Einen schönen Brocken (nicht BR*CKHAUS! Brocken. Am liebsten so einen Super Brocken.). Ich will mir nämlich was einbrocken, aber so richtig. Super, halt. Dafür brauch’ ich den.
Und dann hätt’ ich gern noch einen hübschen Komposter. Ich weiß noch nicht: Soll’s einer sein, um mein altes 470 l-Handy endlich mal…? Oder lieber einen, in den ich endlich meine ganzen ollen Juwelen reinschmeißen kann?
Na, ich sag’ Euch dann einfach noch mal Bescheid, gell?
Heute sind mal wieder zwei Fragen dran, eine von Freundin T. und eine von kulturniprogram:
Freundin T. hatte ja gleich mehrere Fragen gestellt. Hier nun derer die zweite:
„Wieso wird lange vor der Ernte ein Streifen des Feldes abgemäht?“
Antwort:
Öh, ja. Darüber denke ich auch schon die ganze Zeit nach. So hier mitten in Hannover… Felder? Wattn für Felder? Da musste ich bei ihr direkt noch mal nach- fragen, was sie damit genau meint.
Freundin T. wohnt ländlich und hat beobachtet, dass die Bauern vor der Ernte schon mal einen Streifen Feldes wegmähen. Das bedeutet übrigens nicht, dass sie da Schafe hin- stellen und die motzen dann die Halme ein Stück weiter.
Ja, nu. Ich wusste nun auch nicht, hatte auch keine richtige Idee. Vielleicht testen die, ob das Korn trocken genug ist zum Ernten und Dreschen? Aber das wird wohl auch bei Nicht-Kornfeldern gemacht. T. selber meinte, es hätte vielleicht was mit Schädlingen zu tun. Also habe ich aus lauter Daffke mal ins Netz geguckt, ohne Hoffnung, da was zu finden. Ich fand aber doch: eine textstarrende Landwirtschaftsseite, die ungefähr 12m lang runterzuscrollen ging, bevor ich folgenden Tipp fand:
„(…) Pflegen sie Ihre Feldränder.
Durch das Abmähen oderMulchen der Feldränder kann das Einwandern vor allemvon Un- gräsern in die Felder verhindert werden. Auch Krankheiten werden durch das Abmähen der Feldränder bekämpft, (…)“ Aha, Freundin T. hatte also Recht. Da hätte sie mich ja eigentlich gar nicht fragen müssen. Ungräser, soso. Man kann sich die Einwanderungswellen der Ungräser ja gar nicht plastisch genug vorstellen! Bestimmt ist das in Wirklichkeit ein enormer Andrang, mit Sack und Pack. Und wenn man nicht aufpasst, witschen sie über die grüne Grenze, und dann hat man den Salat. Und wohin bringen sie dann wohl die rechtzeitig abgemähten Ungräser? Werden die kurzentschlossen zum Feldrand zuückgeflogen?
Dass man durch das Abmähen Krankheiten bekämpfen kann, wusste ich natürlich. Denn wenn ich Erkältung hab’, gehe ich immer mähen, und irgendwann ist die Nase wieder frei. Aber das weiß ja nun jeder. Wenn man also einen abgemähten Feldstreifen sieht, weiß man: Entweder „Einwanderungsstopp“ oder sogar „Bauer wieder gesund“. Da kann man dann ja eigentlich gleich mal vorbeigehen und gratulieren. Vielleicht wird man ja auf ein Stückchen Pflaumenkuchen eingeladen…
Liebe T., Danke auch für diese Frage. Nun weißt Du also, was Du eigentlich sowieso schon wusstest. Und das Tolle ist: Ich weiß es jetzt auch. Und ein paar Andere.
Zum Pflaumenkuchen passt jetzt aber gut noch die Frage von kulturniprogram. Er fragt mal rein so interessehalber aus seiner Schweiz heraus:
„wieso schmeckt kaffee besser, wenn man statt kaffeepulver einen teebeutel verwendet?“
Antwort:
Knifflig. Also, der Umkehrschluss funktioniert schon mal nicht. Tee schmeckt nicht besser, wenn man Kaffeepulver verwendet. Ich hab’s versucht. Dafür schmeckt Hühnerbrühe ebenfalls besser, wenn man statt Brühwürfel einen Teebeutel reintut. Auch alle 3-Minuten-Terrinen schmecken besser, wenn man das heiße Wasser stattdessen über ’nen Teebeutel giesst.
