Frau Mustermann ist an der Tür!

Kinder, ich hab’ vielleicht ’nen Sonnenbrand!
Also, den habe ich nicht nur vielleicht, sondern sogar ganz sicher. Und das auch noch in einer besonders unhübschen Form.

In den letzten beiden Tagen habe ich ja bei Freund A. vor seiner Werkstatt an einer Tür gearbeitet. Ich hatte mich auf das Arbeiten an der frischen Luft gefreut und hab’ die Tür schier endlos geföhnt, geschliffen und geschmirgelt (die ersten beiden Sachen nämlich maschinell, und „geschmirgelt“ ist, finde ich, mit der Hand).

Und weil es morgens noch kühl war, hatte ich vorgestern ein Top an und darüber noch ein Shirt mit halblangen Ärmeln. Mittags wurde das aber ganz schön mollig, also zog ich das Shirt aus und verlagerte mich in den Schatten. Und wenn ich durch die Sonne musste, merkte ich schon, wie das im Nacken zwiebelte. Freund A. meinte nur, ich sei „ein biss-
chen rötlich“. Als ich abends nach Hause kam, wusste ich dann aber schnell, was er unter „rötlich“ versteht…

Und das Dolle ist: ich hatte ja die ganze Zeit vorgebeugt arbeiten müssen, das heißt, über der Jeans war hinten ständig ein Streifen Haut der Sonne zugänglich gewesen. Und die hat ihre Arbeit insgesamt fleißig erledigt: Im Nacken zweistufig knallrot-rosa (mit deutli-
chem Rand dazwischen als Abgrenzung), die Arme  von den Händen bis zum Ellbogen rauf rosig und hinten unterhalb der Nieren ein quietschroter Streifen, der zu den Seiten hin ausläuft. Also quasi so’n, so’n… („Ar…“ möchte ich ungern schreiben, „Hintern“ find’ ich doof, und „Pöter“ zu sagen ist mir von höherer Stelle kürzlich streng verboten worden), – also ein „Dings“geweih in Sonnenbrandform!

B., der da auch rumlief, meinte gestern ganz mitleidlos, ich solle mir das beim nächsten Mal wenigstens lustig abkleben, damit es auch ein schickes Muster bekommt.
Prima Plan… Haha. Ich mach’ mir ’ne Schablone: „Wer das liest, ist doof!“

Eventuell würde ich das auch lustig finden, wenn es nicht so wehtun würde und so beknackt aussehen.

Ich möchte somit bitte darauf hinweisen, dass das Betrachten von Brominen in der nächsten Zeit ausschließlich von vorne zu erfolgen hat!

40 thoughts on “Frau Mustermann ist an der Tür!

  1. ich habe deinen eintrag von vorne betrachtet…

    oh weh, mitfühl, liebe theo denn ich werde auch h´niee rot, habe dann eher die von dir beschriebenen symptome…

    ein wenig melisse und ein wenig minze, davon einen starken tee gebraut, welcher abgekühlt mittels getränktem läppchen sicher vorerst eine gute linderung bringt, ein hautöl mit kamille fettet die ausgetrocknete gute…

    … aber nicht die nieren verkühlen…

    *daumendrück*, jenne

    • Danke, lieber Jenne, für die prima Tipps! Das werde ich unbedingt mal ausprobieren. Bisher lief ich einfach immer mit einem kühlen Lappen im Nacken herum, das ging auch so halbwegs.

      Ich könnt‘ mich ärgern, denn jetzt muss ich eine Weile Hemden und Blusen mit Kragen tragen und mein neu erstandenes Kleidchen muss harren, bis die Hautfarbe geruht, sich wieder gleichmäßiger zu verteilen… 😉

      Und zur weiteren Vorsorge bin ich jetzt mit einem Kindersprüh mit Faktor 30 ausgestattet. Das muss jetzt gefälligst überall mit! Mindestens bis November… :))

      • gebranntes kind scheut das feuer, liebe heliobromina!

        daher habe ich an einem strand auch keine scheu, gegen den dort wirbelnden modestrom zu schwimmen, und laufe da zumeist mit langärmeligem leichtem hemd bekleidet durch den warmen sand. 😉

        ich weiss es halt für mich persönlich besser… jedoch gingen dieser einsicht viele gerötete und geschälte hautpartien voraus…

        ein weiterer vorteil des lebenswandels, freunde finden mich am strand besser: ich bin der eingemummelte :))

        *kühlende linderungsgrüsse* jenne

        • Ja, am zweiten Tag habe ich mich auch eingemummelt und stand da sogar mit Halstuch! Die scheelen Blicke muss man einfach ignorieren. Wenn man dann später noch Kühlgel in die Runde anbieten kann, ist man eh‘ wieder total angesagt. ;D

          *tutschongarnichtmehrweh*-liebe Grüße, Theobromina

          • dies zu hören, erfreut mich 🙂

            …ich nehm dann auch eins von diesen kühlies!

            vielen dank und prost, liebe spendier-theo!

            hmmm, schön kühl am gaumen,aber geschmacklich… hmmm… da geht … noch ´was….glaub ich… *tränchenunterdrück* 😉

          • :yes: hmm, lecker 🙂

            ab und an eine kühlende prise sei heut dein, einen daher angenehmen sommertag wünsche ich dir, fleissige theo 🙂

          • Au Danke! Ich werd‘ erst noch leckere Nudeln verspachteln und dann noch mit Freundin T. ein abendliches Bad in einem See hier in der Gegend nehmen. Gut eingecremt, versteht sich. 😉

            Ich wünsch‘ Dir ebenfalls ein Lüftchen an die Arbeit, vielleicht per Ventilator? Frohes Schaffen, lieber Jenne!

