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Na, dachte ich eben, als ich nach Hause kam, was bloggste denn heute?

Das kommt übrigens wirklich manchmal vor, dass ich Na denke. Freundin T. denkt übrigens öfter mal Hm. Das geht dann so: „Hm, dachte ich, das musste Dir noch mal angucken…!“, – sowas erzählt sie mir zumindest dauernd…

Also, ich dachte jedenfalls daran, was ich denn mal so bloggen soll. Vorher war ich noch einkaufen gewesen, und zwar für fast genau fünf Euro. Die hatte mir mein Liebster ausge- liehen, weil ich mein Portemonnaie heute Morgen in der Eile ausnahmsweise vergessen hatte. Das war mir vormittags auch schon bei einem anderen Termin aufgefallen, wo ich aus demselben Grund meine Krankenversicherungskarte nicht vorzeigen konnte.

Und nun stand ich im Treppenhaus, ganz in Gedanken, mit einem Beutel Möhren und einer Tüte Milch unterm Arm und einer großen Dose Pfirsiche auf der Faust, und versuch- te meinen Briefkasten aufzuschließen.

Und heraus holte ich: mein Portemonnaie. – Potzblitz!Portemonnaie

Offenbar hatte ich das gar nicht liegenlassen, sondern es war mir aus der Manteltasche gepurzelt. Vermutlich, als ich mein Fahrrad aus dem Hinterhofschuppen zerren und auf- pumpen musste oder so. Man gut, dass ich es noch gar nicht richtig vermisst hatte! Und natürlich war ich gleichzeitig ziemlich erschrocken. Was da hätte alles passieren können, der ganze Ärger und so! Mit diesen gemischten Gefühlen ging ich die Treppe rauf und versuchte dabei, trotz Unteramgepäck und Pfirsichdose, zu gucken, ob auch noch alles drin war, was reingehört. Was auch der Fall war.

An der Wohnungstür klebte dann noch dieses Zettelchen:

Geldbörse_gefunden Der Nachbar, dieser Pfundskerl, hatte wirk- lich an alles gedacht: Er hat sogar den Text extra auf die Klebeseite geschrieben, damit er den Zettel so herum ankleben konnte, dass ihn nicht gleich jeder im Vorbeitrampeln lesen kann!

Und da sag’ noch mal einer, hier im Viertel wohnen nur Banditen und Haudraufs! Von wegen, nämlich. Also:

Lieber unbekannter Nachbar,

Du weißt jetzt also, dass meine Barschaft 31,41 € beträgt, ich Mitglied bei der AOK, der Stadtbücherei und der Postbank bin. Auch, dass ich einen Organspendeausweis und eine Antihistamintablette mit mir führe (jedenfalls meistens), zudem Briefmarken im Wert von 1,35 €. Und dass das Foto auf meinem Perso aus einer Fotofixkabine stammt, die damals wohl gerade kaputt gewesen sein muss (anders kann ich mir meinen deutlichen Bartschatten auf dem Bild nämlich nicht erklären). Auch meine Telefonnummer und email-Adresse könntest Du jetzt theoretisch haben (Visitenkarten). Was Du nicht weißt, ist, wie ungeheuer froh ich bin, dass Du mir diese „bunte Tüte“ vorhin in den Briefkasten und damit wieder zurück in meinen Besitz geschmissen hast!

Ich vermute mal, dass Du nicht gerade zufällig Stammleser in meinem Blog bist, sonst könnte ich mich wenigstens hier bedanken. Aber vielleicht kriege ich noch raus, welcher meiner Nachbarn Du bist. Und dann setzt es aber was!

Eine schöne Schokolade zum Beispiel…

Vielen, lieben Dank von der erleichterten Bromine.

„Großvater! Großvater! Der Geissen-Peter hat schon wieder Flöhe!“

Hätte ich gestern nicht zufällig in einem besonders bequemen Sessel gesessen (so einer, bei dem man fast Hilfe braucht, um wieder hochzukommen), als ich die Zeitung las, hätte es mich eventuell doch vom Stuhl gehauen.