Bei Kakao funktioniert’s nicht ganz. Da bleibt’s bei: Unentschieden. Heiße Milch mit Teebeutel aufgekocht = genauso lecker wie mit Kakao. Beide vertragen gut zusätzliche Würzung mit fast allen Gewürzen, außer Salz und Pommesgewürz.
Oder begreife ich vielleicht die Frage falsch? Geht es wirklich nur um den Teebeutel? Soll ich den leerfieseln und dann in den Kaffeefilter legen? Schmeckt immer noch besser, als wenn ich Kaffeepulver verwende. Und weil da ja jetzt noch die Teekrümel nackt herumlie- gen, empfehle ich, die auch gleich noch dazuzuschmeißen. Das ist vielleicht lecker!
Ich glaube einfach: Fast alles schmeckt irgendwie besser, wenn man einen Teebeutel reinhängt. Vielleicht ist das die Erklärung…
Danke Dir für diese etwas-spät-aber-doch-eingetrudelte Frage, kulturniprogram.
Viele Grüße und ein herzliches: „Rock on!“ Von der Theobromine
Der Teppichhändler und Flamingovermehrer meines Vertrauens, Trithemius, hatte wohl den Schalk im Nacken und hat mich gefragt:
„Was steht auf dem Grabstein von Kurt Schwitters?“
Ich bin mir ziemlich ganz sicher, dass er als Schwittersbewunderer das selber genau weiß, aber natürlich beantworte ich auch diese Frage sehr gern. *g*
Antwort:
Also, Kurt Schwitters ist ja Hannoveraner gewesen. Und damit meine ich jetzt kein Pferd, sondern ein Einwohner Hannovers.
Das an sich ist ja schon schön, aber Schwitters war zudem Künstler. Er malte, war DADA, collagierte, assemblierte, baute und dichtete seine von ihm so be- nannte Merz-Kunst. Und er muss Humor gehabt haben. Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Gedicht „An Anna Blume“ und der Merzbau, dessen Original sich über mehrere Etagen seines Wohnhauses erstreckte. Das Haus wurde im Krieg zerstört (als einziges in der ganzen Häuserzeile!), aber man kann eine Reproduktion des Merzbaus im Sprengel Museum hier in Hannover betreten und begucken. Mehr über Kurt Schwitters und seine Arbeit findet sich u.a. hier oder dort.
Die Nazis fanden ihn entartet, deshalb floh er 1937 zunächst nach Norwegen und setzte dort seine Arbeit fort. Als er dort auch nicht mehr bleiben konnte, ging er nach England. Dort ist er 1948 auch gestorben und war zunächst dort beigesetzt. 1970 wurde er nach Hannover überführt und ist nun in seiner Heimatstadt begraben.
Und auf seinem Grabstein steht: „Man kann ja nie wissen -„
Hier ist ein Foto:
Das Grab von Kurt Schwitters auf dem Engesohder Friedhof in Hannover. (Zum Vergrößern anklicken)
Mir gefällt die Inschrift sehr. Und am besten gefällt mir der Gedankenstrich.
Man sollte sich wirklich ab und an mal die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was man gerne später mal auf dem eigenen Stein stehen haben möchte. Das ist eigentlich über- haupt nicht gruselig, sondern ganz interessant. Man kann es zwar dann selbst nicht mehr lesen, aber falls mal Besuch kommt…
Man könnte ja z.B. schreiben lassen:
„Schön hier.“
„Setz’ Dich doch. – Hast Du mir Blumen mitgebracht?“
„Hör‘ doch mal, …“
Da ich aber (wohl im Gegensatz zu Herrn Schwitters) zur zu einer gewissen vorlauten Naseweisheit neige, bin ich für meinen Stein zurzeit noch immer bei: „Ich hab’s ja gewusst!“
Oder hat noch jemand eine Idee für eine gute Inschrift? – Jules? (Dann kann ich in der Zwischenzeit weiter über die nächsten Fragen nachdenken…)
Pssssst…, auch heute ist noch Flamingo-Tag im Teppichhaus, Leute…
Die gute A. hat mir gestern am Küchentisch von Freundin S. spontan zwei Flamingos gezeichnet. (Bei Flamingo 2 hätten die Beine wohl nicht mehr auf’s Blatt gepasst. In Ermangelung eines pinkfarbenen Stifts sind aber dafür die auszumalenden Flächen gewissenhaft angegeben. Danke, liebe A.!)
