Fieber! (3)

(Erstveröffentlichung: 1.September 2007)

Habt Ihr alle schön geübt? Wirklich?

Dann gibt es heute zur Belohnung mal ein bisschen geschichtliches Hintergrundwissen. Das ist auch wichtig. Kontext und so.

Heutzutage ist es ja so, dass man zum Tanzen in die Disco geht. Alles andere ist dort inzwischen offiziell verboten, glaub’ ich. Man steht cool rum oder bewegt sich eben ein bisschen, und bis vor kurzem musste man dann auch noch Alcopops dazu trinken. Ganz schön schwierig, aber machbar.

In den 70ern war das noch ganz anders. Aber das waren ja auch ganz andere Zeiten und alles musste viel, viel freizügiger, ja sogar sexy sein! Man sollte sich gegenseitig „anma- chen“ und sogar rauchen! Das kann man sich heute kaum mehr so richtig vorstellen. In dem Disco-Tänze-Buch kann man noch ganz gut sehen, was damals überall los war, und ich habe auch davon sprechen hören.

Hier also die ganze Wahrheit, Ihr seid jetzt soweit:

Chicken_wings

 

 

 

 

Dieses Huhn ist aufgeregt.
Zumindest sieht es so aus. Aber eigentlich befindet sich im Innern eine ausgetüftelte Mechanik, die nervöses Flattern vor dem eigentlichen Akt simulieren soll.

Es handelt sich nämlich um eine „Sexma-
chine mit Chicken-Wings“. Frag’ mich lieber niemand, ich kann’s mir auch nur ausmalen; – ich nehme an, solche Gerätschaften hatte man in den 70ern in den Tanzsalons zur Erbauung und Antörnung der anwesenden Gäste. Und zwar in jeder Ecke eins.

 

Wenn die Gäste dann ausreichend erbaut waren, hielt es sie nicht mehr auf den Sitzen und sie umtanzten sich gegenseitig zunehmend wilder mit immer eindeutigeren Posen. Sogar mit Zappzerapp-Händen! Puh! Wahrscheinlich hat man sich auch noch zugezwin-
kert! Und wo sowas hinführt, bzw. wie solche Abende dann ausgehen, weiß man ja.
Also, ich nicht. Aber Leute, die ich kenne.

F_Broadway

Und die haben mir erzählt, dass sich zu vorgerückter Stunde, wenn die „Bude am Kochen war“, oft Pärchen bildeten, die aus ihren Absichten dann keinen Hehl mehr machten. Manchmal kannten die sich vorher nicht mal! Und fingen dann auch schon mal an, sich sogar an den Händen anzufassen.

Das war das Zeichen: An dieser Stelle muss dann wohl ein Guide oder sowas erschienen sein, um das aufgeregte Paar auf eine „Führung“ in die „Liebkosung“ mitzunehmen. Wahr- scheinlich fand diese Führung dann in Katakomben oder Hinterzimmern statt. Und hätten wir nicht das Buch mit den überlieferten Texten, könnten wir uns kaum darüber ins Bild setzen, welche komplizierten Vorgänge dann ihren Lauf nahmen. Man versteht heute ja nicht mehr alles. „Duck-Dich“ z.B. sagt mir nichts, aber „Damensolo unter rechtem Arm tanzen“ spricht ja wohl Bände…

Liebkosung

Meine Herren! Muss das ein wildes Jahrzehnt gewesen sein!
Diese Eindücke muss man jetzt auch erstmal verarbeiten… Den Rest gibt’s morgen.

Wer üben will, der übe!

4 thoughts on “Fieber! (3)

  1. Mein Gott…. meine Eltern sind in einem Jahrzehnt jung gewesen, wo „Sodom und Gomorrha“ noch ein richtig schmeichelhafter Ausdruck wäre! Ich werde gleich mal nach meinen vielen, bisher unbekannten außerehelichen Geschwistern forschen…

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