Alles Stulle.

Urlaub. Endlich.

Völlig erschöpft lagere ich auf dem Diwan, Naschkram in Reichweite, und lasse mich vom Fernseher belullen. Bericht von der Berliner Modewoche, die ulkigerweise „bread & butter“ heißt. Keine Ahnung, wieso. Alle dort sehen so aus, als würde sie außer Mineralwasser gar nichts mehr essen. Herr Becker, der angeblich ein Hobbymodist (nur eben ohne Hüte) ist, wird nach schweren Sünden der männlichen Klamottierung gefragt. Er überlegt.

Ich überlege auch. Wieso ist der Boris denn da neuerdings ein Fachmann? Ich meine mich nämlich ziemlich genau zu erinnern, ihn mal einem Ensemble mit Leopardenmuster gesehen zu haben. Oder war das der Kahn? Oder der Gottschalk? Ich habe aber garan- tiert mal wieder keine Ahnung, denn für mich ist das ohnehin alles eine Liga.

Bobbele hat fertig überlegt. Er meint, ganz schlimm sei, wenn der Gürtel nicht zu den Schuhen passt. „Genau!“ rufe ich, und: „Schrecklich! Man hat schon ganze Volksstäm- me deswegen aussterben sehen!“

Ach, fährt er unter Mühen fort, und wenn der Anzug zu klein sei. Oder auch zu groß.

„Oder gerade so eng, dass man damit noch über’n Allgemeinplatz stolpern kann, was Boris?“ schiebe ich hinterher.

Ansonsten fällt ihm aber nix ein.

Und das, das wundert mich nun widerum kein kleines bisschen…

33 thoughts on “Alles Stulle.

      • Mozart konnte schließlich nichts dafür, dass es so eine Zeit war, in der er lebte – aber der hier ist wohl aus einem Paralleluniversum für Möchtegernadlige entwischt?!
        Da fällt mir auch einer meiner Lieblingswitze ein, allerdings andersrum, denn hier kommt ein Mann in die Apotheke und verlangt vom Apother eine größere Menge Arsen. „Um Gottes Willen!“, entsetzt sich der Apotheker, „Wozu brauchen Sie denn dieses giftige Mittel? Haben Sie etwa Ratten?“
        „Nein.“, sagt der Mann:“Ich will meine Frau vergiften.“ „Aber das geht doch nicht – das ist doch verboten!“, sagt der Apotheker empört. Da zückt der Mann seine Brieftasche, holt ein Foto heraus und zeigt es dem Apotheker. Der guckt auf das Foto, dann mitleidig auf den Mann und sagt versöhnlich:“Das hätten Sie mir aber auch gleich sagen können, dass Sie ein Rezept haben.“

  1. Ich warte auf den Moment (wahrscheinlich vergebens),
    wenn er anfängt, über Themen zu reden, mit denen er sich wirklich auskennen müsste: abgehalfterte Idole z. B., Profilneurosen oder darüber, weshalb Ex-Spitzensportlerinnen offenbar mit dem Karriereende wesentlich besser klarkommen 😉

    Schönen Urlaub 🙂
    Maren

    • Stimmt, ist mir noch gar nicht so aufgefallen, aber Du hast völlig Recht: die Damen kriegen offenbar hinterher leichter ein „normales Leben“ hin. „Karriereende“ ist vermutlich sein persönliches Buh-wort und deshalb hat er’s selber noch nicht so mitbekommen. Ist aber auch ziemlich schwierig, wenn einem ständig irgendwer ein Mikro ins Gesicht drückt und das Gestammel dann auch noch im Hauptprogramm gesendet wird. 😉

      Danke, ich bemüh‘ mich! :wave:
      Theo

  2. Leopardenlookanzug klingt doch sehr nach Goldlöckchen Gottschalk und immerhin muß man dem Bobbele zugute halten, das er mittlerweile in ganzen Sätzen und nahezu völlig „äh“-frei artikulieren kann.

    Und mit genügend Butter bei nicht zu heißem Wetter sollte Brot als Kleidung tragbar sien… :>>

    • Die „ÄÄÄhhh“s hat er bestimmt alle in eine schöne bunte Tüte gepackt und sie dem Stoiber geschenkt…

      Genau! Schneller und praktischer geht’s dann mit Panade! :))

  3. ich war letztens ein bisschen enttäuscht von meinem info-radio. bringen die doch immer brav nachrichten, die wirklich von belang sind und machen auch tolle reportagen.
    doch plötzlich kommt da eine etwas längere als 2 minuten info arüber, dass unser aller bobbele heiratet!?!
    ich hätt beinahe umgeschaltet, vor schreck, dass sich ein piratensender oder so eingeschlichen hat!

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