Artistin, die Text ertastet.

Ach, in letzter Zeit fühle ich mich öfter wie diese Artisten im Zirkus, die auf einem Brett-
chen balancieren, unter dem so eine Walze liegt. Und oben rum wird onnoch wild jongliert. Ich hab’ eben mal versucht, rauszukriegen, wie dieser spezielle Balance-, oder vielmehr Equilibristik-Akt eigentlich heißt. Das war gar nicht einfach. Das Walzen-/Brettchendings heißt also Rola Bola.

Ich kann somit jetzt immerhin, wenn jemand fragt: „Wie geht’s?“, antworten: „Och, ich füh-
le mich wie auf einem Rola Bola!“ Und dann weiß sicher sofort jeder Bescheid und wird mich mit weiterbohrenden Fragen verschonen.

(Übrigens kann ich mich im Moment nur ganz schlecht konzentrieren, weil über mir gera-
de eine Gitarre verhauen wird. Also, jetzt nicht direkt über mir, sondern natürlich in der Wohnung über meiner. Ich hab’ ja eigentlich schon den Friedhelm nebenan, der seit min-
destens acht Jahren seine arme Gitarre beschrummelt. Neulich kam ich mal nach Hause, da erklang aus der Nebenwohnung plötzlich virtuoses Geperle. Toll, dachte ich, er lernt’s nach all‘ den Jahren doch noch! Das ist ja ein richtiges Konzert! – Und dann sprach mitten-
mal der Radiomoderator… Und nun noch so einen Kandidaten über mir? Im Moment hört es sich an, als versuche er? sie? wenigstens erstmal, die Gitarre zu treffen. Klappt…)

Hm. Was liegt denn hier noch?
Noch4

Ach so. Das sind ja bloß die vier Damen aus der Mückenvergrößerungsabteilung, die sich da gerade ihre verdienten Feierabendbiere bestellen…

34 thoughts on “Artistin, die Text ertastet.

  1. früher in Kinderzeltlagern gabs diese ulkigen Trittbrettchen mit dazwischen geschraubten Rollen „Pedalroller“ oder so, wo ich mich immer volle Schüppe mit auf die Nase geparkt hab. Irgendwie is das nix für mich wenn der Boden La Ola spielt.

    Das mit dem Radiomoderator find ich gelungen :))

  2. Die dürfen schon Bier trinken? Haben die denn nicht noch Dienst? Die tragen doch noch ihre Mückenvergrößerungsabteilungsdienstuniformen! (Übrigens ein Superwort für Galgenmännchen …)

  3. Jetzt gibt mir mein Boss heute Mittag ganz kurzfristig frei.
    Ich nix wie heim, leg mich an meinen Lieblingsplatz im Garten, direkt an den Teich, das Wasser plätschert im Bachlauf vor sich hin, …

    meint mein Bruder dass er im Nachbarhof die Kreissäge zum schreien bringen und mein wirklich lieber Nachbar auf der anderen Seite mit dem Rasenmäher ins Konzert einstimmen muss.

    Und bevor mir die Mücken mein ganzes Gemüt zertrampeln, da auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Herbert Geburtstag feiert und die Zillertaler nun lautstark das Kommando übernommen haben, geh ich jetzt inne Heia.

    Gitarren klingen leise durch die Nacht,
    Juleika

    • Och Mensch…

      Sowas Ähnliches hatte ich am Dienstag. Endlich hörte es mal auf zu regnen und mein Gastgeber und ich konnten mal endlich ein bisschen raus in einen schönen Park, um dort zu spazieren und dann in der schüchternen Sonne zu sitzen. Es war wunderbar still…

      – Bis da Einer in der Nähe anfing, Bretter zu sägen und zwischendrin unmelodiös zu pfeifen.

      Also sind wir dann lieber in ein Café umgezogen, wo wir die dazugehörige Geräuschkulisse bewusst in Kauf genommen haben. Außerdem gab’s da Eclairs! ;D

      Vielleicht heute einen ruhigen Moment…
      wünscht Dir die Theo.

    • Das ist echt witzig, lieber Richard. 😉 Danke für den link!
      Die japanische Freundin hat vor ein paar Wochen ihr winziges Baby bekommen und im Moment wenig Zeit. Aber ich werd’s ihr aufheben. Zusammen mit dem Algorhythm-Walk. Den will ich ihr auch unbedingt noch zeigen, bisher kam ich nicht dazu…

      Mir geht’s inzwischen wieder ein gutes Stück besser, Danke.

      Lieben Gruß aus Hannover, – Theobromina

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