„Warum parfümieren sich Weibchen während der „Bauchauazeit“? 😉 (Ich erwarte keine ernsthafte Antwort. ;-))“
Antwort:
Ich fasse die Frage mal so auf: „Wenn Bauchauatage, dann Befruchtung und Nachkommenschaft ausgeschlos- sen, also Beduftung zwecks Anlockung paarungswilliger Männchen zwecklos. Wozu also? Ist doch Kappes!“
Erstmal ist es ja wirklich ganz schön, wenn Männer sich ein bisschen mit den Gezeiten auskennen, da hab’ ich nämlich schon die wildesten Thesen gehört. „Bauchauazeit“ hin- gegen kannte ich noch nicht, das ist putzig.
Also, jetzt aber mal zur Frage: Die ist wirklich nicht ganz uninteressant. Ich habe nämlich mal einen Fernsehbericht ge- sehen, in dem gezeigt wurde, dass Frauen, bei denen gerade das Ei springt, sich anders kleiden, wenn sie in die Disco wollen, als solche, bei denen gerade nix springt. Die Dame mit Sprung zeigt deutlich mehr Haut.
Dennoch ist der Mensch ja eine ulkige Mischung aus Ur- und kultiviertem Sozialwesen. Was beim Einzelnen überwiegt, muss jeder selbst rausfinden. Das Einnebeln mit Duft- stoffen hat ja auch schon eine lange Tradition, entstand mal aus dem Verbrennen von wohlriechenden Kräutern und Ölen (daher auch noch die Bezeichnung „Parfum“, es kommt von „par fumer“, was soviel bedeutet wie „zum Verräuchern“), und war den Göttern vorbehalten. Heute wird das ja noch mit Weihrauch gemacht. Da Könige sich oft auch noch für Götter hielten, dufteten die auch. Und dann bestimmt irgendwann der Hofstaat und die Reichen. Es wurde schick, nach was anderem als sich selbst zu riechen. Später wurden Verfahren zur Gewinnung von Duftstoffen entwickelt, die es auch dem Volk möglich machten, sich zu bedüsen.
Eigentlich ist der Eigengeruch ja aber für was gut. Da kommt dann wieder das Urtier durch. Die Natur hat sich da eigentlich ’ne ziemliche Mühe gemacht, Rezeptoren und so Zeug zu basteln. Das war bestimmt nicht ganz einfach, funktioniert aber immer noch prima. Ich sag’ nur: Limbisches System. Das ist der Teil vom Hirn, den wir auch als Krokodile schon hatten, und der auch Gerüche verarbeitet und sie in Emotionen umsetzt. Das ist u.a. gut für: Nahrungsaufnahme, Selbstverteidigung und Partnerwahl.
Wenn man da jetzt was drübersprüht, meint man, dass das besser riecht, was bei Vielen sogar der Fall ist. Trotzdem bleibt der Eigengeruch ja erhalten und wird grundsätzlich wahrgenommen.
Ich persönlich besprühe mich nicht oder nur selten. Das ist ’ne Glaubensfrage. Ich mag natürlich Düfte von Blumen und Hölzern und Früchten und so. Sehrsehrsehr. Die Natur hat sich mich aber nicht als Zitrone gedacht, sondern als Theobromina. Eine mit empfindlicher Nase. Und die Nase hat schon genug zu tun mit Shampoos, Seifen, Deos, Waschmitteln, Cremes und so weiter. Alle 5 cm riecht man anders. Und dann auch noch, und Achtung!, jetzt kommt mein Hauptargument: Nach künstlich erzeugten Duftstoffen, die irgend- welche verrückten Wissenschaftler in Labors erfinden und zusammenstecken. Mein Limbisches System sagt aber: „Nö, das ist keine Rose, das ist eventuell aus alten Autoreifen destilliert, bäh.“ Und weigert sich, das anzuerkennen. Ich halte es für einen großen Fehler, das LS verkohlen zu wollen. Und mit Allergieauslösern fange ich jetzt mal gar nicht an. Mal ganz davon abgesehen, dass doll einparfümierte Mitmenschen unge- heuer anstrengend sein können. Na gut, ungewaschene auch, aber das ist ja ein ganz anderes Thema.