Heidi“, die weltberühmte Kinderbuchfigur von Johanna Spyri wurde ja nun schon auf viele verschiedene Arten und Weisen liebevoll verfilmt, vertont, ver-, äh, zeichnet und animiert. Und nun das! In einer aktuellen „Heidi“-Verfilmung sind tatsächlich alle Rollen mit Hunden besetzt! Titel: „Heidi 4 paws“. Wozu? Soll das was? Wenn ja, – was?Heidihunde
Ich denke übrigens gerade ein bisschen darüber nach, ob ich überhaupt wirklich eine Be- gründung dazu hören möchte. Oder lieber doch nicht. „Kann man doch ruhig auch mal machen…“ fänd’ ich da wohl noch am ehrlichsten.

RottenmeierhundUnd fast wäre ich ja gespannt, ob die Hunde sich auch wie Hunde verhalten dürfen (ich gehe allerdings weder davon aus, dass sie es dürfen, noch dass ich mir den Film überhaupt anschauen werde). Also, ich meine, dass sie sich z.B. an privaten Stellen kratzen, lecken oder gegenseitig beschnup- pern dürfen. Oder das Bein heben. Oder über Sofakissen herfallen.

Ich bezweifle ebenso, dass eine Synchronstimme vielleicht sagen wird: „Boah! Heidi Du stinkst vielleicht nach Köter, wenn Du vom Regen draußen reinkommst!!!“ Allerdings gehe ich schon davon aus, dass das verkniffene Frollein Rottenmei- er die arme Heidi auch schon mal streng ohne leckeres Frölic „Ab ins Körbchen!“ schicken wird.

Ich finde, man hätte eigentlich auch ruhig andere Tiere bitten können. Hunde sind ja schon ein bisschen langweilig… Wie wär’s zum Beispiel mit, sagenwirmal: Wespen? Oder Stein- adlern? Oder Klippschliefern, meinetwegen. Oder vielleicht Flechten? Sowas passt doch wenigstens gut in die Berge!

Mir graust jedenfalls schon davor, dass dieser Film ein Erfolg wird. Denn dann stehen uns sicherlich weitere solcher Verfilmungen (mehr oder weniger) klassischer Stoffe bevor:

– „Die Bibel“ mit Wellensittichen.

– „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ mit, naja, Katzen eben.

– „Hanni und Nanni“ mit den beiden Enden desselben Regenwurms.

– „Kaltblütig“ mit Brauereipferden.

– „Die Biene Maja“ mit Gesine Schwan, Dennis (Gras-)Hopper und Jürgen Vogel.

– Die Buddenbrooks“ mit Pantoffeltierchen.

– …

Zum Bleispiel.

Vorgestern, lass es so gegen halb zwölf gewesen sein, hab’ ich mir aus Blei einen Elefan- ten gegossen. Ich würde jetzt gern behaupten: in Echtgröße, aber das würde natürlich gar nicht stimmen. Deswegen hab ich’s im Maßstab, äh, 1:78,3 gemacht. Ich finde, der ist trotzdem ganz gut erkennen (von vorn, Stirn und ein Ohr und ein schnörkeliger Stoßzahn). Und weil noch Blei übrig war, entstand noch ein kleiner Kumpel dazu. Ich glaube, es ist ein Kiwi oder so.

BleielefantWas das bedeutet, weiß ich aber nicht genau.

Die den Bleigießkartönchen beigelegten Deutungslisten schweigen sich ja sogar über die herkömmlichsten Figuren leider aus. Wahrscheinlich vermutet man in diesen Deu- tungslistenredaktionen, dass man sich das ja wohl denken kann, was ein Elefant für das neue Jahr bedeutet!

Dafür stehen aber so Sachen drin, wie: „Quitte – Vorsicht bei süßen Früchtchen“. – Also, den möchte ich gern mal sehen, der eine Quitte gießt…Allerdings, wenn, dann weiß ich auch, wieso man da Vorsicht walten las- sen sollte: Quitten sind ja steinhart, man sollte also lieber nicht reinbeißen, wenn einem die Schneidezähne lieb sind. Und in die Bleiernen sowieso schon mal gar nicht. Der Hinweis ist hier eben doch ganz hilfreich.

