Sofabesuch

Eben war Freundin T. hier, eigentlich wollten wir nach Bückeburg, aber dann ist das Wet-
ter so schlecht, dass wir lieber einen Spaziergang machen. Neben dem Gehweg auf dem bepflanzten Seitenstreifen steht, ordentlich aufgestellt, ein Paar nass geregneter SchuheSchuhe.

„Guck’ mal!“, sagt T. „war hier so’n Sturm, dass es die Trägerin da rausgefegt hat? Oder hat da gestern einer seine Schuhe hingestellt, damit der Nikolaus, wenn er hier vorbei kommt, was reintut?“

„Genau“, sag’ ich, “und dann kam ein zweiter Nikolaus und hat’s wieder rausgenommen…“

Vom Spaziergang zurück, erklärt sie mir, ihre Är-
ztin gebe „immer Annika Kügelchen“.

„Welcher Annika denn? Und was denn für Kügelchen?“, frage ich. Ich kenn’ nämlich gar keine Annika, aber ich hab’ mich auch nur verhört: Die Ärztin ist Homöopathin und gibt immer Arnika-Kügelchen. Dann erzähle ich ein bisschen vom Bloggen und davon, dass Besucher im Blog wohl manchmal eine „Hemdschwelle“ haben, und sich deswegen nicht recht trauen, Kommentare zu schreiben, was ich schade finde. Aber als ich meine letzte Hemdschwellung hatte, kam ich auch nur ganz schlecht an die Tastatur.

Und dann erzählt T. mir noch, wie sie Maronenpüree machen wollte. Wer’s nachmachen will, das geht ungefähr so (wenn ich’s noch zusammenkriege): Man kauft ein Netz Maro-
nen, sortiert die eine Hälfte wegen ungut aus, ritzt die Schale der anderen Hälfte ein, kocht sie 10 Minuten, dann schreckt man sie ab. Dabei zieht sich die Haut unter der Schale allerdings wieder zusammen, so dass man sie doch mit einem Messer schälen muss. Übrig bleibt ein Esslöffel voll erbsenwinziger heller Klümpchen. Die müssen jetzt püriert werden. In dem Topf erwischt der Pürierstab sie nur zufällig und schleudert die Bruchstücke durch die Küche und der Köchin ins Gesicht. In einem schmaleren, koni-
schen Gefäß nehmen sie genau den Platz unterhalb des rotierenden Schneidmessers ein. Irgendwann, wenn man alle Pürierstab-Gefäßkombinationen durch hat, stellt man jedenfalls fest, dass die Maronen eigentlich ganz leicht mit der Hand zu zerdrücken sind.

Jetzt, wo ich weiß, wie aufwendig das ist, ist mir auch klar, wieso Maronenpürree in Dosen immer so teuer ist…

(…und beim nächsten Treffen trinken wir dann den Rest vom guten Mozartlikör.) 😉

7. Dezember

 

Die liebe Juleika schickte mir dankenswerterweise folgende witzige Frage:

„Wie heißen die harten Plastikenden an den Schnürsenkeln?“ stern7

Antwort:
Die heißen „Benadelung“. Zumindest war das der meist-
genannte Begriff, den ich fand.

Dazu baut man dicke Maschinen, schmeißt die ganzen Senkel da rein, und drückt den Knopf. Dann pufft und kladötert es, mitunter sogar mit Ultraschall (also so’n Ultraschallgerömpel würd’ ich gerne mal hören, doch leider bin ich keine Fledermaus), und hinten kommen dann die toll benadelten Senkel wieder raus.

Die Maschinen sehen z.B. so aus. (Wie Schnürsenkel aussehen, weiß ja jeder selber.) Auf dieser Webseite habe ich auch mein neues Lieblingswort gefunden. Das alte Lieblingswort war nämlich: Hackschnitzel-Contractor. Und das neue ist jetzt: Schuhriemen-Hydrophobiermaschine.

Als weitere Namen für die Schnürsenkelbegrenzung wirft wikipedia übrigens aus: Senkstift und Pinke. Besonders schicke Senkel haben Bommeln oder Tasseln.

Warum aber eigentlich fest zugeschnürte Schnürsenkel manchmal wie von selbst wieder aufgehen, dazu sagt wiki leider nichts. Vermutlich hat die Erfindung des Klettverschlusses unmittelbar was damit zu tun. Aber das ist ja schon wieder ein ganz anderes Thema…

Einen zur Schleife gebundenen Gruß nach Aschaffenburg,
von der Theobromine

 

Litteratte ist weg.

