Was nicht geht, geht eben nicht.

Gestern hab’ ich mein Handy verloren. Ich stand in der Umkleidekabine eines Klamotten-
ladens mit zwei Buchstaben und steckte mit einem Bein in meiner Hose und mit dem anderen Bein schon fast in der Jeans, die ich probieren wollte. Dabei purzelte es mir aus der Tasche, fiel auf den Boden und ich legte es erstmal auf den Hocker, weil ich mich ja nun auf die Beinkleider konzentrieren musste, wenn ich nicht der Länge nach hinschlagen wollte.

Als ich die Jeans endlich anhatte, sah sie natürlich total daneben aus, weil, das ist bei Jeans immer so. Ist sicher ein Gesetz oder so was. Neuerdings haben die ja auch die Taschen an den unmöglichsten Stellen! Ich wette, es ist kein Problem, eine Jeans zu bekommen, die zwar oben vorne keine Taschen hat, aber dafür hinten unten auf Höhe der Waden. Ich glaub‘, darüber hab‘ ich hier schonmal…

Jedenfalls stieg ich wieder in meine eigene Hose um, schnappte meinen Rücksack und rauschte maulig aus dem Laden. Erst zuhause fiel mir ein, dass das Handy ja noch auf dem Hocker lag. Ein Anruf in der Ladenzentrale und dann in der Abteilung ergab: datt Ding ist wech. Die Verkäuferin war wirklich sehr nett und bemüht und guckte überall nach, wo sie ein Handy vermutete, aber es half nix. Immer noch weg. Ihr letzter Tipp war, ich solle heute Morgen noch mal anrufen, eventuell fänden es die Putzfrauen inzwischen, weil es der „Finder“ aus Versehen unter einen Klamottenständer geschmissen hätte oder so.

Tja, und dann saß ich dann bestimmt eine halbe Stunde auf meinem Küchensofa und dachte darüber nach, wie lange ich mich geweigert hatte, mir so ein Biest von Überall-
erreichbarkeit überhaupt ins Haus zu holen, wie ich es vor drei Jahren dann doch getan hatte (und zwar einen schlichten Nichtskönner mit schwarzweißem Display, ohne Kame-
ra, ohne Internet, ohne MP3dings) und das Simsen spontan gut fand, das Telefonieren hingegen schrecklich. Und wie viele Nummern da jetzt wohl drin gespeichert sind, die ich mir natürlich sonst nirgends aufgeschrieben hab’. Und, dass ich mir jetzt doch so ein Viech kaufen muss, das 458 Funktionen hat und mich endgültig total gaga machen wird.

– Nee, dachte ich, das darf nicht weg sein! Das geht einfach nicht!

Und da:
Klingelt das Telefon (also, das Festnetztelefon, – das andere war ja, naja…) und die nette Verkäuferin ist wieder dran und sagt: „Ha! Wir haben’s jetzt wohl doch, ihr Handy. Gerade hat’s jemand abgegeben!“

Na, da war aber eine schöne Schokolade im Tausch fällig…
Und jetzt isser wieder zuhause, der kleine Racker.

45 thoughts on “Was nicht geht, geht eben nicht.

      • Nun, bei Fahrrädern besteht immer die Gefahr, dass sie nur kurzzeitig „geklaut“ werden, beispielsweise wenn jemand nach einer Zechtour nicht nach Hause laufen will. Dafür macht es keinen Unterschied, ob es ein oberteures Markenrad mit Dackelschneidern ist oder ein mit Tigerentenmuster bemaltes Vorkriegsmodell. Aber es ist für den Besitzer natürlich trotzdem ärgerlich, weil man es ja fast nie zurückbekommt.

  1. Bei H&M gibt es noch ehrliche Leute!
    Mir wurde ein Handy gestohlen, in der Straßenbahn.
    Jemand hat mich gestoßen und die andere Person…
    Die sind sehr schnell, aber es war ein ganz günstiges..
    Hehe!

    • Sowas ist mir zum Glück noch nie passiert, gegen solche Tricks ist man bestimmt wehrlos. Mein Handy ist ja auch noch prepaid, und da sind nie mehr als 15,- Euro drauf. So eins lohnt sich gar nicht zu rauben. :)) Außerdem ist ein alberner Mädchen-Blümchenaufkleber drauf, wer will sowas schon haben…

  2. Da kann ich Totte nur zustimmen: Ein Neueres wäre sicher weg gewesen. Obwohl ich gleich beim lesen dachte: *Sie kann ja gern dein Altes haben.* Da hättest du nicht ganz ohne dagestanden.
    Ich bin auch überhaupt kein Handymensch und hatte bis vor kuzem auch gar keins, oder immer mal wieder aber nie benutzt oder mitgehabt und so, aber irgendwie fliegen mir die Dinger immer zu. Mein jetziges finde ich sogar ganz schön und insbesondere freue ich mich über die Kamera (an die ich allerdings im passenden Moment nie denke).

