So, neue Woche, jetzt.

Ich muss mich erstmal sortieren hier…

Also, die Freunde sind tatsächlich umgezogen, das konnte ich am Samstag ganz deutlich sehen, als ich abends mal gucken ging, denn da standen überall Kartons herum, und die waren vor einer Woche noch nicht da. Dafür waren die voll gekleckerten Planen weg und man sah endlich das sehr schöne Eichenparkett. Ziemlich durcheinander wirkte das alles aber immer noch. Deswegen hab’ ich erstmal drei Biere getrunken und leckeren japani-
schen Nudelsalat gegessen. Die Stimmung war eher so lálá, aber außer mir und meinem Begleiter hatten ja auch alle den ganzen Tag Kartons herum geschoben und Schränke verwuppt. Die Einzige, die auch um halb zwölf noch richtig fit war, war die lütte M.N., die gern mit dem auch völlig erschöpften Riesenhund Rocky spielen wollte und immerzu „Ucki! Ucki! Ucki!!!“ rief, wenn sie ihn sah. Er probierte aber mal lieber das Parkett aus. Liegeeigenschaften und so. Das habe ich genau gesehen, weil ich direkt daneben das Sofa auf Sitzeigenschaften…

Ach, ich hab’ ja übrigens noch gar nicht erzählt, dass ich mir was ganz Feines gekauft habe! Seit Monaten schon hatte ich nämlich die Idee: Ein gebrauchtes Notebook könnte mal her. Und dann las ich neulich von einer neuen Einrichtung hier in Hannover: Einem gemeinnützigen IT-Haus namens AfB. Da werden u.a. neue, aber auch von Firmen ausge-
musterte PCs, Notebooks und Zubehör von Menschen mit Behinderung gecheckt, bei Bedarf repariert, und dann wieder verkauft. Letzten Montag bin ich da mal mit Freund M. hingefahren, um zu gucken. Sehr nett alles da, auch die Beratung ist kompetent und nicht so auf Umsatzumsatzumsatz! gebürstet. Diese Läden gibt’s sogar schon länger in 9 anderen Städten. Find’ ich prima, sowas.

Und weil sie aber gerade nix Passendes für mich da hatten, habe ich dann mal im eben-
falls schon länger bestehenden Onlineshop gestöbert, und gleich ein prima Notebook für mich entdeckt. Montag bestellt, Geld überwiesen, gewartet. Und am Donnerstag war das außerordentlich gut gepackte Paket schon da! Und was soll ich sagen: Alles super! Datt Dingen läuft (der Akku kann sogar noch so 1 ½ Stunden), sieht gut aus, ist auch nicht so schwer, – kann ich auch prima mit verreisen. Und wenn was hakt, kann ich hier in Hanno-
ver in den Laden, dann kümmern die sich, weil: 1 Jahr Gewährleistung. Dufte.

Und Freund M. hat Freitag auch schön zwei Stunden mit mir hier gesessen und mir das Ethernet angefummelt, – der Gute, der. Gestern Abend hab’ ich dann im Liegen mal eine ganz nette mail an die Leutchen vom AfB geschickt, weil ich ja finde, positive Resonanz ist auch wichtig.

Eine Meckermail hingegen ging noch an eine Bäckereifilialkette hier in Hannover. Die haben nämlich in den letzten Jahren im Frühling immer ein echt sauleckeres, fluffiges, goldgelbes Bärlauchbrot gebacken. Ich bin ab Februar immer schon ganz gierig drauf… Am liebsten schmeiße ich dicke Scheiben davon in die Pfanne oder auf den Grill, aber auch einfach mit Butter und etwas Salz drauf ist es ein, na klar, Gedicht. Und was ma-
chen sie in diesem Jahr? Verändern das Rezept, tun da Roggenmehl rein und datt Dingen schmeckt fast wie ein stinknormales Zwiebelbrot! Und ich schwärm’ noch meinem Besu-
cher davon vor, wie toll unser Leben erst wird, wenn es wieder das gute Bärlauchbrot gibt!

Jetzt bin ich mal gespannt, wie die Herren Bäcker antworten werden. Leider habe ich vergessen, zu erwähnen, dass ich Protestdemos vor allen Filialen plane, sollte das Brot nicht unverzüglich wieder zurückgeändert werden.

