Küchensofagedanken am Morgen (Teil 11) – Genuss & Verdruss

TheobrominenfuesseHuch, ist das lange her, seit ich zuletzt so auf dem Sofa lag! Erst jetzt merke ich, wie ich das vermisst habe…

Schön ruhig hier, das Haus schläft noch, der Tee ist heiß, die Kissen sind kuschelig. Und seit Dienstagmorgen klemmt mir ein sperriges Thema im Kopf, das will heute endlich mal beachtet werden. Achtung: viele Staben!

Ich hab’ nämlich mal wieder die „Frühschicht“ auf Radio Unerhört Marburg gehört, die diens-
tags bekanntlich von Blogfreundin NetRat_WTX moderiert wird. Dort spielte sie u.a. ein Interview mit Thilo Bode, das eine Kollegin von einem anderen freien Radio mit ihm geführt hatte. Thilo Bode ist Gründer von foodwatch und war mir davor jahrelang als Geschäftsfüh-
rer bei greenpeace bekannt. (‚Tschuldigung für die vielen Links, aber das musste jetzt mal eben so…)

Foodwatch, das erkläre ich mal eben, beschäftigt sich mit den Machenschaften der lieben Lebensmittelindustrie und der Frage, warum der Verbraucher eigentlich so wenig Handha-
be hat zu beeinflussen, was ihm da alles in den Mund gejubelt wird. Bodes These ist: Die Gesetze in Deutschland, die den Markt für Lebensmittel und die Informationen darüber regeln, sind verbraucherfeindlich. Wir haben keine Chance, uns zu informieren, welcher Großhändler z.B. Gammelfleisch verschoben hat und wo es gelandet ist. Ebenso wenig, wie wir ahnen können, ob in Fertigprodukten Käfigeier verarbeitet wurden und ob die über-
haupt frisch waren. Die Liste der Beispiele ist ja endlos…

Da hatter sicher Recht, der Herr Bode. Die Gesetze schützen hauptsächlich die Hersteller und Händler, und der Verbraucher bleibt auf seinen Fragen und dem miesen Gefühl sitzen, schon lange gar nicht mehr zu wissen, „was man eigentlich noch essen kann.“ Tja, offen-
bar können wir alles essen, das haben die Hersteller längst verstanden. Was uns nicht umbringt… Wie soll ich denn heute noch beweisen, dass mir vor drei Monaten von heftig verpilztem Käse so kreuzübel geworden ist?

So werde ich also zur Entsorgungsstelle für „umme“ Lebensmittel und zahle noch dafür! Normalerweise ist es nämlich der Produzent, der für die Entsorgung zahlen müsste, und nicht zuwenig. Da geht er lieber den Weg über meinen Magen, und wenn er erwischt wird, dann zahlt er meine einzwei Euro irgendwohin, das ist immer noch billiger. Und weil er Zu-
lieferer ist, merke ich mir noch nicht mal seinen Namen, weil ich eh’ nicht weiß, an wen der Gammel eigentlich gegangen ist. War der jetzt in den Nudeln oder im Fertigsalat?

Das muss natürlich unbedingt anders werden. So einer müsste dichtmachen und in den Knast wandern, wo er natürlich nix anderes zu essen kriegt als…
– Entschuldigung, aber man wird ja noch mal träumen dürfen!

Ich finde allerdings, wir sind auch in der Pflicht, uns zu informieren. Und das fängt schon viel früher an, im Laden. Herr Bode spricht uns quasi fast frei davon, immerhin die Infor-
mationen zu lesen, die uns gegeben werden (müssen!). Nur Wenige lesen nämlich das Kleingedruckte auf den Verpackungen. Fast niemand möchte genauer wissen, was Sta-
bilisatoren
eigentlich sind, was Aromen sind (und was genau der Unterschied zwischen künstlichem, natürlichem oder einem naturidentischen Aroma ist). Jeder hat schon mal gehört, dass Erdbeeraroma was Sägespänen zu tun haben soll, aber da im Joghurt keine Sägespäne sind, scheint das nicht zu stimmen. (Es ist, nebenbei gesagt, ein Holzpilz, der als Abfallprodukt ein Erdbeeraroma abgibt, während er auf den Holzspänen hockt.)