Plötzlich fehlt mir da was. In den Kommentaren hat sie sich in einen „Besucher“ verwandelt und ihre wunderschönen Gedichte sind alle weg. Hat sie ihr Gehen denn angekündigt? Dann war ich wohl unaufmerksam… Ohje.
Bestimmt hat sie starke Gründe. Ob sie mal wiederkommt?
Liebe S., hier kriegst Du, wann immer Du magst, einen schönen heißen Kakao!
(Nachtrag nach dem Lesen Deiner Nachricht: Ich Dich auch. Die Tür lassen wir angelehnt, ja?)

Ganz liebe Grüße, Deine Theo

6. Dezember

Erstmal möchte ich Allen einen dicken Nikolaus und schokoladig-mandarinige Stiefel wünschen! Und dann komme ich auch schon zu Träumers prima Frage:

stern6„Warum stellen Frauen den Männern immer wieder Fragen, bei denen sie die Antworten eh nicht glauben?“

Antwort:
Ich schätze mal, es geht um so Fragen wie: „Gefallen dir meine Haare?“ „Schmeckt es dir?“ „Findest Du mich zu dick?“, „Mut-
ter kommt! – Freust Du Dich?“ und „Steht mir das?“

Dass die Frauen die Antworten oft nicht glauben, liegt daran, dass sie die Frage überhaupt erst stellen müssen! Das klingt vielleicht kompliziert, ist aber ganz einfach.

Es geht nämlich gar nicht um den Inhalt der Frage selbst, sondern um den Umstand, dass sie Euch erst mit der Nase draufstupsen müssen. Wahrscheinlich fehlt den Frauen gerade ein bisschen was Schönes, wie z.B. Zuwendung. Also lenken sie die Aufmerksamkeit männerseits mit Hilfe einer solchen Frage auf sich. Wenn er dann was Liebes antwortet, glaubt sie allerdings eventuell, das sage er „jetzt doch nur so!“, weil sie es ihm in den Mund gelegt hat. Das nervt natürlich. Aber es fühlt sich eben auch nicht so wie gewünscht an.

Sobald man den Damen aber zuvor kommt, glauben sie’s eher, denn das möchten sie auch eigentlich. Wenn er seiner Liebsten mal von ganz allein sagt, wie klasse sie heute aussieht oder wie dufte sie irgendwas hingekriegt hat, dann nimmt sie ihm das viel lieber ab. Gesetzt den Fall, er findet wirklich, dass sie klasse aussieht und das Regal astrein angedübelt hat. Sonst isses unglaubwürdig.

Leider wissen viele Männer überhaupt nicht, was für durchschlagende Erfolge sie erzielen könnten, wenn sie eben mal einfach ein schönes Kompliment machen, ihr was Gutes tun, oder auch eine Kleinigkeit mitbringen (Achtung! Gebetsmühle: Pralinen, leckere Pralinen! *grins* Ein gutes Buch, vielleicht. Oder ’ne CD. Ein Eis & ’ne Zeitschrift von der Tanke. Oder ein hübsches Blümchen. Eine Massage. Etwas, das nur für sie ist.). Aber auch nicht gleich übertreiben, sonst denkt sie womöglich, er hat eine Freundin…

Manche Männer wissen erschreckenderweise nicht mal, was ihre Frauen überhaupt mö-
gen! Mir ist das unbegreiflich, denn es lässt sich ja leicht ausprobieren und beobachten. Und kostet auch überhaupt fast nix. Ich kann dieses Ausprobieren nur empfehlen. Es ist nämlich nicht so, dass es ausreicht, alle zwei Jahre mal nebenbei fallen zu lassen, dass sie meinetwegen schöne Knie hat, und ansonsten zu behaupten: „Das weißt Du doch, habe ich Dir doch schon mal gesagt!“ Darum geht’s nicht.

Und es geht auch nicht ums Schleimen oder um sinnloses Schmeicheln. Sondern eigent-
lich nur darum, die Zähne mal auseinander zu kriegen und ein bisschen Bestätigung raus-
zurücken. Und die braucht ja wohl Jede und Jeder.

Übrigens können solche Aufmerksamkeiten auch den Nörgelfaktor enorm senken. Zumin-
dest vorübergehend. Wenn das kein Argument ist! Denn das ist es, worum es eigentlich geht, um Aufmerksamkeit. Sich Mühe geben. Wertschätzung.

