{"id":3206146,"date":"2007-10-28T06:40:51","date_gmt":"2007-10-28T06:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/10\/28\/kuchensofagedanken_am_morgen_teil_6_aufs3206146\/"},"modified":"2007-10-28T06:40:51","modified_gmt":"2007-10-28T06:40:51","slug":"kuchensofagedanken_am_morgen_teil_6_aufs3206146","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/10\/28\/kuchensofagedanken_am_morgen_teil_6_aufs3206146\/","title":{"rendered":"K\u00fcchensofagedanken am Morgen (Teil 6) \u0096 Aufstehen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"#\" title=\"Theobrominenfuesse_Herbstwi\"><img src=\"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/2099155_fdf0e13154_s.jpeg\" alt=\"Theobrominenfuesse_Herbstwi\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" align=\"left\"><\/a><span>Also die Socken mussten jetzt wirklich lang-<br \/>sam mal sein. In den letzten Tagen habe ich das Gef\u00fchl, in einer zugigen H\u00fctte zu leben. Und das, obwohl ich mir nun sogar eine neue Antizugluftrolle gebastelt habe, die jetzt vor meiner T\u00fcr liegt, w\u00e4hrend die ganze kalte Zugluft von drau\u00dfen um die T\u00fcr streicht und schmollt. So ist es schon viel besser. <\/span>        <\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Das Gem\u00fctlich-auf-dem-Sofa-liegen, w\u00e4hrend ich meinen morgendlichen Tee trinke und aus dem Fenster schaue, erinnert mich daran, dass die Menschen ihre Tage sehr unterschiedlich beginnen. Normalerweise trinke ich meinen ersten Tee n\u00e4mlich woanders. Nee, ich gehe <em>nicht <\/em>zum Nachbarn r\u00fcber, weil ich meine h\u00fcbsche K\u00fcche nicht unordentlich machen will&#8230; Der w\u00fcrde mir wom\u00f6glich direkt was auf der Gitarre vorspielen! