{"id":6728040,"date":"2009-08-15T08:00:45","date_gmt":"2009-08-15T08:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/08\/15\/gesagt-wegen-datt-gespraech-donnerstag-6728040\/"},"modified":"2009-08-15T08:00:45","modified_gmt":"2009-08-15T08:00:45","slug":"gesagt-wegen-datt-gespraech-donnerstag-6728040","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/08\/15\/gesagt-wegen-datt-gespraech-donnerstag-6728040\/","title":{"rendered":"Also, wie gesagt: Wegen datt Gespr\u00e4ch am Donnerstag."},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\">Donnerstag. Kollegin hat zum Gl\u00fcck frei und kann mich nicht aus der Spur bringen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Vormittags noch eine dicke Messebesprechung mit der Gesch\u00e4ftsleitung und mein Kopf war voll mit den ganzen demn\u00e4chst zu erledigenden Dingen (ich hab so \u0092ne Messe ja noch nie mitgemacht, soll da aber ganz viel organisieren). Ich sollte mich f\u00fcr \u0084unser\u0093 Gespr\u00e4ch melden, sobald ich dann das Festgelegte ins Reine geschrieben h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Mein armes Herz hat ganz ordentlich gebollert, muss ich sagen. Aber: ich wollte das so und dann gibt\u0092s nur einen Weg; &#8211; durch.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich konnte ja \u00fcberhaupt nicht einsch\u00e4tzen, was die Chefin nun schon wusste oder we- nigstens ahnte. Ich glaub\u0092, das mit dem Ahnen fing dann in dem Moment an, als ich meine Zettel rausgelegt habe, auf die ich mir die wichtigsten Punkte in einer Art \u0084g\u00fcns- tiger-Gespr\u00e4chs-Ablaufplan\u0093 ausgedruckt hatte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Zuerst habe ich nat\u00fcrlich erz\u00e4hlt, wie ich meinen Einstieg vor 6 Monaten so empfunden habe, wie ich mich auf mein neues Aufgabenfeld gefreut hatte und wie passend ich die Anforderungen f\u00fcr mich fand und auch immer noch finde. Dass mir die Arbeit oft richtig viel Spa\u00df macht, wenn es gut l\u00e4uft. Aber auch, welcher Druck da gleich auf mir lag, weil meine drei Vorg\u00e4ngerinnen alle nur kurz da gewesen waren und es offenbar nicht hinge- kriegt hatten. Ich hatte ja den Eindruck, nun <em>endlich<\/em> alles zum Guten wenden zu m\u00fcssen und <em>blo\u00df<\/em> keinen Fehler machen zu d\u00fcrfen, wenn ich da \u00fcberhaupt eine Chance haben wollte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Da guckte sie schon, als w\u00e4re ihr das gar nicht so richtig klar gewesen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Also erz\u00e4hlte ich weiter, dass ich anfing, mich irgendwann zu wundern, warum die anf\u00e4ng- liche (und ja auch ganz normale) abendliche Einarbeitungsphasen-Ersch\u00f6pfung gar nicht aufh\u00f6rte und ich schon heftige Selbstzweifel bekam, ob ich vielleicht nix mehr vom Teller ziehe. Zum Gl\u00fcck konnte ich diese Zweifel im Freundeskreis\/ehemaligen Kollegenkreis diskutieren und mir immer wieder sagen lassen: <em>\u0084H\u00f6mma, das kann nicht an dir liegen! Wir kennen dich flei\u00dfig, strukturiert, fix, verantwortungsbewusst und \u00fcberblickend. Das muss ja ein Hammerjob sein, wenn der Dich so k.o. macht!\u0093<\/em> Irgendwann hab\u0092 ich das zum Gl\u00fcck auch glauben k\u00f6nnen und wurde da etwas lockerer.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich fing an, mir zu sagen: Wenn <em>ich<\/em> den Job nicht schaffe, dann sonst <em>auch<\/em> niemand! Und trotz dieser Erkenntnis f\u00fchle ich immer noch st\u00e4ndig so ausgepowert, dass ich schon gar kein richtiges Privatleben mehr habe.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Darauf fragte die Chefin nach meinen \u00dcberstunden, aber ich mache halt nicht so beson- ders viele. Das liegt n\u00e4mlich daran, dass ich stattdessen einfach immer <em>schneller<\/em> werde, bis ich irgendwann nicht mehr kann. Ich bin wohl eher ein Sprinter als ein Marathonl\u00e4ufer. Und bei der Arbeit laufe ich inzwischen Marathon, nur eben im Sprinttempo. (Ich hab\u0092 mich auch schon \u00f6fter mit einer Flipperkugel verglichen.)