{"id":7062804,"date":"2009-09-29T14:13:52","date_gmt":"2009-09-29T14:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/09\/29\/weisse-hosen-schneller-dreckig-7062804\/"},"modified":"2009-09-29T14:13:52","modified_gmt":"2009-09-29T14:13:52","slug":"weisse-hosen-schneller-dreckig-7062804","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/09\/29\/weisse-hosen-schneller-dreckig-7062804\/","title":{"rendered":"Nix als Behauptungen: Wei\u00dfe Hosen werden schneller dreckig"},"content":{"rendered":"<p>Vorgestern abend am Bahnhof tummelten sich drei Jugendliche. Zwei von ihnen wohl mit migrant\u00f6sem Hintergrund. (&#8222;Migrantenhintergrund&#8220; ist, das wei\u00df ich genau, wenn hinter einem ein eingewandertes Plakat oder ein Plakat mit Eingewanderten aufgeh\u00e4ngt ist.) Der dritte kann vom Anschein her gut mit inl\u00e4ndischem Stammbaum \u00fcber mehrere Generation ausgestattet gewesen sein (das wei\u00df ich jetzt nicht so genau, den Stammbaum f\u00fchrt man ja normalerweise nicht bei sich, und ich h\u00e4tte mich auch schwer geh\u00fctet, ihn danach zu fragen), sprach aber merkw\u00fcrdigerweise genau so wie die beiden vermutlich t\u00fcrkisch- st\u00e4mmigen Jungs.<\/p>\n<p>N\u00e4mlich so, dass jede Silbe so dumpf hingespuckt wird und am Satzanfang und Satzen- de jeweils &#8222;Alter!&#8220; gebr\u00fcllt wird. (Das nennt man Interpunktion, das wei\u00df ich ebenfalls genau.) Wenn das mit dem &#8222;Alten&#8220; vorne und hinten nicht w\u00e4re, k\u00f6nnte man das Gespro- chene auch f\u00fcr eine merkw\u00fcrdige Art von Husten halten (bei Husten gibt&#8217;s ja, soweit ich das wei\u00df, auch keinen anst\u00e4ndigen Satzbau), und es erstaunt mich immer wieder, dass das anscheinend die aktuelle Jugendsprache sein soll, die sich eben nicht an Jugend- fachausdr\u00fccken festmacht, sondern an Tonfall und Schlichtheit, und viele so reden, als w\u00e4ren sie mit der Sprache erst vor ein paar Monaten zum ersten Mal in Ber\u00fchrung gekommen.<\/p>\n<p>Ehrlich gesagt, macht mir das schon ein bisschen Sorgen, denn wer seine Gedanken nur schwer in Worte gefasst bekommt, dessen arme Gedanken m\u00fcssen sich doch irgend- wann ziemlich eingesperrt vorkommen und dann anfangen, gegen ihren Besitzer zu rebellieren. Aber vielleicht bin ich auch im Irrtum und Brockensprache reicht v\u00f6llig aus, um damit gut durchs Leben zu gondeln.<\/p>\n<p> Mitzuteilen hatte man  jedenfalls sich  und den Umstehenden, dass &#8222;wei\u00dfe Hosen ja echt cool&#8220; sind, aber &#8222;schei\u00dfe voll schnell dreckich werden&#8220;.<\/p>\n<p>Mich am\u00fcsierte das ein bisschen, denn ich wusste es schlie\u00dflich besser.<\/p>\n<p> Wei\u00dfe Hosen werden n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht schneller dreckig als andere! Es sei denn, es sind zuf\u00e4lig auch noch Arbeitshosen, aber dann liegts eben an der T\u00e4tigkeit. Bei der Arbeit wird man ja allgemein rascher dreckig, als wenn man z.B. nur so rumsitzt oder so. (Und das wei\u00df ich nun wirklich ganz genau!) Beim Rumsitzen ist die Hosenfarbe ziemlich egal.<\/p>\n<p>Ansonsten werden wei\u00dfe Hosen genauso schnell dreckig wie andere, man <em>sieht&#8217;s<\/em> bei den wei\u00dfen nur viel deutlicher. <\/p>\n<p> Und genau deswegen sind sogenannte Arbeitshosen  meistens dunkler, gern blau oder gr\u00fcn. Ausnahme sind nat\u00fcrlich die von Malern, die allerdings auch \u00fcberwiegend wei\u00dfe Farbe verstreichen m\u00fcssen. Und weil die sich dabei genauso einsauen wie -sagenwirmal- Autoschrauber, sind Malerhosen eben wei\u00df. Die sind nach getaner Arbeit quasi ebenfalls dreckig, aber man sieht&#8217;s nicht gleich so&#8230; Daraus leitet sich ab: Wer Hosen tr\u00e4gt, muss sich eben den farblich passenden Schmutz dazu suchen. Im Vorteil ist klar, wer vielfarbig gemusterte Hosen tr\u00e4gt, der hat dann die gr\u00f6\u00dfere Auswahl. Alles blo\u00df &#8217;ne Sache von K\u00f6pfchen.<\/p>\n<p> Ich trag ja \u00fcbrigens gern Jeans, weil man die l\u00e4nger als einen Tag anziehen kann, wenn man nicht so bl\u00f6d ist, darin als Maler arbeiten zu wollen. Ein Fehlschlu\u00df w\u00e4re es jetzt allerdings, zu glauben, ich h\u00e4tte es den ganzen Tag mit blauem Dreck zu tun.<\/p>\n<p> Das alles habe ich den drei jungen Herren aber lieber nicht auseinandergesetzt, denn erstens hatte ich vorgestern zuf\u00e4llig eine wei\u00dfe Hose mit einem deutlich sichtbaren Fleck (von Arbeiten!) an und zweitens kam mein Zug und ich wollte da rein, w\u00e4hrend die sich lieber am Bahnhof weitertummeln wollten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorgestern abend am Bahnhof tummelten sich drei Jugendliche. Zwei von ihnen wohl mit migrant\u00f6sem Hintergrund. 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