Schlachteplatte in der Neuen Welt

Das kleine Bohrermonster (s.u.) wächst mir richtig ans Herz!
Vorhin ertappte ich es innen(!) am Fensterrahmen. Na, da hatte sich wohl jemand verlaufen…
Habe ich’s mal in einen anderen Blumenkasten umgesetzt, wenn es doch so wild auf Abenteuer ist. (Wahrscheinlich wollt’s nicht glauben, dass die Welt viereckig ist…, – oder vielmehr ja eigentlich achteckig, – ach egal!)
In der neuen Welt saß es dann erstmal brunzdoof in den Sonnenröschen, die eigentlich eine ordentliche Menge Blattlauspopulanten hatten.
Als das Bohrertier sich dann endlich wieder bewegte, rannte es aber immer in die falsche Richtung bzw. dauernd knapp an den feisten Läusen vorbei, die sich wahrscheinlich aus gutem Grund grün getarnt hatten und sich wahrscheinlich untereinander immer „Pst! Pst! Da kommter!“ zuraunten.

Ich meckerte kräftig in Richtung des kleinen, offenbar Kurzsichtigen.
Nach meterlanger Vor- und Zurückturnerei nahm er dann aber wohl Witterung auf und wackelte endlich auf die Lausherde zu.

Und dann ging alles ganz schnell: Er happste sich die Erste und machte mit ihr kurzen Prozess. Schließlich wird ihm die ewige Rumlatscherei auch mächtig Hunger gemacht haben.
Ich fand ihn versorgt und kümmerte mich um anderes.

Als ich eben wieder guckte, saß das Tier da, bumsvoll gefressen, doppelt so dick wie vorhin und rührte sich nicht mehr.
Verdauungschlaf. Am liebsten hätte ich ein Kissen drunter geschoben.

Und ich bin sicher, der hat mindestens die Hälfte der Läusemassen verspachtelt. Jetzt habe ich also noch Proviant für ihn bis morgen. Und dann? Was mach ich dann?

Hab‘ noch nie gehört, dass man sich irgendwo Blattlauseier bestellt…

4 thoughts on “Schlachteplatte in der Neuen Welt

  1. weisst du, du bist vielleicht sowas wie eine trendsetterin! ich seh schon wie neue wirtschaftszweige geschaffen werden, blattlauseier per internet bestellt werden können (natürlich auf der URL http://www.blattlauseier.de) und es zum guten ton der oberen zehntausend wird, sich ein kleines scheiss-insektendings bohrermonster als haustier zu halten…

  2. also ich weiss nur von Stabschreckeneiern und Wandelndeblatteier und Marienkäfereier…

    das schöne an der Blattlaus ist, dass sie ihren Fortpflanzungsmodus „mittendrin“ mal ändert. Im Herbst macht man auf geflügelt und Männlein&Weiblein, nach Blattlausart in die Falle steigen, eierlegen, Winter.

    Im Frühling dann: Klein Larvi schlüpft und wird entweder von Ameisen (die sich nen leckern Tropfen Honigtau erwarten) auf dem Balkon ausgesetzt, oder ist schon dort als Ei abgelegt worden. Klein Larvi rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt sich den Wanst voll (Häutung) rüsselt immer noch, aber kriegt nun zusätzlich uneheliche Kinder nach dem gleichen Storyboard wie das grosse dicke Christenbuch.

    Mary hat diese Nummer nur einmal mit Dschiehses hingelegt, die ganzen Blattläusinnen sind aber erst gar nich so blöd, gleich nen Jungen zu kriegen und damit diese fröhliche Kette exponentieller Vermehrung der Blattlausbiomasse gleich wieder zu unterbrechen.

    Das is der Trick am Blattlaus-Dasein: eine da, immer welche da.

    Daher lass den kleinen Fressbohrer mal ordentlich aufräumen…

  3. Wie lange bleibt denn das putzige FRÄSKOPFmonster im Zustand der Fräskopfmonsterei bevor es sich in den gegenteiligen Zustand der Hübscher-kleiner-Käfer-dem-das-Glücksbringen-unterstellt-wird-ähm?-was?-erei verwandelt?

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