    • Ja genau, und deswegen behalte ich es auch, bis es auseinanderfällt (wenn es mir nicht vorher abhaut). Ich schlepp‘ das Ding eigentlich immer mit, obwohl ich höchstens einmal im Monat damit telefoniere und vielleicht jeden zweiten Tag eine sms schicke. Meine Kamera vergess‘ ich immerzu und komme dann unterwegs ständig an den lustigsten Sachen vorbei. (Hier saust z.B. oft ein Kleintransporter durch die Stadt, auf dem „Wurst-Design“ draufsteht. Den will ich unbedingt, aber ich sehe ihn nur, wenn ich die Kamera nicht mit habe. Bestimmt schon viermal oder so!) Dafür wär eine im Telefon schon ganz gut. Naja, so in 20, 30 Jahren…

      Übrigens, danke für’s Angebot, das ist sehr lieb. 😉

  3. das mit den taschen an den unmöglichsten stellen bei jeans kenn ich.
    aber da ich mir die taschen meiner letzten jeans mit meinem handy – ein treuer begleiter, seit neustem in der 5. generation, was die hardware angeht – immer so ausgebeult hab und sich dort durch den abrieb der farbe sogar noch helle ränder gebildet haben, trage ich es seit einiger zeit nur noch in meiner umhängetasche mit mir herum.

    vorteil:
    die gefahr, es zu verlieren oder zu vergessen, ist geringer als vorher.
    nachteil:
    wenns jetzt klingelt, muss ich mich immer durch die massen an utensilien, die ich so mit mir herumtrage, wühlen, bis ich es gefunden habe. :))

    die größte katastrophe, wenn mein handy abhanden käme, wären in der tat bei mir auch die unwiederbringlich verlorenen telefonnummern. aber dem beuge ich mit mehr oder weniger regelmäßiger datensicherung auf meinen pc zu.
    wobei:
    in deinem fall gebe ich zu, dass die erste nachfolgegeneration an handys nach dem mit dem verbrennungsmotor wohl noch nicht den komfort einer möglichkeit für den einfachen datentransfer bietet. :)) ;D

    • Wieso? Datentransfer per Kuli soll ja immer noch gehen… 😉

      Normalerweise habe ich das Handy im Rucksack, aber ich vermutete, dass mich jemand anrufen will und hatte es deshalb in der Hosentasche, damit ich es auch höre (weil ich nämlich den Klingelton nicht auf „ohrenbetäubend“ gestellt habe) und eben nicht so viel unter den Bonbons und den Taschentüchern kramen muss.

  4. Da ist:
    gut und schön
    dass deine:
    Angst und Bange
    verschwand durch einen:
    klipp und klaren
    Anruf, der ergab, dass es
    nie und nimmer
    aus und vorbei

    ist für dein Handy und dich
    Dein:
    Bitten und Flehen
    brachte es
    bei Wind und Wetter
    zurück zum CA.

    So, genug des Hendiadyoins, und kauf bitte nie ne Jeans bei der die Gesäßtasche in der Mitte des Bodenhosens platziert ist. Denn solche nennt man (R)Adlerhose…

  5. Da hast Du ja nochmal Glück gehabt. Ich habe neulich meine Digitalkamera verloren. VERLOREN !!! 199,- Euroen wech. Einfach wech …
    Jetzt habe ich eine neue bestellt. Ich warte jeden Tag drauf, damit ich wieder Filmchen machen kann :yes:

    • Ja, verlieren (also, so richtig) ist fies. Du Armer! Vielleicht sollte man alles an Technikgebimmsel immer schön mit Karabinern am Gürtel festknipsen. Das sieht zwar dämlich aus, ist aber sicherer.

      Dann drück‘ ich die Daumen, das Deine Kamera bald ankommt und bin gespannt auf den ersten Film damit. 😉

      • Das mit den Karabinern ist ne gute Idee, dass werde ich mal ausprobieren.
        Aber die Filme werden wie bisher, da es die selbe Kamera ist. Also auch wieder von Canon und wieder eine Kamera, die eigentlich mehr für Fotos gedacht ist. Aber eben halt auch Videos machen kann.
        Irgendwann später mal kaufe ich mir eine richtig gute Videokamera. Erst mal muss aber die kleine reichen. Die Videos in der Vergangenheit waren ja ganz brauchbar. Einigermassen jedenfalls … 😉

  6. Ich habe mittlerweile 3 (in Worten:DREI!) Handy`s weil der Gatte meint, das müsste so.Also immer das neuste Modell, weil man ja bei Vertragsverlängerung eins gratis…tja.
    Brauchen täte ich nicht mal eines und ich glaube, ich habe auch das schrottigste Fahrrad dieser Welt.
    Rücklicht im A*sch, Kettenkasten teilweise abgebrochen, Rost überall, aber fahren tut es erste Sahne. :>>

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