Wenn also Duft, dann wenigstens aus echten Blümchen und so. Und sparsam.
Und so langsam komme ich jetzt zurück zur Frage… Da der Mensch in Sozialverbänden lebt und die Körperpflege kultiviert hat, möchte er immer gut riechen und adrett rüberkommen. Auch und gerade die Damen. Es könnte ja sein, dass so eine Bauchaua-Frau ihr Parfum selber mag und sich wohl fühlt, wenn sie es trägt. Und vielleicht lässt es sie auch ein bisschen das Bauchaua vergessen. Und wenn das auch den umstehenden Männern gefällt, kann sie vielleicht schon mal einen Kontakt knüpfen, der nützlich sein könnte, wenn das nächste Ei losspringen möchte. Vielleicht ist ja einer dabei, dessen Limbisches System gerade im Urlaub ist…
So, ungeduldiges Teufelchen, ich hoffe, damit habe ich Deine Frage beantwortet. Ob nun ernsthaft oder nicht, entscheidest Du. Ich danke Dir noch mal für’s Mitmachen, Du hattest Dich ja sogar als Erster vorgetraut und musstest jetzt soooo lange warten! 😉
NetRat, die vielleicht einen Pffft!-Vogel krie- gen würde, nennte ich sie hier „die liebe NetRat“, – also die lustige, kluge, gehörig angeschrägte, vielseitige und von mir echt so richtig gern gelesene und gehörte NetRat hatte folgende Frage für den Weihnachts- kalender:
„Warum passiert immer alles Mögliche gleichzeitig? Ich mein jetzt nicht Weih- nachten und Ostern und Neujahr auf einem Termin, sondern warum gehn immer alle möglichen, vollkommen verschiedenen Sachen im Rudel kaputt oder verloren… oder Konzert, Kino- abend, Betriebsfeier und alter-Freund- in-der-Stadt stapeln sich einem einzigen Termin… oder Lottogewinn, neue Arbeitsstelle, wunderbarer Blumenstrauß und eine lang gesuchte LP …“
Antwort:
Ich glaube das hat was mit Neutrinos, Synapsen, Blutzuckerspiegel und Wahrnehmungs- fallen zu tun. Ich weiß jetzt nur nicht, was.
Wenn man morgens schlechtgeträumt aufsteht, im morgendlichen Brass gegen den Tür- rahmen bumpert, dann löffelt man auch schon mal das Kaffeepulver ohne Filter in die Kaffeemaschine, die dann so laut das Spotzen und Röcheln anfängt, dass sich der Kühl- schrank erschreckt und kaputt geht. Dann kann es schon sein, dass man das Gefühl kriegt, der Tag läuft nicht so gut an.
Und in so’ner Laune kommt’s einem auch so vor, als würden die Kollegen mufflig zurück- grüßen, wenn man doch eigentlich ganz freundlich „Mong!“ gesagt hat. Und die Kollegen sind dann auch verantwortlich dafür, dass man die Computermaus vielleicht ein bisschen zu fest und zu ruppig über ihr Pad schiebt, was zur Folge hat, dass die Zicke von Rechne- rin sich beleidigt hinlegt und schmollt. Da ja das Internet überall rein- und rausgucken kann, erfährt der Postminister natürlich davon und schickt auf einen Schlag alle doofen Briefe ab, die man eigentlich verteilt auf’s nächste Vierteljahr kriegen sollte.
Die Briefe klatscht man zuhause auf die Kommode, die dann auf einer Seite einknickt, obwohl man gar nichts gemacht hat. Da ist man eigentlich trotzdemgut gelaunt, man merkt es nur eben nicht. Hormone, vielleicht. Die kleinen Biester. Stattdessen glaubt man, man sei eventuell nicht gut drauf, oder die Welt wär’ heute mistig und kratzig wie ein Pulli aus Akopads. Dass Sachen verschwinden, hat aber wirklich was damit zu tun. Meistens sind das die sensibleren unter den Sachen, die merken, wenn man glaubt, schlecht gelaunt zu sein, und die verstecken sich, bis die Luft wieder rein ist oder stellen sich doof und den Betrieb erstmal ein.