Und noch übrigenser, und das geht jetzt an die Frauen, gilt das alles natürlich auch andersum! Und überhaupt ganz allgemein in der Liebe… Jedenfalls meiner Meinung nach.

Ganz was anderes wäre es natürlich, wenn es um so Fragen ginge, wie: „Wie geht noch mal die Relativitätstheorie?“ oder „Wann machste denn endlich den Geschirrspüler heile?“

Da, lieber Träumer, kann ich Dir dann leider nicht weiterhelfen… 😉

Liebe Grüße, auch an die Gattin,
– von der Theobromine

5. Dezember

Sansibar fragte:stern5

Gibt es in Deiner Wohnung einen Adventskranz?

Antwort: Nein, lieber Sansibar, den gibt es nicht.
(Eigentlich könnte ich das ja so stehen lassen, aber das kommt mir doch ein bisschen dürftig vor…)

Dass ich keinen Adventskranz habe, hat was mit mei-
nem ganz persönlichen Verhältnis zu Weihnachten zu tun. Die Weihnachtszeit war früher bei uns zuhause eine Zeit der jeden Tag auf’s neue zum Umkippen erschöpfen-
den Arbeit, denn meine Mutter hatte eine Hütte auf dem Weihnachtsmarkt. Und wer musste da immer helfen? Genau. Seither vermeide ich Weihnachtsmärkte, ihren Geruch, ihre Geräuschkulisse, ihre bunten Lichter, ihre glühweintrunkenen Besucher. Wir verkauften Kunstgewerbeartikel und neben uns stand ein Kinderkarussell. Den ganzen Tag Kindergeplärr, Peter Alexander- und Schlümpfe-Musik, das Gemöpe der kleinen Feuerwehr- und Pullezeiautos, entnervte Eltern und dazu die beißende Kälte in den Füßen und Händen, und die vom Ofen fast verglühte Kehrseite. Zu Essen gab’ es in diesen vier Wochen nur Weihnachtsmarkt-
junkfood, denn wenn wir abends nach Hause kamen, fielen wir nur noch in die Betten.

Nicht sehr besinnlich.
Und gestresst, wie wir waren, stritten wir auch noch die ganze Zeit. Obwohl, das haben wir eigentlich immer gemacht, nur eben zu Weihnachten noch mehr als sonst.

Dann war plötzlich Weihnachtsmarktende und Heiligabend. Nun musste schnell alles abgebaut, eingelagert, der gröbste liegengebliebene Haushalt auf Zack gebracht werden. Und die Laune wurde auf Biegen und Brechen umgeknipst auf Harmonie und Alles schön. Natürlich lässt sich das nicht lange aufrecht erhalten.

Kein Wunder, dass ich auch später ziemliche Probleme mit allem hatte, was mit Weih-
nachten zu tun hat. Also auch mit Adventskränzen. Für mich ist die Weihnachtszeit überwiegend eher sowas wie
Potemkinsche Dörfer und es nützt ja auch nix, jedes Jahr die Leute anzunörgeln, sie sollten gefälligst besinnlicher sein. Machen die ja doch nicht. So ließ ich Weihnachten sogar ein paar Mal komplett ausfallen, verbrachte den Abend allein mit einer schönen Flasche Rotwein und einem Video und fühlte mich durchaus wohl. Erst in den letzten Jahren habe ich zaghaft wieder Lust darauf, denn ich kann’s mir ja selbst dosieren. Und komplett dagegen zu sein, hilft auch nicht immer weiter („Es wohr nüsch alles schleschd!“). In meiner Wohnung finden sich dann im Höchstfall ein paar Kerzlein mehr auf dem Tisch und auch schon mal ein Tannenzweig mit lustigen kleinen Männchen dran. Ich mag nämlich den Geruch von Tanne sehr.

Was ich allerdings (wahrscheinlich eben auch wegen des Geruchs) inzwischen wirklich gerne mache, ist, einen kleinen Tannenbaum aufstellen. Meistens so ein kleines, krum-
mes Ding aus dem Baumarkt, das mir nur bis zur Hüfte geht. Der wird dann aufgebockt und niedlich herausgeputzt. Und es müssen echte Kerzen drauf; alles andere ist indis-
kutabel. Das mit dem Schmücken mache ich am Vormittag des 24., ganz in Ruhe, und das macht mir wirklich Spaß. Jedes Jahr sieht das Ding anders aus, ich hab’ z.B. vor-
letztes Jahr aus lauter Daffke Federn in Pink und Brausebollos zwischen die Kugeln gehängt, schließlich war ich mal Dekoratöse. Sah sehr schön aus!

