Auf Sonntag folgt Sonntag.

Gestern war aber wirklich mal ein verschrobener Tag.

Erstmal bin ich gar nicht richtig aufgewacht, sondern aus einem Traum wie rausgerutscht. Den Traum kannte ich schon, den habe ich seit vielen Jahren immer dann, wenn ich mir selbst was Bestimmtes zu sagen versuche. Zuletzt hatte ich übrigens vor ungefähr zwei Jahren so deutlich mit mir geredet.

Nach dem Aufstehen tat ich dann ein Weilchen etwas, dass ich beim besten Willen nicht anders als „Rummuckeln“ bezeichnen kann, obwohl ich mir wünschte, dass das Wort „Muckel“ in allen seinen Abformungen nicht zu meinem aktiven Wortschatz gehörte. – Sei’s drum! Ich hab‘ also in meinem kleinen, bunten Haushalt so’n büschen gemuckelt und bin dann anschließend mit dem Fahrrad los.

Als ich am Zeitungsladen vorbeifuhr, dachte ich noch: „Ham die Urlaub?“, aber als ich dann zum Lindener Markt kam, wo weder die zwei Apotheken, noch der Italienische Laden, noch die Post aufhatte, würde mir blümerant. Ich hatte wirklich für einen Moment das schräge Gefühl, ich hätte womöglich den ganzen Samstag (und die Nacht drauf auch noch) verschlafen und es wär‘ Sonntag. Dafür allerdings war der Traum irgendwie zu kurz gewesen… In der mündlichen Rede würde ich jetzt sagen, es hätte sich „strange“ ange- fühlt, aber geschrieben sieht das ja total blöd aus, auch wenn es hier passt. Das Gefühl war unwirklich und fremd. Zum Glück fiel mir rechtzeitig, bevor ich mich mal zu einer gründlichen Kopfuntersuchung anmelden konnte, ein, dass ja Tag der deutschen offenen Tür oder sowas war!

Da war ich natürlich kurz beruhigt, und dann aber gleich ziemlich sauer! Schließlich hatte ich total viel vor: Geld einzahlen, Zeitung besorgen, Wocheneinkauf, Tablettchen abholen und mir Blumen schenken… – Also alles ziemlich dringend und dann steh‘ ich da im kurzen Hemd. Und dann war auch noch der Geldautomat in der Post gestört und wollte mir keine Penunzen rausrücken!

Ich finde das sowieso grundsätzlich seit Monaten doof, dass ausgerechnet in dem ersten Jahr, in dem ich wieder auf dem „normalen Arbeitsmarkt“ zugange bin, die Feiertage so beknackt liegen. Menno.

Aber der Bäcker, der hatte immerhin auf! Und hat auf mein Geheiß auch sofort Brötchen auf die Theke gelegt. Geht doch. Auf dem Rückweg habe ich einer Konkurrenzbank beim Abheben vermutlich ein Bündel unsichtbarer, weil noch virtueller Geldscheine in den Rach- en geworfen (Fremdautomatenabhebegebühr oder wie das heißt) und bin grummelnd bis leise schimpfend nach Hause, wo ich mich dann für den Rest des Tages über Pralinen, mein Strickzeug und Gedanken zur Lage hermachte.

Zum Glück liegt in meinem Badezimmer aber das Hannöversche Stadtmagazin und das verriet mir, dass heute in der Innenstadt verkaufsoffener Sonntag ist. Dann eben sorum! Bittesehr. Wäre doch gelacht, wenn ich heute nicht noch an Zeitung, Blumen, Tomaten und Zeug komme! Los geht’s, konsumier‘ mir!

Und den Kopf, den kann ich ja auch genausogutundgerne ein anderes Mal nachgucken lassen.

16 thoughts on “Auf Sonntag folgt Sonntag.

  1. Hätten uns diebestenNachbarnvonallen & Teddykrieger nicht drauf hingewiesen…wäre es uns wohl ähnlich gegangen, nur ohne verkaufsoffenen Feiertag, dafür war nämlich Tags zuvor Mitternachtsshopping 🙂

    • Irgendwie quetschen sie uns schon die Knete raus, so oder so… Mitternachstshopping klingt ein bisschen nach einer grade mal 1-minütigen Öffnungszeit, da muss man sicherlich das Portemonnaie schneller ziehen als der Westernheld den Colt.

