Klassik-Picknick

K-Picknick_Wiese

Ich hatte ja versprochen, ein bisschen vom sonntäglichen Klassik-Picknick zu berichten, dabei wäre ich beinahe gar nicht hingegangen… Weil nämlich niemand mitkommen konn-
te oder wollte: Freundin T. ist im Urlaub, der liebste Besucher meilenweit entfernt, Freund M. musste arbeiten, Freundin M. das neue Winzkind hüten, Freundin S. hatte schlichtweg keine Lust und Freundin V. schon was anderes vor. Und so alleine? Hm.

Nachdem ich aber den ganzen Sonntagvormittag an meinem Beitrag zum Ohrwurm-Bash-
ing
gebastelt hatte, wurde ich immer unruhiger, bis ich endlich in die Dusche sprang, in irgendwelche Klamotten stieg (-nein, halt: erst hab‘ ich natürlich die Dusche vorher wieder abgemacht), mir einzweidrei Köstlichkeiten einpackte, mir eine Unterlage, meine Kamera und mein Notizbüchlein griff und lossauste. Unterwegs fiel mir ein, dass ich mir weder ei-
ne Gabel für die Shrimps in Aioli, noch eine Serviette eingesteckt hatte. Ich würde also meine Shrimps mit dem Messer essen müssen, ohne dabei zu kleckern. Das machte aber nix, denn die Avocado, die es eigentlich dazu geben sollte, lag auch noch gemütlich auf dem Küchentisch…

K-Picknick_StühleMit (eigentlich ja wie üblich) raushängender Zunge kam ich gerade noch rechtzeitig an, – eben sollte es losgehen. Ich fand einen Platz hinter einer Klappstuhlrunde, die in ihrer Mitte eine feine weiße Tischdecke auf dem Rasen platziert hatte. Auf der Tischdecke lag sogar ein Blumenkranz als „Tischdekoration“, umge-
ben von Käsekuchen und leckeren Teilchen.

Leider fehlt mir die nötige kriminelle Energie, denn als die Musik einsetzte, schlossen alle in der Runde die Augen, und ich dachte wirklich kurz daran, unter den Stühlen durch zu greifen und mir so ein Stück von dem Käsekuchen zu schnappen. Der sah nämlich perfekt fluffig und sehr, sehr  lecker aus! Ich bin eine verdammte Schissbutze.

Jemand in meiner Nähe hatte ein schlimmes, süßliches 80er-Jahre-Parfum aufgelegt, da ver-
ging mir der Kuchenappetit aber ohnehin sofort wieder. Ich konzentrierte mich also lieber auf die Geräusche. Wunderbare Musik (zuerst etwas aus dem „Harry Potter“-Soundtrack), eine Mutter („Johannes! Johannes, lass’ das da liegen!“), Bäumerauschen, ein richtig Schlauer mit Handy („…ich bin jetzt hier unter dem Baum!“) und ein Hubschrauber. Aber dann beruhigte es sich, und ich konnte ungefähr eine Viertelstunde lang die herrliche Musik genießen.

Dann ging’s doch wieder los: ich musste feststellen, dass der Unterschied zwischen ei-
nem Klassik- und einem Rockkonzert der ist, dass man sich bei einem Rockkonzert ohne weiteres mittendrin mit „Hi Alter! Na, eeeewich nicht geseh’n! Siehste Olaf noch? Macht’n der?“ begrüßen kann, ohne dass es jemanden stört. Und immerhin weiß ich jetzt, was Olaf so macht. Ich kenne ihn zwar nicht, aber ich weiß jetzt, was er macht. Falls es also hier jemand wissen möchte… 

Die Stuhlkreisleute drehten sich immer mal nach den Störenfrieden um und guckten vor-
wurfsvoll. Eigentlich fand ich das in diesem Moment ganz gut, denn wenn ich mich allein umgedreht hätte, dann hätte es sicher kaum Wirkung gehabt. Leider überhörten sie völlig, dass sie dabei mit ihren Funktionsjacken an ihren Stuhllehnen so laute Raschelgeräusche machten, dass diese die Olaffreunde fast noch übertönten.

(Das ist so ein Phänomen, das ich oft beobachte: Leise sein bedeutet für Viele, den Mund zu halten. Auch zuhause, übrigens. Alle anderen Geräusche, die sie produzieren, blenden sie aus, wickeln Bonbons aus Folien, knallen Schranktüren, schalten Föne ein, rascheln sonstwie herum oder lassen nebenbei den Rasenmäher laufen.)

Die Olaffreunde wurden jedenfalls irgendwann von allein stiller, wahrscheinlich, nachdem sie alles besprochen hatten, und so konnte ich dann wieder ein bisschen der Musik (Carl Maria v. Weber, Konzert für Klarinette und Orchester, Nr.2, Es-Dur op. 74) lauschen und versuchen, meine Shrimps möglichst unauffällig zu verspachteln. Und das kann man jetzt ruhig mal wörtlich nehmen, weil ich sie mir nämlich mithilfe eines Messers gewissenhaft auf das Brot spachtelte, an das ich immerhin gedacht hatte. Für ein Weilchen war ich also ganz glücklich, obwohl allein. Um mich herum gab’s aber eh‘ noch Viele, die ohne Begleitung dort waren, darauf hatte ich wohl früher nie so geachtet.

