Ich habe einen Apfel gegessen!

Und gestern hab’ ich auch einen Apfel gegessen! Und vorgestern habe ich auch einen Apfel gegessen! Und vorvorgestern

Ich bin mir natürlich darüber im Klaren, dass jetzt wahrscheinlich niemand auf die Straße rennen wird und brüllen: „Die Bromine hat tatsächlich einen Apfel gegessen! Und gestern hat’se auch schon einen Apfel gegessen! Und vorgestern usw., usf…“, obwohl ich eigent-
lich gar nix dagegen hätte. Und dass das jetzt natürlich auch keine Schlagzeile für die Zeitung oder gar eine Meldung für die Tagesschau ist, davon gehe ich auch aus.

Aber für mich ist das eine Sensation! Ich hab’ nämlich anderthalb Jahre keine Äpfel essen können, Kreuzallergien und so, und kam mir schon fast vor wie dieser olle Käpt’n Barbos-
sa aus diesem einen Fluchfilm da.

Und nun habe ich, weil mich zurzeit seltsame Dinge plagen, mal wieder einige Allergie-
tests machen lassen, bei denen plötzlich keine Lebensmittelallergien mehr festgestellt werden konnten. Auch keine gegen Äpfel. Also hab’ ich mich drangetraut und muss sagen: Wer einen speziellen Geschmack, den er liebt, mal bis fast in die Fußspitzen runter genießen will, der muss mal ein Jahr einen großen Bogen drum machen. Also, sowas Leckeres! Das reinste Feuerwerk.

Dass bei den Tests jetzt allerdings rauskam, dass ich wohl eine Histamin-Intoleranz habe und nun immerzu Tablettchen dagegen picken muss, ist mir schon fast egal. Hauptsache wieder Äpfel.

Hach, komm her, Du kleiner Rotbackiger! Die Tante verknurpselt dich jetzt…

37 thoughts on “Ich habe einen Apfel gegessen!

    • War ich auch, und fand das manchmal so anstrengend. Besonders zur Heuschnupfenzeit. Immer alles zu Mus zu kochen, bevor ich’s dann essen durfte. Jetzt geht’s wieder. Allerdings muss ich wohl trotzdem mein Lebtag Ceterizin schlucken…

      Es soll ja ein paar Apfelsorten geben, die gehen. „Topas“ zum Beispiel. Die gab’s natürlich nirgends zu kaufen. Und einen Apfelbaum hab‘ ich in die Fensterbankkästen einfach nicht reingekriegt… Grüße mal an den Sonnenmann von Allergine zu Allergiker!

  1. Matthias Claudius:

    Matthias Claudius
    Apfelkantate

    Der Apfel ist nicht gleich am Baum .
    Da war erst lauter Blüte .
    Da war erst lauter Blütenschaum.
    Da war erst lauter Frühlingstraum
    und lauter Lieb und Güte.

    Dann waren Blätter, grün an grün,
    und grün an grün nur Blätter.
    Die Amsel nach des Tages Müh`n,
    sie sang ihr Abendlied gar kühn
    und auch bei Regenwetter.

    Der Herbst, der macht die Blätter steif,
    der Sommer muss sich packen.
    Hei, dass ich auf dem Finger pfeif,
    da sind die ersten Äpfel reif
    und haben rote Backen.

    Und haben Backen rot und rund
    und hängen da und nicken.
    Sie sind das lichte Himmelsbrot.
    Wir haben unsre liebe Not,
    dass wir sie alle pflücken.

    Und was bei Sonn und Himmel war
    erquickt nun Mund und Magen
    und macht die Augen hell und klar.
    So rundet sich das Apfeljahr-
    und mehr ist nicht zu sagen.

    • Hach, wie schön, eine Apfelkantate! Und sie liefert mir auch noch einen Grund für Herbstsympathie. Da werd‘ ich weich… Danke für’s Aufsagen, lieber Murr.

      Sag, hat der Claudius denn eventuell auch mal eine Katerkantate verafsst? 😉

      • Der Claudius nicht, aber der Storm:

        Theodor Storm
        Von Katzen

        Vergangenen Maitag brachte meine Katze
        Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
        Maikätzchen, alle weiß, mit schwarzen Schwänzchen,
        Führwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!
        Die Köchin aber – Köchinnen sind grausam,
        Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche -,
        Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
        Fünf weiße, scharzgeschwänzte Maienkätzchen
        Ermorden wollte dies verruchte Weib.
        Ich half ihr heim! – Der Himmel segne
        Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
        Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
        Erhobenen Schwanzes über Hof und Herd;
        Ja, wie die Köchin auch ingrimmig dreinsah, sie
        Wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
        Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.
        Ich aber, wie ich sie so wachsen sah,
        Ich pries mich selbst und meine Menschlichkeit. –
        Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
        Und Maitag ist’s! – Wie soll ich es beschreiben,
        Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!
        Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
        Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
        Hier liegt das eine, dort das andere Kätzchen,
        In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
        Die Alte gar – nein, es ist unaussprechlich,
        Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!
        Und jede, jede von den sieben Katzen
        Hat sieben, denkt euch, sieben junge Kätzchen!
        Maikätzchen, alle weiß, mit schwarzen Schwänzchen,
        Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
        Nicht Schranken sezten dieses Frauenzimmers;
        Ersäufen will sie alle neunundvierzig!
        Mir selbser, ach, mir läuft der Kopft davon –
        O Menschlichkeit, wie soll ich Dich bewahren.
        Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen!

