{"id":8578598,"date":"2010-05-13T09:06:44","date_gmt":"2010-05-13T09:06:44","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2010\/05\/13\/saunier-8578598\/"},"modified":"2010-05-13T09:06:44","modified_gmt":"2010-05-13T09:06:44","slug":"saunier-8578598","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2010\/05\/13\/saunier-8578598\/","title":{"rendered":"Saunier&#8216; mir! (4)"},"content":{"rendered":"<p>Freundin T. war das Grauwetter leid und verf\u00fcgte, es w\u00e4re mal wieder Zeit f\u00fcr die Sauna.<\/p>\n<p>Eigentlich muss sie da nicht gro\u00dfartig verf\u00fcgen, weil ich mich ja sowieso jedes Mal freue, wenn sie mal Zeit f\u00fcr sowas und mich hat. Aber wenn sie gern ein bisschen verf\u00fcgen m\u00f6chte, dann lass&#8216; ich sie nat\u00fcrlich. \u00dcbrigens kann sie nicht nur prima verf\u00fcgen, sondern sogar auch verfugen! Selbst gesehen habe ich das! Allerdings ist das eine ganz andere Geschichte&#8230;<\/p>\n<p> Also, wir sind ins Warme. Herrlich, sich auszupellen und dann schummerbeleuchtet aufs Schwitzen zu warten! Wo macht man das schon sonst? (Naja. Jetzt f\u00e4llt mir vielleicht doch noch ein weiteres Szenario ein&#8230;) Und endlich mal warme F\u00fc\u00dfe! Hach. Und au\u00dfer- dem diesmal netterweise lauter schwatzhafte Herren um uns (um das Gl\u00fcck komplett zu machen, dabei auch noch ausschlie\u00dflich mit sich selbst besch\u00e4ftigte) sodass wir diesmal einen Freibrief zum Schnattern haben. Also schnattern wir. \u00dcber den Job, wer was wann weshalb zu wem gesagt hat, ob man wirklich gern etwas trinken m\u00f6chte, das &#8222;Antioxi- dant&#8220; hei\u00dft und dar\u00fcber, dass es hier aber mal ganz sch\u00f6n warm ist.<\/p>\n<p> Nach zwei G\u00e4ngen mit anschlie\u00dfender geh\u00f6riger Abschreckung (sicherlich kann man mir jetzt ganz leicht die Schale abpellen, aber zum Gl\u00fcck gibt es niemanden, der so eine Un- geheuerlichkeit auch nur and\u00e4chte) und nachgeschobenem Nickerchen am Kamin gehen wir ins Bistro. Freundin T. meint dann, kaum dass wir sitzen, wir m\u00fcssten wohl noch ein bisschen &#8222;abschwitzen&#8220; und ich erkl\u00e4re ihr (erkl\u00e4ren, ja das tut sie gern), dass das bei Pferden so hei\u00dft: Abschwitzen. Bei Rennpferden z.B. Die w\u00fcrden meines Wissen sogar nach dem Lauf abgerakelt, wenn es sein muss. Freundin T. am\u00fcsiert die Vorstellung, wir seien Pferdchen, die quietschend abgezogen werden, da kommt auch schon der Kellner angetrabt, er bringt mein Malzbier.<\/p>\n<p><em>&#8222;Wenn das jetzt auch noch kalt ist, drehe ich geradewegs durch!&#8220;<\/em> behaupte ich. Immerhin kann man es durchaus als k\u00fchl bezeichnen und T. bietet gleich an, mich sp\u00e4ter in die n\u00e4chste Pferdepsychiatrie zu fahren. Leider haben wir auf dem Weg zum Saunabad aber blo\u00df eine Kleintierpraxis gesehen und sind nicht sicher, ob die uns nehmen. <em>&#8222;Wieso?&#8220;<\/em>, f\u00fchrt T. an, <em>&#8222;Fr\u00fcher diese Urpferdchen, die waren doch auch nur so gro\u00df wie Hunde!