Abends gibt’s dann irgendwas Leckeres, Selbstgekochtes (auch schomma indisches Curry), und wenn irgendwo was los ist, gehe ich vielleicht noch aus. In den letzten Jahren habe ich mich auch gelegentlich mit Freunden, die auch nix weiter vorhatten, zum Kochen getroffen. So kann man’s dann doch ganz gut aushalten. Bin gespannt, wie’s dieses Jahr wird. Immerhin war ich letzte Woche ganz freiwillig auf ’nem Weihnachtsmarkt! War gar nicht sooo schlimm, aber eine Weihnachtsenthusiastin wird aus mir nie mehr werden.

Es gab sogar einen Stand mit
Schreibkulturen

Ich glaube, die rührt man in den Joghurt und dann legt der los! Und das hätte ich doch nie erfahren, wenn ich da nicht doch mal hingegangen wäre.

Jetzt bin ich vom Adventskranz über’s Kinderkarussell und Federchen bei Joghurt rausgekommen… Und das nur wegen Sansibars Frage. Danke!

Einen schönen Mittwoch wünscht: – die Theobromine

Wie ich gestern nicht überfahren wurde und hinterher ein mieses Gefühl hatte

Gestern hat es hier ordentlich geregnet und der Wind hat den Regen immer mal in die Waagerechte gepustet. Wenn man zuhause am Fenster sitzt, ist das gemütlich. Wenn man mit vollem, schwerem Rucksack vom Einkaufen nach Hause radelt, ist das anstren-
gend. Als ich zum Lindener Markt komme, und in die Posthornstraße rechts abbiegen will (so richtig mit Hand raushalten und so), kommt mir dort ein Wagen quer, er will in die Einfahrt der Post, und zwar mit Karacho!

Alles geht ganz schnell, ich blicke noch ins Fahrergesicht, sehe Schockschreck, – genauso gucke ich bestimmt auch gerade. Ich sehe mein Vorderrad an seiner Stoß-
stange, fühle schon einen Aufprall, sehe mich schon auf der Haube oder drunter liegen. Doch er hat gute Bremsen und trifft sie auch.
Mein Herz schlägt wieder.

Ich stehe genau quer vor seinem Auto, zwischen uns sind nur noch wenige Zentimeter. Meine flache Hand schnellt hoch auf mein Brustbein, ich sacke etwas ein: die interna-
tionale Geste für „großer Schreck und noch mal davongekommen“. Ich schreie ihn an: „Mann!“, steige wieder auf und fahre weiter. Nun merke ich auch, wie meine Knie verreisen und der Kopf wieder loslegt: Das war aber echt knappski! Weihnachten im Gipsbett und so…

Ich will nur weg, flüchten, nach Hause. Ich brauch’ jetzt ’nen Kakao. ‚Nen starken.

Neben mir taucht das Auto wieder auf, der Fahrer hat die Scheibe runtergekurbelt und entschuldigt sich heftig, er habe mich nicht gesehen, ich sei im toten Winkel gewesen, er sei untröstlich, und ob er was für mich tun könne. Ich rufe: „Ja!!! Nicht wieder machen!“ und strample weiter. Er wolle heute Abend für mich beten, sagt er. Meinetwegen. Ein mittelalter Mann, ein Bürger. Fast tut er mir leid, er windet sich in Schuld. Ich will nach Hause. Also lächle ich ihn an und rufe: „Ist ja zum Glück nix passiert, da können wir beide doch froh sein! Ich bin in Ordnung, es war ja nur ein Riesenschreck!“ Dabei prasselt der kalte Regen auf meine Brille und ich lasse mich nicht aufhalten.
Hause. Kakao. Lass’ mich.

Er fährt an mir vorbei. Doch 100 Meter vor mir hält er an, öffnet die Tür, kommt mir mit ausgestrecktem Arm entgegen. Er will mir die Hand geben, also halte ich auch an, obwohl ich gar nicht will. Er faselt was von: “…wenigstens ein kleines Schmerzensgeld, auf den Schreck, – es tut mir so leid!“, und drückt mir die behandschuhte Hand. Ich sage noch mal: „Neinnein, …ist ja gut. Ist ja alles gut gegangen, nix passiert…“ Dann steigt er wieder ins Auto, und ich beeile mich auch, wieder loszuradeln.