Bei „Orange“ steht übrigens: „Ein süßes Früchtchen winkt“. Das wird dann wohl die vorher gegossene Quitte sein… Wie man die Orange von der Quitte unterscheiden kann, steht leider nicht dabei, aber ein gutes Onlinelexikon hilft da sicher weiter.

Wer will, kann aber auch was Anderes als Obst gießen, z.B. Gemüse: „Gurke – Hüte Dich vor Brillenschlangen“. Nanu? Vermutlich stammt dieser Tipp noch aus den Zeiten der großen Brillenschlangengurkenplage. („Bis zum Brustbein standen wir in den uns durch dicke Gläser anglotzenden Viechern! Schrecklich war das!!!“)

Besser geht’s dem, der es schafft, einen „Lippenstift“ zu gießen. So Einen erwarten näm- lich „Sinnliche Stunden“. (Wie viele Singles haben wohl in der Sylvesternacht versucht, Lippenstifte zu gießen? Hm.) Außerdem muss man noch schwer aufpassen, sich nicht knapp zu vergießen. Wer einen „Uhu“ gießt, dessen „Rat wird geschätzt“, was schön ist. Wer aber nur eine „Eule“ schafft, für den heißt’s „Gute Nacht“. Vermutlich muss er ohne Abendbrot sofort ins Bett, und zwar alleine.

Ich habe mir jetzt überlegt, dass mein Elefant sicher „Stärke“ bedeutet. Der indische Ele- fantengott Ganesha steht immerhin für den guten Beginn einer Unternehmung, er soll dabei beschützen und steht zudem für Weisheit und Intelligenz. Also, ich wette, die Inder kennen sich mit Elefanten sowieso viel besser aus als ich, und all’ das kann man doch schließlich am Jahresanfang super gebrauchen.

Und der Kiwi steht sicher für Vitamine, mit denen man sich dafür gut eindecken sollte. Da fällt mir prompt ein, dass ich ja noch süße Früchtchen einkaufen muss…

Wie ich 1 Tag vor Weihnachten doch nicht in die Luft geflogen bin.

Und das kam so:

Ich fand schon etwas länger, dass es in meiner Küche leicht (sagen wir: zierlich) nach Gas roch, aber in den letzten Tagen vor Weihnachten wurde der Geruch merklich stärker, da roch man’s mitunter schon, wenn man zur Wohnungstür reinkam. Also habe ich immer ordentlich gelüftet und mal meinen Vermieter bzw. das Büro seiner Firma angerufen.

Glücklicherweise ist es nun so, dass diese Firma eine Installationsfirma ist, und sich der Vermieter den ganzen Tag mit Wasser, Abwasser, Leitungen, Thermen, Rohren und Zeug beschäftigt. Und natürlich auch mit Gas. Unglücklicherweise war die gesamte Firma aller- dings schon komplett im Weihnachtsurlaub und es lief nur der AB. Also murmelte ich da was drauf, dass bei mir in der Küche mal schwächer, mal deutlicher Gas zu riechen sei, und dass ich nun nicht wüsste, ob das vielleicht doch was Dringendes wär‘ und ob da mal jemand zurückrufen könnte, dann am 5. Januar… Am privaten Anschluss lief auch nur so eine Box, also ging ich davon aus, dass man sich wohl schon im Skiurlaub befindet und legte auf. Man will ja auch so kurz vor’m Fest nicht mit eventuellen Bagatellen nerven.

Und weil ich ja viel fernsehe, und Fernsehen bildet, habe ich morgens, wenn ich in die Küche kam, erstmal ordentlich Durchzug veranstaltet, bevor ich den Lichtschalter ange- knipst habe. Nur zur Sicherheit.

