… für Jenne, falls er zufällig vorbeigeklappert kommt.
Uncategorized
Darf’s ruhig ein bisschen mehr sein?
Gestern hat jemand zu mir gesagt: „Du bist mir vielleicht eine!“
Und ich hab‘ geantwortet: „Sei doch froh, dass ich nicht zwei bin!“
Aber im Moment wär‘ ich ganz gerne mal Zwei. Na, heute noch ein paar Stunden in der Agentur, dann kann ich mich auch mal wieder um den ganzen anderen schönen Krempel kümmern, der hier zurzeit versandet. Da kann man’s doch mal wieder sehen, dass Stern-
zeichen einem ü-ber-haupt nichts nützen! Wozu bin ich denn Zwilling? Pustekuchen!
Ach so: Valentins-Tag.
Vielleicht sollte man wirklich alles mal gemacht haben
Auch das Bloggen von Haustierfotos. Denn man tau! Gestern hab’ ich ja von den Katzen in der Agentur erzählt. Übrigens gehören die nicht zur Agentur, sie treiben sich da bloß immer auf dem Gemeinschaftshinterhof herum. Die eine heißt Patty und ist eine richtige Labertasche.
Wäre sie ein Mensch, würde sie bestimmt den ganzen Tag klagen, wie schlecht es ihr geht und wo es gerade zuppelt oder besonders weh tut und, dass das Geld nicht reicht und achüberhaupt… Ihr ständiges Gemaunze klingt so nach „ArmestraurigesKätzchen“, dass sie auf der Straße ständig von Passanten mitgenommen wird, weil sie denken, das Tier sei in Not. Die Besitzerin hat dann alle Hände voll zu tun, sie zurückzuorganisieren. Dabei geht’s der Katze prächtig, sie wird von reichlich Händen bestreichelt, darf überall rein und raus, bekommt ausreichend Futter und alles, was sie braucht. Naja, gibt ja solche Charaktere. Schnucklig ist sie natürlich trotzdem.
Was keiner außer mir weiß: Sie ist batteriebetrieben. Manchmal büxen ihr allerdings ein-
zelne Funktionen aus, so wie hier: Ein Ausläufer am hinteren Ende beginnt überraschend, stark zu rotieren und sogar auszuschlagen! Der Beweis! Doch die Katze ist nicht doof, setzt sich schnell drauf und keiner hat was gemerkt. (Denkt sie.)
Und das ist „die Andere“.
Ich weiß nicht genau, wie sie heißt. Ich glaube, Meek oder Miek. Von der hab’ ich ungefähr 200.000 Fotos gemacht, aber sie hat nie stillgehalten, darum waren immer nur Einzelteile drauf. Ich hab’ aber gerade nicht die Zeit, sowas zusam-
menzuretuschieren, deshalb bin ich ihr quasi bis ins Bade-
zimmer nachgeschlichen und habe sie bei der Katzenwäsche abgelichtet.
Das hat sie dann eben davon.
Und sonst?
Ich hatte ja gehofft, während ich in der Agentur bin, passieren dort vielleicht ständig irgendwelche lustigen oder wenigstens spektakulären Sachen, die ich dann hier bloggen kann, aber nö. Wir arbeiten vor uns hin, ab und zu wird geseufzt oder gemurrt, manchmal ein bisschen gescherzt, und dann wird wieder gearbeitet. Am meisten erzählen noch die Katzen dort. Besonders die eine ist eine ziemliche Quasselstrippe und mauzt den lieben langen Tag. Man weiß aber irgendwie nicht richtig, was sie will. Meistens irgendwo rein. Oder raus. Oder was anderes.
Damit ist auch schon alles erzählt.
Naja, immerhin führt das dazu, dass ich jetzt zwei ganz gute Entwürfe habe (von 4einhalb), die ich jetzt noch etwas ausarbeite und dann müsste das bis Donnerstag soweit sein, dass wir’s abschicken können.
Und sonst?
(“Und sonst?“ ist übrigens eine meiner Lieblingsfragen. Man trifft jemanden auf der Straße, erzählt sich stundenlang das Neueste, Wowieundwas, Wergegenwen, Wermitwem, Wermitwemwill und so. Wenn man dann alles ausgetauscht hat, entsteht meistens eine Pause und man will schon weiter gehen, plötzlich sagt der Andere: „Und sonst so?“ Und dann erzählt man alles wieder von vorne!)