Und dann kam das Grauen: Eine furchtbare Tussi (sorry, aber hier gibt’s einfach keinen anderen, passenden Ausdruck) setzte sich zu dem Pärchen hinter mir und fand nichts dabei, ihre Umgebung unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen, dass sie heute im Heiz-
kraftwerk zum „Tag der offenen Tür“ und noch vorgestern an der See gewesen war. Ich will hier jetzt nicht alles wiedergeben, nur soviel: Ein Heizkraftwerk kann „voll spannend“ sein und an der See war es erst „irre toll“ (ausführliche Beschreibung), aber dann hatte sie sich an einem Imbiss eine Currywurst gekauft und kaum wollte sie anfangen zu essen, kamen von überall Dutzende Wespen angeflogen und…

…ja, und der arme Herr Liszt und sein schönes Konzert für Klavier und Orchester (Nr.1, Es-Dur) mussten kurz vor Schluß dran glauben. Ich packte meine Sachen leise ein und verzog mich. Eventuell ist mir die Geräuschkulisse diesmal besonders aufgefallen, weil ich niemanden zum Tuscheln hatte. Vielleicht habe ich mir aber auch nur zufällig einen Platz ausgesucht, an dem nur Leute waren, die meinen, unter freiem Himmel darf man die sich redlich mühenden, richtig guten Musiker ruhig mit doofen Geschichten zutröten. Egal, war trotzdem schön, und ich bin froh, mich noch aufgerafft zu haben.

Im nächsten Jahr geh’ ich garantiert wieder hin. Und meine Begleitung ist sicherheitshal-
ber auch schon quasi zwangsverpflichtet…

Auf der Wiese mit ohne Luke sein‘ Vater.

Wer Sonntag in oder um Hannover weilt, sollte bitteschön unbedingt das „Klassik-Pick-
nick
“ im Georgengarten besuchen! Dabei handelt sich’s um ein feines Gelage, das jährlich vor dem Wilhelm-Busch-Museum auf einer großen Wiese stattfindet. Ein Orchester spielt auf einer extra aufgebauten Bühne, die Müsike schallt über die Wiese und auf der Wiese drauf liegt die Bromine mit einem Deckchen drunter und mit Käsehappen, Brot und Picco-
lo im Körbchen. Das fällt aber gar nicht weiter auf, weil da noch Hunderte, ach was sag‘ ich, Tausende Andere drumherum liegen.

Seit bestimmt zehn Jahren besuche ich das Klassik-Picknick, wenn ich kann. Meistens mit Freundin T., die dieses Mal leiderleiderleider im Urlaub ist. Wir haben da nämlich schon im Regen gehockt, die Schirme wie Dachpfannen übereinander geschichtet, oder fast einen Sonnenstich bekommen, weil man bei gutem Wetter natürlich keinen Schirm dabei hat. Wir haben sehr edel gewandete Menschen dabei beobachtet, wie sie andächtig Teakholz-Sitzgruppen aufbauten, feines Leinen drüberwarfen und Champagnerkühler drauf-
stellten, während daneben eine friedliche Truppe Punks mit Hunden und Sixpacks lagerte. In einem Jahr saß eine junge Familie mit Säugling ganz nah bei der Bühne. Der Säugling schrie fast die ganze Zeit und die Mikrophone auf der Bühne trugen uns alles in technisch ausgezeichneter Qualität haarklein ins Ohr… Zuerst hat’s mich gestört, dann amüsiert, und irgendwann fand ich, es hätte sogar was. Das kann aber natürlich auch am Getränk gelegen haben.

Das Programm ist übrigens immer so, dass im ersten Teil klassische klassische Musik gespielt wird, im zweiten Teil dann was modernes, naja, Klassisches. In diesem Jahr wollen sie im zweiten Teil was von der „Harry Potter“-Filmmusik bringen. Ich weiß noch nicht, wie ich das finde… Ich hab’ das ja nu‘ nicht so mit Zauberern.

Im letzten Jahr konnte ich irgendwie nicht hin, aber im vorletzten Jahr gab’s übrigens die Filmmusik aus „Star Wars“. Dabei auf einer Decke zu liegen und die Wolken am Himmel ziehen zu sehen, war schon eher was für mich. Zum Glück lag niemand in meiner Nähe, der bei dieser Gelegenheit seine Lieblings-Filmzitate aufsagen wollte…

Also, Sonntag dann.

Um drei Uhr geht’s los. Laut Wettervorhersage ist kein Schirm nötig, weder für Sonne, noch für Regen. Aber ein Jäckchen sollte man dabei haben. Zur Not kann man sich’s ja als Kissen unterschieben…

Doof

Viele Leute finden ja bestimmt doof, dass Deutschland beim Songcontest so schlecht abgeschnitten hat. Zum Glück habe ich mir das gar nicht erst richtig angeguckt, nur mal so kurz am Anfang reingeschaltet. Da haben sie gerade die No Angels interviewt, aber ich konnte mich überhaupt nicht richtig darauf konzentrieren, was gesagt wurde, weil die so Wahnsinnskleider anhatten. Also, die eine sah aus wie die lila Lieblingsfantasie eines Latexfreundes, – plus Glitzer drauf. Und die pfiffige Rothaarige (Lucy?), hatte irgendwas mit ihren Haaren gemacht, das mich näher an den Fernseher rücken und nach einem Perückenansatz forschen ließ.