Einen Tag vor Heiligabend rief der Vermieter plötzlich doch noch zurück, weil er zufällig im Büro gewesen war und mehr so der neugierige Typ ist, was blinkende Anrufbeantworter angeht. Gegen Abend wolle er dann doch mal vorbei schauen, er wäre ja ohnehin in der Gegend… Und ich backte noch seelenruhig Kekse und ärgerte mich hinterher noch ein bisschen darüber, weil es jetzt natürlich mehr nach Keksen als nach Gas roch, und das ist ja nun wirklich kein Notfall.

Als der Herr dann kam, holte er so ein Kästchen mit Rüssel raus, und kaum, dass das aktiviert war, fing es immer wilder zu piepsen an und erzeugte schließlich bald einen durchdringenden Dauerton. Mein Vermieter, sonst die Lässigkeit in Person, wirkte plötz- lich doch unruhig. Vielleicht kam mir das aber auch nur so vor, weil er rief: „Frau G., das ist ja total gefährlich hier! Sie hätten ja in die Luft fliegen können!!! Machense mal sofort die Fenster auf! Da ist was undicht! Mensch!!!“ Dabei räumte er meine Kochbücher von der Fensterbank und zerrte gleichzeitig am Fenstergriff herum.

Und ich wurde in dem Moment wohl auch ein bisschen nervös, denn ich rief: „Ogottogott! Hörnse auf, Herr H., das ist ja schrecklich! Ich weine gleich!“ und hob schnell meine Zi- tronengeranie vom Fenster weg.

Zum Glück kamen wir mit Hilfe hochgezüchteter Technik (Seifenschaum auf verdächtige Stelle, und dann gucken, ob da Blasen kommen) schnell dahinter, dass die Dichtung des Schlauchs von meinem Gasherd aus unerfindlichen Gründen porös ist. („Sowas darf aber nicht sein, dass die undicht sind… Den schicke ich mal ein!“) Kurzerhand wurde der Hahn abgedreht und das Piepsgerät konnte sich und uns langsam beruhigen. Pause. Dann schaute der Vermieter mich an und meinte: „So, da kommt jetzt nix mehr raus… Alles dicht. Hm. Naja. Sie wollen Weihnachten ja bestimmt was kochen, oder?“ Ich sah uns schon bei Knäckebrot sitzen. „Schon, eigentlich.“ – „Dann fahre ich jetzt noch mal in die Werkstatt und hole ihnen einen neuen Schlauch. Den schenk’ ich ihnen zu Weihnachten!“

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mich über einen Gasschlauch mal so freuen würde, ehrlich gesagt.

Zum Abschied kriegte der gute Mann noch ein Tütchen leckerer Kekse auf die Faust und man wünschte sich noch frohe Festtage und das Übliche und vorbei war der Spuk. Und mir kamen in der entstehenden Stille langsam die Bilder einer schrecklichen Explosion in den Sinn, die mich und meinen Liebsten am Heiligabend vom Sofa katapultiert und Löcher gemacht hätte, wo man nicht gerne Löcher hat.

– In der 3. Etage zum Beispiel. Jungejunge.

Deswegen werd’ ich dann heute wohl bei jedem Knall daran denken, dass der zum Glück nicht aus meiner Küche kommt, wo wir nachher hoffentlich gemütlich beim Raclette sitzen werden. Und es riecht höchstens mal nach angebräuntem Käse…

Und was ich noch sagen will: Ich wünsch’ Euch Allen hiermit einen ganz tollen Rutsch und dann ein ganz besonders 2009iges Jahr 2009 mit allem Zipp und Zapp und was eben noch so dazu gehört!!! – Feiert mal schön, gell?

Liebe Grüße von Eurer Theo.

Das gestrige Bieretrinken…

…fand dann doch am heimischen Herd statt, und zwar an meinem, bzw. nicht sehr weit davon entfernt, nämlich am Küchentisch.

