Zeitschriften

Es gab früher mal zwei Zeitschriften, in denen blätterten überwiegend die Damen, wenn sie Einrichtungstipps suchten: „Schöner Wohnen“ und „zuhause“.

Irgendwann müssen die zwei beiden eine Fusion eingegangen sein, denn es gab plötzlich nur noch ein Heftchen, das dann „zuhause Wohnen“ hieß (von „schöner“ war aber keine Rede mehr). Ein Titel, den ich irgendwie ulkig fand, denn wo soll man denn schließlich auch sonst wohnen?
Bei der Arbeit wird ja normalerweise nicht gewohnt (sogar dann nicht, wenn man wiederum die Arbeit gewohnt ist), bei Freunden wohnt man auch nur in Ausnahmesituationen, aber ein Zuhause wird es meistens nicht werden.

Das Wohnen an sich ist eine Tätigkeit, über die man sich wenig Gedanken macht. Aber das hat Max Goldt ja auch schon mal schön beschrieben… Er wünschte damals, das Wohnen selber würde ein leises Geräusch machen, ein leises Summen oder Knistern vielleicht.

Um das Drumherum des Wohnens, sagen wir mal, das Zubehör, wird allerdings jede Menge Brimborium gemacht. Deswegen auch die Hefte.
Inzwischen gibt es jede Menge mehr als 1-2 Zeitschriften zum Thema.

Es gab früher aber z.B. auch mal „Schöner Essen“.
Ob es auch „zuhause Essen“ gab, weiß ich nicht.
(Dann hätte es ja auch noch „hier Essen“ und „zum Mitnehmen“ geben müssen.)

Es gibt mittlerweile überhaupt Zeitschriften zu fast allen Themen!
Ich staune ja immer, wenn ich in so Zeitschriftenläden gehe, was es da so alles gibt!
Allein für pubertierende Mädchen gibt es, glaube ich, 20 Hefte, die mit Glitzerarmbändern, Lipgloss oder G-Strings daher kommen.
Das Zeug wird mit diesem gruseligen Kleber angepappt, der unheimlich auf die Nerven geht, wenn man das Angepappte abgezogen hat. Weswegen man es dann doch oft dran lässt.

Es gibt Haustier-Hefte für Hamsterbesitzer, die gerne was über andere Hamsterbesitzer lesen und sich Hamsterfotos angucken wollen.

Es gibt bestimmt auch zu jedem Sport die passende Zeitschrift, sogar für turmspringende Militaryreiter oder Kontorsionistinnen.
Es gibt Hefte für werdende Bräute, für werdende Mütter, für schon gewordene Mütter. Bestimmt gibt es auch schon eins für Omis oder Tanten (egal, ob werdend oder geworden).
Für geschiedene Exehefrauen, die nette Nachbarinnen sind, gern auf dem Bauch schlafen, keinen Brennesselkäse mögen, früher ab und zu gekifft haben, die im Bergbau arbeiten, noch drei Gedichte aus Schulzeiten auswendig können und denen Pink irgendwie nicht steht.

Es dauert nicht mehr lange, dann gibt es: „Schräger Parken“, „Bunter Kacken“ (sorry), „Nachrichten aus der Kühlschrankmagnete-Szene“, „Eleganter Sitzen“, „Schöne Geschenke aus Flugsand“, „Lauter Gucken“, „Selbst Umblättern“ und womöglich „Holz“.

Hab’ ich noch was vergessen?