Ich hab’ dann was anderes geguckt, aber als ich später noch mal reinschaltete, kämpfte gerade ein sympathisches Grüppchen dicker Portugiesen gegen den starken Wind an, der da immerzu in der Belgrader Halle geweht haben muss. Und gebrannt haben muss es da wohl auch viel, habe ich mir sagen lassen.

Gewonnen haben nachher die Russen, weil Ostblock und so. Die halten ja sowieso alle zusammen da. Irgendwo hatte ich in den letzten Tagen aufgeschnappt, dass das Ausfei-
len der russischen Bühnenshow ganz viele Millionen Euro gekostet haben soll, – und dann hab’ ich nicht mal hingeguckt. Naja, immerhin war ja ein ganz toller Eiskunstläufer dabei! Also wozu, das weiß ich jetzt auch nicht, aber’s wird bestimmt toll ausgesehen haben. So toll, dass dem Sänger vor lauter Begeisterung wohl gleich alle Knöppe vom Hemd abgegangen sind. Und einen Stehgeiger hatten sie auch mit, und der wiederum eine echte Stradivari! Das hätte der olle Stradivari bestimmt auch nie gedacht, dass sein Instrument mal sowas mitmacht…

Jedenfalls finde ich den letzten Platz irgendwie cooler als den vorletzten oder so. Wenn schon untergehen, dann doch mit Energie! Aber ich kann schon verstehen, dass manche das doof finden.

Mir hingegen sind heute gleich zwei Sachen begegnet, die ich doof finde: Zum einen finde ich Geschenkartikel richtig doof, auf denen drollig gemeinte Schafe drauf sind, die „alles doof“ finden. Leider laufen die so Beschenkten damit dann auch noch in der Öffentlichkeit herum. Oder sie sitzen mir in der Straßenbahn gegenüber, mit der ich öfter fahre. Man kann dann gar nicht anders, als alles zu lesen, was das Schaf nun doof findet. Es gibt ja sogar Bettwäsche mit den Biestern! Die habe ich aber nur in einem Katalog gesehen und nicht in der Straßenbahn. Zum Glück habe ich auch nur eine diffuse Vorstellung von den Menschen, die in dieser Bettwäsche schlafen möchten. Ich finde die Schäfchensachen jedenfalls noch dööfer als diese „Liebe ist…“-Klamotten, die es damals vor ca. 30 Jahren perfiderweise in jede Wohnung geschafft haben und dann lange nicht weggingen. Die sind aber auch irgendwie retrovirulent…

Und das andere, was ich heute Morgen beim Frühstück plötzlich total doof fand, war der unerwartete Geschmack in meinem Mund: In meinem Rosinenbrötchen war mittenmal ein dickes Kümmelkorn.

Volker, häng‘ meine Gardinen auf!

Ich muss schon den ganzen Morgen an Volker denken. Ihr wisst schon, den, der immer diese Signale hört. Bestimmt kommt jetzt gleich einer und sagt: „Das heißt aber doch Völker!“ Als wenn Völker ein anständiger Namen wär’… Jedenfalls war ich heute Vormit-
tag ungeheuer fleißig, habe drei Paar Gardinen abgehängt, gewaschen, gebügelt (jaha, gebügelt… Die sehen sonst wie Altpapier aus.), aufgehängt. Und immer, wenn ich die Leiter hoch stieg, summte ich: „Auf zum letzten…“ Nur, dass ich das eben dann doch glatte sechsmal mit der Gardinenstange gefochten habe.

Und weil ich schon mal auf der Leiter stand, habe ich meine Regalwand mal von oben gestaubwischt. Als ich fertig war, hörte ich einen Satz, der normalerweise nicht zu mei-
nem Repertoire gehört, nämlich: „Na, die hat’s aber echt mal nötig gehabt!“ Und weil ja sonst keiner da war, muss ich den wohl selber gesagt haben. Ich weiß auch nicht, was heute mit mir los ist. Den Pony habe ich mir auch geschnitten, und dann noch einigen Blumentöpfen ein paar Händevoll frischer Erde spendiert. Übrigens liegt draußen etwas Schnee, dabei habe ich gestern am Telefon noch fest behauptet, Hannover sei wohl die einzige Stadt in Deutschland, in der es in den letzten beiden Tagen nicht geschneit habe. Das haben wir jetzt davon, tut mir leid.

Ab sofort werde ich also behaupten, dass es in Hannover eigentlich dauernd und ständig schneit, und dass mehr Schnee nun eigentlich gar nicht nötig tut. Wenigstens scheint die Sonne. Deswegen kann man auch ganz deutlich sehen, dass ich zwar vor drei Wochen die Fenster geputzt habe, aber sie jetzt trotzdem irgendwie schon nicht mehr zu den fri-
schen Gardinen passen. Und weil mich das irritiert, gehe ich jetzt raus und gucke mir den Schnee an (der ja ganz sicher gleich wieder verschwindet), damit ich Irgendjemandes Enkeln später mal davon erzählen kann.

Magenschwindel & Ohrensausen

Letzte Woche war ich ja noch verreist. Zum Beispiel in Maastricht.