Nachdem die gute A. und ich Freundin S. nicht heimsuchen konnten, weil diese heute mit der Familie in einen traditionellen Silvesterkurzurlaub (von dem sie allerdings jedes Jahr behauptet, ihn im nächsten Jahr garantiert nicht mehr zu unternehmen) aufbricht und wir festgestellt hatten, dass wir eigentlich zu antriebslos auch nur für die mittelkleinste Gast- stättentour sind, blieben wir eben da.

Und siehe, es war gut.

Getränke und Speisen:

– Harmonisierender Kräutertee („Innere Ruhe“)
– Bier
– Weihnachtskekse
– Mozartlikör
– Käsebrote
– Chips
– Walnüsse
– Caramelllikör
– Salzstangen
(In lockerer, willkürlicher Abfolge.)

Themen:

– Wie Weihnachten war
– Nam June Paik
– Kindheitstrauma (ausgelöst durch Fensterkipphebelmechanismus)
– Wo man einen Job herkriegt und wie er sein soll
– Wie es ist, 10 Jahre abgelaufenen Hagebuttentee gekocht zu kriegen („Stell’ dir das mal
  vor!“)
– Wie ich neulich nicht in die Luft geflogen bin
– Mein Nachbar F. („Wie sieht’n der aus?“ – „Wie die viel jüngere Version von Rolf Zuck-
  owsky, aber dicker.“ – „Mm-hm!“)
– Lampenschirme und Klinkenwärmer
– Wie Autoren ihre Texte vorlesen (manche großartig, manche zum Weglaufen)
– Neuköllner- und andere Flohmärkte
– Versicherungsbetrug („Und dann ist mir leider die Kontaktlinse ins Pferd gefallen…“)
– Wie man Fenster auch von außen putzen kann, ohne den davor stehenden Computer-
  tisch abräumen zu müssen (Fensterbankverlängerungsbrettchen beim Nachbarn drunter
  anschrauben und dann Leiter drauf, bzw. Feuerwehr mit Hebebühne mit fadenscheinigen
  Begründungen anlocken und dem verdutzten Feuerwehronkel dann einen Abzieher in die
  Hand drücken, – wenn er doch schon mal da ist!)
– Metaebenen („Das ist aber alles lernbar.“)
– Naturgeräuschekassetten („Die Pappel: … “)
– Ob es Sarstedt wirklich gibt
– und ob der Likörfleck auf der Tischdecke nun mehr wie eine Dynamitstange oder doch
  mehr wie eine Kerze aussieht…

Verfassung heute:

Vergnügt, aber doch ein kleines bisschen schwächlich.

T.C., Gérard, die gute A., Freundin S. und ich.

Aaach, das hat mal gut getan!

Den gestrigen Tag habe ich komplett verfaulenzt und mit ’nem spannenden Buch („Talk, Talk“ von T.C. Boyle), Pralinchen und dem in Hintergrund leise flüsternden Fernseher auf dem Sofa verbracht. Dabei habe ich mir erlaubt, viermal (!) wegzudämmern, zum Spätmit- tagessen bloß unaufwendige Backofenpommes zu grillen, mich ab und zu an unhöflichen Stellen zu kratzen (hat ja schließlich keiner gesehn) und Herrn Depardieu mal wieder auf allen TV-Kanälen vorzufinden. – Herrlich!

Damit ist jetzt aber Schluss. Die gute A. aus Berlin will nämlich heute Abend Biere mit mir trinken. Dass sie allerdings ausschließlich zu diesem Behufe nach Hannover gereist ist, bezweifle ich. Sie wird schon auch noch ein paar Familiengeschenke und ein Weih- nachtsessen abgestaubt haben…

Jedenfalls rechne ich für den späteren Abend mit leicht alkoholisiertem, aber selbstver- ständlich hochqualifiziertem Weibergerede über Sport, regionales und internationales politisches Geschehen, die weltweite Finanzlage, süße Pullover, dicke Motoren, allge- meine Wirtschaftsthemen, innovatives Technikspielzeug und ob der Typ vom Nebentisch gerade uns gemeint oder bloß was im Auge hat.