5erEr hat mir einen zerknitterten 5-Euro-Schein in die Hand gedrückt! Und ich habe ihn genommen, ohne zu denken.

Der Schein wandert in die Tasche. Mir kommt ein komi-
sches Gefühl. Einen hässlichen verknitterten 5er für’s Nichtüberfahrenwerden? Was für eine Art Ablasshandel hat hier gerade stattgefunden? Jetzt fühle ich mich ganz merkwürdig. Ich bin beschämt. Eigentlich sollte er sich schämen! Das mit dem Fast-Anfahren nehme ich ihm nicht übel. Das hätte mir auch passieren können, und er hat gut reagiert.

Bis er die Idee mit dem Freikauf hatte. Er wollte sich unbedingt entschuldigen, im Wortsinn. Doch das ist gründlich daneben gegangen.

Den 5er kriegt jedenfalls der erste Punk in die Hand gedrückt, der mich morgen in der Innenstadt anschnorrt…

4. Dezember

Hallo magicmuffin, Du wolltest gern wissen:

„Hallo Theobromina, bitte beantworte mir: Was ist mit Schrödingers Katze passiert?“stern4

Vielen Dank für Deine Frage. Hier ist meine Antwort:

Hm. Da haben sich schon ganz andere die Krallen dran gewetzt. Ich hab’ von Quantenphysik wenig Ahnung, muss ich gestehen. Auch die Trilogie von Wilson hab’ ich leider nicht gelesen. Ich vermute, die Katz’ hat sich’s erstmal in der Kiste bequem gemacht. Katzen stehen ja auf Kisten. Dann wird sie ein bisschen geschlummert haben. Dann hat sie bestimmt mal Hunger gekriegt und sich langsam gefragt, ob sie wieder rauskommen soll. Da nun aber der Deckel der Kiste fest verschlossen war, wird sie wohl das Miauen angefangen haben. Ich hoffe, jemand hat ihr aufgemacht, bevor sie sich überlagern konnte. Oder bevor ihr die Luft ausging, denn die Kiste war ja abgedichtet, soweit ich das zusammengelesen habe.

So oder so, das Gedankenexperiment ist über 70 Jahre alt, also wird die Katze in jedem Fall inzwischen in einer anderen Dimension weilen.

Ach, es war ja nur eine imaginierte Katze!
Dann geht’s ihr natürlich bestens.
Sie hat sogar eine Band gegründet!

Hilft Dir das irgendwie weiter, Muffy?

Herzliche Grüße, Theobromina

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Und durch magicmuffin kam Trithemius zu folgender Bitte:

„… wenn du dich mit Schrödingers Katze beschäftigt hast, dann sag doch bitte auch, ob Schröders eine Katze haben und wenn ja, wie sie heißt.“

Antwort:

Haben sie. Sie ist ein Kater und heißt „Schnurri“. Hoffentlich wohnt er nicht in einer Kiste. Außerdem gibt es im Hause Schröder-Köpf noch einen Hund, einen Borderterrier namens „Holly“, und wohl noch einige Meerschweinchen. Wie die nun heißen, weiß ich jetzt nicht. (Ich hatte jedenfalls mal zwei Meerschweinchen, die hießen „Putzi“ und „Stupsi“. Als Entschuldigung kann ich anführen, dass ich zum Zeitpunkt der Namensvergabe noch nicht mal eingeschult war…)

Ob „Holly“ ’ne Flasche Bier holen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, aber er war ab 2004 der Aushängehund für eine Tierzubehörserie einer hier ansässigen großen Droge-
riekette. Natürlich gab’s in dieser Serie auch
Adventskalender(!) mit Snacks für kleine Hosenkneifer. Außerdem Kauknochen und Thermodeckchen und noch über 40 andere Artikel. Und überall war der kleine Kanzlerhund drauf…

Lieber Jules, das war ja nur die Erste Deiner sechs Fragen…

Es grüßt aus der Zooabteilung: Die Theobromine

3. Dezember

So, die Theobromine ist seit gestern Abend wieder zuhause.
Und als ich den Briefkasten aufmache, finde ich doch die zwei im November gewonnenen Musicaltickets für „We will rock you“! Die lagen da frühestens seit Mittwoch drin, und die Vorstellung war am Samstag. Nett. Denn das Musical wird ja nun in Köln gezeigt, und ich wohne bekanntlich in Hannover. Ich hätte also gute drei Tage Zeit gehabt, meinen Trip nach Köln zu planen und einzutüten. Gesetzt den Fall, ich wäre hier gewesen und hätte das Stück auch sehen wollen. Denn eigentlich wollte ich die Karten hier im Blog auslo-
ben. Wer also abgelaufene Karten haben möchte, kann sich jetzt gerne bei mir melden.