 

Dort erlitt ich plötzlich eine mittelschwere Hüngerchenattacke. Weil ich aber im Gegen-
satz zu Herrn Jean Pütz keine Schublade dabei hatte, aus der ächzend ein dreihaariges, anstrengendes, mit ungesunden Flecken übersätes Männchen springt, um mir „Milschreis zum Sällbabasteln“ mit zugehörigem „Tütschen“* anzudienen, und auch mein Begleiter keine Anstalten machte, eine solche Schublade unter’m Mantel herauszuzücken, suchten wir uns einfach eine Kneipe. Beziehungsweise ein „Eetcafé“, oder wie das dort heißt. Der Laden hatte auch einen ganz typischen holländischen Namen, und zwar: „C’est la vie!“

*(„Tütschen auf…, drübber…, – fechtisch!“ weckt bestimmt bei so Manchem alle möglichen Assoziationen, nur keine, die sich aufs Essen bezieht.)

 

Obwohl auf den Straßen irre viel los war, war es in der Kneipe sogar noch lauter, beson-
ders in der Ecke, in der wir noch Platz fanden. Da wurde nämlich das Geschirr aufbewahrt bzw. durcheinander geworfen, die spotzende Kaffeemaschine bedient und das Personal bebrüllte sich mit Anweisungen. Wir bestellten „Toasti mit Kaas und Ham ohne Ham“ (aber mit Toast und Kaas) und Kaffee. Jetzt erst fiel mir die Musik auf, aber zu spät: wir saßen schon und hatten bestellt. „You’re my heart, you’re my soul…“ Hoppla. Direkt im Anschluss: „Take these broken wings!“ Gefälligst.

 

Zum Glück kam jetzt unsere Bestellung. Der ersehnte Imbiss wurde begleitet von „Kyrie Eleison“ (/Marillion), das ein Herr am Nachbartisch auch noch ganz gut kannte und das „Ohohoooooo…!“ aus dem Refrain sogar leise (dachte er) mitsang. Da schmeckt einem doch die leckere Salatbeilage gleich noch mal viel knackiger!

 
Vielleicht hätte unsere Kellnerin auch gern mitgesungen, hatte sie doch eine, sagen wir mal, zutiefst männliche Stimme, die irgendwo hinter ihren unübersehbar weiblichen Attri-
buten hervorkam. (Eigentlich zu tief, um in Fish’s Geknödel einzustimmen. Eventuell, wenn was von Bonnie Tyler gelaufen wäre?) Das begeisterte sie übrigens anscheinend selber so, dass sie meinem Gegenüber gleich mal die leere Espressotasse umriss, sie dann aber schön ordentlich wieder auf der Untertasse zurechtstellte. Denn wer weiß schließlich, wozu wir die leere Tasse noch brauchen…

 

Das „Kyrie“ ging jetzt über in „One night in Bangkog“, offenbar hatte hier jemand vom Per-
sonal so eine 80er-CD an der Tanke mitgehen lassen, in dem Glauben, Touristen hörten so was gerne. Mir machte das auch tatsächlich immer mehr Spaß und ich fing an, mir Notizen zu machen. Wahrscheinlich erweckte ich dabei bei meinem lieben Begleiter den Eindruck, Maastricht gefiele mir nicht richtig, und ich würde mich sogar darüber lustig machen. Das liegt mir jedoch fern. Diese Kneipe hätte auch in Soltau sein können oder meinetwegen auf Texel (und auch dort hätten sie vielleicht versucht, statt der leeren Tasse Deine noch vollen Blättchen mit Hilfe eines Zaubertricks abzuräumen *g*), und Maastricht gefiel mir sogar so gut, dass ich unbedingt vorhabe, da noch mal hinzufahren, sobald sich die Gelegenheit bietet. Nach Texel übrigens auch. Soltau weiß ich noch nicht.

 
Gespannt wartete ich also auf das nächste Stück… Es war „Pass the Dutchie“. Das hatte ich nun echt über 20 Jahre nicht gehört. „Gimmidiemjusikmäkmijampampamp!“


damoklespulleNa, das sollte hier mal einer versuchen, denn der Laden war bis unter’s Dach vollgestopft mit Zeug und Leuten und Zeug. Direkt über mir hing, wie das be-
rühmte Damenkloschwert, eine riesige, wahrscheinlich  45-Liter-fassende J*ger-
meisterpulle.

 

Ich hatte ein bisschen Schiss, sie würde sich vielleicht ausgerechnet den heuti-
gen Tag aussuchen, um sich aus ihrer bestimmt fachmännisch verzwirbelten Drahtverankerung zu lösen und mich auf ihrem Weg nach unten zu erschlagen.

 

Vielleicht ist das Foto deshalb so verzit-
tert. Die anderen sehen sogar noch viel schlimmer aus!

 

Was nicht mit draufging auf’s Bild: „99 Luftballons“. Die hätte ich, statt im Ohr, wirklich lieber über mir gehabt, und zwar ohne Nenas Seufzgesang, dem man wohl nie mehr ganz entkommen wird.

 

Zeit also, zu gehen. Offenbar betrübt dies das Personal zutiefst, denn hinaus begleitet werden wir von „Each time you break my heart…“

 

Frisch gestärkt und (wenigstens anteilig) amüsiert, treten wir auf die Straße zurück und eine meiner Lieblingstätigkeiten an: Die Suche nach noch unbekanntem Geschmeck.

Bei der Ladenkette HEMA werde ich fündig.