Was ist ein Emulgator? Was zählt alles unter Zuckerstoffe? Und wenn auf Weingummis „ohne Fett“ und „mit Vitaminen“ draufsteht, sind die dann kalorienarm und gesund? – Sind sie natürlich nicht, weil sie purer Zucker sind. Also eine Süßigkeit. Und wer glaubt, dass er seinem Kind wirklich was Gesundes tut, wenn irgendwo auf der Verpackung „mit dem Guten aus der Milch“ draufsteht, der handelt ja fast schon fahrlässig. Ist ein Zuckerfett-
batzen gesund, weil drei gepoppte Cerealien (Getreidekörner) drin sind?

Also, wenn vom Hersteller ein besonderer Vorteil hervorgehoben wird, kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass das irgendwas Unvorteilhaftes überdecken soll.

Ist eigentlich gar nicht sooo schwierig: wenn ich Erdbeerjoghurt will, dann mache ich mir Erdbeeren mit etwas Zucker zurecht und kippe Naturjoghurt drüber. Drei Zutaten, das wäre nur eine kurze Liste. Und er wäre frisch, weniger süß und hätte viel mehr Früchte als ein fertig Gekaufter (eine viertel Erdbeere oder so, der Rest ist eben Aroma). Es kostet natürlich etwas Zeit, aber wenn ich mir die Zeit nicht für mich (und meine Lieben) nehmen kann, für wen sonst? Wenn ich Pfannkuchen will, kaufe ich mir keine Plastikpulle mit Mehl, Zucker, Stärke, Eipulver, Stabilisatoren und Triebmitteln drin, in die ich nur noch Milch schütten und sie „shaken“ muss, um angeblich 5 Pfannkuchen rauszubekommen, sondern verquirle 2 Eier mit etwas Milch und Mehl und Zucker und haue das in die Pfanne. Lecker!

Und das scheint das Problem zu sein. Es gibt immer weniger Menschen, die auch nur einfachste Gerichte kochen können. Ein Mittagessen herzustellen, scheint vielen ein Prozess zu sein, bei dem sie nicht mehr mitkommen. Gibt es vielleicht bald Fertigspie-
gelei im Kühlregal? Butterbrot? Oder Schon-geöffnete-Milch? Ich überlege gerade, welche ganz einfachen Gerichte man noch fertig anbieten könnte, aber die gibt’s ja alle schon: Nudeln mit Tomatensauce, Milchreis, Pellkartoffeln mit Quark… Alles so gewürzt, wie es die Laborjungs gern haben wollen. Und meistens zu fett, zu süß, in der Konsistenz der maschinellen Verarbeitbarkeit angepasst. Und wir essen das dann auch noch! Natürlich mache ich mir ab und zu eine Fertigpizza, schließlich habe ich auch nicht jeden Tag Lust, zu kochen. Es bleibt für mich aber ein Fertigessen, und wird auch so konsumiert, u.a. weil’s auch so schmeckt, nämlich immer gleich.

Und im Fernsehen sieht man ja auch ständig, wie aufwändig das mit dem Kochen ist. Da guckt man zwar gerne zu, weil es irgendwie was Gemütliches hat, aber: Frischer Rosma-
rin! Woher soll man so was denn bekommen? Jacobsmuscheln! Doradenfilets! Mangold! Polenta! Safran! Puh! Wie gut, dass es auch noch Nudeln und Tütensauce dazu gibt. Da befolgt man die Anleitung und hat „gekocht“. – Nein, hat man nicht. Man hat Wasser heiß gemacht. (Manche tun ein Stückchen Butter dazu, und behaupten dann, sie hätten die Sauce „verfeinert“. – Na, und die gute Butter versaut.)