– Sach ma‘: Wo hab’ ich eigentlich mein Megaphon…?

Beim Bäcker…

… vorhin erfuhr ich zufälligerweise, dass heute wohl ein ganz besonderer Tag ist.
Nämlich Selbstschmiertag! Zumindest wurde gerade davon gesprochen.

„Nanu“, hab’ ich überlegt, „so’n Tag ist mir neu. Was ist das denn?“ Erste Assoziation: Internationaler Tag des Schminkens! Zweite Assoziation: Motorpflege-Infotag? Ach nein, ich bin ja hier beim Bäcker. Also eventuell einfach: Dick Eincremen zwischen Brötchen und Teilchen?

Aber nein, es ist nur Freitag. Und vor mir steht eine Frau und kauft „110 Scheiben Brot!“ für einen Kindergarten, denn “jedes Kind isst drei Scheiben!“ Entweder kann ich jetzt nicht rechnen, oder hier ist was faul. Vielleicht müssen sich 36 bemitleidenswerte Kinderchen schon morgens jeweils drei ganze Scheiben Brot reinstopfen, aber die Betreuerin darf nach zweien schon aufhören? Die armen Kleinen, das wird Arbeit. Und selber schmieren müssen sie sie zudem auch noch!

Nächsten Freitag sind statt Brotschnitten dann Brötchen dran. Ich vermute, „jedes Kind isst 5 Brötchen!“ Das werden dann also 182 Stück…

Ich bin nicht normal!

Das denke ich jedes Mal, wenn ich in die Stadt geh’ und versuche, mir was zum Drunter-
ziehen zuzulegen. Aus diesem Grund lassen sich wahrscheinlich diese ganzen armen Frauen auch immer freiwillig von Ärzten zurechtrücken: Sie wollen einfach endlich in 80B oder C passen. – Nein, ich verrate jetzt nicht meine Größe, soweit kommt’s noch! Aber ich pass’ auch nie in diese Standartdinger rein. Angeblich soll es irgendwo auch noch andere Größen zu kaufen geben, aber das halte ich für ein Gerücht. Lust, mich auf dem OP zu legen, auf dem ein Operatist für Eitelkeit mich meiner Unterwäsche quasi mass-
schneidert, habe ich aber trotzdem nicht.

Stattdessen hab’ ich mir auf’m Rückweg wieder mal ein T-Shirt, neue Wimperntusche und natürlich Schokolade gekauft. Eigentlich wollte ich ja noch nach ’ner Jeans gucken, aber man muss es auch nicht übertreiben mit den Erfolgserlebnissen.

Heute Morgen waren dann mal meine Haare dran. Das heißt, ich habe unter Anderem so ein bisschen an meinem Pony herum geschnitten. Aber ganz vorsichtig, denn vor ein paar Wochen hatte ich mir mal aus Versehen ein paar Wimpern mit abgesägt. Das sah, wenn man genauer hinguckte, schon ein bisschen komisch aus. Ich hab‘ auch nur ganz kurz überlegt, ob ich das jetzt auf der anderen Seite auch so machen muss, den Gedanken dann aber gleich wieder verworfen.

Übrigens hat meine neue Wimperntusche „Anti-Schwerkraft-Technologie“! Das war natür-
lich Kauf entscheident. Meine Vermutung war, dass ich, wenn ich die auftrage, immer total wach aussehe, weil ich die Augen dann nicht mehr schließen kann. Bisher waren die ja, wohl wegen der Schwerkraft, alle paar Sekunden kurz zugefallen. Ich muss jetzt aber sagen, dass ich schon ein bisschen enttäuscht bin. Es ist mir nämlich über’n Tag schon mehrfach gelungen, zu zwinkern.

Aber das kann natürlich auch noch alte Gewohnheit sein.

Mondscheinkäse

Kürzlich fand ich im Werbeprospekt einer Superladenkette das hier:

MondscheinkaeseDas wollte ich nun natürlich genauer wissen.

Ist das vielleicht ein Käse, den man nur nachts isst? Es gibt ja viele Leute, die nachts an den Kühlschrank gehen, und vielleicht ist dieses spezielle Publikum bisher noch nicht ausrei-
chend erschlossen?

Oder wird der Käse ausschließlich in Nacht-
schicht herstellt, in Fabrikhallen, die lediglich von Mondschein erhellt werden?