Denkbare Variante: Wir fahren raus auf’s Dorf und besuchen dort Freundin S., um ihren Likörschrank eventuell erst aufzufüllen und dann gleich wieder plündern. Zuzwinkern müssten wir uns dann allerdings quasi selbst, in Ermangelung von Nebentischtypen, die höher sind als einsfünfzig und länger aufbleiben dürfen als bis halb acht. Das wär‘ mir allerdings auch sehr recht.

So oder so, meine Vorgabe (die schon Murren ausgelöst hat) lautet bisher nur: Ich geh’ nicht später noch in die Glocksee! Das ist hier so ein alternatives Veranstaltungs- und Kulturzentrum, wo alle, die ich kenne, immer „endlich mal wieder“ hinwollen, weil sie da wohl vor Jahren ihre Jugend verschwendet haben. Ich hab’ mich da bisher eigentlich immer eher gelangweilt, außer bei Konzerten. Aber das liegt sicher an mir. Weil mit mir „nix los ist“ oder so.

Die Läden, in denen ich meine Jungend rumgebracht habe, gibt’s übrigens inzwischen alle nicht mehr, was bestimmt auch besser so ist. Weil ich auf diese Weise heute wenigstens nicht dort zwischen lauter 20-Jährigen rumstehen und denken muss: „Ihr habt ja keine Ah- nung, was hier früher so los war!!!“ Und: ich treffe so auch keine gleichaltrigen Menschen, die auch „einfach mal wieder gucken wollten“ und mich womöglich noch mit unmöglichen Klamotten und noch peinlicheren Frisuren oder Begleitungen kennen. Und ich die auch. Und dann müssen wir alle noch mehr Bier trinken, um diese Erinnerungen schnell wieder zuzuschütten.

Apropos, ich geh’ jetzt lieber erstmal gucken, ob ich überhaupt noch genug Kopfschmerz- tabletten im Schränkchen hab. Ich schätze, die werde ich in jedem Fall brauchen…

Da war doch noch was…

…ach ja: Bloggen. *g*

Neulich musste ich plötzlich an die alte „Bahlsen-Probierstube“ denken, und wie ich da als Kind immer unbedingt mal reinwollte, weil es da jede Menge Kekse zur Selbstbedie- nung gab. Das fand ich irgendwie luxuriös. Weniger luxuriös fand ich die damals ebenso oft gesendete Einladung zur „Salzlettenparty“, an die sich inzwischen nicht mehr ganz so viele Leute zu erinnern scheinen. Zu Recht, wie ich finde. Ganz schön lumpig, so eine Party, auf der es nix als Salzstangen gibt. Womöglich nicht mal Getränke!

Und dazu wiederum fällt mir mein früherer Mitschüler Roman R. ein, der auf einer Klassen- fahrt mal wettete, er könnte eine Tüte Salzstangen in einer Minute aufessen, ohne was dazu zu trinken. Ich meine, er hätte das sogar hingekriegt, glaube mich aber zu erinnern, dass er, als er wieder sprechen konnte, was davon murmelte, dass das jetzt nicht gerade das schönste Erlebnis war, das er je hatte. Mir ist auch nicht bekannt, dass er mit dieser Nummer anschließend regelmäßig aufgetreten wäre, und sich mit der Zeit internationale Aufmerksamkeit und Ruhm gesichert hätte. Wie meinetwegen Herr Copperfield oder so. Mir würd’ es allerdings schon gefallen, wenn der Herr Copperfield sich mal auf seiner Rie- senbühne hinstellen und eine große Packung Salzstangen ganz fix verschwinden lassen würde. Das wär’ wenigstens mal was Anderes. Dass Züge verschwinden oder gar nicht erst kommen wollen, erlebt man schließlich jeden Tag. Also, ich zum Glück nun nicht mehr so oft, aber das ist ja ein ganz anderes Thema…

Außerdem finde ich sowieso, dass diese Salzstangenpäckchen viel zu groß portioniert sind. Wenn ich Salzstangen essen möchte, dann vielleicht gerade so 20 Stück, und dann bleibt die offene Packung ein paar Tage so liegen. Bis ich dann mal wieder probiere und feststellen muss, dass die Dinger inzwischen total pappig geworden sind. Wegschmeißen will ich sie aber auch nicht, weil die Packung noch fast voll ist. Dann denke ich mitunter sogar kurz ans Aufbacken, aber das wäre einfach zu lächerlich. Für eine Handvoll Laugen- stecken schmeiße ich doch nicht meinen Backofen an!