 

Doch dazu morgen mehr…

Monday, Monday, nanaaa… nanananaaa…

Das ist von „The Mamas and the Papas“, oder? Jedenfalls geht’s mir heute nicht aus dem Sinn. Aber es passt ja ganz gut. Ein anderes Montagslied ist „I don’t like Mondays“ von den Boomtown Rats. Meiner Freundin T. (die ja jahrelang meine Chefin war) und mir war damals mal in der Werkstatt aufgefallen, dass das eigentlich nie montags im Radio läuft. Wir hörten es vor allem dienstags, und das fanden wir merkwürdig. Ob die Radiostationen-
betreiber Angst hatten, montags einen zerstörerischen Impuls auszulösen? Einen, der an den anderen Tagen der Woche nicht funktioniert? Wahrscheinlich waren wir aber wieder mal die einzigen, denen so was überhaupt auffiel. Zudem stellten wir fest, dass Phil Collins fast immer um „20 vor“ gespielt wurde. (Wir hörten aus Kompromissgründen ein sog. Formatradio, das nur mal zur Erklärung der Senderwahl.)

Heute also „Nanaaa, nanananaaa…“ Das kann ich nachher in der Praxis vorsingen, in die ich heute gehe. Mal sehen, was sie dort für einen Zinnober mit mir veranstalten werden. Nee, ich bin nicht krank. Nur schlapp. Man weiß ja gar nicht mehr, ob das noch Früh-
jahrsmüdigkeit ist (oder haben wir schon Sommer? Watt denn? Der war schon?!? Das müsst Ihr mir doch sagen!) oder Herbstdepression oder eventuell Winterschlaf. Die gute Frau L. soll mir mal sagen, welche Ausrede ich benutzen soll, wenn ich mal wieder ab Mittag ins Stottern und Spotzen komme, um dann langsam auszurollen und für den Rest des Tages zu müde bin, um die Arme richtig zu heben. Also, nicht, dass ich die nun unbedingt in einer Tour heben müsste, aber vielleicht will ich das ja mal und dann kann ich’s vielleicht gerade nicht.

Mein Hausarzt sagt immer, ich soll mich mehr bewegen. „Was meinen sie denn, Herr Dokter, wie ich hierher gekommen bin? Teleportation, oder wie?“ Da guckt der nur. Ich hab’ dem schon mehrfach aufgezählt, was bei mir an Bewegerei so zusammen kommt, und finde, das ist nun wirklich nicht zu wenig. Aber er ist auch so ein sehniger Mara-
thontyp und bestimmt jedes Wochenende mit so einem benummerten Leibchen unterwegs, Bananenstücke vom Straßenrand pflücken.

Sport ist einfach meine Sache nicht. Tut mir leid. Bewegung ja. Am liebsten zackig ein Stündchen durch die Landschaft marschieren. Aber bitte ohne Stöckchen. Ein richtig netter Orthopäde hat mal zu mir gesagt: „Schnelles Gehen! Das ist alles, was man braucht. Gehen sie immer so, als bräuchten sie unbedingt noch einen Liter Milch und ED*KA machte in drei Minuten zu!“ Den Mann hätte ich küssen mögen, denn er hatte meine bevorzugte Fortbewegungsart erkannt und sie mir quasi verschrieben. Und wenn nicht gegangen wird, wird Rad gefahren. Und dann wohne ich auch noch in der dritten Etage, da muss man ja auch mehrmals täglich raufkommen. (Der Trick wäre, gleich oben zu bleiben, aber das machte nur halb soviel Spaß.) Und dann noch die schon mal hier beschriebenen Pilates-Übungen dreimal die Woche. Also, Bewegung habe ich eigentlich durchaus.

Mal sehen, welche Erkenntnisse ich heute Mittag dazu gewinnen werde. Frau L. weiß vielleicht mehr als der Marathonarzt. Eventuell muss ich in die isses Jodmangel und ich soll mich ab sofort täglich von Kopf bis Fuß mit orangefarbener Tinktur bepinseln. Vielleicht muss ich auch Kaffeebäder nehmen, mir Traubenzucker spritzen und dazu den ganzen Tag über Kopfhörer Pauken- und Trompetenkonzerte hören.

Och watt, ich kauf’ mir einfach ’ne Brille, wo vorne so Augen draufgemalt sind…

Fieber! (4)

So.
Die Grundbewegungsabläufe für einige
Disco-Tänze sollten ja inzwischen sitzen. Damit kann man schon in die nächste Tanzbude gehen und erste gute Erfolge erzielen. Wenn man sich an die Regeln hält, ist das Discotanzen an sich wirklich ein harmloses Vergnügen. Wenn.
Es wird aber leider nicht ausdrücklich genug vor den Gefahren gewarnt, die sich durch Nichtbeachtung der Vorschriften oder gar falsche Ausrüstung ergeben können. Genaueres kann man in der jeweils örtlichen Discodienstelle erfragen. Es gibt da ja bestimmt auch regionale Unterschiede.