  2. Ich kann gerne mal dein Köpfchen angucken, aber ich fürchte da kommt nicht viel raus. Nicht ohne reinzubohren :))
    Bei euch hatten gestern Bäcker offen? Ihr Glückspilze! Ich bin ja kränklich und hab gestern auch nur herumschawummzelt (so heißt das bei mir), nicht mal geduscht 😳
    Spät abends hab ich mich dann verpuppt und bin genauso vergammelt heute früh weider geschlüpft. Das ist Schawummzelei pur!

    • Ach ja, das kommt ja onnoch. Wann denn? Und ich muss mir ja auch langsam mal überlegen: stell‘ ich die auf Eierkochen um, oder lieber auf Staubsaugen? Oder auf Drucken? Oder Fönen?

  3. Hallo, Thea…

    Ich hab diesen Feiertag auch total vergessen und dann irgendwann in der Nacht ist mir eingefallen, dass ich ja gar nichts zu Essen zu Hause hab und dass ich nicht einkaufen kann, weil ja alles zu hat, und am Sonntag will ich nicht einkaufen, und da musste ich leider gestern und heute schön lecker essen gehen, und das war gar nicht schlimm, weil es toll war.

    Na. Hm. Spaß beiseite mal: DU bist aber zur Zeit auch irgendwie quantenphysikalisch drauf. Nicht ganz im hier und jetzt, oder?

    Ich hoffe, man muss sich nicht Sorgen machen um Dich.

    Alles Liebe

    Sansibar

    • Quantenphysiklisch drauf. :)) Das hat mir auch noch keiner sagen müssen! Dazu passt wirklich ganz gut mein aktueller Zustand: ich gehe wirklich ein bisschen „neben meinen Schuhen her“ (so heißt das nämlich bei mir). Aber muss ja.

      Vorräte übrigens, die hab‘ ich immer Haus. Und zwar ungefähr so, dass ich mit fast ’ne Woche davon relativ lecker ernähren könnte. Das habe ich mir in geldlosen Zeiten mal so angewöhnt, und genau das hat mich Samstag auch gerettet. Und in die Stadt wäre ich Sonntag auch nicht gegangen, wenn ich nicht noch dringend was für Montagmorgen bei der Arbeit gebraucht hätte. Essen gehen ist natürlich toll, das liebe ich! – Und kein Abwasch hinterher! 😉

      Dir auch alles Liebe,

      Theo

  4. Von wegen Kopf nachgucken lassen. Ich habe mir mal erlaubt in deinen Hals zu sehen (bot sich gerade so an – frag nicht!). Dein Blinddarm ist leicht gereizt. Also da würde ich dann doch mal drauf achten. Sonst bist du aber schwer in Ordnung – also Ganzheitlich – in persona – was soll`s, da komm ich eh nicht mehr raus…. 😉

    Ich wünsche dir einen schönen Wochenbeginn liebe theo

    Andi B)

    • Danke, lieber Andi, den wünsch‘ ich Dir auch inzwischen gehabt zu haben.

      Übrigens sollte man(n) bei Damen lieber aufpassen mit der Formulierung „schwer in Ordnung“, die kann durchaus leichte Zuckungen auslösen. 😉

      Meinem Blinddarm geht’s übrigens gut, aber der Rest, der Rest… – Die Füße, der Rücken, die Frisur! Auwei, auwei… *abwink*

      • Das heißt also, daß wir dann auch keine „dicken Freunde“ sind? Oder dass deine Beiträge „voll fett“ sind? Und nur um sicher zu gehen – Inhaltlich sollte ich dann eher von Potential als von Volumen sprechen?
        Das ist ja alles so kompliziert! Versteh einer die Frauen… 😀

        LG Andi

        • Frauen sind ziemlich einfach zu verstehen, aber das behaupten wir ja immer. Und Ihr versteht’s nicht. 😉

          (Und ich dachte immer, meine Einträge wären „voll phat“.)

          LG, Theo

  5. So wärs mir vermutlich auch ergangen ohne den Hinweis eines Freundes. 🙄

    Der verkaufsoffene Sonntag war grauslig. Wir hatten die komische Idee, in die Stadt zu fahren…voll VOLL und ätzend war das!

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