Plastinieren für billig!

Plastiktütenkostüm

Also, da muss doch echt jemand einen gewaltigen Plastiktütenschuß gehabt haben, oder? Soll das etwa ein anständiger Sparvor- schlag für die von der Fi- nanzkrise Gebeutelten sein?

Die guten, teuren Tüten einfach so ans Kind zu tackern! Was man daraus noch alles hätte Sinnvolles machen können!

– sexy Bettwäsche!
– Sitzbezüge für’s Auto!
– Nerzmantelschoner!
– eine mobile Heimsauna!

Andererseits kann das Töchterchen so auf dem Nachhauseweg von der Kostümparty gleich noch ein paar Pfandflaschen sammeln. Dann kommt das Geld ja wieder rein.

So gesehen…

Küchensofagedanken am Morgen (Teil 12) – Selbstgespräche.

„Du gefällst mir gar nicht!“ sagt Hannelore Elsner in einem TV-Spot zu ihrem Spiegelbild.

TheobrominenfuesseIch finde ja, dass das eigentlich kein beson- ders guter Gesprächseinstieg ist, nicht mal für ein Selbstgespräch. Aber trotzdem muss ich ihr Recht geben: mir gefällt sie nämlich auch nicht. Und das sage ich ihr dann auch jedes Mal, obwohl sie mich vermutlich nicht hören kann. Bei mir steht ja nun nicht gleich ein Kamerateam bereit, wenn ich vor der Licht- kiste mal eben was zu mir selber sage. Ansonsten übrigens auch nicht.

Zwei Frauen führen also Selbstgespräche. Ich könnte jetzt natürlich wieder behaupten, dass ich das ja nur deshalb mache, weil mir Frau Elsner mit ihrer gehaucht-überspannt-räkeligen Art bisweilen gehörig auf den Geist geht, aber das würde mal wieder gar nicht stimmen. Ich mach’ das nicht deswegen, sondern kommentiere auch sonst fast alles, was ich im Fernseher sehe. (Danach sagt Frau Elsner übrigens: „Ich verschreib’ dir mal was!“ und medikamentiert sich selber mit Glutaminirgendwas aus süßen rosa Fläsch- chen. Leider scheint das nicht besonders gut zu helfen, denn zumindest mir gefällt sie danach auch nicht besser.)

Ganz oft rufe ich auch zum Fernseher: „Ha! Das muss ich mir aufschreiben!“, wenn wie- der einer was Schönes gesagt hat wie z.B. neulich ein Bodybuilder über einen anderen: „Er würde jeder alten Dame über die Ampel helfen.“ Ich finde das nämlich sehr nett von dem und nehme an, dass das sogar für die schwereren unter den alten Damen gilt.

Aber auch wenn der Fernseher nicht läuft, spreche ich gern mit mir selbst. Warum auch nicht? Schließlich bin ich doch die netteste und aufmerksamste Gesprächspartnerin, die ich mir nur wünschen kann! Und ich verstehe auch immer ganz genau, was ich meine und muss keine Sorgen haben, dass ich etwa an mir vorbeirede und mich dann falsch verstan- den fühlen muss. Und schwerhörig bin ich ja zum Glück auch nicht.

Als Teenagerin habe ich natürlich gern imaginäre Interviews gegeben, aber das machen ja alle. Heutzutage nehme ich schon mal wichtige Gespräche probehalber vorweg, um mich vorzubereiten. Das ist wirklich oft hilfreich, wenn dann das eigentliche Gespräch stattfin- det. (Obwohl ich dann manchmal nicht weiß: habe ich dem das jetzt eben schon mal gesagt, oder war der da noch gar nicht dabei?) Bei Vorstellungsgesprächen z.B. oder Amtsbesuchen finde ich sowas sinnvoll, weil man sich dann quasi vorher ein bisschen abreagieren kann. Ich habe ja meistens eine ungefähre Ahnung, wie beispielsweise dieser eine bockbeinige Beamte vermutlich wieder argumentieren wird und kann ihn dann (statt auszuflippen und ihm ’nen Aktenordner über den Scheitel zu ziehen) mit einer Gesprächs- taktik überraschen, die ihn kurzfristig mal aushebelt. Das nützt mir zwar auch nix, macht aber Spaß.

