Ingenieur) und ich gratulierte ihm, dass er in so ein nettes Haus gezogen war.
Als ich mal unter seinem Küchenfenster wieder an meinem Rad herumzwirbelte, kam er vorbei und bot mir seine Hilfe an. Es war aber nichts, was ich nicht allein hingekriegt hätte und ich lehnte ab. Worauf er sprach: „Ich hab sowieso zwei linke Hände.“

Einige Tage später traf ich ihn erneut und da fragte er mich, ob ich vielleicht einen seiner Wohnungsschlüssel in Verwahrung nehmen könne, falls er seinen verliert.
Ich hatte das ganz klare Gefühl: Dem geht’s nicht um den Schlüssel. Außerdem bin ich vorsichtig. Nachher fehlt bei dem irgendwas und ich soll’s dann gewesen sein.
Also lehnte ich auch das ab.

Das ist die Vorgeschichte.

Herr B. hatte ein altes Wohnmobil und das kaufte Herr K. ihm dann ab.
Als ich mal wieder in Hof kam, stand es da und Herr K. kletterte drin rum. Er wollte es mir unbedingt vorführen, aber er war mit seinem Kauf plötzlich nicht mehr so ganz zufrieden und fragte sich, ob er vielleicht behumst worden war.
Ich schaute mir das Ding von innen an, nickte ein bisschen und zuckte ein bisschen mit den Schultern und sah zu, dass ich weiter kam.

Dann vergaß ich die Sache.

Anderthalb Jahre später bekam ich Ahnungslose eine Vorladung. Schreck!
Ich war als Zeugin geladen im Rechtsstreit K. gegen B. Ich musste erstmal überlegen, um was es da gehen könnte. Schlagartig wurde mir aber auch klar, wieso Herr B. auf mein freundliches Grüßen in letzter Zeit immer so mürrisch reagiert hatte. Herr K. hatte mich an seine Seite gestellt, ohne mich zu fragen, oder mir überhaupt was davon zu sagen, obwohl er mir ja ständig über den Weg lief und mich penetrant anplauderte, worauf ich immer freundlich, aber knapp reagierte.

Da war ich aber sauer!

Ich marschierte schnurstracks in die Werkstatt und stellte ihn zur Rede.

Wenn er mich vorher gefragt hätte, hätte ich ihm ja sagen können, dass ich mich gar nicht mehr richtig an den Zustand des ollen Wohndings erinnern könnte und dass meine Aussage somit auch keine sei, auch wenn ihm gefühlsmäßig Recht gäbe in der Sache.
Außerdem mag ich es nicht, wenn man mich einfach stillschweigend vereinnahmt, das sei einfach schlechtes Benehmen und ich hätte das noch anders gelernt (der Mann ist mal locker 25 Jahre älter als ich!). Und noch außerdemer sei ich mächtig sauer auf ihn.

Er wand sich herum, er habe es mir ja sagen wollen, aber ich habe immer so kühl geschaut in letzter Zeit. Das erklärte ich ihm dann auch noch gleich mit.

In den nächsten Tagen war die Stimmung super, sobald ich einen der beiden Herren traf. Herr K. drehte den Spieß nun um und fand, ich sei überhaupt nicht hilfsbereit und ein schlechter Mensch. Das überzeugte mich endgültig.
Ich bin nämlich überhaupt kein schlechter Mensch und ansonsten sehr hilfsbereit. Ich mag nur nicht vor einem Gericht stehen und über etwas aussagen, an das ich mich überhaupt nicht mehr erinnere. Ich hätte Herrn K. nämlich auch damit schaden können!
Das kapierte der aber nicht.

Der Tag kam. Ich ging zu Gericht. Herr K. begrüßte mich zerknirscht, Herr B. ignorierte meine hingehaltene Hand herablassend. Ich sagte noch was wie: „Macht doch euern Dreck aleeene! So ein Kindergarten!“, nahm grummelnd auf dem Flur Platz und signalisierte, dass ich nicht angesprochen werde möchte, indem ich mein Notizbuch aufschlug und Strichmännchen malte. Die Herren verschwanden im Saal, es wurde verhandelt und nach einer halben Stunde wurde mir gesagt, ich könne wieder gehen.

