Kulinarischer Blindflug

Bekanntermaßen guck’ ich gern „Das perfekte Dinner“. Inzwischen wusste ich eigentlich kaum noch, wieso. Aber egal. Geguckt wird. Seit gestern weiß ich’s aber wieder; – also wieso: wegen der Sätze, die da manchmal ganz wie nebenbei auch noch mitzusammen-
gerührt werden.

Gestern also mal wieder das Wochenfinale. Ein sympathischer Mensch namens Bernd stellt folgende raffinierte Speisefolge zusammen:

Vorspeise:
„Nou Fusion“ – Jacobsmuscheln in der Sesamkruste auf Hoisin, Zwiebeln und Avocado.

Hauptgang:
„Mar y Montana einmal anders“ – Kaninchenfilet und Gambas auf zweierlei Pflaumengemüse mit Ingwer-Thymian-Schaum und Wildreistimbalen.

Dessert:
„Katalanisches Dreierlei“ – Garnaxta-Parfait, Wildpfirsichflan mit Balsamico-Topping, Creme de Xocolate mit Orangen.

Na, da lief mir aber schon das Wasser im Munde zusammen! Allein das Dessert…

Weil einer der Mitkandidaten (der Marco) aus lauter Dooftütigkeit aber nicht schnallte (oder nicht schnallen wollte), dass es sich den vielen unbekannten um spanische Wörter handelte, vermutete er einfach herablassend, das sei bestimmt so ein „Star-Trek-Dinner“, denn der Bernd stehe ja wohl auf sowas. Das könne aber natürlich niiiemals so gut sein, wie sein eigenes Dinner vom Dienstag.

Da hatte er seinen Gästen übrigens u.a. selbst eingefärbte und darum knallgrüne Nudeln vorgesetzt, deren Appetit abregende Wirkung auch durch die Beilagen wohl nicht wettge-
macht wurde.

Jedenfalls maulte und mäkelte der Missgünstige wo er nur konnte, was schon anfing, mich zu ärgern, weswegen ich nun wieder ungehalten in Richtung meines Fernsehers wurde und ihm schon das Wegschalten androhte. Und doch: das Durchhalten lohnte sich, denn der Miesepeter schenkte mir diesen schönen Satz:

 „Ein Parfait ist ein Mousse, das in einer Art Wasserbett liegt und in den Backofen kommt!“

Genau, lieber Marco.

Und Kaltschale ist, was man abpellen muss, wenn man eine schöne Kugel Eis essen will.

60 thoughts on “Kulinarischer Blindflug

  1. Also jetzt hab ich mir doch tatsächlich die Sendung angeschaut. Dodal lägga was der Bernd da gekocht hat.

    Marco ist eine dodale Dumpfbacke und an Arroganz nicht zu überbieten.

    Ich liebe solche Sendungen weil sie einem nicht nur das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen sondern auch wunderbar den Adrenalinspiegel erhöhen wenn man Dummheit gepaart mit Arroganz und Unfähigkeit präsentiert bekommt.

    • Gut beobachtet, aber diese marconische Hundsfötterei als Arroganz zu bezeichnen, wäre nun doch übertrieben. Treffender wäre: Kretinismus. (- Ich seh ihn noch den erlesenen (Rot-)Wein aussaufen, als ob´s nur Cola sei, und anschließend 7 Punkte vergeben…)

      • Sein Gesicht als er die Gambas probiert hat war auch göttlich. Ich hatte Angst der Arme würde sich übergeben. Für solch einen Mangel an Benehmen hätten meine Kinder einen Riesenanschiss bekommen.

        Zum Glück hat der Guteste nicht den Rotwein mit Cola gemischt.