Das liest jetzt langsam so, als würde ich nun unentwegt mit mir selbst reden und vor mich hinbrabbeln. Aber so stimmt das auch nicht. Das mache ich nämlich erst, wenn ich über siebzig bin! Ich kann auch mal ein Weilchen schweigen… Wenn ich mich mit meiner bes- ten Freundin treffe, behalte ich vorher schön alles für mich, damit ich die Neuigkeiten besser mit ihr durchtratschen kann. Sie würde sich mit Recht beschweren, wenn ich ihr nicht als erster davon erzählen würde, wenn sich was Spannendes ereignet hat.

Beim Spazierengehen wiederum ist das Selbstgespräch sogar ein wesentlicher Bestand- teil. Denn wenn ich gehe, setzen sich auch meine Gedanken in Gang, entwickeln sich, trappeln aufgeregt herum und ich weise ihnen dann halblaut ihre Plätze zu. Oft entstehen so ganz neue Kombinationen und ich fühle mich gleich viel aufgeräumter. Das ist so ein bisschen wie Strickzeug enttüdeln.

Es wird ja übrigens immer gern behauptet: seit es diese Handys mit Freisprechfunktion gibt, fällt das nicht mehr so auf, wenn jemand in der Öffentlichkeit mit sich selbst redet. Ich kann aber versichern: doch, tut es wohl. Man gewöhnt sich allerdings irgendwann an die Blicke und das Gefühl, für nicht ganz dicht gehalten zu werden. Man kann sich sogar gelegentlich ’nen Spaß draus machen und einen bipersonalen Dialog imitieren:

– „Pscht! Jetzt sei doch mal still! Da kommen uns welche entgegen, die da gucken schon. Es ist voll peinlich, mit Dir spazieren zu gehen!“

– „Na und? Meinste, die haben keine eigenen Macken? Ich wette…“

– „Ruhe jetzt mal!“

Und dann guckt man den anderen Spaziergängern fest ins Auge, bis sie vorbeigegangen sind, bevor man wieder loslegt.

– „Also, die Frau hatte jedenfalls hinten ’ne ganz dreckige Jacke!“

– „Hihi, stimmt. Das sieht ganz schön merkwürdig aus!“

– …

Classic Rock auf Music-Drop.

Wiedergefunden. Diese Dropse habe ich mal im November irgendwo mitgekauft:

Musikdrops

„Beglückt“ wurden damit z.B. NetRat (Survivalpäcksken ins Studio) und Freundin T. (im Adventskalender). Und vor einigen Tagen fand ich auch Spuren einer wohl nächtlichen Verkostung im Wohnzimmer. Da ich das selber nicht war, kann’s nur er gewesen sein. Das hat mich schon ein kleines bisschen amüsiert, denn die Dinger schmecken leider genauso fies, wie sie aussehen (ich weiß nicht, soll es Ananas-Broccoli oder Zahnpasta-Colada sein), und ich hatte leider keine Gelegenheit, vorzuwarnen. (Oder wenigstens wäh- rend des Verzehrs Fotos zu machen.)

Wenn man sich die Bollos aber hochkant in die Schnute klemmt (ungefähr, als wollte man „Oooooh!“ sagen), dann kann man da die tollsten Weisen drauf pfeifen!

Hier mal ’ne Kostprobe:

Kastanienbewegung 2008/09: Durchhalten!

Manche finden ja, jetzt kämen eigentlich die längsten Wochen des Jahres. Die, die sich so laaaang ziehen… Die Feiertage haben wir ja nun tapfer überstanden und sind jetzt schon längst wieder zurück im ollen Alltagstrott. Dazu herrscht höchst ungemütliches Wetter, jeder Zweite schnieft und hustet, und immer drückt oder zieht es grad’ irgendwo.