Wie wichtig z.B. das Auswählen gutsitzender Kleidung sein kann, haben wir ja im zweiten Teil schon kurz angesprochen. Man kann das aber nicht oft genug sagen. Aber auch die Musikauswahl kann eine gewichtige Rolle spielen. Im Kombination können sich sogar ungeahnte Komplkationen ergeben. Deutlich wird das noch mal anhand dieses Beispiels:

Soul-Hip Diese Frau hat eine sogenannte „Chronische Seelen-Hüfte“, hervorgerufen durch Donna-
Summer-Discoknaller und eine viel zu schwere Gürtelschnalle. Man erkennt das daran, dass die Betroffenen einen merkwürdigen, ausschrei-
tenden Gang entwickeln, bekannt als „Mario-
netten-Syndrom“. Da kann die Oberbekleidung übrigens noch so bequem sein, das nützt dann auch nichts mehr…

Eigentlich wäre jetzt strenge Bettruhe einzu-
halten. Unsere Vortänzerin Frau Q. mag aber ihre Schülerschäfchen am Samstagabend in der Diskothek nicht sich selbst überlassen und hat sich doch aus den Federn gequält. Vielleicht hält sie sich auch bloß für unverzicht-
bar. Und dann hat man auch schon den Salat: Während sie die Tanzfläche überquert, um sich was zu trinken zu holen, legt der DJ die Pointer Sisters auf. Prompt haben alle Anwesenden ihre ungelenken Bewegungen als neue Tanz-
figur gedeutet und die Hölle bricht los!


Suzie_Q
Die Schüler wissen ja noch nicht, wie weit sie gehen dürfen und tanzen einfach los, bis sie bis unter die Hutschnur voll sind mit Extase. Sie benennen den eben erlernten Bewe-
gungsablauf sogar nach der erkrankten Dame und wollen gar nicht mehr aufhören! Dabei kann man dabei böse stürzen und sich den Schnurrbart brechen! Der Linken wächst sogar schon ein breiter Gürtel!

Frau Q. indes macht sich Sorgen, versucht die Massen zu beruhigen und den Sachverhalt aufzuklären, doch zu spät. Das Ganze hat sich längst verselbständigt. Nach Stunden erfolglosen Redens resigniert sie und ruft noch schwach: „Dann setzt wenigstens Helme auf und tragt Schutzkleidung! Ich muss jetzt jedenfalls wieder ins Bett. Mich plagt das schlechte Gewissen. Und überhaupt, hätte ich heute gar nicht herkommen sollen…“
Das mit den Helmen und so haben noch welche gehört, der Rest ging in dem lauten Gestampfe einfach unter.

Freak_Line_Dance
Einzelne rufen ihr noch zu: „Na und!? Können wir doch nix für! Das haste uns doch so vorgemacht, Suzie!“ Ja, da sind sie noch übermütig, aber später müssen ein paar von ihnen in die Nervenheilanstalt eingewiesen werden, weil sie sogar auf offener Straße Gummisandalen oder Pumps mit Ringelsöckchen getragen haben. Weiß ja jeder, dass so was nur total Durchgeschossene machen, und ansteckend ist es auch noch! Deswegen heißt das auch „Freak-Line-Dance“ und ist heute verboten.

So kanns gehen. Wenn man das aber nun alles weiß und beherzigt, kann man das Disco-
tanzen ganz unbeschwert genießen. Es ist, auch hier, wie mit allen guten Sachen: Die Dosierung macht’s.

Im Nachhall dieser klugen Worte schließe ich hiermit den Tanzkurs ab und wünsche für die Zukunft viel Freude und Glück mit dem hier Erlernten. Vielen Dank für die Teilnahme.

Verschossen

Neulich war ich mal wieder bei einem Feuerwerk. Ich hatte nämlich ganz lieben Besuch, und da dachte ich: Wenn Hannover schon einen Feuerwerkswettbewerb ausrichtet, der im Sommer an fünf Samstagen von verschiedenen Ländern bestritten wird, dann soll man das auch bei Gelegenheit zur Besucherbelustigung vorführen. Der Wettbewerb findet im großen Barockgarten in Herrenhausen statt, und man kann, wenn man pfiffig ist, eine gut gekühlte Flasche Sekt mitnehmen und was zum Schnabulieren, und sich’s schon vorher im Garten gemütlich machen, bis es dunkelt.

Man darf sich aber nicht stören lassen von herummarodierenden Sauftrüppchen, die tat-
sächlich mit Getränke-Bollerwagen und laut vorgetragenem Liedgut über die beheckten Wege ziehen. Ich war ja lange nicht dort gewesen und wunderte mich ein bisschen über die neuen Sitten. Sowas sieht man hier ja eher zu Himmelfahrt oder beim Schützenaus-
marsch. Neuerdings wird der Wettbewerb aber von einem schlimmen Radio präsentiert, und ungefähr genauso hatte ich mir die Hörer auch immer vorgestellt.

Dann hatte es fertig gedunkelt.
Wir wurden von Ordnern von der Bank gekämmt und sollten uns bitteschön in den vorderen Teil des Gartens bewegen, der Sicherheit wegen. Wessen Sicherheit, wurde nicht gesagt. Natürlich wollten wir einen feinen Ausguck finden, und nach meiner Erinne-
rung durfte man früher auch seitlich zum Geschehen stehen. Aber wir wurden überall weggejagt und mussten mitten zwischen die Leute, die im so genannten Ehrenhof zusam-
mengepfercht wurden. Das ist nämlich sicherer.