Das würde mir nicht gefallen. So im trüben Fun-
zellicht kriegt doch gar niemand mit, wenn da z.B. einer seine ollen Hosentaschenflusen über’m Bottich ausleert. Oder, wenn dem da vielleicht sein Mickymausheft reinfällt.

Die Webseite der Molkerei bietet zunächst nur wenig Information, und diese ist auch eher ver-
wirrend. Da steht, der Mondscheinkäse würde nur

an „Licht-Blüten-“ und „Wärme-Fruchttagen“ gekäst, mit Aqua Luna Wasser behandelt: Der ganz Besondere, vollmündig, würzig-pikant. 

Aha. Soso. Wie noch mal? Was sind denn wohl Licht-Blüten-Tage?

Hab‘ ich die neue Züchtung der fluoreszierenden Ringelblume irgendwie verpasst? Dann will ich die aber sofort für meine Blumenkästen! Oder geht es um gefälschte Banknoten, an speziellen Tagen gedruckt, mit denen Stehlampen zu erwerben oder Stromrechnungen zu zahlen sind? Oder sind das vielleicht einfach sonnige Tage im Frühjahr und Sommer?

Und was sind Wärme-Fruchttage?
– Da fällt mir ein, ’ne Wärmefrucht kenn‘ ich sogar: Glühbirne! So kommen wir aber doch wieder bei Stehlampen raus… Und was hat das nun mit Mondschein zu tun? Das Ganze bleibt, trotz Beleuchtung, irgendwie im Dunkeln. Ist ja eigentlich auch schnuppe, wenn der Käse schmeckt. Was steht da noch?

Mit Aqua Luna Wasser behandelt.
Da müssen wir eins abziehen, denn eins ist doppelt: Aqua und Wasser meinen ja wohl dasselbe. Wasser Mond Wasser. Und wieso behandelt? War denn jemand krank? Jetzt komm‘ ich doch langsam durcheinander… – Jedenfalls ist der Käse vollmündig. Das ist wichtig! Wenn er zum Beispiel einen Handyvertrag abschließen will. Oder was verbockt. Dann muss er auch gefälligst dafür geradestehen. Basta.

Ach, da finde jetzt doch noch was auf der Homepage, das kann mir vielleicht weiterhelfen:

Herstellung:

Zur Herstellung des Andechser Demeter Mondscheinkäse verwenden wir hochwertige Demeter-Milch. Der Käse wird ausschließlich an Licht-Blütetage und an Wärme-Fruchttagen gekäst.

Jetzt steht hier plötzlich Licht-Blütetage und nicht Licht-Blüten-Tage! Eventuell geht es um ein Stockwerk, auf dem jemand von lichtem Geblüt ist. Die Licht-Blüt-Etage. Wattweißich! Ich bin schon völlig derangiert, die Sache macht mich ganz schulli.

Nach unserem auf langjährigen Erfahrungswerten basierenden Käsungspro-
zess, kommt der Andechser Mondscheinkäse in ein Bad aus Meersalz, dass energetisiert wurde. Beim Reifungsprozess wird für den Kulturenansatz der Reifekulturen Wasser der St. Leonhards Aqua Luna Quellen verwendet.

Die haben also Mondquellen da, ja? Mondwasser. Hm. Hm.

Die mystische Kraft des Mondes ist in der Aqua Luna Vollmondabfüllung eingefangen.

Ich bin mir ja nun gar nicht sicher, ob der Mond tatsächlich über mystische Kraft verfügt. Ich dachte immer, der verfügt durch seine Masse eher über ordentlich Anziehungskraft. Schwippschwapp, Ebbeflut und so. Aber wenn die mystische Kraft bei denen eingefangen ist, kriegen wir die natürlich auch nur mit Glück und vielleicht Eintrittbezahlen zu sehen. Ach, da ist ja noch ein Hinweis:

Die Vollmondabfüllung wird ausschließlich am Vollmondtag abgefüllt.

Ja, der tat jetzt gut. Das ist klar und formschön. Damit kann ich was anfangen. Danke.

Das Zusammenwirken dieser einzelnen Besonderheiten machen den Demeter Mondscheinkäse zu einem unverwechselbaren Käseerlebnis.

