Süßholz für’s Wohlbefinden

Gestern oder Vorgestern ist mir wieder eingefallen, dass Lakritze den Blutdruck erhöht.
Ich weiß, dass das für viele Leute eher eine Hinderungsgrund sein kann, sich dicken Lakritzetüten hinzugeben. Für mich hingegen war der Hinderungsgrund bisher, dass ich Lakritze eigentlich fast überhaupt nicht mag. Allerdings haben neueste wissenschaftliche Tests ergeben, dass mein Blutdruck zu niedrig ist, und deswegen bilde ich mir seit ges-
tern ein, sie zu mögen.

Hier liegen jetzt so Brezeln und so Rauten und so salzige Heringe.
Das ist, was ich gestern auf Anhieb kriegen konnte, ohne ein Lakritzefachgeschäft zu betreten. Das liest sich jetzt ein bisschen so, als wäre ich keck pfeifend an mehreren Spitzenlakritzebesoinbuden vorbeigeschlendert. Dabei weiß ich gar nicht, ob wir so was hier überhaupt haben. Ich bin ja neu in der Süßholzszene.

Normalerweise einmal im Jahr, wenn’s hochkommt, stellt sich bei mir von selbst ein Lakritz-Verlangen ein. Es ist aber wohl eher so ein „mal-zwischendrin-was-Anderes-Ver-
langen“. Das ist schnell gestillt. Und sonst habe ich höchstens mal diese braunschwarzen Schichtdinger aus der Weingummi-Lakritzmischungstüte gefieselt, weil sie entfernt nach Kakao schmecken. Ich glaube aber, die gehen nicht so richtig als Lakritze durch.
Daher werde ich mich jetzt mal der richtigen Lakritze und ihrer Mögung zuwenden.

Aber erst wird gefrühstückt.

19 thoughts on “Süßholz für’s Wohlbefinden

  1. Nee. Also, nein. Geht gar nicht. *lach* Ich fand Lakritze schon immer eklig, finde sie eklig und werde sie wohl auch in Zukunft noch eklig finden. Mein Blutdruck ist zwar auch niedrig, aber das stört mich weniger als Lakritze.

    • Über das „schon immer und auch in Zukunft“ eklig oder gruselig finden, denke ich übrigens schon seit einer ganzen Weile nach. Dazu blogge ich wohl auch in den nächsten Tagen noch was. Ich stelle nämlich an mir fest, dass sich mein Geschmack immer wieder verändert oder vielmehr erweitert. Ich freu‘ mich immer, wenn ich plötzlich was mag, was ich früher nicht mit der Kneifzange angefasst hätte. Dazu ist natürlich immer mal erneutes Probieren nach der „trial and error“-Methode nötig.

      Und da ich lieber nicht damit anfangen will, morgens schon Sekt zu trinken ;), probier ich’s jetzt eben mal mit Lakritze.

      • Grundsätzlich hast Du ja Recht. Ich konnte früher Oliven und Ananas nicht ausstehen. Seit knapp einem Jahr futtere ich Oliven wie nix. Und habe mir jetzt praktischerweise einen Olivenbauern geangelt 🙂 Ananas esse ich sogar erst seit Asien. Da tut sich selbst bei einem Sturkopf wie mir noch was.

        • Genaugenau! Oliven! Geht mir auch so. Ich taste mich da gerade ‚ran. Brauch‘ ich dann auch ’nen Olivenbauern? Geht auch ohne, oder? 😉

          Und bevor ich dermaleinst in Rente gehe, will ich dann noch schaffen, Pilze zu mögen… :-/

          • Ja, es geht auch ohne. Habe ich zumindest die letzten zwölf Monate ohne geschafft. Wobei… Im Moment kann ich nicht mehr ohne… 😉

            Bei Pilzen würde ich mit Champignons anfangen. Die schmecken am neutralsten. Die chinesischen Pilze würde ich ganz auslassen, weil sie so eine schleimige Konsistenz haben. *schüttel*

          • Jetzt mal ehrlich. Ich bin schockiert über eine derartige Häufung von Zufällen.
            Wir sollten eine Selbsthilfegruppe aufmachen für Leute, die unter niedrigem Blutdruck leiden, aber keine Lakritze mögen und zudem erst spät auf den Geschmack von Oliven und Ananas (in dieser Reihenfolge) gekommen sind. Am meisten macht mich fertig, das die Pilze dann am Extrempunkt der Skala stehen, wohin vermutlich die Lebensspanne nicht reichen wird.