Kastanien_Jan09Aber in der Tasche liegt ja die Kastanie. Bei mir sind’s sogar zwei.

Eine im Mantel, eine in der
Jacke. Die eine aus Aa-
chen, die andere aus
Berlin. Inzwischen
sind sie schon
ganz trocken
und leicht
geworden.

Und etwas
abgegriffen,
weil ich da
immer dran
rumtaste. Jedes
Mal denke ich dann: „Sobald das erste Grün…“

Immerhin, in sechs Wochen ist doch schon wieder März! Und jeder, der schon mal Som- merferien hatte, weiß, wie schnell sechs Wochen mittenmal rum sein können. Freundin S. hat gestern übrigens extra noch mal betont: „Der März hat immer schon 3 schöne Ta- ge!“ S. wohnt ja auf dem Land, deswegen vertraue ich auf ihre Bauernregeln. Sogar, wenn sie sich die ganz offensichtlich gerade eben erst ausgedacht hat. Naja, dann vielleicht nicht… – Oder eventuell doch, sogar dann! Kommt halt auch auf die Regel an.

Jedenfalls bin ich zuversichtlich, dass es auch in diesem Jahr schon im März Knospen an den Zweigen geben wird. Wer will, hat jetzt also noch Zeit, sich eine schöne Zwille, ein hochkompliziertes Katapult oder eine dicke Kastanienkanone zu basteln. Oder eben den Wurfarm noch ein bisschen zu trainieren.

Weil: ist bald geschafft. Dann fliegen sie! Und dann ist Frühling.

Der „Empire“-Trend und ich.

Ich finde, es muss jetzt mal Schluss sein damit. Mir geht das nämlich auf die Nerven, diese Oberteile, die überall dort Nähte haben, wo ich sie noch nie gebraucht habe. Bei hageren, busenlosen Damen mag es ja sein, dass die Naht bei diesen Empireteilchen da sitzt, wo sie hin soll, nämlich genau unterhalb der Brust. Bei mir sitzt sie mitunter mitten- drauf und das sieht unaussprechlich aus! Ja, ich bin schlank (Gr. 36-38) aber auch ja, ich habe einen Busen, der schon relativ sichtbar und irgendwie verpackungsgewillt ist.

Nein, ich schreibe hier nicht meine Körbchengröße hin, weil ich auf Sabberkommentare gern verzichten möchte. – Oder vielleicht doch? Also, in mein Körbchen passen passen ca. 4-6 Brötchen rein, aber da muss schon man ein bisschen stapeln. Es steht in der Küche auf einem Regalbrett, es liegt eine rotweiß-karierte Serviette drin, und es wird immer beim Frühstück auf den Tisch gestellt.

Genau so ein kariertes Muster hatte ja immer die Jugendherbergsbettwäsche. Ich weiß. Und das mit dem Hagebuttentee, was dann immer danach kommt, weiß ich übrigens auch. Ich hatte so eine Bettwäsche aber sogar als Kind. Also in Privatbesitz. Ich war ja auch sozusagen ein Privatkind. Zuhause. Und diese karierte Bettwäsche brachte mir ständig geometrische Alpträume, in denen ich über das Muster laufen und vor riesigen Kugeln flüchten musste, die mich überrollen wollten. Trotzdem mag ich das Muster irgendwie ein bisschen, und es kann ja auch nichts dafür. – Wo war ich?

Ach so, Empirehängerchen. Ich bin dagegen, das hatte ich ja schon gesagt. Meistens haben sie eine ganz schöne Farbe oder ein angenehmes Material, aber ich brauche sie gar nicht anzuprobieren, weil es an mir aussieht, als wäre ich irgendwo rausgewachsen oder hätte es beharrlich kleingekocht. Ebenso geht es mir übrigens mit diesen Tops, die obenrum wie Triangelbikinis geschnitten sind. Und mit allem, was wie gewickelt aussehen soll, es dann aber doch nicht ist, sondern festgenäht. Da sitzen die Nähte auch immer sonstwo. Am liebsten hätte ich sie dann auf dem Rücken. Vielleicht passen sie ja besser zu meinen flachen Schulterblättern. Allerdings habe ich das noch nicht ausprobiert, und vielleicht lasse ich es auch dabei. Jedenfalls, falls die Textilindustrie zufällig mitliest, möchte ich lieber selberwickeln. Und dann wäre es schön, wenn das Teil dann trotzdem noch auf Hüfthöhe herunterreicht und nicht 10-15 cm drüber zu Ende ist. So wie dieser Text. Der ist schließlich auch nicht vor 10 Zeilen zu Ende.