&#8220; &#8211; &#8222;Ja, aber da waren die Hunde bestimmt noch gr\u00f6\u00dfer, so Stockma\u00df von 2 m, bestimmt!&#8220; &#8211; &#8222;Hm, hm.&#8220;<\/em><\/p>\n<p> Jetzt kommt das Essen. Meinen Salat mit Spargel hat man mit einem besonderen Ph\u00e4no- men bedacht: Spargel, der ab-so-lut geschmacksneutral ist. Ich meine, Spargel hat ja normalerweise <em>schon<\/em> einen eigenen Geschmack. Aber der hier ist ganz sicher eine teure Spezialz\u00fcchtung f\u00fcr Leute, die keinen Spargel m\u00f6gen, und schmeckt nicht mal nach Lei- tungswasser. &#8211; Irre! Das versprochene B\u00e4rlauchbaguette ist daf\u00fcr ein K\u00fcrbiskernbrot, aber kleine Pferdchen m\u00fcssen wohl auch irgendwann mal lernen, dass sie nicht einfach immer so alles bekommen k\u00f6nnen, was sie wollen. Und wenn es <em>noch<\/em> so auf der Karte steht!<\/p>\n<p>Dennoch sind wir echt vollgefuttert, als wir uns zum dritten Gang aufmachen. Eigentlich gehen wir ja blo\u00df in die Sauna, weil der Ruheraum mit Kaminfeuer im gro\u00dfen Holzhaus so sch\u00f6n ist. Mal ehrlich gesagt. Wir liegen da also gem\u00fctlich (nachdem T. wieder ungef\u00e4hr zwanzig Minuten gebraucht hat, sich ihrer inneren Vorschrift gem\u00e4\u00df in die Decken einzu- wickeln), haben sogar den Ruheraum f\u00fcr uns allein (k\u00f6nnen also schwatzen), als unser Lieblingssaunameister M. reinkommt. Gerade rege ich mich so sch\u00f6n dar\u00fcber auf, dass es in der Stadt nur noch so &#8222;Kunstlederjackensch&#8230;&#8220; gibt, als er (wieder mal echt gut aussehend) fragt, ob er f\u00fcr uns denn noch mal einen neuen Scheit aufs Feuerchen legen soll. <em>&#8222;Ach, das w\u00e4re aber reizend!&#8220; <\/em>fl\u00f6te ich. Da bringt er gleich zwei und hampelt direkt vor uns mit seinem Geschirrtuchl\u00e4ppchen rum, das seine Arbeitskleidung darstellt. Muss wohl offensichtlich sein, dass wir uns bannich wohl f\u00fchlen, denn er meint:<em> &#8222;Und jetzt noch ein Gl\u00e4schen Rotwein, was?&#8220; &#8211; &#8222;Au ja. Und Schnittchen! Mit Wurst und Ei.&#8220; &#8211; &#8222;Und am besten noch ein Schnittchen, dass die Schnittchen serviert?&#8220; &#8211; &#8222;Gern. Nix dagegen!&#8220; <\/em><\/p>\n<p>M. verschwindet und wir \u00fcberlegen direkt, ob man eine spezielle Ausbildung braucht, um solche Geschirrt\u00fccher tragen zu d\u00fcrfen.<em> &#8222;Koch, bestimmt.&#8220; &#8211; &#8222;Meinste?&#8220; &#8211; &#8222;Also, wenn er gut ist, kommt er in f\u00fcnf Minuten mit zwei Gl\u00e4sern Rotwein wieder.&#8220; &#8211; &#8222;Aber blo\u00df keine Schnittchen, ich <strong>kann<\/strong> nix mehr essen!&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Nach sechs Minuten stehen wir dann aber auf und gehen gut gelaunt kichernd allm\u00e4hlich den sch\u00f6nen Abend beschlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freundin T. war das Grauwetter leid und verf\u00fcgte, es w\u00e4re mal wieder Zeit f\u00fcr die Sauna. 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