Andersrum ist es auch so, nur andersrum.
Man wacht frisch und munter auf, bollert fröhlich gegen den Türrahmen, schaufelt das Kaffeepulver ohne überflüssigen Filter in die Kaffeemaschine, klatscht in die Hände, ruft: „Hossa! Caramba! Karacho!“, weil der Kaffee so lecker ist und Kaffeesatz gut ist zur Rei- nigung der Zahnzwischenräume. Der Kühlschrank, den man aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht mehr aufmacht, weiß was sich gehört und zieht sich respektvoll zurück.
Dann geht’s zur Arbeit, wo die netten Kollegen auf das gutgelaunte „Mong!“ mit zartestem Gewisper antworten. Die Rechnerin freut sich über beherzte Mausmassage und gönnt dem User ein schönes Päuschen zur Belohnung. Davon erfährt der Postminister und schickt zur Unterhaltung ein Bündel lustiger Briefe mit neuen, witzigen Denksportauf- gaben.
Die Kommode im Flur knickst ehrfurchtsvoll, obwohl man gar nichts gemacht hat. Man kommt sich irgendwie vor wie gut gelaunt. Toll, so Hormone! Oder egal wer. Hauptsache toll. Und nirgends Sachen, die herumliegen, der Blick kann frei schweifen, mit ein biss- chen Glück über einen Strauß Blumen oder über einen alten Freund, der da schon die ganze Zeit sitzt und einem noch gar nicht aufgefallen ist. Das kommt einem dann fast wie ein Lottogewinn vor. Man könnte beinahe wirklich gute Laune kriegen! Braucht man aber nicht, denn man glaubt ja schon, welche zu haben.
So ungefähr funktioniert das. Glaub’ ich. (Wenn man allerdings dicke Augen haben muss, dann darf man mit Fug und völlig zu Recht schlechte Laune kriegen, finde ich. Gute Besserung!)
Vielen Dank und schön, dass Du mitgemacht hast, HikE.
Als ich verreist war, ging ich einkaufen. In einem Bio-Superladen. An der Kasse gab’s, wie in anderen Superläden auch, Überraschungseier. „Hm.„, dachte ich, und: „Ach. Ob da wohl pädagogisch wertvolles Holzspielzeug drin ist?“ Eine Zeitlang mochte ich überrasch- ende Schokoeier ganz gern und hatte die ganze Küche voll mit z.T. zweckentfremdetem Plastikkrempel.
„Na“, dachte ich dann weiter, „das probierste mal aus!“ Ich suchte mir das Ei aus, das noch am sorgfältigsten in ökologisch wertvoller Alufolie eingewickelt war. In diesem Fall kann man das Wort „sorgfältig“ ruhig genau nehmen, denn das arme derangierte Ei trug jede Menge Sorgenfalten. Kein Wunder, dass allem, was öko ist, eine gewisse äußere Schludrigkeit nachgesagt wird. Zurück vom Einkauf machte ich erstmal ein Beweisfoto:
Dann wickelte ich das Ei aus. Auf der Folie steht ja, die Überraschung sei „aus kontrolliert ökologischem Anbau“.
Jetzt war ich aber echt richtig neugierig. Also runter mit der Verpackung. Überraschung: Ein Schoko-Ei! Es sieht schon ein bisschen mitgenommen- verkratzt aus. Egal. Weiter jetzt.
Ich krieg‘ es kaum auf, die Nähte sind wohl besonders gut abge- dichtet. Ein bisschen, wie diese Passivhäuser… Jetzt hab’ ich’s endlich auseinander! Drinnen ist ein zweites Ei, das überrascht mich, ehrlich gesagt, kein kleines bisschen. Damit man es nicht mit den klassischen Spielzeugeiern verwechselt, ist es grün. Das ist bestimmt umweltfreund- licher. Ich erwarte jetzt, dass da vielleicht bunte Holzperlen drin sind, und ein Baumwoll- faden zum Auffädeln. Oder ein kleines Murmelspiel, vielleicht ein Würfel und eine kleine Spielanleitung zum Zocken, oder irgendwas in der Art.