  2. ähm…
    ja, wie jetzt?
    Apfel, ja gut – aber was für einer?
    Gravensteiner(mooaah! Fressflash droht!)…Kaiser Wilhelm, Goldparmäne, Franzose, Brettacher, Renette, oder was?
    ;-))
    Oder doch so neumodisches Zeug wie MacIntosh?
    😉

  3. „Der Apfel heisst Apfel weil er abfällt“, dies war der zweite Satz von Newton, nachdem er kapiert hatte, wie das mit der Schwerkraft so aussieht. Und dann machte sich Newton daran, alle rumfallenden Äpfel einzusammeln und die Sache mit der Gärung zu erforschen.

    Newton hat auch herausgefunden, dass der Stiel ab muss bevor man den Apfel in seine Physiognomie reinschieben kann: denn wenn der Stiel dran bleibt, is der Apfel unerreichbar oben am Ast.

    • Naja, man könnte sich eventuell eine Leiter drunterschieben und den Apfel direkt vom Ast essen. Allerdings sollte man, bevor man auf die Leiter steigt, nicht allzuviel Gegorenes intus haben, sonst erlebt man die Schwerkraft sehr deutlich in den eigenen Atomen des ganzen Körpers… :))

      • Dann würde es aber Dransel heissen, und Newton hätte sich den Künstlernamen Sixteenton zugelegt.

        Ausserdem bleibst du auch oben, wenn du nur fest genug mit den Kiefern zupackst. Der Stiel bleibt ja am Ast nach der Theorie…

        … und überhaupt hab ich da heute ne Durchsage im Radio gehört. Du isst jeden Tag nen Apfel?! Is ja krass…

        • Ja, die hab‘ ich auch gehört und schallend gelacht. – Dass das nun doch eine Meldung ist!! Da werden sich nicht wenige Marburger gewundert haben. :))

          Und Du meinst, ich soll also beim Apfel-direkt-vom-Baum-essen mit Kiefern zupacken. Hm. Hoffentlich krieg‘ ich die schweren Dinger auch die Leiter hoch…

          • die Marburger wundern sich glaubich über gar nix mehr, zumindest nicht am Dienstag. Wir sind ein Einschaltradio, das bedingt auch den politisch so vorgesehenen Ausschaltimpuls. Heut hätt ich mich am liebsten selbst ausgeschaltet, ich kam mir total miesmuffelig vor. Das bedeutet, ich muss die Sendung auf jeden Fall heut abend noch mal durchhören, meistens fühlt sich’s nur schlimm an und klingt gar nicht so.

            Die Kiefer die Kiefer
            die beugt mich immer tiefer… hmmmm…

            Leg doch die Kiefern oben auf den Apfelbaum, dann beugt der sich zu Boden und du brauchst gar keine Leiter um nicht runterzufallen.

          • Also, ich fand‘ Dich gar nicht muffelig. Sauer auf die Bankenär…e und auf die Finanzspritze, die die jetzt kriegen, ja. Aber das sind wir ja alle. War ganz in Ordnung so.

            Und wie krieg‘ ich die da rauf? Hochschmeißen, oder wie? Das ist echt bestimmt ganz schön ordentlich anstrengend.
            Ich glaub‘, ich lass‘ mir die Kiefern liefern…

            Und ess‘ erstmal die Äpfel, die auf meinem Küchentisch wachsen. ;D

          • öhm wie kriegt man Kiefern auf den Apfelbaum? da gabs doch mal dieses martialische Lied „BÜCK DICH – DU BAUM“ von irgend so ner leicht bis schwer angerechts’ten Band. Damit versuchen wir’s lieber nich. Sonst wird der Apfelbaum noch rassistisch und/oder sexistisch.

            Die Biber machen das mit einem Trick: die lassen die Kiefer einfach höher werden als den Apfelbaum, und nagen sie dann um. Der Trick klappt manchmal nicht, und dann hängt ruckzuck der Biber tiefer, statt der Kiefer.

            – Jo ich hab die Sendung noch mal nachgehört, hat sich im Radio anders angehört als im Bauch 🙂

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