Da schreibe ich aber gleich noch ’ne mail und bedanke mich bei der duften Promotion-
firma… Blog.de kann da wohl nix für, die hatten mich ja früh über den Gewinn an sich benachrichtigt. Mein Vorschlag für’s nächste Mal: Schon beim Ausloben der Preise oder wenigstens bei der Gewinnbenachrichtigung ruhig mal den Termin dazu sagen! Das hilft.
Trotzdem sage ich mal Danke, denn amüsiert habe ich mich jetzt irgendwie trotzdem.

Und nun komme ich zur heutigen Frage. Sansibar hat mir gleich 10(!) Fragen geschickt, und für heute habe ich mir die folgende ausgesucht: „Hast Du schon einmal in einer Kirche etwas Ungewöhnliches erlebt?“

stern_3Antwort:

Naja, ich gehe nicht besonders oft in die Kirche… Das letzte Mal ist ungefähr 6-7 Jahre her. Der Anlass war eine Taufe, und außer, dass die zehnjährige Schwester des Täuflings sehr laut und sehr falsch die Lieder mitsang, ist eigentlich nix richtig Ungewöhnliches passiert. Aber ich könnte die Antwort evtl ein wenig damit strecken, dass ich ein bisschen von meiner eigenen Taufe erzähle.

Ich war schon 13 oder 14, das war nämlich kurz vor meiner Konfirmation. Eigentlich waren beide Eltern schon lange aus der Kirche ausgetreten, aber ich fand das damals irgendwie gut, mich konfirmieren zu lassen. Jedenfalls: ich war ja noch nicht getauft, also musste das noch erledigt werden vorher. Der Pastor in dem Kuhdorf, in dem ich damals festgesetzt war, war ein sehr netter und fragte, ob ich nicht vielleicht in Hannover, in der Marktkirche getauft werden möchte. In der Osternacht, ganz feierlich, mit Abendmahl hinterher und so.

Feierlich fand ich gut und Abendmahl hat man in der evangelischen Kirche ja nicht so oft. Und meine Mutter war auch begeistert. Sie hat es zwar nicht mit der Kirche, aber alles, was irgendwie Eindruck macht, gefällt ihr sofort wieder. Bald wünschte ich mir nämlich, ich hätte mich heimlich still und leise auf dem Dorf taufen lassen. Und der Pastor, der mich taufen wollte, bestimmt auch. Ursprünglich war geplant, die Täuflinge (es gab außer mir zwei weitere) in einem Becken ganz unterzutauchen. Allerdings ist die Marktkirche schlecht geheizt und wir hätten dann in den nassen Klamotten ziemlich lange herum-
gestanden und gezittert. Da wäre das Glaubensbekenntnis zum Rap oder Scatgesang geworden.

Also sollten wir nun drei Händevoll Taufwasser über den gesenkten Kopf geschöpft be-
kommen. Meine Mutter machte sich Sorgen, dass das Wasser im bronzenen Taufbecken doch ziemlich eisig sei und überlegte, ob man das nicht vorher anwärmen könne. Ich weiß gar nicht mehr, ob sie es auch durchsetzte, aber sie diskutierte lange mit dem Pastor, dass man da doch einen Tauchsieder vorher reinhängen könnte. Das hat sich Johannes damals bestimmt auch nicht so gedacht…

Und sicherlich hat ihn damals auch niemand instruiert, das Taufwasser bitte möglichst nur vorne über den Pony fließen zu lassen, damit die eingedrehten Löckchen der zu Taufen-
den ja nicht kaputtgehen. Armer Pastor. Aber was soll ich denn sagen, ich hatte ja noch viel öfter mit meiner Mutter zu tun!

Ich erinnere mich nicht mehr an alles, aber ich weiß noch, dass diese Osternacht in der Marktkirche echt schön und feierlich war, es trat auch noch ein Gospelchor auf, beim Abendmahl gab es Fladenbrot und der Kelch ging mehrmals rum. Ich bekam aber nur Traubensaft.