Ui! Ein Käseerlebnis! Und auch noch eins, das ich nicht verwechseln kann! Wo ich doch sonst meine Käseerlebnisse so schlecht sortiert krieg‘! Hier stapeln sich doch schon die Alben, Odner und Käseerlebnisbeklebeetiketten…

Besonderheiten:
Sowohl Pflanzen wie auch Tiere sind Ihrem Lebensrhythmus, in Ihrem Wachstum und Ihrer Fruchtung in enger Beziehung mit den Kräften des Umkreises.

Mein Lebensrhythmus? Mein Wachstum? Und: Huch! Meine Fruchtung? Und die sind wo noch mal? Meine Kräfte verlassen mich… – Ach nein, da sind sie ja:

Sowohl die Kräften der Sonne, des Mondes, des Planeten, aber auch des fernen Fixsternenhimmels bilden an ihr mit.

Na, dann haben die jetzt aber mal kurz ganz schön zu tun, die Kollegen!

Die Licht-Blütetage sind für die Milchverarbeitung und Käsebereitung ideal. Sie bringen auch die beste Feinaromabildung. Die Wärme-Fruchttage eignen sich für alle Milchverarbeitung und auch besonders für die Herstellung von Schnittkäse.

Entschuldigung, ich kann nicht mehr… Nach dem ganzen Esotherikquark brauch‘  ich jetzt dringend so ’ne Stulle, wo die Wurst so richtig schön über die Ränder lappt! Hat zufällig grad‘ jemand eine dabei?

PS: Da gibt’s übrigens auch Backsteinkäse. Nein, ich möcht’s am liebsten gar nicht wissen, glaub‘ ich…

Schwedische Machenschaften

Ich weiß nicht, wie die das machen, da bei IKEA.

Jetzt habe ich übrigens hin- und herüberlegt, ob ich vielleicht lieber IHKÄA schreiben soll. Oder „schwedisches Möbelhaus“. Um keine Werbung zu machen für die. Ich könnte auch „die mit dem Elch“ oder „die mit den fiesen Fleischbällchen, die immer falsch ausgespro-
chen werden“ schreiben. Oder „da, wo immer Schrauben fehlen, – kennt man doch!“. Oder „wo Alle immer Teelichte kaufen“ (obwohl die da gar nicht billiger sind als anderswo, eher teurer). Oder „wo die Sachen so lustige Namen haben, wie Hjverssön oder Krödenplöty, haha.“ Habe ich jetzt ungefähr alle IKEA-Klischees durch?

Jedenfalls weiß ich nicht, wie die das machen. Es wirkt unspektakulär, das ist gerade das Perfide, scheint aber doch Methode zu haben. Als ich mir vor zwei Jahren meine neuen Küchenschränke da kaufen wollte, hat man mir in der Küchenabteilung eine dufte Liste für alle Teile ausgedruckt, trotzdem habe ich aus Versehen die falschen Einlegeböden mitge-
nommen. Nachdem ich das gemerkt hatte, musste ich natürlich noch mal hin.

Und wenn man noch mal hin muss, dann kauft man auch noch mal Teelichte (also ich nicht, aber sonst alle, die ich kenne) oder einen kleinen Flickenteppich und zwei Kaffee-
becher und Bettwäsche. Und zuppdiedulli sind noch mal 50 Euro weg.

Und gestern waren Freundin M. und Mann und Tochter ebenfalls dort, um ihre Küchen-
schränke zu kaufen, sogar aus derselben Serie. Und sie waren noch total froh, dass alles vorrätig war, und sie alle Teile gleich mitnehmen konnten. Und dann? Stellt sich beim Zusammenbauen raus, dass sie aus Versehen einen Unterschrank zuviel mitgenommen haben. Dabei hat man ihnen doch extra eine Liste… Und jetzt müssen sie noch mal hin!

Ich glaube, in der Küchenabteilung werden vielleicht so spezielle „Komm-wieder-und-
kauf’-dann-noch-was-Hormone“ versprüht. Doch, bestimmt. Bei zwei Vorfällen dieser Art kann man jetzt vielleicht noch von Zufall sprechen. Oder launig behaupten: „gleich und gleich gesellt sich eben gern“ und damit die Vermutung, dass mein Freundeskreis und ich eben Küchenkaufspezialisten seien, heftig bezwinkern.

