{"id":6634585,"date":"2009-08-02T10:28:05","date_gmt":"2009-08-02T10:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/08\/02\/euro-6634585\/"},"modified":"2009-08-02T10:28:05","modified_gmt":"2009-08-02T10:28:05","slug":"euro-6634585","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2009\/08\/02\/euro-6634585\/","title":{"rendered":"Keinen Euro."},"content":{"rendered":"<p>In der Bahn, auf dem Heimweg von der Arbeit in die Stadt.<\/p>\n<p>Neben mir ein junger Mann, vielleicht vier Jahre alt. (Ich bin bei M\u00e4nnern im Altersch\u00e4tzen nicht sonderlich gut, bei Frauen allerdings sogar regelrecht schlecht). Ihm gegen\u00fcber sitzt offenbar sein Wochenend-Papa. (Das merkt man sofort man an der onkelhaft-bem\u00fchten Art, sich mit dem Kind zu unterhalten). Der Vater also irgendwann: &#8222;Dann fahren wir jetzt also auch mal zusammen einkaufen. Hast Du denn auch Geld mitgenommen, einen Euro vielleicht oder so?&#8220; (H\u00f6rt sich f\u00fcr mich an, als wolle er seinen Sohn irgendwie anpumpen.) Das Kind: &#8222;Nein&#8230;&#8220; (Ich \u00fcberlege schon mal, wo mein Portemonnaie steckt, denn als n\u00e4chstes werden vermutlich beide <em>mich<\/em> anpumpen!) Der Vater tut emp\u00f6rt: &#8222;Dann kannst Du ja \u00fcberhaupt nichts f\u00fcr Max kaufen!&#8220; Ich hab nat\u00fcrlich keine Ahnung, wer jetzt Max ist, aber der L\u00fctte \u00fcberlegt ernst und sagt dann entschlossen: &#8222;Dann kaufe ich dem Max was, was <em>keinen<\/em> Euro kostet!&#8220;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu seinem Vater finde ich diesen Plan nicht nur prima, sondern \u00fcberlege gleich, mir das demn\u00e4chst auch mal vorzunehmen und l\u00e4chle dem Jungen freundlich zu.<\/p>\n<p>Der erkl\u00e4rt jetzt, wie breit das imagin\u00e4re Geschenk sein soll: es ragt vom Fenster bis mitten auf meinen Scho\u00df. L\u00e4ngere Arme stehen leider nicht zur Verf\u00fcgung. Der Vater versucht etwas verlegen, seinen Sohn davon abzuhalten, in meinen Luftraum einzudringen, aber mein neuer Freund und ich lassen uns gar nicht st\u00f6ren. Keine Ahnung, woran das liegt, und es tut mir ja auch sogar irgendwie leid, aber M\u00e4nner in Bundfaltenhosen kann ich sowieso nicht ernst nehmen. Ich glaube, das liegt daran, dass diese Hosen so einen runden Popo machen, den ich bei M\u00e4nnern einfach albern finde. Ich sage also, quasi am Vater vorbei, zu dem Kleinen: &#8222;Und vielleicht sooo hoch!?&#8220; und zeige mit der flachen Hand eine Stelle ungef\u00e4hr einen Meter \u00fcber seinem Kopf. &#8222;Ja, so hoch.&#8220; nickt er begeistert, &#8222;und sooo tief!&#8220; Dabei zeigt er einen riesigen Bierbauch, den er sich aber mal lieber erst in fr\u00fchestens 20 Jahren anschaffen sollte. Und Max auch. Im \u00dcbrigen staune ich, dass so ein noch relativ kleines Kind schon Ahnung hat von Breite, H\u00f6he, <em>Tiefe<\/em>. Wenn er so wei- termacht, kann er bald ein 1A Regalbauer werden. Tiefe Regale werden schlie\u00dflich immer gebraucht.<\/p>\n<p>&#8222;Und mit &#8217;ner Schleife?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja, eine ganz bunte. Und eine richtig gro\u00dfe Karte!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Finde ich super. Prima Plan, einverstanden!&#8220; Ich gebe ihm die Hand drauf,\u00a0 w\u00fcnsche viel Spa\u00df beim Einkaufen und stehe auf, weil ich hier raus muss.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 9px;\">Also lieber Max: <br \/>Wenn Du das hier zuf\u00e4llig liest, dann kl\u00e4r uns doch mal bitte auf&#8230; <br \/>&#8211; Was gab&#8217;s denn nun???<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bahn, auf dem Heimweg von der Arbeit in die Stadt. Neben mir ein junger Mann, vielleicht vier Jahre alt. 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