{"id":7458823,"date":"2009-11-25T19:30:09","date_gmt":"2009-11-25T19:30:09","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/11\/25\/erstmal-nachmachen-doppelrespekt-s-gegangenwerden-7458823\/"},"modified":"2009-11-25T19:30:09","modified_gmt":"2009-11-25T19:30:09","slug":"erstmal-nachmachen-doppelrespekt-s-gegangenwerden-7458823","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/11\/25\/erstmal-nachmachen-doppelrespekt-s-gegangenwerden-7458823\/","title":{"rendered":"Das muss auch erstmal einer nachmachen: Doppelrespekt f\u00fcr&#8217;s Gegangenwerden."},"content":{"rendered":"<p>Heute also wieder Arbeit. N\u00fctzt ja nix. Muss ja. Und sonst so.<\/p>\n<p> Als ich ankomme, guckt mich die doofe Kollegin mit gro\u00dfen Pl\u00fcschiaugen an und meint, ich solle gegen zehn mal zum Chef reinschauen.<em> &#8222;Zum Alten?&#8220;<\/em>, frage ich. &#8211; <em> &#8222;Mhm.&#8220;<\/em>, mehr kriegt sie nicht raus. &#8211; <em> &#8222;Och, ich wei\u00df schon, was der will&#8230; Dann geh&#8216; ich mal gleich, nech?&#8220;,<\/em> sage ich, und denke aber: <em>&#8230;bevor ich mir dieses Leidensbild hier noch l\u00e4nger angucken muss. <\/em><\/p>\n<p>Ist doch wahr.<\/p>\n<p> Dr\u00fcben bietet man mir Tee an, aber ich verzichte wegen Magenmalesche und gucke m\u00f6g- lichst aufgeweckt, aber nicht, zu.<\/p>\n<p> Erstmal h\u00f6fliches Geplauder: <em>&#8222;Wieder gesund?&#8220; &#8211; &#8222;Fast. Arbeitsf\u00e4hig.&#8220; <\/em><\/p>\n<p> Der Alte legt los: Jaaaa, man h\u00e4tte sich ja schon vor einer Weile beraten, wie es denn mit unserer Abteilung&#8230; &#8230;Krise&#8230; &#8230;jetzt mal ehrlich&#8230; &#8230;Sparenm\u00fcssen&#8230; &#8230;brummbrumm&#8230; &#8230;etwas verkalkuliert&#8230; &#8230;schlie\u00dflich sei es ja kein Gastrokonzept&#8230;  &#8230;herumherum&#8230; &#8230;schrummschrumm&#8230; &#8230;er als Arbeitgeber&#8230; &#8230;nicht pers\u00f6nlich nehmen&#8230; &#8230;vom Wirt- schaftlichen her gesehen&#8230; &#8230;fr\u00fcher&#8230; &#8230;leiderleider&#8230;- <strong>kein neuer Vertrag im Februar<\/strong>.<\/p>\n<p> Da werde ich wieder wach und versichere, dass ich, da ich ja pfiffig sei, mir das alles auch schon zusammengereimt h\u00e4tte, es vom Kaufm\u00e4nnischen her sogar verstehen k\u00f6n- ne, es selbstverst\u00e4ndlich <em>nicht<\/em> pers\u00f6nlich n\u00e4hme, da ich w\u00fcsste, dass man mit mir vollauf zufrieden sei. Und ich w\u00fcrd&#8216; schon was finden, weil ich ja schlie\u00dflich &#8217;ne patente Person sei.<\/p>\n<p> Der Alte un\u00fcbersehbar \u00fcberrascht, aber angetan. Ich sei ihm durchaus auch als pfiffig aufgefallen, sogar eigentlich <em>zu pfiffig<\/em> f\u00fcr diese Position. (Abwinken meinerseits: <em>&#8222;Hat mich aber nicht weiter gest\u00f6rt.&#8220;<\/em>) Er sei mit mir, im Gegensatz zu meinen Vorg\u00e4ngerinnen, wirklich sehr zufrieden, da g\u00e4b&#8217;s kein Vertun. (Einwurf meinerseits:<em> &#8222;Dann freu&#8216; ich mich schon auf ein sch\u00f6nes Arbeitszeugnis!&#8220;<\/em>) Dann noch&#8217;n b\u00fcschen Gepl\u00e4nkel, wirklich sehr schade, aber so sei es nun mal, da kann man nichts&#8230; er f\u00fchre solche Gespr\u00e4che \u00fcbri- gens h\u00f6chst ungern, denn man wisse ja nie, ob das Gegen\u00fcber nicht pl\u00f6tzlich weinend rauslaufe und so. Ich:<em> &#8222;Och, ich bin ja froh, dass das nu&#8216; alles raus ist, sonst h\u00e4tte ich hier bald mal angefragt. Ich hab&#8216; lieber, wenn man offen sagt, was Ambach ist und die Leber rausr\u00fcckt&#8220;<\/em> (oder so \u00e4hnlich).<\/p>\n<p>Also tats\u00e4chlich Erleichterung und irgendwie Augenh\u00f6he auf beiden Seiten des Tisches und dann noch viel Gl\u00fcck und, na, zwei Monate sind&#8217;s ja noch und dennwollwamalwieder.<\/p>\n<p> Ich gut gelaunt wieder r\u00fcber in &#8222;unser&#8220; Geb\u00e4ude. Und der Kollegin Augen&#8230;, man glaubt&#8217;s beinahe nicht, sind fast <em>noch<\/em> pl\u00fcschiger geworden. (Kann man denn Belladonnatropfen noch immer frei in Apotheken kriegen?) <\/p>\n<p> Ich sollte nun also mal kr\u00e4ftig was vorleiden, wollte aber nicht, weil tats\u00e4chlich eher gute Laune. Angeblich wisse sie die ganze Sache auch erst seit Montag. (Klar, deswegen soll ich ihr seit zwei Wochen schon dauernd zeigen, wie sie mit dem Computer auch mal allein klar kommt. Daf\u00fcr hat sie sich im letzten Dreivierteljahr ansonsten ungef\u00e4hr 3&#8217;n&#8217;halb Minuten lang interessiert.) Ewig lang nervt sie mich, sie werde mich <em>sooo<\/em> vermissen! (<em>&#8222;Mhm.