Ich glaube aber jetzt schon an ein System. Und deshalb brauche ich jetzt noch mindes-
tens einen Dritten im Bunde, dem das auch genauso passiert ist, mit „Küche und Liste und dann eins falsch und: muss noch mal hin„, denn meiner Meinung nach ist’s ab dem 3. Mal kein Zufall mehr, sondern schon eine verdächtig wirkende Reihung. Das lässt sich übrigens auf alle Lebensbereiche übertragen: An drei Tagen hintereinander morgens was gegessen? Aha! – Frühstücker!

Und, ach so: Ja, ich renoviere noch. Noch bis zum Wochenende habe ich mich in Staub-
hausen eingemietet. Danach ist erstmal tiefes Luftholen dran…

Gesundheit!

Joghurtdrink
Also, für heute habe ich schon ca. 500 g ausgewogene Ernährung (2 Brötchen, eins mit Lachs und Farmersalat, eins mit belgischem Schokoaufstrich, dazu Tee und Gurken-
scheibchen), und ungefähr 1.250 g Bewegung (zum Bäcker gehen, Bad und Küche putzen, die ganze Bude staubsaugen) intus.

Es folgt jetzt: kiloweise gesunde Lebensweise (auf’m Diwan lümmeln und lesen, – sehr gesund: Man kann dabei weder aus dem Fenster fallen, noch vom Auto überfahren wer-
den).

Ach ja, und geschüttelt habe ich mich auch! Nach der kalten Dusche heute morgen…
Dann ist ja wohl für heute alles erledigt.

Bauchi

Zu Ostern habe ich ein paar schöne Sachen bekommen: Von Freundin S. ein hübsches Notizbuch, eine leckere Tafel Schokolade, ein kleines Osterkörbchen und ein halbes Brot. Das halbe Brot fand ich jetzt ehrlich gesagt nicht so besonders österlich, aber sie hatte es selbst gebacken und darum war’s selbstverständlich total lecker, Ostern hin oder her.

Vom lieben Grund und Ziel meiner Verreisung bekam ich ein dickes, mit feinen Trüffel-
pralinen gefülltes belgisches Osterei, dazu zwei hühnereigroße Nougatkrokanteier und außerdem noch ein Überraschungsdings in Eiform.

Ich hatte, und das weiß er, weil ich’s ihm nämlich erzählt habe, vor Jahren mal eine aus-
führliche Überraschungsei-Phase, in der ich die Dinger so oft wie möglich gepellt und verbastelt habe. Allerdings habe ich nie gesammelt, ich mochte die einfach so. In letzter Zeit habe ich mir manchmal wieder welche gekauft, war aber jedes Mal ein bisschen enttäuscht, weil ich finde, die Überraschungen sind inzwischen gar nicht mehr so lustig und schön. Zum Beispiel hatte ich neulich so ein merkwürdiges Viech, das ich aus drei Teilen zusammenstecken musste, und dann wusste ich nicht, wozu es gut sein sollte. Es war ein rauer, gummiartiger Punkt drunter geklebt. Das Lesen des Nebenwirkungszettel-
chens in ca. 465 Sprachen brachte mich nicht richtig weiter und die Zeichnung mit dem Anwendungsbeispiel musste ich stundenlang begucken, bis der Groschen endlich fiel. Und ich behaupte mal, das lag nicht allzu sehr an mir, denn ich bin eigentlich ziemlich gut darin, Bedienungsanleitungen nachzuvollziehen.

Es stellte sich jedenfalls heraus, dass man das Viech auf Leute werfen sollte, an deren Klamotten es dann angeblich haften bleibt. Der Gummipunkt war nämlich so was wie eine Klettfläche. Aha. Dass es nicht besonders haftete, muss ich wohl nicht dazu sagen. Ich kann ja schlecht Jemanden bitten, extra einen Wollpullover anzuziehen, mit der Begrün-
dung: „Ich will Dich dann gleich mit Viechern bewerfen!“ Mein Riesenglück bescherte mir nämlich ein paar Tage später gleich noch eins von den Dingern. Da habe ich mich so gefreut, dass ich sie direkt als Paar weggeschmissen habe.

Und was war nun in dem Ei, dass ich am Sonntag bekam?