Wenn ich mir ein Feuerwerk angucke, habe ich immer Schiss, dass in meiner Nähe alles voller „Aaaah!“- und „Ooooh!“- Rufer ist. Ich hatte auch schon mehrmals das Vergnügen, vor oder neben einem „Chemiker“ zu stehen, der genau sagen konnte, mit welchen Pülverchen man welchen Farbeffekt erzielt („Magnesium für Silber, Eisen für Rot“…). Und der das auch tat, das Sagen. Und zwar ausführlich. Nie, nie, nie werde ich verstehen, warum man sich das nicht einfach angucken und still genießen kann!
Ich liebe nämlich Feuerwerk über alle Maßen und kann sehr traurig oder wütend werden, wenn man es mir zutrötet. Zum Glück hatten wir Glück, was das anging.

Weniger Glück hatten wir mit der Musik. Das Feuerwerk wurde von Südafrika ausgerichtet und nachdem sie die „Pflicht“ zu klassischer Musik eigentlich wunderbar hingelegt hatten, kam die „Kür“. Es fing gut an, mit ganz schöner spanischer Gitarrenmusike und ich war auch tüchtig ergriffen, als es plötzlich poppig wurde und mein Begleiter amüsiert fest-
stellte, dass ein gewisser Herr Frank Farian wohl neuerdings in Südafrika ganz groß rausgekommen sei. Da konnte ich auch nur noch lachen. Bon Jovis „Keep the faith“ in fieser Instrumentalversion.  Das kann ich so schon nicht leiden. Irgendwie musste ich an Eimer mit kaltem Wasser denken und beim Fernseher hätte ich jetzt den Ton runterge-
dreht. Dann kam ein Stückchen von Orffs „Carmina Burana“, aber genau an der Stelle, wo es toll wird (wenn die Becken und Pauken losdonnern!), bog das Ganze schon wieder zu farian’scher Pop-Fiesigkeit ab. Überraschenderweise schien das außer uns niemanden zu stören. Hinterher hörte man überall, wie schön das wieder gewesen sei. Ich mag aber nicht glauben, dass das alles Leute waren, die sich auch ohne mit der Wimper zu zucken Waldmeistersirup in den Champagner kippen würden… Ich glaube eher, dass viele sich eine Rechtfertigung für das Kaufen der doch ganz schön teuren Eintrittkarten zusammen-
reden wollten.

(Ich habe übrigens auch schon Feuerwerke gesehen, die zu Popmusik zusammengestellt waren, z.B. zu „Bohemian Rhapsody“ von Queen, oder „Dark side of the Moon“ von Pink Floyd. Das war reinewegs zum Gänsehaut kriegen! Aber am Schönsten finde ich’s doch immer noch zu klassischer Musik, am besten zu Arien. Warum macht nicht mal einer was zu „Lacme“ von Delibes, hm?)

Auf dem dunklen Nachhauseweg fuhr ich übrigens noch durch die Scherben einer Bier-
flasche, die jemand netterweise auf den Fahrradweg hatte fallen lassen. Wahrscheinlich hat er es nicht gemerkt, und deshalb lagen die da noch. Also schoben wir nach Hause, angetrunken, amüsiert und ein bisschen müde, während uns mein platter Vorderreifen ein Liedchen zusammenknautschte.

Am kommenden Wochenende ist Großbritannien dran mit Feuerwerkerei.
Ich weiß aber noch nicht, ob ich mich traue…

Fieber! (3)

Habt Ihr alle schön geübt? Dann gibt es heute zur Belohnung mal ein bisschen geschichtliches Hintergrundwissen. Das ist auch wichtig.

Heutzutage ist es ja so, dass man zum Tanzen in die Disco geht. Alles andere ist dort inzwischen offiziell verboten, glaub’ ich. Man steht cool rum oder bewegt sich eben ein bisschen, und bis vor kurzem musste man dann auch noch Alcopops dazu trinken. Ganz schön schwierig, aber machbar. In den 70ern war das noch ganz anders. Aber das waren auch ganz andere Zeiten und alles musste viel, viel freizügiger, ja sogar sexy sein. Man sollte sogar rauchen! Das kann man sich heute kaum mehr so richtig vorstellen. In dem Disco-Tänze-Buch kann man ja noch sehen, was damals los war, und ich habe auch davon sprechen hören. Hier also die ganze Wahrheit.
 

Chicken_wings






Dieses Huhn ist aufgeregt.
Zumindest sieht es so aus. Aber eigentlich befindet sich im Innern eine ausgetüftelte Mechanik, die nervöses Flattern vor dem eigentlichen Akt simulieren soll.

Es handelt sich nämlich um eine „Sexma-
chine mit Chicken-Wings“. Frag’ mich lieber niemand, ich kann’s mir auch nur ausmalen; – ich nehme an, solche Gerätschaften hatte man in den 70ern in den Tanzsalons zur Er-
bauung der anwesenden Gäste. Und zwar in jeder Ecke eins.


Wenn die Gäste dann ausreichend erbaut waren, hielt es sie nicht mehr auf den Sitzen und sie umtanzten sich gegenseitig zunehmend wilder mit immer eindeutigeren Posen. Sogar mit Zappzerapp-Händen! Puh! Wahrscheinlich hat man sich auch noch zugezwin-
kert! Und wo sowas hinführt, bzw. wie solche Abende dann ausgehen, weiß man ja.
Also, ich nicht. Aber Leute, die ich kenne.