  2. Oh wei, Du Arme, ich hatte mal für ca. 2 Jahre einen Sonnebrandfleck in Bügeleisenform auf dem Buckel, weil ich Doofie im Top auf dem Bau von meinem Bruder mitgeholfen hab‘.
    Man war das ätzend. Du siehst man kann das Ganze noch steigern.
    Kühlende Grüße

  3. Sonnenbrand ist gemein. Mein Papa hatte mal einen unter den Fußsohlen, und ich hatte vom Malochen irgendwo in einem 2 m tiefen Loch auf nem gottverlassenen Acker („Bodenprofil für Heimatmuseum erstellen“) eine wunderschöne fette Brandblase im Nacken. Seitdem weiss ich, dass man bei Verbrennungen 2. und 3. Grades auch im Warmen ganz elend mit den Zähnen zu klappern beginnt. Vor allem wenn ein kühlender Wind weht, ist das extrem tückisch. Nee, verbrannte Haut wünsch ich keinem lebendigen Wesen.

    Tipp meinerseits: einen von diesen hässlichen weissen Plastikbaldachinen zur Pflicht für Freiluftarbeiten machen. Ich würd mich mittlerweile nicht mal mehr auf nen Infostand setzen ohne so’n Ding.

    Was auch tückisch ist, sind Sonnenbrände durch Spiegelung (Wasserfläche, Glasscheiben). Die hat man dann auf der Unterseite der Nase, unterm Kinn und an anderen Stellen, mit denen man absolut nicht gerechnet hat – und die man deswegen auch nicht mit einschmierte…

    • Ohjeh, das klingt fies… 🙁

      Brandblasen hab‘ ich zum Glück keine. Und ich bin ja auch extra noch in den Schatten gegangen. Leider etwas zu spät. Na, in Zukunft bin ich da sicher vorbereiteter: ich warte einfach bis zum Herbst oder so…

      • was sehr gut ist, ist sofort wenn man’s bemerkt, gleich ne leckere Tomate in Scheiben schneiden und zum kühlen drauf. Die Gewebeschäden bei Sonnenbrand entstehen nämlich auch noch ganz massiv in der Stunde nach dem Verbrennen, wenn die Zellen alle noch Stress und Diskussion haben und dann meinen, Apoptose now or never. Und da kann man mit feuchter Kühlung oft noch sehr viel ausrichten.

        • Dass Tomatensaft helfen soll, hab‘ ich auch schon mal läuten gehört, allerdings wusste ich nie, wieso. Deswegen: Danke schön für die Erklärung. 🙂 Joghurt hingegen, der auch gern empfohlen wird, soll man wohl um Himmelswillen im Becher lassen. Naja, ich hatte mir’n feuchten Waschlappen draufgelegt. Trotzdem hat es sich inzwischen zweimal gepellt, das hatte ich bestimmt 15 Jahre nicht. Aber so eine Häutung ist sicher mal ganz gut. So Reptilien wissen schon, warum sie sowas machen… Hoffe ich.

  4. Ich hatte , als ich süsse sechzehn war, also im vorigen Jahrhundert, eine Freundin, die von ihrer Mutter eine UV Lampe geschenkt bekam, die gegen ihre Rachitis helfen sollte. Als wir rausbekamen, dass man sich damit bräunen kann und ich schon immer schön braun sein wollte aber immer nur bis zur Rotstufe kam, wurde ich auserwählt, die UV Lampe testen zu dürfen. Dieser Test sah folgendermassen aus: Ich sass eine geschlagene Dreiviertelstunde – selbstverständlich ohne Brille und ohne den geringsten Sonnenschutz direkt vor dieser Lampe, drehte mich ein bisschen hin und her und wartete ungeduldig aufs Braunwerden. Wir dachten tatsächlich, wir werden SOFORT braun, also, ich dachte das. Nach dieser Dreiviertelstunde wurde es mir zum Glück endlich zu heiss. Ich brannte irgendwie wie Feuer – die ganze Nacht. Am nächsten Morgen sah mich als erste meine Mutter und schrie vor Entsetzen auf: keine Wimpern, keine Augenbrauen, total geschwollenes Gesicht – ich hatte mich schon gewundert, was da so straff war überall. Mit Sirenchen ins Krankenhaus und Verbrennungen vierten Grades in Gesicht und Oberkörper attestiert bekommen und ganz viel ausgeschimpft worden. Ich wurde auf dünne Laken gebettet, geölt und mit Spritzen malträtiert und musste eine Woche drin bleiben. Dann wurde ich ganz langsam ganz braun und sah total sch… aus, denn zur gleichen Zeit schälte sich schon alles in mehreren Lagen. Meine Freundinnen waren derweil ins Landheim gefahren, und als ich verspätet dort ankam, war ich schon wieder braun – weiss gescheckt aber immer noch ohne Wimpern und Augenbrauen. Seitdem meide ich jeden – wirklich jeden Sonnenstrahl und fahre sehr gut damit.

    • Ach Du liebe Zeit, was für eine Horrorgeschichte! Du Ärmste!!! Das war aber eine sehr übertrieben harte Lehre… Sowas wünscht man ja seinem ärgsten Feind nicht! Damit hattest Du vermutlich alle Sonnenstunden eines ganzen Lebens auf einmal aufgebraucht. Den Hersteller hätte ich grün und blau verklagt und würde auch nie mehr in die Sonne gehen.

      Aber es ist natürlich im Schatten der Bäume sowieso viiiiel schöner, besonders, wenn auch noch Vögel drinsitzen und piepen! 😀

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