            Na ja, probieren geht über studieren…

            Euer Indogermane

          • Die Schokoladenabhängigkeit hast Du noch vergessen, mein Lieber! Oder war die vorausgesetzt? 😉 Vielleicht fängt man bei den Pilzen damit an, dass man sie in Schokolade tunkt. Uahhh, neee…! Hm. Vielleicht fange ich damit an, dass ich mir einen Champignon in die Küche lege… Wenn ich mich daran gewöhnt, schneid‘ ich ein Scheibchen ab, und tu’s in einen Riesentopf mit Suppe… Und dann immer so weiter…

            Meinst Du, das schaffe ich noch?

          • Die Schokoladenabhängigkeit ist nicht so akut. Sie geht eigentlich in der allgemeinen Genusssucht mit auf.

            Was die Pilze betrifft, bin ich da ganz zuversichtlich bei Dir.
            Bei mir ist der Zug aber definitiv abgefahren. In den letzten Jahren hab ich soviele neue Dinge probiert und bin vom einstmaligen Kostverächter zum lukullischen Experimentator geworden. Kaum etwas, das ich jetzt nicht essen würde (Schnecken und anderes Gewürm eingeschlossen), aber das wabbelige Mycel dieses lichtscheuen Schauergewächses kommt mir nicht zwischen die Zähne!

            Es gibt übrigens nen Schokoladenhersteller, der mit ganz exotischen Kombinationen experimentiert. Von dem hab ich zuletzt Schoko mit Bergkäse probiert, was gar nicht so übel ist. Eine Reportage im Fernsehen hat mir aber erhellt, daß der Versuch mit den Pilzen in der Schokolade voll nach hinten losgegangen ist.

          • Heißt der Schokohersteller eventuell „Zotter“? Der macht irre Sorten! Sogar eine mit lange ausgebratenem Speck, die heißt „Grammelnussen“. Die habe ich allerdings nicht probiert, sondern „Kirschmarzipan auf Sesamkrokant“. Himmlisch! Und ganz ohne Pilze…

          • Wäre das hier StudiVZ, dann würde ich für uns direkt eine Gruppe eröffnen! Ist ja unglaublich. Ich dachte bisher, ich wäre da eine Ausnahme mit dieser Kombination.

  2. Als ehemaliger Lakritzabhängiger beneide ich dich um die Freiheit, Lakritze mögen zu können oder auch nicht. Die beste Auswahl hat man in Holland. Deutschland ist ja eher eine Lakritz-Diaspora.

    • Diasporen scheint’s allerorten zu geben… 😉
      Hast Du sie denn, bevor Du Dich von Deiner Sucht befreit hast, geraucht oder als Trank bereitet?

      Sollte ich mal wieder nach Holland geraten, kann ich mich da ja mal umschauen. Blöd nur, wenn ich dann an eine sauleckere holländische Sorte gerate, die es hier nicht gibt. Sowas macht mich nämlich ganz verrückt. Ich habe in Holland z.B. vor Jahren mal total köstliche Erdnussflips gegessen, die vermiss‘ ich heute noch! Na, ich probier‘ mal erst durch, was Hannover so an Lakritzen bietet. Da ist (zumindest für mich) bestimmt noch einiges unentdeckt.

  3. Das Lakritze den Blutdruck steigen lassen, wußte ich noch gar nicht. 🙁 Ich esse gerne etwas salzigere und mein Blutdruck ist schon von Hause aus gigantisch hoch.
    Na ja, ab und an ein kleines Stück, wird mich nicht gleich umbringen, oder.;)

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