Sondern hier.

Was Frauen wollen? (2)

„Kuscheln“ ist ja auch so’n Wort…

Offenbar ja ein Frauenwort. (Wenn man mal anfängt, drüber nachzudenken, erinnert es aber ziemlich an Nuscheln oder Kuschen. Und dann hört man besser sofort wieder damit auf, darüber nachzudenken.) Jedenfalls meint jetzt ein Gesundheitsmittelchenzusammen- rührer, wenn man das Wort irgendwo draufschreibt, kommen sofort riesige Horden von kuschelwütigen Frauen angelaufen und kaufen, was das Zeug hält.

Ich rechne also in naher Zukunft mit sinnträchtigem Kauffutter wie „Kuschelschrankwand“, „Kuschelkartoffelsalat“, „Kuschelbahnschranke“, „Kuschelbrot“, „Kuschelspaxschrauben“ und „Kuschelsocken“. – Ach nee, die gibt’s ja befremdlicherweise schon überall.

Hier also ein „Kuschelbad“. Endlich…

Nasskuscheln

In dieser Anzeige dazu hat jemand alles versammelt, was er sich unter den Wünschen der durchschnittlichen Kuschelbedarfsträgerin so vorstellt: Frauen wollen Kerzen! Frauen wollen Dampf! Frauen wollen Kaminfeuer! Frauen wollen beidhändig Rotwein trinken! Frauen wollen sowieso in riesigen Lilienhecken baden!!! – Wo ist denn da eigentlich Herr André Rieu? Der müsste da auch noch am Kaminsims stehen und auf seiner Fiedel rumkratzen. (Optional vor 20 Jahren: „Mittelscheitel-Man“ – Richard Clayderman.)

Pssst! Memo an der Hersteller:

Frauen sind aber übrigens nicht grundsätzlich doof und hängen ein Handtuch so über den Rand der vollen Wanne. Wer will schon nach dem Kuschelgeplansche den Putzeimer ho- len und das komplette Bad aufwischen müssen…

Dooftütigkeit

Speis

Nein, es handelt sich hier keinesfalls um eine Imbissbude, auch wenn man das vermuten könnte!

Es handelt sich hier vielmehr um einen Spice-Verkauf. Spice, das kann ich ja mal erklä- ren, sind verschiedene Mischungen von Kräutern in schicken Tütchen, die zum Zwecke des Aufrauchens ziemlich teuer in Headshops verkauft werden. Wahrscheinlich ist das aber nur eine besonders perfide Art der Entsorgung, denn niemand weiß genau, was diese Mischungen eigentlich beinhalten. Aber dass es ordentlich balla-balla in der Birne macht, das ist immerhin überliefert.

Ich schlage darum vor, für die die sparen wollen:
Raucht doch ruhig auch einfach mal anderes Euch unbekanntes Zeug, das beispielsweise überall in der Gegend rumliegt!

– Staubflusen von unterm Bett
– die Füllung aus Omas Sofakissen
– die verkohlten Brösel, die noch unten im Ofen rumliegen
– Jod-S11-Körnchen
– Sand
– das Abgehobelte vom Bleistiftspitzen
– Blumenerde
– Jackentaschenfussel bzw
– die Krümel, die sich in der Sofaritze sammeln
– Strontium
– Joghurt
– Paketschnur
– Pfirsiche aus der Dose
– Guano
– Waschmittel
-Radiergummi-Abrasiv
– Kleingeld
– …