Verleser

Das passiert mir dauernd, dass ich mich verlese.
Dabei kommen oft schöne neue Bedeutungen zum Vorschein. Gestern las ich was von „Östrogenland“, obwohl da eigentlich Ostgrönland stand. Und vor einigen Tagen freute sich Frau Merkel angeblich über „stinkende“ Arbeitslosenzahlen.
Einer meiner Lieblingsverleser ist aber schon ein Weilchen alt:
Ich war im Superladen, da traf ich auf ein Schild, auf dem stand:

Echte Göttin
Mettwurst

„Dufte!“ dachte ich, genau das was ich jetzt will! Aber da stand rechts was davor und als ich näher kam, hieß es dann natürlich:

Echte Göttinger
Mettwurst

Böh.

Manchmal muss ich mich aber auch gar nicht verlesen. Bei Plus gab’s echt mal „Kinderheimdecken“. Und auf einem Limonadekarton stand mal drauf gedruckt: „Wir machen ihren Durst erst schön!“ Da habe ich mir eine Flasche von der Limo gekauft und hatte dann zuhause den schönsten Durst meines Lebens…

Auf jeden Fall!

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass es seit einiger Zeit eine neue Standard-Antwort gibt, die auf alles zu passen scheint und deshalb grassiert?
Ich beobachte das seit ungefähr 2 Jahren. Wenn irgendwo in irgendeiner Fußgängerzone eine Befragung fürs Fernsehen veranstaltet wird, antwortet jeder Zweite erstmal: „Auf jeden Fall!“ Egal, auf was.

Woher kam das plötzlich?
Ist das so wie bei manchen Fußballern, die gerne erst mal sagen: „Ich sach mal so: …“
Damit verschaffen sie sie sich 3 Sekunden Zeit zum Überlegen, was sie denn dann „mal so“ sagen werden.

Vielleicht nicht so wichtig, wo das herkommt. Das soll aber bitte wieder aufhören!!! Im Freundeskreis gibt es schon die ersten Opfer, die das in den Sprachgebrauch integriert haben, ohne es zu merken. Gutmütige Klapse helfen nicht.

Ganz schlimm finde ich die Kurzversion: „Auf jeden!“

Was soll das bloß?
Und müsste das nicht außerdem heißen: „In jedem Fall?“

Hm.

Guten Morgen

Heute morgen aufgewacht und gedacht: Heute machste mal endlich einen blog auf!
Hab‘ mich aber erstmal auf allen möglichen Webseiten rumgedrückt, die gar nix damit zu haben. Aber jetze! Bisher habe ich nur eine grobe Ahnung, wie das alles hier so funktio-
niert, aber Andere werden auch mal klein angefangen haben…

Also hier bin ich nun. Eigentlich geht’s mir zurzeit ganz gut, obwohl ich in diesem Jahr zum 1. mal Heuschnupfen habe (das nervt natürlich). Normalerweise bin ich nämlich viel im Grünen unterwegs, und das stundenlang bei jedem Wetter. Nun traue ich mich nicht so richtig raus und vermisse das Bäumerauschen, Vogelpiepen und sonstige bunte Ge-
schwurbel. Da hat man schon mal einem so sommerlichen Frühling und wünscht sich Regen! Wie man’s macht…

Aber die Laune ist jetzt trotzdem gut.
Im Gegensatz zu der im vergangenen Winter. Da hing ich eigentlich nur durch. Allerdings hatte ich so einiges, das mich schwer beschäftigte. Große, dicke Themen: Liebesleid, schrumpfenden Freundeskreis + Wasmachichhiereigentlich?

Gemacht habe ich dann: zuviel Fernsehen, rauskriegen welche die leckerste Schokolade ist, Tapeteanglotzen, Führerschein (mehr so aus Versehen, wurde ja auch mal Zeit), Aus-
sage verweigern und zuviel Grübeln.

Aber mit aufgehender Sonne wird immer alles viel besser bis gut. Und ein gutes Gespräch im März hat mir dann noch ein paar dicke Steine aus dem gefühlten Rucksack genom-
men. (Doch dazu vielleicht ein andermal mehr)

Jetzt also: allet dufte!

Zum Abschluss für heute noch ein Erlebnis der vorletzten Woche: Industrie-Messe in Hannover. Ich habe ein Zimmer vermietet an eine nette Messegästin aus Chemnitz, die nicht nur sehr leise sprach sondern auch sehr gesächselt hat (ich finde das eigentlich ganz sympathisch, also bitte nicht falsch verstehen!).

Als ich sie eines Morgens fragte: „Na, wo wart ihr denn gestern noch?“,
antwortete sie: „Tscheckse ribböhr!“
Ich: „Wo?!?“
Sie: „Tscheckse ribböhr! Des wohr dödahl gühd!“

Zum Glück hat’s bei mir noch rechtzeitig geklickert: „Jack the Ripper“ ist so ein Laden hier in der Innenstadt. Offensichtlich hatte es ihr da ganz gut gefallen.