F_Broadway

Und die haben mir erzählt, dass sich zu vorgerückter Stunde, wenn die „Bude am Kochen war“, oft Pärchen bildeten, die aus ihren Absichten dann keinen Hehl mehr machten. Manchmal kannten die sich vorher nicht mal! Und fingen dann auch schon mal an, sich sogar an den Händen anzufassen.

Das war das Zeichen: An dieser Stelle muss dann wohl ein Guide oder sowas erschienen sein, um das aufgeregte Paar auf eine „Führung“ in die „Liebkosung“ mitzunehmen. Wahrscheinlich fand diese Führung dann in Katakomben oder Hinterzimmern statt. Und hätten wir nicht das Buch mit den überlieferten Texten, könnten wir uns kaum darüber ins Bild setzen, welche komplizierten Vorgänge dann ihren Lauf nahmen. Man versteht heute ja nicht mehr alles. „Duck-Dich“ z.B. sagt mir nichts, aber „Damensolo unter rechtem Arm tanzen“ spricht ja wohl Bände.

Liebkosung

Meine Herren! Muss das ein wildes Jahrzehnt gewesen sein!
Das muss man erstmal verarbeiten.

Wer üben will, der übe!
Nächste Woche kommt dann auch schon der letzte Teil.

Fieber! (2)

Ich hatte ja hier mein wieder gefundenes Disco-Tänze-Buch schon mal vorgestellt und dazu sogar Fortsetzung versprochen. Und was man versprochen hat, soll man auch halten. Hier also einige neue Tanzfiguren. Der Sonntagmorgen, wenn man noch ein bisschen in Öl liegt von der gerade überstandenen Sauftour Tanznacht, ist vielleicht nicht die ideale Zeit zum Üben. Aber man kann sich’s ja schon mal  ausschneiden und bis nach der Kaffeetafel bei Tante Karin damit warten.
Bump_Shake








Die 1. neue Tanzfigur heißt: „Macker, ich hab’ Dir schon 3x mal gesagt, Du sollst abzischen! Jetzt mach’ endlich die Biege…“

Im Buch heißt sie verschleiernd: „Bump-Shake mit elbow-pull“, aber jeder weiß, was gemeint ist. Zur Not muss man eben den elbow kräftiger pullen.

 

Dog

 

Diese junge Dame hätte das mal früher tun sollen, denn der Mensch da versucht gerade eben, ihr den Oberkörper abzuschneiden. Das ist aber nicht sehr nett von dem. Sie winkt um Hilfe. Hoffentlich kommt da gleich jemand!

Wieso das „The Dog“ heißt, weiß ich nicht.
Ich habe jedenfalls noch nie Hunde gesehen, die sich gegenseitig durchschneiden wollten. Vielleicht ist es eine Empfehlung, nächstes Mal lieber einen beschützenden Schäferhund mit in die Tanzbude zu nehmen. Also, im über-
tragenen Sinne, einen großen Bruder oder so. Richtige Hunde dürfen ja gar nicht in die Disco. Schließlich muss man da mindestens 16 sein. Und das ist für Hunde schon ein ziemliches Alter, da stehen die eher schon auf Marsch-
musik und Fr*lic-Werbung im Fernsehen.

 


Cleveland_Conti

Guck, jetzt hat er von ihr abgelassen, und damit er nicht gleich wieder auf doofe Ideen kommt, kriegt er zum Abschied noch einen „Cleveland Continental“ verpasst. Also einen Handkantenschlag in die Rippen, der sich gewaschen hat. Ja, der Herr trägt übrigens wirklich eine Riesen-Fliege um den Hals. Und die Hose hat er aus zwei alten Futter-
säcken zusammen getackert, bis die Tackerklemmen alle waren.


 Rock_steady

Und weil das ganz schön kneift, bewegt er sich jetzt irgendwie komisch. Keine Ahnung, ob die Mädels ihn nun nur nachäffen, oder ob sie ihm tatsächlich glauben, dass das ein „Rock Steady“ sei. (Wir wissen ja wohl alle, wie ein richtiger „Rock Steady“ aussieht!) Es sieht jedenfalls auch nicht besser aus, wenn man’s zu dritt macht. Die Hintere macht ein Gesicht, als wolle sie beim Kirschkern-Weitspucken mitmachen. Und die Vordere muss sich an der Wand abstützen, damit sie nicht umkippt mit ihren Absätzen. Wahrscheinlich hat sie deshalb die Söckchen zu so Wülsten aufgerollt, um im Falle eines Sturzes ihre Knöchel zu schützen.

 
Armstyling


 


Diesen Trick kennt diese Dame noch nicht. Sie hat aber auch gar keine Zeit, mit ihren Freundinnen Tipps auszutauschen.
Sie bewundert diesen tollen Tänzer, der sich wohl gerade die Hände hat auswech-
seln lassen und dazu gleich die Arme neu stylen. Und er freut sich und denkt: Hat sich doch gelohnt, das teure Armstyling! Schon hängt eine leckere Biene dran…

Und da hat er natürlich Recht. Gut gestylte Arme machen bei den Damen unheimlich Eindruck. Also auf in die nächste Armsty-
lerei um die Ecke, meine Herren!

(Hey HikE, das wäre doch eventuell auch was für’s Häkeltierchen!)

 

Der Kurs wird noch fortgesetzt. Versprochen. Aber jetzt ist ja erstmal das Üben dran…