Als ich das grüne Plastikding endlich aufhabe, fliegt ein Zettelchen raus und etwas, das ich erst auseinanderzerren und dann wieder zusammenstecken muss. Das Ergebnis ist ein Vieh. Laut Zettel ist es eine Katze. Meiner Meinung nach muss sie sehr traurig sein über ihre Anatomie. Die arme Katze. Sie gibt sich aber pupslustig und gut gelaunt und streckt einen Finger hoch. Meiner Meinung nach den Falschen.
Da Sansibar mir netterweise so viele Fragen geschickt hat, kann ich heute mal gleich zwei davon beantworten und dann habe ich immer noch sechse übrig! Jungejunge. Also habe ich mir für heute diese beiden ausgesucht:
1. – „Hast Du Angst vor einer möglicherweise nahen Klimakatastrophe?“
2. – „Glaubst Du, dass es außerirdisches Leben gibt?“
Antwort:
Zur ersten kann ich sagen: Auha! Ganz schön dicke Frage. Nein. Hab’ ich nicht.
Das würde mir ja auch gar nichts nützen. Also, das Angsthaben. Das Klima ändert sich sowieso ständig, das hat es ja wohl schon immer getan. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir in Zukunft mehr starke Stürme haben, dass es vielleicht wärmer wird, dass es Überschwemmungen gibt. Ich war im Januar sehrsehr traurig, weil eine von den beiden Pappeln, die vor meinem Fenster standen, von „Kyrill“ umgeworfen wurde. Ich liebte diese Bäume und hab’ sie oft betrachtet oder nur dem Rau- schen ihrer Blätter zugehört. Jetzt steht der andere Baum allein da und ich befürchte, dass er beim nächsten starken Sturm sehr zu kämpfen haben wird. Wenn er auch noch fiele, wäre ich noch viel trauriger. Und im Juli, bei einem anderen Sturm, brach ja auch noch die alte Weide zusammen, an der ich auf meinen Spaziergängen immer vorbei kam, und in die ich oft geklettert bin, um nachzudenken. Ich hab’ hier schon darüber geschrieben.
Aber ob das was mit dem Klimawandel zu tun hat? Alte Bäume fallen eben irgendwann, das muss auch so sein. Und so gibt es auch kein gleichmäßiges Klima, und wenn wir uns das noch so wünschen. Schwankungen hat es immer gegeben. Auch Stürme hat’s übrigens schon früher gegeben. Die Natur macht ohnehin die schönsten und wildesten Sachen. Wie wir das finden, und ob wir das wollen oder nicht, ist ihr völlig schnurz. Deshalb können wir uns eigentlich nur anpassen, so gut es geht. Naja, ich hab’ gut reden: Hannover steht nicht gerade in Gefahr, bald überflutet zu werden. Auch Hurricanes sind hier selten. Nach Tuvalu allerdings würde ich jetzt nicht gerade umziehen wollen.
Ich bezweifle übrigens, dass der Mensch wirklich so irre viel mit dem Klimawandel zu tun hat. Es gucken ja jetzt alle so auf den CO2-Ausstoß. Damit ich hier jetzt nicht falsch verstanden werde: Ich bin total dagegen, Ressourcen zu verballern, gucke auch, ob ich irgendwo sparen und/oder die Umwelt schonen kann. Das sollte selbstverständlich sein. Aber ob z.B. der von Menschentechnik produzierte CO2-Ausstoß wirklich so viel zum Klimawandel beiträgt? Da sind sich ja nicht mal die Forscher richtig einig. Dass das jetzt so’n Thema ist, hat auch viel damit zu tun, dass man damit offenbar Stimmung und Geld machen kann. Heraus kommen Aktionen wie: 5 Minuten Licht aus!, die ich für totalen Quark halte.
Bestimmt ist es gut, CO2 einzusparen. Aber es ist auch mindestens genauso wichtig, die Regenwälder nicht abzuholzen, keinen Atommüll zu produzieren (der anschließend ins Meer gekippt oder in Lagerhallen aufbewahrt wird), die Erdoberfläche nicht mit Beton zu versiegeln, die Meere nicht leer zu fischen und vollzumüllen, und wattweißich.
Alles Themen, die gerade zurückstehen müssen. Ich könnte noch viel mehr Themen auf- zählen, die ich für dringender halte, und worüber ich mich in kleiner Runde in meiner Küche öfter mal aufrege, aber ich habe mich mal entschieden, sowas aus meinem Blog eher rauszuhalten. Sonst komme ich hier gar nicht mehr weg. Außerdem lässt sich’s hier nur mühsam diskutieren.