Man muss sich schon mal trauen. An die Töpfe, an die frischen Zutaten, und sich nicht gleich überfordern. Und das fällt nicht jedem leicht. Es fällt eventuell ein bisschen leichter, wenn man damit anfängt, nach dem Einkauf zuhause mal in Ruhe zu gucken und zu le-
sen, was man da eigentlich nach Hause geschleppt hat. Vielleicht bin ich ja naiv, aber ich glaub’ schon, dass der nächste Einkauf dann schon anders ausfällt.

Und man sollte sich trauen, auch mal selbst zu schmecken, was einem eigentlich lieber ist, manches ist eben auch nur ungewohnt. Das finde ich übrigens gerade für Kinder wichtig. Ich mag zum Beispiel bis heute Dosenbohnen lieber als frische, weil es die bei uns zuhause immer gab.
Als ich dann als größeres Kind mal frische aß, fand ich sie un-
angenehm „grün“ im Geschmack und zu fest und rau in der Konsistenz. – Und ich bin in den 70ern aufgewachsen, da gab’s noch gar nicht soviel Fertigzeug!

Gesundheitsapostelin bin ich nicht, die sind mir viel zu freudlos. Mir geht’s hauptsächlich um Geschmack und Genuss. Und Essen, also leckeres, ist was Feines, das man sich selbst gönnen sollte. Das hat mit der Haushaltskasse übrigens überhaupt nichts zu tun. Es geht bloß darum, einfach zu wissen, was ich mir da so alles zuführe. Dann kann ich nämlich selbst entscheiden, ob ich das jetzt gerade will oder nicht. Und weil mir dieses Thema so wichtig ist, werde ich in der nächsten Zeit mal solche Produkte vorstellen, die ich aus verschiedenen Gründen für völligen Kokolores halte, und dazu schreiben, warum. Bestimmt ist auch mal ein Rezept dabei, so als Alternativ-Vorschlag, und damit man sieht, dass es eigentlich nicht sehr schwierig ist und viel mehr Spaß macht, selbst in der Küche rumzuholzen.

Diese Idee ist nicht ganz neu, schon klar, in anderer Form gibt es das z.B. hier.
Aber da fehlen mir ein noch paar Aspekte und deshalb.

(Und ich seh‘ auch zu, dass die Texte dann ein bisschen kürzer sind… *g*)

36 thoughts on “Küchensofagedanken am Morgen (Teil 11) – Genuss & Verdruss

  1. Oh man…Theobromina spricht mal wieder Themen an über die man am liebsten garnicht nachdenken möchte.
    Ich mag Fertigzeugs. Ich mag generell praktische kompakte Sachen. Aber eben nur wenn sie schmecken.
    Ich liebe z.B. Fertigmilchreis und 5-Minuten-Terinen. Und Instantnudeln. Pizza ist manchmal auch okay.

    Aber ich glaub ich mag das Zeug nur weil ich es so selten esse.
    Zuhause gibts nämlich zu allem zumindest frischen Salat. Das sind dann aber wiedrrum völlig andere Sachen.

    • Ja, ich weiß, möchte man nicht. 😉 Sollte man aber. Wenigstens ab und zu. Ich mag auch manchmal schräges Fertigzeugs, weil ich „Bock auf wat Fieset“ habe, aber dann weiß ich auch, was drin ist. Irgendwie finde ich das wichtig. Es gibt ja auch „gutes“ Fertigzeugs (ich hoffe, dazu komme ich noch in späteren Einträgen), das ist das, wo ich alle Zutaten nachvollziehen kann.

      Frischer Salat ist doch super! Und auch total lecker. Ich mach‘ mir oft welchen, von dem ich dann auch ordentlich satt werde, z.B. mit gebratener Hähnchenbrust dazu und Knoblauchbrot. Mir geht’s ja zum Glück nicht um Kalorien…

      Bei Euch gibt’s vermutlich eher russische Küche, wenn ich das richtig verstanden habe, oder? Kocht Ihr das dann alles selber oder gibt’s das auch schon mal fertig zu kaufen?

      • ja, warscheinlich hast du recht. Aber das mit dem Erdbeeraroma wollte ich echt nicht wissen.xD Relativ gruselig…Sägespäne. ihh.

