{"id":7646495,"date":"2009-12-27T09:41:01","date_gmt":"2009-12-27T09:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/12\/27\/sturm-wasserkasten-7646495\/"},"modified":"2009-12-27T09:41:01","modified_gmt":"2009-12-27T09:41:01","slug":"sturm-wasserkasten-7646495","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/12\/27\/sturm-wasserkasten-7646495\/","title":{"rendered":"Sturm im Wasserkasten."},"content":{"rendered":"<p>Ich bin w\u00fctend heute.<\/p>\n<p>Bin schon so aufgewacht, da ragte lauter sperriges Zeug in mich rein. Hat sich wohl in den letzten drei stillen Tagen so eingefunden. Zusammenhanglos, aber nur auf den ersten Blick.<\/p>\n<p>Ich sollte lieb sein. <em>Lieb<\/em>, nicht w\u00fctend. (Man sollte besser schnell rennen, wenn einem als gr\u00f6\u00dftes Schild das Schild &#8222;lieb!&#8220; umgeh\u00e4ngt wird, es verdammt zur Erf\u00fcllung und l\u00e4sst kaum anderes zu.) M\u00e4nnliche Wut ist <em>m\u00e4nnlich<\/em>. Eine w\u00fctende Frau ist <em>hysterisch<\/em>, eine <em>Furie<\/em>. Ein Widerspruch. Unangenehm und \u00fcbrigens auch sehr unsexy. Vor w\u00fctenden Frauen zieht man sich zur\u00fcck, man l\u00e4sst sie allein, damit sie sich <em>beruhigen<\/em> k\u00f6nnen. Man l\u00e4sst sie allein, bis sie ihre Sanftheit und Nachgiebigkeit wiedergefunden haben, wieder liebenswert sind, dann d\u00fcrfen sie auch zur\u00fcck an den Abendbrottisch.(Schlechte Emotionen sind doch im Grunde nichts anderes als h\u00e4ssliche Eigenschaften. Die kann man geduldig wegerziehen, wirst sehen. Entweder Hunger haben oder lieb sein. &#8211; Du kannst doch jederzeit selbst entscheiden!)<\/p>\n<p>Ich habe mal aufgeschnappt, dass Wut Trauer ist, die sich aufstaut und irgendwann Bahn bricht. Trauer l\u00e4sst sich noch handhaben, traurig d\u00fcrfen Frauen sein. Wenn es nicht zuviel Trauer ist, kann man versuchen, zu tr\u00f6sten und bekommt selbst irgendwo Punkte daf\u00fcr. Wut aber ist Privatsache, wie Ausschlag. &#8211; Wie unangenehm, hoffentlich geht es Dir bald besser!<\/p>\n<p>Ich bin w\u00fctend \u00fcber die vielen kleinen Entt\u00e4uschungen*, die sich monatelang zu einem Berg aufstapeln, dass ich kaum noch dr\u00fcberkomme. Wenn ich es ab und zu schaffe, darf ich diesem Berg aber immerhin den Buckel runterrutschen!<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 9px;\">* Und ich hasse die arrogante M\u00e4r der sogenannten &#8222;heilsamen, achso gesunden Ent-T\u00e4uschung&#8220;. Davon sprechen nur Menschen, die in anderen Menschen Erwartungen erwecken und diese sp\u00e4ter k\u00fchl, mit spitzen Fingern, wie l\u00e4stige Fussel wieder entfernen m\u00f6chten. Bewusste Entt\u00e4uschung ist nicht einfach bl\u00f6des Wortspiel, sondern verletzend.<\/span><span style=\"font-size: 9px;\"> Und ich bin nicht unausgereift, wenn ich mich nicht verletzen lassen m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<p>Ich bin w\u00fctend auf mich, wenn ich mir mit F\u00fcrsorglichkeit und verborgener Ersch\u00f6pfung versuche, ein bisschen dringend ben\u00f6tigte Zuwendung zukommen lassen, obwohl ich eigentlich grade gar nicht mehr kann. Ich bin w\u00fctend auf mich, wenn ich versuche, mich da anzulehnen, wo nichts ist und ins Leere kippe, falls nicht jemand schnell ein rettendes Kissen dazwischen schiebt. Ich bin w\u00fctend, wenn ich mir den Mund, die Stimme fremd- verstummen lasse. Wenn ich mich zu etwas Bequemem, leicht Verschiebbarem machen lasse. Ich bin w\u00fctend, wenn ich mich f\u00fchle wie etwas, dem man sich besser nicht n\u00e4hern sollte. Wie ein Abgrund. Oder eine Gef\u00e4ngnist\u00fcr. Ich bin das alles nicht.<\/p>\n<p>Ich bin blo\u00df manchmal w\u00fctend. Und heute schluck&#8216; ich das mal nicht weg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin w\u00fctend heute. Bin schon so aufgewacht, da ragte lauter sperriges Zeug in mich rein. Hat sich wohl in den letzten drei stillen Tagen so eingefunden. Zusammenhanglos, aber nur auf den ersten Blick. Ich sollte lieb sein. Lieb, nicht w\u00fctend. 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