Bauchi_1

– Ein Wicht namens Bauchi, der beim ersten Anschein eine merkwürdige, von Kinderspiel-
zeug weit entfernte Assoziation in mir auslöste. Vielleicht lag das ja an der fleischigen Farbe. Außerdem beginnt seine Beschreibung mit: „Nur er kennt die geheimen Stellen im Wald, (…)“ Soso.

mit_bauchi_gemaltEs handelt sich aber doch nur um einen verfressenen Wachsmalzwerg. Er „hinterlässt eine Wachsmalfarben-
spur und kann auf Papier und Karton sehr gut zeichnen und ausmalen.“. Naja, und wenn man dann mit Bauchi „malt“, sieht das (aber nur, wenn man richtig fest auf-
drückt!) so aus.

Das nenne ich mal oberflächenfreundlich! Damit kann so’n Kleinmensch sogar an der Wand rummalen, ohne dass die Eltern motzen.

Aus dem Hinterkopf wachsen dem armen Bauchi zwei ulkige Schnorchel, das sieht ein bisschen sehr krankenhausig aus. Die sind aber wohl dazu da, ihn mit seinen Kumpels zusammenzustecken, damit man sich einen Regenbo-
gen malen kann. Ich habe jetzt allerdings gerade vergessen, wo im Regenbogen noch mal wurstfarben vorkam.

 Bauchi_2

Und weil mich das jetzt interessierte, was es mit diesen befremdlichen, äh, Stiften auf sich hat, habe ich eben mal die Webseite besucht, auf der diese Zwerge wohnen. Und siehe da: Es bietet sich mit den 10 von irgendeinem irgendwohin verschobenen Gehirn ausgedachten Bewohnern ein getreues Abbild der Gesellschaft. Zumindest einer Gesell-
schaft, wie man sie sich bei Ferröhrö vielleicht so vorstellt und den Kindern vermitteln möchte. Ich bin ja eigentlich öfter mal froh, dass ich nicht mehr 16 bin, weil ich dann immerzu Alcopops trinken, mir empfindliche Stellen piercen lassen müsste und dazu Herrn Bohlen auf Deubel komm raus anschreien müsste (obwohl das…, – ach egal jetzt). Ein Kind zu sein scheint mir jedenfalls heutzutage auch nicht so richtig erstrebenswert.

Mehr kann ich im Moment eigentlich nicht dazu sagen. Bittesehr, Bauchis Kumpels:

Basilikum

Belisar

Begonie

Billo

BrasilBreakerBrilli

BrontoVolto

 Es fehlen:

Blödi, der von der Stütze lebt, schon morgens Bier trinkt und dann im besoffenen Zustand dauernd mit der Stirn aus Versehen gegen die Bäume dotzt, wenn er nicht gerade dagegenpullert.

– Und Bossi, den man natürlich nie sieht, der aber alle anderen für ein Taschengeld in den Wald schickt, zum Kräuter sammeln. Und die verkauft er dann für Mondpreise an der Börse.

Q10

Mensch, ich komm’ ja zu nix mehr. Andauernd Renovieren und dazwischen Verreisen, und hier stauen sich schon die Geschichten… Gestern ist mir schon wieder eine Leiter an die Beine gewachsen und erst abends um acht wieder abgefallen.

Das Letzte, was ich von gestern Abend noch weiß, ist, dass ich vor dem Fernseher lag und dann sagte eine Stimme: „Was ist noch besser als Q10?“

Wie??? Watt?!? Quiz? – Entschuldigung, ich war nur kurz ein bisschen eingenickt…
Ich sah eine Frau, die sich zart über die Wangen strich und mich dann aufmunternd anschaute. Was hat die denn? Und da kam auch schon die Antwort: Doppeltes Q10!“

Ja, dann ist das doch Q20, oder wie? – Was soll denn das?
Ich mecker‘ also in Richtung der Kiste: “Und wie wäre es mit Q10 hoch meinetwegen 378?!? Oder sprengt das dann deinen Tiegel?“ Aber das Streichelfrollein ignoriert mich freundlich und beguckt sich mit schmelzendem Blick im Spiegel.

Irgendwer sagt noch: “Denn Schönheit ist ein Versprechen…!“

Ach ja? Kommt die Schönheit vielleicht rein und sagt: „Wenn Du lieb weiter renovierst, gehen wir am Sonntag fein in den Zoo und da kriegst Du dann ein dickes Eis!“, oder wie?
Oder hat sich da eventuell jemand versprochen und es heißt eigentlich „Dröhnheit“…?