Ich weiß bis heute nicht, wie es ausgegangen ist!

Mit Herrn K. ist das Verhältnis heute wieder freundlich, wir sagen uns „Guten Tag“, mehr nicht. Herr B. hingegen grüßt nach wie vor nicht mehr zurück und hat mich sogar mal auf der Straße verächtlich ausgelacht, als ich ihm „Hallo“ sagte.
Weil ich aber so was nicht gut haben kann, bin ich dann mal zu ihm hin, als er grade im Hof war. Ich fragte ihn, ob er mir mal sagen könne, was ich denn verbrochen habe.
„Das wissen sie ganz genau! Ich spreche mit ihnen nicht darüber!“ war die Antwort. Ich blieb aber so lange stehen, bis ich ihm erklärt hatte, dass ich das eben genau nicht wüsste und auch lange nichts von meiner Zeugenschaft geahnt habe und sowieso nichts gesagt hätte, weil ich in der Sache schlicht nichts zu sagen gewusst hätte. Er ignorierte mich nach Kräften.
Und wer da wen über’s Ohr gehauen habe, sei mir im Übrigen völlig piepe, aber bittesehr.

Zwei alte Herren, bockig wie die Vierjährigen!
Und ich, die gar nichts gemacht hat, als einfach des Weges zu kommen und freundlich zu sein.

Ich habe Herrn B. dann einfach weiter besonders freundlich gegrüßt und das hat ihn gemopst. Nun ist er ausgezogen und der Vermieter hat mir erzählt, dass er ihn auch immer vollgemeckert hat wegen jedem Dreck. Bestimmt ist er zu seinen vielen Freunden gezogen.
Mal sehen, wer da jetzt einzieht.

Ach so, und ein neues Fahrrad habe ich mir inzwischen auch gekauft und da fasst außer mir und dem lieben M. keiner was an! 😉

Aus Versehen…

…in die N3-Talkshow reingeschaltet und gleich als erstes diesen furchtbaren Mann gesehen, diesen Fernsehpastor, diesem Omi-Beglücker.
Ich wollte schon schnell weiter, als ich sah, dass auch Dieter Hildebrandt und Christian Saehrendt dabei saßen und C.S. wohl noch nicht „dran“ gewesen war. (Ich finde, das kann man genau sehen, ob einer in der Talkshow schon „dran“ war, oder nicht.)
Der Herr Saehrendt hat ja mit einem Kollegen dieses Buch über Kunst geschrieben, von dem ich neulich schon mal sagte, ich würde es mir kaufen. Hab ich nämlich noch nicht.

Jedenfalls habe ich gewartet, bis der Pastor und Herr Hildebrand die Runde fertig unter sich aufgeteilt hatten und der (nebenbei bemerkt: von mir sehr attraktiv gefundene) Kunstkenner endlich dran kam.
Der Brummer wollte sich gleich auf ihn stürzen, wurde aber locker ausgehebelt und dann wurde sogar der Herr Hildebrandt in seine Schranken verwiesen, weil er überall reinquatschen wollte.
Und weil der Herr Saehrendt das so souverän und klug und interessant gemacht hat und sich auch nicht so recht von den Moderatoren an der Nase hat durch die Manege führen lassen, klemm’ ich mich jetzt aufs Fahrrad und besorge mir endlich dieses Buch!

Für einen Kettenbrief reicht’s nicht, aber vielleicht für ein Armband…

Strange_Emily wünscht sich von mir die Fortführung eines kettenbriefigen Schneeballs. Ich soll hier 8 Sachen über mich erzählen und dann weitere 8 arme Menschen mit in die Chose reinziehen…

Nun bin ich in der Zwickmühle.
Mich zwickt, dass ich Strange_Emily nun nicht vergrätzen möchte (nachher treff’ ich sie beim Einkaufen, sie erkennt mich und schimpft mich laut eine „Kettenbriefignorantin!“, was zwar stimmen würde; – aber wer mag schon gerne zwischen Kühlregalen und Rasierschaumdosen zur Ordnung gerufen werden? ;)).
Obwohl ich grundsätzlich keine Kettenbriefe schreibe oder „Stöckchen“ hole.
Ist, wie’s so schön heißt, nicht meine Welle.