        Jaaa am besten „Caesar“ mit Croitons. Total lecker.

        Jepp, richtig. Eher ukrainisch. Gibts auch fertig im Laden aber das kann ich echt nicht empfehlen. Das sind Sachen die man selbst machen muss. Oder bei Mutti.;P

        • Na, ist doch prima, dann weiß man wenigstens, was drin ist! Was wären denn z.B. so relativ typische ukrainische Gerichte? Man denkt ja erstmal an Borschtsch und Pelmeni (und kommt dann nicht recht weiter…). 😉

          Na, die Sägespäne selbst kommen ja zum Glück nicht mit in den Joghurt, nur das, was die darauf gezüchteten Pilze produzieren. So kann man’s aber als „Natürliches Aroma“ verkaufen, schließlich sind Pilze auch Natur….

          • Naja Borschtsch und Pelmeni halt, dann gibts Wareniki und Blini ganz wichtug und Akroshka und aaach alles mögliche.xD
            Alles sehr aufwändig aber sehr lecker.;P

            so kann mans natürlich auch sehe. Eigentlich sind sägespänne ja auch nur holz und somit natur…lecker.xD

          • Hmmm, deswegen nage ich auch so gern Bleistiften rum! ;D

            Also, ich hab‘ diese ganzen Sachen mal gegoogelt und dabei total Hunger gekriegt. Die osteuropäische bzw. russische Küche muss ich mir mal genauer anschauen. Akroshka z.B. (da stand: „Milchsuppe mit Zwiebeln, Kräutern, Salatgurke und saurer Sahne“) interessiert mich. (Vor Kurzem habe ich erst die rheinische Buttermilch-Bohnen-Suppe kennen gelernt, die ist auch ganz schön lecker!) Danke also für die Anregung, da geht’s demnächst mal in die Bücherei, internationale Kochbücher wälzen… 😉

          • haha, stimmt.xD

            Bitte, bitte lohnt sich.) Akroshka…du wärst die erste Deutsche die damit was anfangen könnte. Alle die es bisher probiert haben fühlten sich an Spülwasser von Salatschüsseln erinnert.Oo
            Die haben ja keine Ahnung…
            Ist aber wirklich sehr lecker und vo allem im Sommer weils ja kalt serviert wird.:)

  2. Endlich wieder Küchensofagedanken, liebe Theobromina! Allerdings packt mich diesmal das schlechte Gewissen, nachdem du so anschaulich klar gemacht hast, dass sich quasi selbst zur Mülltonne macht, wer bedenkenlos industriell produzierte Fertignahrung spachtelt. Ich tues nie wieder oder nur noch manchmal bzw. gelegentlich. Leider vergesse ich immerzu, wie was zubereitet wird. Da wird mir dein kleiner Lehrgang eine Hilfe sein.

    Herzlichst
    Jules

    • Dann, lieber Jules, werde ich mir natürlich ganz besondere Mühe geben, obwohl ich nicht für jeden Beitrag ein Rezept versprechen möchte. Hoffentlich kriegt Dein schlechtes Gewissen auf diese Weise nachher nicht mehr zu knabbern als Du… 😉

      Die Mülltonnensache ist ja hoffentlich(!) eher die Ausnahme, aber ich wundere mich eben auch so fast täglich darüber, wie man etwas, aus dem man ja mehrmals täglich Lebensenergie beziehen möchte und muss, so unbeachtet lassen kann. Vielleicht bin ich zu idealistisch, aber ich finde es schon gut, ungefähr zu wissen, was ich mir so hinter die Kiemen schiebe. Und schmecken soll’s ja mir onnoch!

