20. Dezember

stern20Sansibar, der fleißige Fragenschreiber, fragte:

„Worüber denkst Du öfter nach: Über Deine Vergan-
genheit (Jugenderinnerungen, Streit mit den Eltern, erste Liebe, Kinderhoffnungen…) oder über Deine Zukunft (Pläne, Wünsche, Befürchtungen, Lebens-
ziele…)?“

Antwort:

Das ist leicht: Über die Vergangenheit.

Weil ich die kenne. Aus der Vergangenheit habe ich Bilder, schöne und unschöne, die sich immer mal einstellen, ob ich das will oder nicht. Die Zukunft kann ich mir ja nur vorstellen, weiß aber nicht richtig, wie sie aussehen wird. O.K., auch die Erinnerung verändert sich ständig, über die Zukunft kann man aber nun wirklich nur Vermutungen anstellen.

Ich hab’ fast noch nie so richtig viel geplant oder große Ziele gehabt. Und als ich es mal tat, kam natürlich alles ganz anders und ich hatte eine Weile ganz schön zu tun, damit klarzukommen. Heute bin ich übrigens sehr froh, dass meine Pläne von damals scheiterten.

Im Moment allerdings bin ich in einer Phase, in der ich planen müsste, und es fällt mir schwer, das merke ich. Eigentlich habe ich bisher immer darauf vertraut, dass die Dinge sich schon so hinschieben werden, bzw. ich flexibel genug bin, mit allem klarzukommen, was sich ergibt. Das ist aber immer weniger leicht. Es bieten sich auch nicht mehr stän-
dig neue Wege, ich muss mir immer öfter selbst welche bauen, und das find’ ich ziemlich schwierig.

Leider bin ich fast gar nicht ehrgeizig, was das Erreichen von Zielen angeht, deshalb setze ich mir auch kaum welche. Meine Energie lege ich eher in meinen Umgang mit Anderen. Da habe ich hohe Ansprüche an mich selbst und das spielt sich ja auch fast ausschließ-
lich im Jetzt ab. Also im Alltag. Aber natürlich hat das auch wieder viel mit vergangenen Erfahrungen zu tun.

Nach hinten zu gucken ist eben einfacher, denke ich. Selbst wenn man’s gar nicht bewusst tut, tut man’s. Nach vorne zu sehen ist ein aktiver Prozess, das tut man absichtlich. Oder?

Lieber Sansibar, ich glaub‘, mit all‘ Deinen Fragen könnte ich glatt bis Ostern durchkalendrisieren… Aber soweit plane ich ja nicht voraus. 😉
Lieben Gruß, Theobromina

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