Aber da ich ja auch sowieso hier andauernd was über mich erzähle, ist es ja nix Besonderes, wenn ich das schon wieder tue. So gesehen ist es dann ja doch eigentlich egal, ob es 8 Sachen sind oder 80 oder meinetwegen 354.
Also erzähle ich einfach noch ein paar Dinge von mir und wer will, kann ja mitzählen:

– Ich bin heute seit genau 1 Monat so alt wie meine Füße groß sind. 39.

– Marzipan, Blätterkrokant, Nougat selten.

– Wenn in einem Film eine traurige Szene kommt, jemand unglücklich ist, weint, schreckliches Ungemach aushalten muss, kann ich mir das oft ungerührt ansehen.
Bis zu dem Punkt, an dem jemand fragt: „Was ist denn los? Hm?“
Da muss ich dann ganz sicher heulen.

– Ich bin kurzsichtig (-1,75 Dioptrien).

– Ich kann Bierflaschen mit dem Feuerzeug aufmachen.

– Als ich 16 war, hat mich ein netter, älterer Herr in der Straßenbahn angesprochen und gesagt: „Entschuldigen sie, junge Dame. Aber ich möchte ihnen gern etwas sagen: Ich finde, sie haben wahrhaft aristokratische Hände!“

– Ich habe kein Abitur, nicht mal eine richtige mittlere Reife, weil ich zu Schulzeiten ganz andere Sorgen hatte. (Deswegen auch die verheerende Groß- und Kleinschreibung manchmal. Das „Du“ in der Anrede schreibe ich aber absichtlich weiter groß, weil ich das aristokratisch finde.)
Alles, was ich jetzt weiß, habe ich mir später in den Kopf gesteckt und da ist noch reichlich Platz.

– Ich trinke gern Bordeaux.

– Mein Strom ist öko und den macht greenpeace für mich.

– Meine ersten 5 Jahre habe ich in Berlin verbracht, weil mein Väterchen ein Berliner ist.

-Ich liebe David Bowies Sprechstimme (schon immer, seine Musik finde ich sehr unterschiedlich gut). Wenn es eine CD mit vom ihm Gesprochenem gäbe, würde ich sie mir kaufen und jeden Abend vor dem Einschlafen hören.

– Ich male manchmal schlechte Bilder halb fertig und verwahre sie dann hinterm Schrank.

– Ich kann leider überhaupt nicht gut flirten.

– Ich habe heute gehört, wie jemand gesagt hat: „Los! Wir müssen jetzt mal lange Bretter bohren!“

Mehr fällt mir ad hoc nicht ein. Vielleicht setze ich das mal fort.
Wer auch so was machen will, sollte das auch von mir unangeschoben hinkriegen…

Kunst aus Deutschland

Das wollte ich noch schnell erzählen, wer weiß, wann ich wieder Zeit zum bloggen finde…

Freundin T. und ich sind ja grade in der kestnergesellschaft gewesen, wo wir wegen der Kunst gucken wollten.

Ziemlich am Eingang steht auch gleich eine kleine Vitrine mit was drin und neben der Vitrine ist so was wie ein kleiner Gullydeckel, der zwar nicht zur Kunst gehört, aber dafür schön klappert, wenn man drüber läuft. Ich will schon meinen tollen Messegullydeckeltrick machen und kichere so ein bisschen mit T. herum, als ein anderer Besucher uns böse anschaut. Wahrscheinlich findet er, man dürfe in Gegenwart von Kunst nicht lustig sein.
Oder aber wir sind ihm zu „laut“. Woraufhin er dann auch mit ohrenbetäubend quietschenden Schuhen und seiner weiblichen Begleitung ums Eck verschwindet.

Nach angemessener Zeit folgen wir in Richtung des ersten Saals. Laut Anleitung hat es dort irgendwas mit Otto Hahn auf sich. Im Saal steht erstmal ein braun lackierter Truck.

Huehnerbus

Daneben steht des Quietscheschuhens Frau und gackert. (Für’s Foto habe ich natürlich gewartet, bis sie weg war.) Nee, ist gar nicht die Frau. Auf der Ladefläche des Trucks sind sieben Hühner untergebracht, dazu eine versilberte Büste.