Von der späteren Konfirmation auf dem Dorf weiß ich eigentlich nur noch, dass sich eine Mitkonfirmandin aus Versehen nach dem Niederknien beim Aufstehen hinten in ihren Rocksaum stellte. Und dass der Rocksaum das nicht gut fand und nachgab.

Ich weiß jetzt nicht, ob das alles besonders „ungewöhnlich“ ist. Du könntest sicherlich einige Schwänke aus Kirchen erzählen, lieber Sansibar… Das war nun die erste Deiner Fragen, Danke sehr für’s Gedankenmachen und Einschicken!

Viele Grüße von der Theobromine

2. Dezember

Heute gibt es gleich zwei Fragen, und zwar:stern_2
Liebe Litteratte, Du wolltest gern wissen:

„sag mal Theo, warum kann ich meine Zunge nicht so eindrucksvoll lang herausstrecken? Ich übe und übe, (den einen oder anderen Adressaten hätte ich nämlich), aber bei mir wirkt das nicht annähernd so herzlich?“

Antwort:
Hm, hm, o.k., ich sehe das Problem. Du brauchst Vorbereitung.

Ich hatte zum Zeitpunkt der Aufnahme schon 1-2 Gläser Sekt getrunken. Meine Freundin, die vorbei gekommen war, um von mir „mal so Fotos, irgendwie“ zu machen, versuchte  mit Hilfe zweier Wohnzimmerlampen und eines an die Wand gepinnten Hintergrund-
lappens Studioatmosphäre herzustellen. Wir genehmigten uns ein Gläschen, hühnerten herum, ich steckte mir Wäscheklammern in die Haare, genehmigte mir noch ein Gläschen, erzählte doofe Witze, musste die Lampe halten, dabei ein anderes T-Shirt anziehen, still halten, usw…

Irgendwann sagte sie: „Mach mal was!“ und so entstand das Foto.

Ich liebe es sehr, denn es zeigt mich so, wie ich eigentlich noch viel öfter sein möchte. Die anderen Fotos, die anschließend entstanden, sind zum Teil auch richtig gut geworden, aber die zeige ich mal lieber nicht her… (Auf einem trage ich z.B. eine Topfpflanze als Hut.)

So einen Nachmittag kann ich jedenfalls nur wärmstens empfehlen!
Du brauchst:

– Sekt
– Freundin
– Wäscheklammern
– Pralinen
– laute Musik
– einen Fotoapparat
und: „Mach mal was!“

In der Hoffnung, Dir weitergeholfen zu haben und lieb grüßend,
Deine Theo

 * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *  * * * *

Und der geschätzte Doc Totte fragt:

„Du? Theobromina? Sag mal, wie feiern Piraten eigentlich Weihnachten?“

Antwort:
Also, wenn Du das nicht weißt! *g*

Ich bin mir sicher, sie kippen sich ordentlich Zimt in den Rum, hängen sich eine bunte Christbaumkugel an den Ohrring, bringen ihrem Papagei schweinische Weihnachtslieder bei und tanzen am Strand um den brennenden Weihnachtsbaum. Dabei fragen sie sich, wann endlich die scharfe Blondgelockte in dem knappen weißen Nachthemdchen auf-
taucht. Irgendwann, zu vorgerückter Stunde, werden sie aber rührselig und beschenken sich gegenseitig mit selbstgebackenen Plätzchen und Häschenpantoffeln und erzählen sich Geschichten aus der Zeit, als sie noch kleine Schiffsjungen waren.

Na, nun kannst Du aber feiern, was?

Raubeinige Grüße,
Theobromina


1. Dezember

Liebe Mitmacher und Frageneinschicker!

Ich bin hoch erfreut, von Euch so viele schöne Fragen bekommen zu haben!
Für den Adventskalender reicht es dicke, ich kann an manchen Tagen sogar zwei Fragen beantworten. Noch mal vielen Dank für Eure Beteiligung! Ich werde mir jetzt ordentlich Mühe geben, mich um alle Fragen, deren Reihenfolge ich allerdings frecherweise nach Gutdünken festlege, gut zu kümmern. Noch bin ich ja verreist, deswegen habe ich mich in den letzten Tagen nur ab und zu im Blog gezeigt, aber bald bin ich wieder zuhause…

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Aber jetzt komme ich mal zu unserer ersten Frage. Sie ist von rebhuhn, und ich finde, sie passt prima als Einstieg. Rebhuhn möchte nämlich wissen: „seit wann gibt es adventskalender und aus welchem grund wurden sie ursprünglich erfunden?“

Das musste ich jetzt natürlich auch erstmal nachgeschlagen:
Adventskalender gibt es wohl seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Grund war schon damals derselbe wie heute: Warten auf’s Christkind. Adventus bedeutet nämlich Ankunft.