      Na wie gesagt, ich werd‘ mir Mühe geben.
      Inzwischen hungrig: Deine Theo

  3. Ich finde bei der Diskussion vor allem schlimm, dass dieser ganze Fertigkrams nicht nur billiger in der Produktion ist, sondern auch an der Kasse. Viele Menschen können sich frisches Gemüse kaum leisten, weil es mit Mondpreisen belegt ist. Frag mal einem Hartz-IV-Empfänger, warum er sich keine frischen Paprika kaufen kann – sie sind zu teuer!
    Die gleiche Entwicklung zeigt sich ja auch schon seit Jahren in den USA: Je ärmer, desto Junk. Deswegen plädiere ich seit langem für eine Zucker- und meinetwegen auch für eine Fettsteuer, mit der gesunde, naturbelassene Produkte (vor allem Obst und Gemüse) subventioniert werden, damit man sie sich auch in ausreichender Menge leisten kann.

    • Naja, ich kenne Hartz-IV-Empfänger, ziemlich gut sogar… 😉 Die haben wirklich extrem wenig Geld, das ist natürlich richtig. Beziehungsweise, es ist natürlich nicht richtig.

      Aber ich kann nicht ganz zustimmen, was die Preise für frisches Gemüse und Co. angeht. Das Problem ist meiner Meinung nach tatsächlich, dass viele nicht mehr haushalten, planen und kochen können. Es ist wirklich gar nicht selten noch mal etwas günstiger, selbst zu kochen, wenn man es schafft, so einzukaufen, dass man auch alles verwerten kann. Und dazu ist es auch noch gesünder und leckerer. Es hilft, wenn man gewisse „basics“ immer im Haus hat (Nudeln, Reis, Gewürze, Tomatenmark, vielleicht ein Becherchen Sahne, gekörnte Brühe und sowas), dann kann man jederzeit etwas Leckeres zusammenbrauen, das auch nicht teurer ist als Tütenfraß oder Fertigpizza.

      Zucker- und Fettsteuer wären aber wirklich ein guter Weg, denn das würde ja allen dienen und würde die Aufmerksamkeiten auch mal „gesünder“ verschieben. Da bin ich voll d’accord! 😀

      • Sicher kann man mit Basics eine Menge machen, aber die Preise manchen Obsts und Gemüses finde ich zum Teil schon astronomisch. Und wen würde es stören, wenn eine Zucker- und Fettsteuer Gemüse günstiger machen würde? Wer es dann immer noch nicht kaufen möchte, weil er nicht weiß, wie es zu verarbeiten ist, lässt es dann eben.
        Ein anderes Argument ist die Zeit. Ich sehe bei mir selbst, dass ich in der Woche nur wenig Zeit zum Kochen habe. Also koche ich Sonntag was vor, was ich Montagabend essen kann, oder greife in der Woche auch schon mal (selten) auf Tiefkühlpizza zurück. Ansonsten gibt es oft Nudeln mit einer einfachen selbstgemachten Nudelsoße und lecker Parmigiano. Dafür wird aber am Wochenende immer frisch gekocht, einfach weil ich Lust dazu habe.

        • Ich sag‘ ja, was die Besteuerung von Fett und Zucker angeht, bin völlig Deiner Meinung. Und bei Obst und Gemüse kann man gucken, was gerade Saison hat, das ist meistens auch echt günstig. (Meinetwegen kann es gern auch noch günstiger werden, wenn das machbar ist.) Erdbeeren gibt’s eben nur im Frühsommer, da schmecken sie auch am besten. Und aus einem Bund Möhren mach‘ ich mir am einen Tag eine Beilage und am nächsten Tag mit den restlichen und zwei Kartoffeln ein schönes Süppchen. Ich kauf‘ oft im Discounter, das Zeug da ist gar nicht mal schlecht.

          Zeit ist ein wichtiger Faktor. Deswegen mache ich’s wie Du: ich koche oft für zwei Tage, oder so, dass ich am nächsten Tag nicht mehr viel machen muss. Wenn’s bei mir z.B. Kartoffeln gibt, koche ich immer ein paar mehr, dann gibt’s tags drauf Bratkartoffeln. Sowas halt. Irgendwann fängt es an, Spaß zu machen…

          Und was Du schreibst, ist doch im Grunde das beste Beispiel: Nudeln mit einer tollen, frischen Sauce ist doch ein super Essen! Ich glaube nicht, dass ich bei Dir „Knurrfix für Bullognese“ finden würde. Oder?