Rumhuehnern

Ist der da jetzt Otto Hahn? Und sind die Hühner seine chicks?
Kommt mir zusammenhängend vor. Doch nee, der Silberne ist nicht Hahn sondern Kleopatra(!). Och so.
Herr Hahn hängt an der Wand daneben.

Das eine Huhn zwinkert mir freundlich zu. Und zwar von unten nach oben.
Mir fällt ein tolles Wort ein, das Frau Fanny Müller erfunden hat: Rumhühnern. Das ist, wenn Weiber so hühnerige Sachen machen. Ich liebe Frau Müller (für dieses Wort und auch sonst)!

Mit uns laufen da übrigens auch noch zwei Herren und eine Dame in dem Saal herum. Die Herren überlegen mal gleich, wie der Truck da wohl reingekommen ist. Durch den Türbogen da jedenfalls nicht.

Noch ein Stückchen weiter hat einer Fotos gesammelt und aufgehängt.
Sein Künstlername: Peter Piller. Na, das muss er ja nun wissen.
Seine Fotos gefallen mir aber ganz gut.

Herrjeh! Jetzt muss ich über eine Luftnummer aus Aluminium gehen, was mir gar nicht passt wg. Höhenangst. Darunter befinden sich drei Meter freier Fall, das kann man durch die Ritzen sehen. Sowas kann ich gar nicht ab. Da kletter’ ich lieber auf Bäume. Also schnell Augen zugekniffen und übergesetzt.

Auf der anderen Seite kriegt man zur Belohnung gezeigt, wie ein hermaphrodiesischer Eisbär von unten aussieht. Leider darf ich das Bild nicht mitnehmen, und wenn ich auch noch so lieb gucke.

Zum guten Abschluss stehen wir vor einer Wand, auf die man mit Tontauben geschossen hat.

Diewandistauchhin

Es hat was mit der Durchdringung des Raumes zu tun, die aber nicht gelingen will. Überall liegen und stecken die Splitter. T. sagt: „Na, die Wand ist auch hin.“
Also, wose Recht hat,…

Irgendwie können wir das alles heute nicht so mit gewichtigem Ernst nehmen. Mein Verhältnis zur Kunst ist ohnehin nicht grundsätzlich vorauseilend ehrfürchtig. Und heute jedenfalls bin ich viel zu gut gelaunt dafür. So wie der hier.

OnkelTod

Der Herr Onkel Tod.
Steht kippelig und gut gelaunt in der Gegend herum.
Ich glaub‘ fast, der hat mir am besten gefallen.

Dienst ist Dienst

Jetzt habe ich doch grade ein feines Angebot für einen Job bekommen, der mich für die nächsten drei Wochen wohl ganz schön beschäftigen wird!
Eine ziemliche Herausforderung, aber ich freu mich. Gleich morgen geht’s los.

Nur leider werde ich überwiegend vor Ort (statt wie sonst von zuhause aus) arbeiten und deswegen wahrscheinlich kaum zum bloggen kommen. Oder nur wenig. Mal sehen. Ich werd‘ mir aber Mühe geben…

Schönen Guten Morgen mit Frau Baum

Heute bin ich wieder besserer Dinge.
Als ich aufwachte, tat ich das aus einem sehr merkwürdigen Traum heraus (nee, keine Bange, den erzähle ich hier nicht. Die Träume der anderen sind selten spannend..), den ich mit noch geschlossenen Augen zu Ende zu denken versuchte.

Dann habe ich was sehrsehr Schönes gelesen, dann was sehr Schönes gehört…

Aber am Wichtigsten ist, dass mein Baum noch da ist, wo er gestern war.

Gegenüber meinem Haus wohnt nämlich eine alte Pappel.
Die ist locker 20 m hoch (ich kann vom 3.Stock aus noch an ihr hochschauen) und rauscht ganz wunderbar mit ihren Blättern. Es hausen auch kackfreche Elstern, knarzende Krähen und Misteln drin.

