Mühsam nährt sich das Brominchen.

Echte Gartenwalnüsse.
ImKorbwälzensichWalnüsserum

Die sammle ich morgens auf dem Weg zur Arbeit auf.

Und wenn ich abends aus dem Wohnzimmerfenster schaue und sehe, wie der Wind so in die Bäume fährt, dann weiß ich: Prima, morgen gibt’s wieder eine reiche Ernte. Eigentlich sollte ich ja keine Nüsse essen, aber ich bin einfach bockig und esse sie trotzdem, weil ich fast mit jeder Nuss etwas Schönes bekomme.

Meine Großeltern hatten einen Walnussbaum in ihrem handtuchschmalen Garten und ich hab‘ als Kind immer ganz ungeduldig darauf gewartet, dass er die holzigen Dinger mit dem Schnäbelchen endlich fertig hat. Ich hab‘ nicht viel Familie und noch weniger schöne Kind- heitserinnerungen, deshalb hüte ich die ebenso wie in einer festen Schale. Besonders gern mochte ich, wenn die Nüsse noch so waren, dass man die bittere, frische Haut von den Kernen abziehen konnte. Ich hockte mit den Nüssen am Fenster und pulte sie ge- duldig, bis ich eine kleine Handvoll hatte, die ich dann langsam und mit Genuss aß…

Die Nüsse, die man normalerweise beim Weihnachtszeug im Laden findet, stammen bekanntermaßen meist aus Kalifornien, sind oft trocken und oll, weil sie vom Vorjahr sind, und außerdem sind sie gebleicht. – Wozu eigentlich?!? Wo doch dort sonst alles extra gebräunt wird.

Wer die nicht mag, muss schauen, dass er französische aus dem Périgord bekommt, jetzt ist immerhin die Jahreszeit dafür. In unserer Markthalle kostet ein Kilo aber schon mal 6-7,-€, das kann man sich auch nicht dauernd leisten. Falls aber doch, wird man mit Geschmack belohnt. Als ich in selbiger Markthalle noch französische Feinkost verkauft habe, gab’s in unserem Sortiment eine Art Praline, die sich „Les Harlequines de Périgord“ nannte. Es waren ankaramellisierte Walnusshälften im Kakaomantel und so ungefähr das Leckerste, was man mit den Dingern anstellen kann. (Abgesehen von, natürlich, Likör.) Leider gab’s die Harlekine nur bei uns (den Laden gibt’s inzwischen zum Glück nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte) und über’s Internet findet man diese Köst- lichkeit nicht.

Nachts liege ich deshalb wach und verzehre mich danach. Und der, der mir ein Tütchen davon bringt, darf die Prinzessin zur Frau haben. Aber wenigstens habe ich die Nüsse vom Bürgersteig. Was brauch‘ ich da einen Prinzen.

8 thoughts on “Mühsam nährt sich das Brominchen.

      • Sowas werde ich mir demnächst mal kaufen, Du hast Recht, die sind wirklich klasse (Paranüsse mag ich auch supergern). Danke für’s dran erinnern! Bisher habe ich nur so ein olles klassisches Billigmodell, das vor manchen Nüssen kapituliert. (Aber immerhin sehe ich wohl relativ lustig aus, wenn ich mich damit abmühe…)

    • Doch! Genau die meine ich!!! Irre. Dann habe ich mich entweder nicht richtig erinnert (ist auch 17 Jahre her), oder die haben die Schreibweise geändert…

      Parallel habe ich übrigens diese hier entdeckt. Und auch bestellt. Hoffentlich schmecken die genau so gut, der Mindestbestellwert war nämlich 35,- Euro! :))

      Ob man von hier aus bei Deinem link bestellen kann, muss ich dann (wenn der Vorrat zuende geht *g*) mal erforschen, die sitzen ja nun in Frankreich.

      Tja, mein Lieber, Du hast mir zwar kein Tütchen dieser Köstlichkeit gebracht, aber immerhin einen für mich ganz wertvollen link.

      Das reicht also mindestens für besonders liebe Grüße und ein herzliches „Dankeschööön!“ 😀

      Ein tolles Wochenende wünscht Dir die Theo

      • Och Menno…da hab ich extra den Schimmel auf Hochglanz gebracht, die Hecke nochmal gestutzt und die feinen Gamaschen angezogen. Da aber Männer ja nicht dem Weg fragen, stand ich da in meinem kurzen Hemd…Die holde Maid in Hannover, der Prinz nebst Hufentaxi im Großraum Frankfurt – und dann ist die Anschrift der Burg nicht bekannt…das ist nicht fair! 😉 Na gut, wenigstens der Handelsweg ist jetzt bekannt und die Hypophyse jubiliert schon ob der nahen Schokosünde. Wenn ich dann mal in Hannover bin, dann reichts aber doch bestimmt für nen kleinen Kaffee in der Markthalle – wenn schon nicht für den Traualtar?! 🙂 Viele Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet Eric

        • Hallo Eric,

          naja, ich hatte ja die Bedingungen schon ziemlich genau und mit Bedacht formuliert… Ist ja klar, dass Prinzessinnen nicht leicht zu verdienen sind. Um das polierte Pferd und die Hecke ist es natürlich ein bisschen schade, aber die Adresse wäre einfach gewesen: Hannover, 3.Stock. Und dann klingeln. 😉

          Zumindest einen Kaffee bin ich Dir nun schuldig, das ist nur recht und billig, und eine Möhre für den Schimmel gäb’s in der Markthalle sicher auch noch. Sicher dauert’s ein Weilchen, bis Ihr ankommt. Ich rechne dann so im Frühjahr mit Euch.

          Übrigens habe ich die Franzosen da mal angemailt, ob sie auch nach Deutschland versenden und was der Mindestbestellwert ist und so. Bin gespannt, was sie antworten werden… Ich werde berichten.

          Viele Grüße zurück und eine schöne Woche wünsch‘ ich Dir!

          – Theo

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