Laminier mir!

Gerade vor wenigen Tagen hörte ich mich noch fragen, was denn wohl so ein Laminier-
gerät kosten täte, denn ich wollte endlich auch laminieren. Alle Welt lamininiert ja heutzutage. Urkunden, Visitenkarten, Dokumente… So kann man zum Beispiel jetzt ableckbare Visitenkarten machen. Und darauf haben wir ja eigentlich alle gewartet.
Also, ich nicht. Und auch niemand, den ich kenne, hat bisher jemals gesagt: „Ach, hätte ich nur eine ableckbare Visitenkarte! Die hier ist schon ganz wellig und abgelutscht!“  Aber vielleicht auch nur, weil man da bisher einfach aus Mangel an Möglichkeit noch nicht drauf gekommen ist. Und jetzt geht das ja.

 Alles wird eingeschweißt, hermetisch und wasserdicht. Hermetisch hat was mit dem Götterboten Hermes zu tun, soviel weiß ich. Ob der auch vielleicht was eingeschweißt hat, ist unbekannt. Ich vermute eher, nicht.

Ich habe auch noch nie was eingeschweißt, aber das kann auch an dem schrecklichen Wort „eingeschweißt“ liegen. Schon klar, warum die Geräte nicht Einschweißmaschinen heißen, sondern fein Laminiergeräte. Das spricht sich gleich viel Hamburg-Pöseldörf-
licher aus. „Larissa, wir haben gestern mithilfe unseres goldenen Laminiergerätes die neuen Mitgliedsausweise für den Poloclub eingeschw… laminiert! Möchtest Du noch etwas Tee?“

So, und heute gehe ich in den geisteskranken Discounter mit den vier Buchstaben, und da stehen so süße rosa Kartons herum mit richtigen Laminiergeräten drin! Für ordentlich wenig Geld. Potztausend! Oder lieber: Ach, das ist aber reizend!
Und Folientaschen lagen gleich daneben. Na, da habe ich mal gleich zugeschnappt, denn ich habe eine prima Idee, was ich da so alles reinlaminieren möchte. Vielleicht geht’s sogar gleich morgen damit los. Mal sehen.

22 thoughts on “Laminier mir!

  1. Also, beim letzten Geburtstagsgeschenk war’s echt praktisch. Wir hatten alles Mögliche in einem Eisblock eingefroren… Geld, Geburtstagskarte… letztere wurde dann fix laminiert und zack… alles war noch les- und vermutlich auch ableckbar. Hab ich jetzt aber nicht direkt versucht.

  2. Eine Freundin von mir hat mal in Kiel in einem Copyshop gearbeitet, da kam eine Frau mit einer Zettelsammlung rein, stellte sich in die Mitte und rief laut: „Ich möchte gern zehn Seiten lamentieren!“ Das Personal lachte sich scheckig und meine Freundin war drauf und dran ihr zu sagen: „Na, dann fang’se mal an!“

  3. Glückwunsch zum Neuerwerb, Schokofrau!
    Musst allerdings aufpassen. Schön die Gebrauchsanweisung studieren. Bei Falschbehandlung kann aus so einem Laminier- sicherlich schnell ein Eliminiergerät werden. Leider habe ich da jetzt aber keine Beispielgeschichte auf Pfanne. Wollt’s halt nur mal angemerkt haben.

  4. Wahnsinn! Das war von Plus prompte Bedienung. Bin gespannt, welche Abenteuer du mit deinem Laminiergerät erlebst. Du hast übrigens etwas verwechselt, man leckt an Briefmarken und pfeift auf Visitenkarten.

    • Ja, irre! Tja, und die Abenteuer: „Frollein Theobromine laminiert sich durch die ganze Welt, eventuell sogar durch Island“ wäre doch ein feiner Titel für die anschließende Reisedoku. Ich könnte dann auch Diaabende zum Thema veranstalten, wenn ich auch nur das geringste bisschen Lust dazu hätte. Das mit den Briefmarken hätte ich natürlich wissen müssen. Gut, dass Du es sagst. Aber gehen dann nicht die hübschen Bildchen ab?

  5. hmm… Auf dem Laminierschlitten durch die Antarktis…

    Obacht übrigens:
    das Gerät nicht zu heiss stellen, sonst kriegst du ein dauergewelltes Schweisskärtchen.

    Immer schön mit der zu’enen Kante zuerst einlegen.

    Aufpassen bei exotischen Schmetterlingen: die so einlegen, dass nicht der Fühler irgendwo herausschaut. Das wirkt nacher pfuschig.

    Keine Gegenstände laminieren, die ein blockierendes Glöckchen um den Hals tragen.

    Schokolade vor dem Laminieren plattklopfen.

    Taschentücher und Socken möglichst faltenfrei einlegen.

    Federkiele der Länge nach spalten, oder mit dem Hammer plätten.

    Kein Polyester laminieren!

    Bitte nicht dem Trend in den USA folgen – das erste eigenständig erhäufelte Kacka des Erstgeborenen gehört nicht zwischen Laminat.

    Wenn Sie bunte Blümchen im Kreis in eine DinA4-Tasche einlegen, können Sie nach dem Laminieren ein Oval herausschneiden, und das ganze als top-chices Accessoire wie einen Matrosenkragen tragen.

    Auf die gleiche Weise erzeugen Sie auch wasserfeste Rülpslätzchen für die lieben Kleinen. Wenn Sie eine Art Dachrinne am unteren Ende des Lätzchens brauchen, dann stellen Sie im letzten Drittel die Laminiermaschine auf 2000°C.

    … und was find ich als einen der ersten tips im gockel ?

    Bilderrahmen mit laminierten Diddl-Motiven
    http://www.bastel-elfe.de/modules.php?name=News&file=article&sid=4671

    WUAAAH!!!!

    • Danke für die guten Tipps. Ich werde sie mir ausdrucken und laminieren… Vielleicht mit Diddlmäusen garniert? 😉

      Aber Schmetterlinge laminieren? Das ist ja gruselig! Ein eingeschwitzter Schmetterling ist ja wirklich das richtige und ganze Gegenteil zu einem lebendigen. Fliegen lassen kann man die auch nicht. Ablecken aber immerhin.

      Hab‘ mich bisher noch nicht an die Maschine gewagt, aber am Wochenende isses dann soweit. Wahrscheinlich finde ich sie jetzt auch so niedlich, wie sie da steht und mich aus ihrem rosa Kartönchen heraus erwartungsvoll anblickt…

      • … was man nicht alles für die Bestimmungsübungen tut … ich garantiere zumindest, dass die fraglichen Schmetterlinge allesamt schon was länger tot waren.

        Seid ihr miteinander mittlerweile warm geworden, oder steckt die immer noch in ihrem Kaddöngsche und macht auf harmlos? :))

        • Dann bin ich (nur zwei jahre später *g*) beruhigt! Mich erinnert das ja auch bloß daran, dass ich als Kind mal in einem Steinbruch lauter tote Schmetterlinge fand, deren Flügel ich dann aufgeklebt habe und meiner Mutter ein Blumenwiesenbild drumrum gemalt habe. Sie war ziemlich angewidert (was ich heute total verstehen kann), hat aber versucht, sich artig zu bedanken. Das Bild wurde nie wieder gesehen… 😉

          Joh, ich hab‘ ein ganzes Weilchen herumlaminiert, dass es nur so eine Art hatte. Dann ließ ich es aber wieder. Nu‘ stehtse hier rum und will wohl ganz gern mal wieder „angemacht“ werden…

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