        • Ja, der war furchtbar frustriert, der Arme, weil er partout kein Haar in der Suppe gefunden hat. Da kam ihm die schlimm verbogene Gabel gerade recht…

          Beim Vorlesen der Speisekarte hat er doch auch noch irgendwas gesagt wie: „Timbalen, Timbalen… – Ach, der Bernd immer mit seinen Wörtern!“ :))

      • bei unglücklichem temperatursturz neigt dieses möbiliar dazu, sich als bezogene eisscholle zu tarnen, mit dem anschmiegfaktor eines igels, desweiteren funktioniert das besteckbegleitete essen im bett dieses in ein zimmerspringbrunnen um 🙂

        daher scheute ich mich immer vor so einem well-ness-ungetüm 🙂

        *in die druckerei düse*
        jenne

  2. … aha? Dann hab ich das Promi-Diner vor nem Monat versehentlich in der Fettkartoffelsiederei meines Vertrauens geguckt. Irgendwelche Oberbosse auf 19×3 Format breitgezogen, die breit in Dialog an Mattscheibenmaché rumrührten und dabei futuristische Geräte vom Handgrill bis zur Sahnepumpe schwenkten, an denen manchmal „Zutaten“ klebten. Und alles roch nach Fritten

    WatcherX hätte gerne eine Kaltschale, will er damit sagen. Er mag aber nur die Schale, das weiche da drinne darf der Inlimbo haben

    • Das müsster untereinander ausmachen. Nicht, dass es nachher Streit gibt… 😉

      Das reih-umme halbqualifizierte Rumramentern in der Küche und das Behelligen der Gäste mit dem Ergebnis ist inzwischen eine richtige Lifestylesache geworden. Ich weiß, dass das in meinem Bekanntenkreis schon nachgemacht wurde, sogar mit Abfilmen und Punktetafeln und so. Das ginge mir persönlich aber dann doch zu weit…

      • Abfilmen? Punktetafeln? uh-oh… das is natürlich hart. Heute in der FR guckte mich auch was an das sah aus wie Unfall mit Leber auf einer Rodelbahn. Nachdem ich die zweite Hälfte des doppelseitigen Fotos gefunden hatte, war klar, dass die Blutspur ein Gewürzdekostreifen auf einem langen weissen eckigen Teller is, und links von der verlorenen Leber noch was rötliches lag, und rechts davon auch noch zwei rötliche Bömsel, die wohl Teile vom Essen sein sollten, direkt von oben druffgeknipst. Puh, Glück gehabt.

        • Ja, es muss doch Punkte geben, damit nachher einer gewinnt und sich vom Preisgeld eine neue Küche (oder wenigstens ’nen Kühlschrankbeschleuniger mit seitlichem Kochbuchständer) kaufen kann. Für’s Anrichten gibt’s natürlich auch Punkte, da hätte das Unfallfoto aus der FR sicher gut abgesahnt…

          • ich wusste schon immer dass Kochen eigentlich Schweinkram is. Seitlicher Kochbuch… also

            ey und das ständige Danebengefummsel das is ja als ob ich meinen Pfefferständreuer neben der Kloschüssel auskipp und dann nen Pudding in die Spüle nagel, zwei Meter weiter die Erdbeere auf den Plattenspieler leg und das Tapedeck mit Sahne boah krieg ich HUNGERWatcher ab nach Hause

          • So ungefähr. Dann noch Puderzucker drüberhusten, Trüffel hobeln und schleifen, Schleifen trüffeln, Karotten rundbiegen, Schnitzel jagen und Erbsen mit Eisbeinen füllen…

          • … und die Erdbeere mit 33 1/3 rpm ins Cassettenfach schlonzen! (fmopp da fmeppt die kompaktkaffeppe gleich fiel beffer) Auf die getrüffelte Schleifmaschine. Den Hobel saftig anbraten und in Stücke brechen (hat letztens im Radio wirklich jemand geschafft, der versuchte einen 3 Millimeter Span von einer Türunterkante abzuhobeln), Filetstücke in Brummschleifen über die Stuhllehne drapieren, langgezogene Teebeutel leicht anwringen, künstliche Himbeeren an die Bänder knoten und diese Arrangenents unter die Zimmerdecke schluppen, eine gelbe Kerze auf lidogrün LA6B gehaltenem Halter entzünden und Fondor in einem avantgardistischen Ellipsoid drumherum streuen, Glasnudeln um die Rotweinflasche drapieren und ein paar neonfarbige, im Dunkeln leuchtende Weichplastikschnüre aus dem Schulkindervertinnefungsautomaten mit einflechten.