Allerdings sahen die Kalender damals noch anders aus als heute, und es wurde auch ab dem 1. Adventssonntag gezählt. Es gab z.B. Kerzen, die jeden Tag um eine Strichmar-
kierung weiter abgebrannt wurden, bunte Bildchen zum Ausschneiden, oder es wurde jeden Tag ein weiterer Strohhalm in die Weihnachtskrippe gelegt, damit das Christkind dann am heiligen Abend weich hinein gebettet werde konnte.

Irgendwann wurden Türchen-Kalender zum Aufhängen populär, denn man konnte sie in hohen Auflagen produzieren und sie fanden sofort viele Käufer. Jeden Tag gab es ein Bildchen hinter der Tür, die Motive waren noch ausschließlich christlich. Heute schwer vorzustellen, dass es damals schon aufregend genug war, jeden Tag ein neues Bild freilegen zu dürfen. Die beliebten Schokokalender gibt es wohl erst seit ca. 50 Jahren. Man kann sich ja denken, welche Kalender ich als Kind klar bevorzugt habe…

Heute verbreitet sich der Brauch von Deutschland aus über die ganze Welt, darum werden die Motive auch immer weniger christlich. Jedenfalls gehe ich mal davon aus, dass B*rbie plus Zubehör keine moderne Entsprechung der Maria sein soll. Obwohl, es gibt ja auch eine Schwangerb*rbie und Ken macht sich als Josef eventuell gar nicht mal schlecht!
Ach nee, die beiden sind ja inzwischen längst offiziell getrennt, sagt jedenfalls der Her-
steller. Dann geht’s natürlich nicht.

Ich staune (übrigens zusammen mit der Süddeutschen), was es heute alles in Adventska-
lendern gibt. Schokolade, klar. Sogar richtig gute, wenn man bereit ist, ein bisschen Geld auszugeben. Das mit dem Geld ausgeben scheint aber wohl kein Problem zu sein, denn die Kalender kosten heute mehr als ich normalerweise für ein vernünftiges Weihnachts-
geschenk ausgeben kann. Dann finden sich darin: verblüffend teures Plastikspielzeug, Prinzessinnen-Zubehör, Schminkzeug, Parfums, angeblich aufregende Sex-Toys, Hunde-
snacks, Katzenspielzeug, Literatur. Sogar Hamster-Adventskalender gibt’s. Neenee, da sind keine Hamster drin, obwohl sie reinpassen würden. Sondern so Knabberzeug. Ich vermute aber, dass das den Hamstern komplett wumpe ist, ob da nun vielleicht noch ein Glöckchen dran ist oder so.

Für Männer wird empfohlen, eine 24er Bierkiste zu beschriften und dann als Adventskalen-
der zu benutzen. Die Frauen kriegen dafür hautliftende Ampullen. Aha.
Ich möchte übrigens bitte keinen Kalender, von dem meine Haut das Fahrstuhlfahren anfängt, während ich meinetwegen zeitschriftenblätternd auf dem Sofa liege.

Am liebsten sind mir die selbst gemachten Adventskalender.
Freundin T. und ich basteln uns gerne welche, wenn wir Zeit dazu haben. Auflage ist, möglichst viel Nonsens darin unterzubringen. Ich fürchte, in diesem Jahr sind wir beide zu beschäftigt dafür, – vielleicht nächstes Jahr wieder… Letztes Jahr konnte T. es sich nicht verkneifen, mich mit meinem Führerscheinerwerb aufzuziehen, der in die Weihnachtszeit fiel. So bekam ich dann z.B. Fotos von Tacho und Drehzahlmesser (als Merkhilfe, ich hatte die mal verwechselt) und einen Kinderkompass, der mir als hochmodernes Navigerät untergejubelt wurde, auf dem ich mich aber lieber nicht verlasse, weil er nämlich meint, Norden sei jeden Tag woanders.

Zum Glück braucht man zum Aufhängen eines Adventskalenders keinen Kompass, sondern allerhöchstens Hammer und Nagel. Zum Beantworten dieser Frage brauchte ich sie alle drei nicht. Gelungen ist es mir hoffentlich trotzdem.

Danke rebhuhn!