Meinetwegen müssten in so einer Verpackungseinheit also eigentlich nur etwa 10 Stück drin sein. Ich wäre übrigens auch nicht gegen Einzelverpackung, wenn ich ehrlich bin. Sie müsste nur so sein, dass man die zerbrechlichen Dinger da unbeschadet rauskriegt. Viel- leicht so wie diese dünnen Papierhüllen, die Trinkhalme manchmal haben.

Und dann stelle ich mir vor, wie jemand eine Salzlettenparty schmeißt und die Gäste zu vorgerückter Stunde raschelnd durch hüfthohe Salzstangenpapierverpackungsverwehun- gen schieben, verzweifelt auf der Suche nach was zu Trinken.

Faserfluchteindämmungsmaßnahmen.

Heute Morgen warf ich zwecks optischer Bestandserfassung einen Blick in meine Gefrier- kiste. Schließlich liegen die diesjährigen Feiertage zwar Arbeitnehmer-, aber nicht eben Einkaufsfreundlich. Obwohl. Das ist ja eigentlich jedes Jahr so. – Jedenfalls müssen recht- zeitig Vorräte her zum Hineinfrieren in die Lücken.

Beim Gucken fand ich einen Pullover.

Ja, richtig, der lag in der Gefrierkiste. Absichtlich, übrigens. Allerdings hatte ich ihn ein kleines Bisschen vergessen, nachdem ich ihn vor da einigen Wochen reingetan hatte. Im angorapulloverstarken Jahrzehnt der 80er (ich glaube, da trugen sogar die Jungs Angora, oder?) hatte ich nämlich mal aufgeschnappt, dass man unangenehm fusselnde Kleidung kurz einfrieren soll, dann hörten sie angeblich sofort damit auf, ihre Haare schamlos über- all freizusetzen. Wie dieser tolle Zauber nun funktioniert, ist mir nicht bekannt. Vielleicht sind ja hier einige Textilphysiker anwesend, die mir das eventuell erklären können. Meine Hausfrauenkenne vermutet munter drauf los, die Wollefasern rücken bei der Kälte einfach enger zusammen und deshalb.

Und dieser Pullover liegt nun schon drei Jahre im Kleiderschrank, wird einmal im Jahr für einen halben Tag getragen (danach fussel’ ich dann zwei Wochen lang alles ab, was mit ihm in Berührung gekommen ist, zufällig vorbeigekommene Personen eingeschlossen), um dann gegen etwas Unfusselndes ausgetauscht zu werden. Bis mir eben neulich dieser Trick wieder einfiel.

– Und was soll ich sagen?!

Er hängt jetzt auf einem Kleiderbügel im Flur, wo ich ihn gut sehen kann. Und seit vorhin ist es noch zu keiner einzigen Fusselfreisetzung gekommen! Na also.

Dreihundert. Grundsätzlich.

Müsst Ihr mal drauf achten:

Wenn im Fernseher diese schrecklichen „Weihnachtshäuser“ gezeigt werden, die über und über mit leuchtenden Plastikviechern, Glühbirnchen und winkenden Weihnachts- männchen betackert, vollgestellt und verkabelt sind, dann wird immer die Frage gestellt:

„Hörnsema. Was kost‘ das denn so an Strom, eigentlich?“

Und die Antwort ist immer die gleiche:

„Circa 300,-€ kost‘ uns das jedes Jahr, – aber das ist es uns wert!“

Eventuell gibt es ja inzwischen einen Stadtwerke-Pauschaltarif für „Elektrische Weih- nachtsdurchdrehung“.