&#8220;<\/em>) Was sie denn alleine dann hier&#8230;! (<em>&#8222;Mhm.&#8220;<\/em>) Es sei doch so eine<em> irre gute Zeit <\/em>gewesen! (<em>&#8222;Mhm.&#8220;<\/em>) Es t\u00e4te ihr so <em>wahnsinnig<\/em> leid! (<em>&#8222;Jup.&#8220;<\/em>)<\/p>\n<p> Nach zwei Stunden hatte ich es endlich geschafft, sie auf&#8217;s Wetter und auf eine Fernseh- sendung mit Ina M\u00fcller umzuschwenken. (Die ich allerdings gar nicht gesehen habe. Aber sie schon. Also, die Kollegin. Frau M\u00fcller sicher sp\u00e4ter auch noch mal.) Das war aber fast ebenso unangenehm wie das K\u00fcndigungsgeschwafel, weil die Kollegin eine mittelbe- r\u00fchmte S\u00e4ngerin, die wohl da mit aufgetreten ist, fortw\u00e4hrend als &#8222;Yvonne Knatterfeld&#8220; titulierte und sowas kann ich nicht leiden, wenn jemand \u00fcber 10 ist. Zum Gl\u00fcck klingelte auch noch ab und zu das Telefon.<\/p>\n<p> Sp\u00e4ter, als die Kollegin schon weg war, kam dann auch noch mal der j\u00fcngere Chef r\u00fcber, um noch mal nach mir zu sehen. Das fand ich sehr nett, muss ich sagen. F\u00fcr einen Chef kann ich ihn n\u00e4mlich gut leiden, weil man mit ihm ganz burschikos reden kann, ohne dass er sich herabgesetzt f\u00fchlt. Au\u00dferdem hatte ich schon im Sommer mitgekriegt, dass er mich offenbar auch sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p> Er war jedenfalls genauso \u00fcberrascht, dass ich alles so mit Fassung trage. Die Frage, was ich denn sonst machen soll, beantwortete er blo\u00df mit &#8222;Naja!&#8220;  Und dann erkl\u00e4rte er mir auch noch mal den ganzen Sums von weiter oben, dass er mit mir total zufrieden sei, er h\u00e4tte auch \u00fcberlegt, ob man mich nicht woanders und so&#8230; Und ich bek\u00e4me aber ein tolles Zeugnis! Ich war schon knapp davor, ihn zu tr\u00f6sten, konnte mich aber gerade noch zusammennehmen.<\/p>\n<p> Am sch\u00f6nsten war aber, als er sagte, man s\u00e4he im \u00dcbrigen in der Gesch\u00e4ftsleitung sehr genau, dass die Kollegin ohne mich sicher ordentlich ins Eiern kommen wird. Computer- m\u00e4\u00dfig wisse sie ja recht wenig Bescheid, und vom Organisatorischen her ahne man auch reichlich, was ich da in letzter Zeit alles aufgefangen h\u00e4tte. Er habe lange auch \u00fcberlegt, ob man mich in eine andere Abteilung (ich pass&#8216; aber in keine andere Abteilung), oder aber <em>mich<\/em> lieber behalten und sie&#8230; <em>&#8222;Gott bewahre!&#8220;<\/em>, rufe ich schnell, <em>&#8222;Das hatte ich ja nun schon l\u00e4nger mal gesagt, dass ich das gar nicht so gerne h\u00e4tte.&#8220;<\/em> (Deren beknackten Job m\u00f6chte ich n\u00e4mlich nicht geschenkt und wenn sie mir b\u00fcndelweise Euroscheine hin- terher werfen!) Aber falls mal was Passenderes frei w\u00fcrde, k\u00f6nnten sie mich gern anrufen. Er: <em>&#8222;Das sowieso!&#8220;<\/em><\/p>\n<p> Jedenfalls, auch dieses Gespr\u00e4ch endete mit Erleichterung dar\u00fcber, dass nun alles offen gesagt und keiner sauer ist und man \u00fcbereinkommt, die letzten zwei Monate noch wie gehabt und anst\u00e4ndig rumzukriegen.<\/p>\n<p> Und ich glaube fast, beide Chefs haben hinterher heimlich gedacht: Die Frau G., die hat so K\u00f6rperteile, die man bei Damen normalerweise eher nicht findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute also wieder Arbeit. N\u00fctzt ja nix. Muss ja. Und sonst so. Als ich ankomme, guckt mich die doofe Kollegin mit gro\u00dfen Pl\u00fcschiaugen an und meint, ich solle gegen zehn mal zum Chef reinschauen. &#8222;Zum Alten?&#8220;, frage ich. &#8211; &#8222;Mhm.&#8220;, mehr kriegt sie nicht raus. &#8211; &#8222;Och, ich wei\u00df schon, was der will&#8230; Dann geh&#8216; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false},"categories":[1],"tags":[49,2],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p6SDtE-vinB","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7458823"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7458823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7458823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7458823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7458823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7458823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}