<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Da wurde sie jetzt aber schon hellh\u00f6rig. Es ist bekannt, dass bei uns viel zu tun ist, weil die Aufgaben komplex sind, aber so&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich also weiter: ich w\u00fcrde es unheimlich bedauern, dass ich eigentlich kaum dazu k\u00e4me, so strukturiert und klar zu arbeiten, wie ich es bevorzuge, weil das t\u00e4gliche Chaos immer im Weg w\u00e4r\u0092. Dass die Grundlagen zwar mal geschaffen worden seien (n\u00e4mlich von ihr selbst), aber man kaum dazu k\u00e4me, was zu aktualisieren oder weiterzuentwickeln oder einfach mal in Ruhe was auszuarbeiten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Und dass man nat\u00fcrlich auf die Anfragen von Au\u00dfen viel effizienter reagieren k\u00f6nnte, wenn denn die Basis stimmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Und da waren wir beim Knackpunkt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Ich musste nun raus mit der Sprache, eierte erstmal rum mit \u0084unterschiedlichen Arbeits- stilen\u0093, die ja o.k. w\u00e4ren, wenn man sich gegenseitig l\u00e4sst. Schlie\u00dflich kenne ich das aus der Graphik (die Einen konzentrieren sich sofort und geordnet, die Anderen brauchen erst den \u0084Kurz-vor-knapp\u0093-Druck inkl. Chaos; &#8211; beides bringt Ergebnisse). Aber das setze eben auch das ber\u00fchmte Team<em>work <\/em>bzw. Team<em>denken<\/em> voraus&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Jetzt war die Chefin aber ganz wach und fing an, nachzufragen. Sie fiel n\u00e4mlich gerade ein bisschen aus den Wolken, hatte ich den Eindruck. Die Kollegin hatte offensichtlich vor der Gesch\u00e4ftsleitung immer so getan, als sei alles bestens und liefe nur so wie frisch geschmiert. Niemand hatte mitbekommen, dass ich st\u00e4ndig von ihr angefangene Sachen zu Ende bringe oder von ihr in meinen Abl\u00e4ufen unterbrochen werde. Ich mag es ja nun echt gar nicht, zu &#8222;petzen&#8220; und das merkt man mir hoffentlich auch an. Aber hier mussten ein paar Dinge einfach mal auf den Tisch, nachdem direkte Gespr\u00e4che mit der Kollegin ja bisher nichts einbringen. Also versuchte ich, den Schaden wenigstens klein zu halten und gab ein paar Beispiele an.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Auf die Wirkung musste ich nicht lange warten. Langgezogene <em>\u0084Ahaa\u0093s<\/em> und <em>\u0084Okeeeh\u0093s<\/em>&#8230; <br \/>Sie gab nach einer Luftholpause bereitwillig zu, dass sie \u00fcberrascht war (das sah man aber auch) und bedankte sich bei mir daf\u00fcr, dass ich so offen und klar auf sie zugekom- men war. Sie sei mit meiner Leistung im \u00dcbrigen sehr zufrieden und wolle auch gern, dass ich da l\u00e4nger bliebe.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Zum Gl\u00fcck hatte ich auch direkt ein paar L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge parat, die waren jetzt nat\u00fcr- lich hochwillkommen. Ganz einfache Sachen, wie: Einmal die Woche eine Besprechung, in der die Kollegin und ich uns mal austauschen \u00fcber bevorstehende Aufgaben. Oder einen festen halben Wochentag f\u00fcr\u0092s B\u00fcro. Oder dass jeder seine Aufgaben von Anfang bis Ende auch selbst erledigt. Sowas. Eigentlich Pipikram, das war uns beiden klar. Aber wenn es sogar daran fehlt&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Abschlie\u00dfend hat sie mich gefragt, ob sie mit der Kollegin denn nun mal allein reden solle oder ob es mir lieber sei, wenn wir Drei uns mal zusammensetzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><em>\u0084Ehrlich gesagt, mir w\u00e4re am liebsten, wenn ich jetzt mit ihrem Segen mal versuche, meine Vorschl\u00e4ge mit der Kollegin umzusetzen. Sie will ja sowieso auch mehr Wochen- stunden arbeiten, vielleicht bringt das ja genau die Entlastung, die n\u00f6tig ist. Ansonsten ging es mir haupts\u00e4chlich darum, mal darzustellen, wie es mir hier so geht und womit ich zurzeit k\u00e4mpfe. Dass das mal gesehen wird. Jetzt bin ich erstmal ganz sch\u00f6n erleichtert, dass sie es so gut aufgenommen haben. Wir k\u00f6nnen ja jetzt erstmal ein bisschen abwarten und gucken, ob es besser wird. Falls nicht, k\u00f6nnten wir uns doch immer noch zusammensetzen.\u0093<\/em><\/p>\n<p>Und genau so machen wir\u0092s auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag. Kollegin hat zum Gl\u00fcck frei und kann mich nicht aus der Spur bringen. Vormittags noch eine dicke Messebesprechung mit der Gesch\u00e4ftsleitung und mein Kopf war voll mit den ganzen demn\u00e4chst zu erledigenden Dingen (ich hab so \u0092ne Messe ja noch nie mitgemacht, soll da aber ganz viel organisieren). 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