          • Saison ist natürlich sowieso klar. Wer Erdbeeren im Winter verlangt, hat es auch nicht besser verdient. Aber auch Saisongemüse kann relativ teuer sein. Was die Qualität in den Läden angeht, möchte ich ferner darauf hinweisen, dass es sehr stark von der Filiale und dem jeweiligen Personal abhängt. Ich habe schon in EDEKAS ganze Kisten voller Roter Beete mit einem fingerdicken Schimmelbelag gesehen, kenne aber auch ALDI-Filalen, deren Gemüse unbedingt am Einkaufstag verspeist werden muss, weil ich es am nächsten Tag nicht einmal mehr mit spitzen Fingern anpacken würde.

            Nudeln sind natürlich schön und gut, aber immer möchte ich die eben auch nicht essen. Dabei kommen mir auch garantiert Fixe oder Ähnliches ins Haus, ich werde nur alle Jubelmonate mal bei den echten Asianudeln schwach. Eben immer dann, wenn ich mal einen Großeinkauf im Asiamarkt mache und mich da mit Kimchi, Sojasoße oder Ähnlichem eindecke.

            Von einer schlimmen Entwicklung in USA habe ich mal gelesen, nach der dortige Wohnungen angeblich inzwischen gleich ganz ohne Küche konzipiert werden. Höchstens eine Mikrowelle findet noch Platz und das war’s dann wohl. Keine Ahnung, ob das stimmt, ich fände es jedenfalls katastrophal. Es erinnert mich immer an das Wunschszenario von Tricatel aus Brust oder Keule mit Louis de Funès.

          • Danke, dass Du mich in diesem Zusammenhang an den Film erinnerst! :)) Das passt!

            Und klar, man muss sich „seine“ Läden aussuchen. Ich habe das Glück, hier einen echt guten p*nny-Markt in der Nähe zu haben, wo man sehr um Frische bemüht ist. Und natürlich ist da noch der Wochenmarkt. Mit Ed*kas habe ich fast durchweg schlechte Erfahrungen gemacht (besonders mit Käse von der „Frischetheke“), obwohl die oft ordentlich teuer sind.

            Jeden Tag das Gleiche will man nicht, logisch. Muss man ja auch nicht. Es gibt doch eigentlich viele schnelle Gerichte. Und es gibt auch „gute“ Fertiggerichte. Und manchmal ist Kochen auch ganz gut, um nach der Arbeit runterzukommen. Mir geht es hauptsächlich darum, mit dem Thema „Was in die Futterluke?“ interessierter umzugehen. Zusammengestrichen könnte man sagen: Ich esse möglichst nichts, was nicht auch als Einzelzutat auf meinem Zettel stehen könnte. Da fallen diese ganzen Zusatz- und Tuningstoffe schon mal wesentlich sparsamer aus. Asianudeln kommen hier aber auch immer mal vor. 😉

            Und ich darf nie vergessen, dass die Hersteller nicht an meiner Gesundheit oder meinem Wohlbefinden interessiert sind, sondern mir schlicht was verkaufen wollen. In Amiland scheint das ja schon zu funktionieren. Gruselig ist das!

          • Mit den EDEKAS hast Du recht, ich kenne nur einen einzigen, der wirklich gut (aber eben auch ziemlich teuer) ist. Das ist unser Dorf-EDEKA, der von einer resoluten Frau geführt wird. Wenn die hier Mist in der Auslage hätte, könnte die den Laden schnell dicht machen. So tritt sie ihren Angestellten aber gehörig in den Allerwertesten und wacht selbst noch mit Alderaugen über die Sachen, die sie verkauft.

  4. @Theobromina: Gibt es vielleicht bald … Butterbrot?
    Gibts schon.
    @Theobromina: Das hat mit der Haushaltskasse übrigens überhaupt nichts zu tun
    Selbstgemacht ist unter Umständen sogar wesentlich günstiger als der Fertigkram.