Ja. Öh. Sonst? Also, ich hatte ja gehofft, während ich in der Agentur bin, passieren vielleicht…
Kann man doch ruhig mal fragen…
Kann eine Fähe eigentlich wegen Unfähigkeit suspendiert werden?
Und an wen muss ich mich wenden, wenn eine Fähre nur ungefähr fährt?
Himmelsverzierung
Iron Woman
Ich wieder. Gestern hab’ ich mir ein neues Bügeleisen gekauft. (Ja, ich gestehe: Ich bügle. Ist so’ne Macke von mir. Ich mach’ es aber nicht zu oft, ich hab’ das voll im Griff.) Jedenfalls ist mein altes Bügeleisen mit der Zeit immer launischer geworden und eigent-
lich nur noch nach Spezialsystem warm geworden. Das Spezialsystem geht so: Mal geht’s, mal nicht. Vielleicht liegt das daran, dass es mir ab und zu mal runtergefallen ist…
Kalt kann ich jedenfalls auch mit der Butterglocke bügeln oder sogar mit der flachen Hand, dafür brauch’ ich kein Bügeleisen. Also: Neues. Kaum, dass ich zuhause war, habe ich das Ding ausgepackt, aus Karton und Folientüte getüddelt und habe den Stecker in die Dose gemacht, um zu sehen, ob es auch schön heiß wird. Nicht, dass ich in Zukunft womöglich beidhändig kalt bügeln muss.
Das wurde sogar schnell heiß, – aber ruckizucki! Woran ich das gemerkt habe? Erst roch’s komisch, und ich denk’ noch: Das riecht aber komisch, na ja, ist neu und so. Als ich dann hinsehe, bemerke ich, dass da gerade eine Folie schmilzt! Also fix den Stecker wieder raus. – Folie? Mist! Wo kommt die denn jetzt her?
Da war nämlich, das hatte ich in meinem Eifer nicht gesehen, noch so eine Schutzfolie auf der Bügelfläche! Damit die Fläche schön bleibt und keine Kratzer kriegt. Und diese Folie war bestimmt vorher ganz glatt gewesen. Jetzt hatte sie Blasen. Und war knalle-
heiß. Wieso machen die da kein Zettelchen an den Stecker, auf dem steht: „Hallo, erst Folie abziehen, bitteschön!“? Garantiert passiert sowas jeden Tag vierhundertmal überall auf der Welt und DuTube ist bis obenhin voll mit Videos dazu!
Jetzt wollte ich natürlich rettend eingreifen, und zupfte einen Teil der Folie schnell mit spitzen Fingern ab, aber das war ein bisschen wie bei einer Pizza mit viel heißem Käse. Darum dachte ich: nee, lass’ mal lieber erst abkühlen, sonst sehen deine Finger ganz schnell genauso aus. Und dann ist’s Essig mit’m Tastaturschreiben und der Gobelin-
stickerei. – Wer weiß schließlich: vielleicht will ich ja morgen unbedingt damit anfangen, und dann geht das wochenlang nicht, und hier liegt ein Wandteppich und kiloweise Garn, und die Wandhalterung ist schon montiert, und dann frustriert mich das, und ich komme mies drauf, und das will man ja nicht.
Ja, und dann konnte ich jedenfalls mal erleben, wie lange so’n Bügeleisen eigentlich heiß bleibt. Ewig nämlich. Eigentlich kann man es morgens mal kurz anmachen, dann wieder aus, und den Rest des Tages kann man trotzdem damit bügeln. Nach ca. 1 Stunde hab‘ ich dann trotzdem angefangen, die Folie da runterzupulen. Aua. Ich wollte aber unbedingt wissen, ob ich jetzt zwei kaputte Bügeleisen habe. Und Hilfsmittel, die über Fingernägel hinausgehen, wollte ich man lieber nicht nehmen, sonst wären ja doch gleich Kratzer… Langer Rede kurzer Sinn: Es dauerte eine weitere Stunde, bis ich alle millimeterkleinen Fetzen abgefisselt hatte. Aber es ist noch mal gut gegangen.