Aber seit „Kyrill“ im Januar da war, ist sie allein.
Ihre Schwester war nämlich unter furchtbarem Getöse zusammen gebrochen. Ich lag schon im Bett und wusste sofort, was passiert war. Mir wurde urplötzlich ganz kalt ums Herz und ich rief immerzu: „Nein! Oh, nein! Nein, verdammt!“
Und geheult habe ich auch, wie sie da so lag, wohl 100 Jahre alt (was die wohl so alles mitgekriegt hat).
Und dann kamen die Aasgeier mit ihren Fotohandys und „Aaaaal-ter!“-Rufen und kletterten drauf rum. Ich stand noch ganz lange am Fenster und konnte es nicht fassen. Am nächsten Morgen schlich ich mich ganz früh rüber und sammelte mir ein paar Zweige ein, die ich dann in eine Vase stellte, wo sie noch einmal austreiben und blühen konnten.
Das Zersägen der Leiche habe ich nur gehört und extra nicht hingeguckt.

Jedenfalls ist der zweite Baum noch da und bog sich gestern in den Sturmböen so gehörig durch, dass ich echt Angst drum hatte.
Ich glaube, wenn der auch noch fiele, würde ich glatt darüber nachdenken, hier weg zu ziehen. Der wunderbare Ausblick, den ich hier habe, ist einer der Gründe, warum ich schon bald 7 Jahre hier bin. So lange, wie sonst noch nirgends…

Jedenfalls. So ein Baum, der da seit so vielen Jahren steht (und heute Morgen eben auch noch), der kann mich ganz gut in den Tag schieben.

Und nachher geht’s dann auch noch mit Freundin T. in die kestnergesellschaft, wo wir uns das dritte Teilstück der „made in germany“-Ausstellung angucken wollen.

Gute Aussichten also.

Magier mit Zappelsyndrom

Gestern kam im Fernseher mal wieder so eine Filmankündigung, weil doch dieser neue Zauberfilm demnächst erscheint. Und ich habe mich immer schon gefragt, an wen mich dieser Potter bloß so erinnert…

Und manchmal dauert so was bei mir einfach ein bisschen länger, bis es Ruck im Köpfchen macht:

Mathias-Potter

Bin mal gespannt, von welcher Seite ich jetzt Haue kriege.

Aaach, heute…

…bin ich irgendwie so mumpelig-maulig drauf und mir will kein rechtes Tagesthema einfallen.
Mir fallen hier im blog immer mal wieder so Sachen auf, aber ich frage mich: Sollte man im blog übers bloggen schreiben?
Ist das nicht ein bisschen wie die doofe Frage, „Was macht der Zahnarzt, wenn er Zahnschmerzen hat?“ oder „Wer macht dem Friseur die Haare?“

Ich finde, wenn man Offensichtliches oder allen Bekanntes anspricht, sollte man wenigstens versuchen, es so zu machen, dass nicht jeder sofort gähnt und sagt: „Habe ich schon eine Million mal gehört!“ Ich bin aber ganz sicher, dass das was mir hier so beim bloggen auffällt, auch fast allen anderen bloggern irgendwann mal aufgefallen ist. Es wäre also bestimmt überflüssig, darüber was zu schreiben.
(Ich kann auch beispielsweise Menschen, die ich grade kennen lerne, nicht fragen: „Und? Was machst Du beruflich?“, weil das ja immer alle machen! Bei manchen fällt mir aber dann auch nichts anderes zum Fragen ein und dann bleibt die Küche kalt.)

Aber andererseits ist das ja wohl meine Bude hier und ich kann sagen, was ich will!
Und was ich hier beim bloggen doof finde.
Nämlich:

  • – Dass man zwar automatisch eine Mitteilung verfassen kann, wenn man jemanden zum „Freundesein“ einlädt, aber kein Textkästchen bekommt, wenn man so eine Einladung annimmt.
  • Kommentare auf „Mario-Barth-Level“.
  • „Ja, finde ich auch“-Kommentare von Kommentarvielschreibern, die sich vielleicht einfach gerne über möglichst viele andere Seiten verstreuen.

Schade finde ich, dass es so was wie die Top 20 gibt.
Nicht recht verstehen kann ich, weshalb da Leute reinwollen.

Alles andere finde ich natürlich überwiegend fein und erfreulich und anregend.
Und ich freue mich wie sonstwas über ein paar sehr nette „Kontakte“, die sich hier schon so ergeben haben und  finde ein bisschen schade, dass ich das bloggen nicht schon viel früher angefangen habe.

Und jetzt mumpel‘ ich mal lieber woanders weiter…