            Watchers Verstärker zwischen den Kühlrippen mit festgesteckten Rettichschnitzen und Brockensenf schmackhaft herrichten und anschliessend künstliche Tagetesblüten in die Senfgirlanden einflechten. Was glaubst du, wie schnell DER sich selbst einen hobelt... WO SIND HIER TAGETES!? ZEIG NUR IN DIE RICHTUNG da (zeigt nach links ausm bild) *ZUPPWECH*
            keine Sorge, is nur oranges Papier

          • *Mal wieder Apfel kau* Mit Jahreszeiten hatter das wohl nicht so, der Gute. Tagetes! Im Oktober! Aber ich weiß gezz auch, wieso der schon wieder so kirre ist: wir hatten doch Vollmond jetzt, oder nicht?

            Und das mit dem Hobel muss ich wohl neulich gerochen haben, von wegen: „Entspant 60 Minuten nich.“ :))

          • stimmt, Vollmond war grad erst... und das Konzept der Jahreszeiten einem All Seasons ("kann immer") HiFi-Turm beizubringen, scheiterte daran, dass ich ihm kein einziges Beispiel von Tonträgern nennen konnte, die auf Bäumen wachsen und erst zu ner bestimmten Zeit reif sind.

            Jo, DER Hobel entspant tatsächlich nich mehr. Den hat es komplett gehimmelt, inklusive zerbrochener Klinge und abgerissenem Griff.

          • Aber immer im Frühsommer werden doch diese fiesen Mittanz- und -gröl-Sommerhits auf die Menschen und ihre Anlagen geworfen! Das musser doch mitkriegen! 😉

          • sorry das dumme Gerät spinnt

            Fußball in- und ausserhalb jeder Art von Saison: Totschmeissen mit Kids-For-Ballz-Scheiben... alle auf die gleiche Weise als Pädagogik-Comic getarnt...

            Mama hat Kind mit Herzschaden geboren? Gleich ne Arie...

            es gibt tausend Gründe sich STÄNDIG zu ducken 😉

          • Mmmboah! Deswegen ist aus mir nie ’ne berühmte Sängerin geworden! Teetrinken und Schokiessen kann ich doch auch, nur hab‘ ich da nie drüber gesungen oder Benegefitzel draus gemacht. Das war’n Fehler.

            Also heute: Apfelkuchenlied (am besten mit vollem Mund gesungen), CD in Minispringform ausliefern, Tütchen Puderzucker beilegen…
            Einnahmen gehen zu 0,05% an die Bäckerinnung zur „Förderung der allegemeinen Erreichung des Rosinenabiturs“ oder meinetwegen in die „Forschung zur antitranspiranten Wirkung von Mehlschwitze“.

            Danke für den Tipp! Ich geh‘ mal die Werbetrommel umrühren… ;D

          • mönsch du musst ne EIGENE Schokimarke... haste doch schon... und dann das Mikrophon dranhalten! Los los los - das würd ich sogar noch inner Sendung vorstellen!

            Theo singt das Zuderpuckerlied mit pädagogischem Vollwert

            bitte mit GEIGEN

          • Ja, ein paar Stückchen davon hab‘ ich hier tatsächlich noch. Aber das Mikro ist ja am Headset dran, und sobald ich damit an die Schoki komme, ist die weg. Komisch… (Auf der Aufnahme ist übrigens nur kurzes Mini-Geraschel und dann so Mümmelgeräusch. Und keine einzige Geige, auch.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)