Jetzt steht das verschlagene Biest hier und guckt unschuldig.
Hat sie mir doch gleich gezeigt, wer hier der Chef ist.
Bin ich vielleicht froh, …
… … "knack!"… …?
Heute bleib’ ich mal zuhause. Irgendein komischer Bazillus hat mich erobert: Ich bin total matt, supermüde, etwas kodderich und wie durch eine Mangel gedreht. Aber das scheint hier gerade umzugehen, Freundin T., mit der ich gestern Abend eigentlich auf ihren tollen neuen Vertrag anstoßen wollte, sagte mir nachmittags aus ebenjenem Grund ab. Und auch in der Agentur haben schon zwei Leutchen ähnliche Beschwerden gehabt, die dann aber wohl ganz plötzlich verschwinden, wenn man gerade mit einem größeren Ausbruch rechnet. So hätte ich das bitte auch gern, ich weiß jetzt nur nicht, wen ich da anrufen muss.
Also mache ich heute halblang oder gleich ganz kurz, schleiche nur mal eben zum Bäcker und zum Zeitungsmann und setze mich dann zum Sonnen ans offene Fenster. Diese Wohnung hat nämlich den Luxus, nach Süden ausgerichtet zu sein. Da ich im dritten Stock wohne, und gegenüber nur flachere Gebäude sind, habe ich einen weiten Blick und volle Sonne (die heute sogar mal scheinen möchte). Und das Beste: Es kann mir niemand reingucken. Ach, wenn mein Wohnzimmerfenster doch ein Balkon wäre… Man kann sich ja so alles Mögliche selber schreinern, aber mal eben einen Balkon irgendwo anzubringen, geht trotzdem nicht. Das muss schon der Hausbesitzer machen. Der reagiert aber immer irritiert, wenn ich ihn nach Balkonanschraubung frage.
Na, ich will mich nicht beschweren, sonst ist die Wohnung ja prima. Die Wände wirken durchaus stabil (obwohl ich es besser weiß), da wo Löcher sind, hat jemand Pfiffiges Fenster und Türen reingemacht, die sich anstandslos öffnen und schließen lassen. Der Fußboden ist noch kein einziges Mal eingebrochen, sondern knackt nur gelegentlich zutraulich, wenn die Sonne mal länger drauf scheint. Ist doch schön, oder?
Das wird heute mal meine Tagesaufgabe: Horchen, ob’s vielleicht knackt.
Brrrr…! & schnurr…
Gleich geht’s wieder los zur Agentur. Das geht noch bis mindestens Mitte nächster Woche so weiter, was bedeutet, dass der Betrieb hier mal wieder nur eingeschränkt möglich ist. Ich könnte ja mal den tag „schulligung, ich komm’ mal wieder kaum zum bloggen“ einführen, aber nö. Ich komm’ ja auch irgendwie trotzdem meistens dazu.
Heute nehm’ ich mal meine Wärmflasche mit, denn wenn man da so den ganzen Tag sitzt, fängt man irgendwann trotz eigentlich recht molliger Heizungsluft das Frösteln an. Chefin und Chef haben dann auch so Gummidinger hinter’m Rücken. Aber sie haben nur so kleine Muckelpullen. Dagegen werde ich heute mal anstinken, denn in meine passt bestimmt das Doppelte rein. Es wird ein bisschen aussehen wie im Sanatorium, aber das mit dem Aussehen kriegt ja keiner mit. Und es sagt ja auch niemand von uns am Telefon: „Ach, wir sitzen hier übrigens ungekämmt, mit Wärmflaschen und Teechen!“ Und den Entwürfen sieht man’s auch nicht an. Hoffe ich zumindest.
Und wenn gerade keine Wärmflasche zur Hand ist, kann man sich auch, wenn man will, eine der beiden Katzen, die da herumstrolchen, quer über’n Schoß legen. Nur ich wieder nicht. Wegen Allergie. Ich frag‘ mich schon länger: was machen eigentlich Katzen, wenn sie eine Tierhaarallergie haben? Lassen die sich desensibilisieren?