    @Theobromina: mal ein Rezept dabei, so als Alternativ-Vorschlag
    losen Reis, statt im Kochbeutel. Ist schneller gekocht und schmeckt besser, vor allem wenn etwas Curry und ein bischen Salz dran macht.

    @Theobromina: Zucker- und Fettsteuer wären aber wirklich ein guter Weg
    Auf Zucker gibt es sie doch schon.

    • – Was denn! Butterbrot gibt’s schon? Nur Brot mit Butter und sonst nix!?

      – Dass selbstgemacht oft günstiger ist, sehe ich auch so. Nicht immer, natürlich, aber es gleicht sich irgendwie aus.

      – Kochbeutelreis verstehe ich sowieso nicht, den gab’s hier noch nie. Ich nehme Basmati aus dem Asialaden, da ist er günstig und gut. Und gebraten schmeckt er toll, weil er ein bisschen lieblicher ist.

      – Laut Wikipedia ist die Zuckersteuer 1992 abgeschafft worden. 😉

  5. Dein Beitrag passt ja heut‘ genau wie die Faust auf’s Auge – mein Sohn ist, wg. meinem Geburtstag ;), grad bei seinem 1.Versuch nur aus frischen Zutaten ein Abendessen zuzubereiten.*
    fast erfolgreich aber ebissl mußt‘ ich doch mit helfen

    mlg reinhold / noch vielen Dank für deine lieben Wünsche

    • Na? Und? Hatt’s denn hingehauen, war’s lecker? Wie alt isser denn, der Sohn? Habt Ihr eine Vater-Sohn-Minifeier gemacht?

      LG zurück und natürlich sehr gern geschehen… 😀
      Theo

    • oops, ein arg kurzer Kommentar 😉
      wenigsens WURSTBRÖTCHEN mach ich mir noch selbst:
      (1) Tüte Wurst
      (2) Tüte Brötchen
      (3) Tüte Plastikmesser
      (4) Tüte Butterstückchen einzeln verpackt
      (5) Tüte Müllbeutel
      (6) Tüte Papierhandtücher

      SO GEHTS:

      (3) aufreissen, 1 Messer entnehmen. (2) aufreissen, 1 Brötchen entnehmen. Mit (3)pt. (2)pt. in 2 Hälften teilen. (4) aufreissen, 1 Butter entnehmen, (4)pt. öffnen und 1/2(4)pt. mit (3)pt. auf 1/2(2)pt. mit streichenden Bewegungen verreiben. Den gleichen Vorgang mit 2/2(4)pt. auf 2/2(2)pt. vornehmen, (5) aufreissen und 1 Müllbeutel entnehmen. (3)pt. und Umhüllung von (4)pt. in (5)pt. entsorgen. (5)pt. verknoten und in in den Mülleimer werfen. Hände waschen, (6) aufreissen und 1 Papierhandtuch entnehmen und Hände abtrocknen. (6)pt. in den Mülleimer geben. (1) aufreissen, 1 Scheibe Wurst entnehmen. (1)pt. auf 1/2(2)/(4)pt. legen. Den Vorgang mit einer weiteren Wurstscheibe auf 2/2(2)/(4)pt. wiederholen.

      Nacheinander 1/2(1)/(2)/(4)pt. und 2/2(1)/(2)/(4)pt. verzehren, und mit weiteren WURSTBRÖTCHEN wiederholen. Nicht vergessen Hände zu waschen… 😛

  6. Da paßt ja auch der Kinofilm „We feed the world“ gut zu Deinem Eintrag und der andre Filme (Titel weiß ich leider nimmer) wo sich einer im Selbstversuch von Fastfood ernährt und ausprobiert wie lange ein Hamburger für die Zersetzung braucht – und das ist verdammt lange!

    • Ersteren Film hab‘ ich mal wieder verpasst. Mist. Wieso die sowas immer am späten Abend zeigen müssen! Der andere hieß „Supersize me“ und den hab‘ ich gesehen. Also, man gut, dass ich schon vorher nicht zu MacDings gegangen bin… *schüttel*

      Lieben Gruß, Theo

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