Was ich sagen will, ist: nein ich hab’ keine Angst vor einer Klima- bzw. Naturkatastrophe. Ich weigere mich, auf Ansage panisch zu werden. Da muss was faul sein. Ich hab’ eher Angst vor anderen Sachen im Umweltbereich, von denen man weiß, dass Menschen sie verbocken. Und dann wird mir sowieso auch noch schlecht von noch ganz anderen Sachen…
Zu Frage 2: Ja, ich bin sogar fest davon überzeugt. Wie es aussieht, das außerirdische Leben, weiß ich natürlich auch nicht. Aber bei soviel Platz im Universum sollte es mich doch stark wundern, wenn wir die Einzigen sind auf weiter Flur.
Ein paar lustige Mikroben gibt’s doch bestimmt schon in der Nachbarschaft. Und vielleicht sind die da drei Meter groß, wer weiß? Ob ich mir allerdings Kontakt wünsche, weiß ich nicht so richtig. Nachher versauen wir denen auch noch ihren hübschen Planeten!
Wir gehen ja immer davon aus, dass Außerirdische entweder superklug sind und über die dollste Technik verfügen, oder dass sie sich noch im Bakterienstadium befinden. Vielleicht sind die aber auch fast genauso wie wir und sehen auch noch ziemlich wie wir aus. Das wäre doch auf eine nette Art unsensationell. Wenn sich rausstellt, dass die Schöpfung oder die Natur oder werweißich im Grunde ziemlich einfallslos ist. Überall Büroangestellte im Pullunder.
Also, mir würde das irgendwie gefallen…
Heute mal „naturgewaltige“ Grüße an Sansibar und in alle Außenwelten, von Theobromina
Die liebe Annemikki hat mir eine Frage geschickt, die wir wohl fast alle zu Beginn hier hatten:
„Also, ich hätte da mal eine total dämliche aber von meiner Seite aus total ernsthaf- te Frage: Was bedeuten die Begriffe Seitenaufrufe und Besucher? Wo ist der Unter- schied? Warum sind immer weniger Besucher als Seitenaufrufe? Wie kommt es, dass ich manchmal 225 Seitenaufrufe habe, aber nur 46 Besucher?“
Antwort:
Deine Frage ist natürlich überhaupt nicht dämlich, auch ich habe mich das zu Beginn gefragt und damals im Hilfeblog die Antwort gefunden.
Dein Blog besteht ja aus mehreren Seiten. Es ist also möglich (und sehr wahrscheinlich), dass 1 Besucher mehrere Seiten Deines Blogs aufruft.
Zunächst guckt er sich z.B. Dein Profil an, dann Deinen neuesten Eintrag, dann liest er sich natürlich in Deinem toll geschriebenen Fortsetzungsroman fest, und liest die Seite bis ganz runter, klickt dann rüber auf die nächste, dann will er vielleicht wissen, was Du im Oktober geschrieben hast und ruft Dein Archiv auf. Und zuletzt findet er vielleicht Deine Medien und staunt über Deine total schönen und oft witzigen Fotos. Und ruckizucki hat 1 Besucher 5-10 Seiten nacheinander aufgerufen!
Ob die Zahlen dieses Zählwerks immer so stimmen, wird hier im Blog heftig bezweifelt. Es gibt z.B. Programme bzw. sogenannte Suchmaschinen, die von außen auf die Blog.de-Plattform und in unsere Blogs kommen, und die Inhalte nach bestimmten Krite- rien durchsuchen. Dabei geht’s vermutlich fast ausschließlich um Informationen, die sich für Werbezwecke auswerten lassen. Dann schnellt die Zahl der Seitenaufrufe in die Höhe, denn Blog.de kann die wohl nicht alle ausfiltern.
Deshalb installieren manche Blogger in ihren Blogs zusätzliche Zählwerke bzw. Statistik- werkzeuge (englisch: -„tools“), die diese Suchdinger ausschließen sollen. Damit hoffen sie, genauere Zahlen über richtige Besucher/Leser zu bekommen…
Ich dank’ Dir für’s Mitmachen, liebe Annemikki, und hoffe sehr, ich konnte Dir weiterhelfen.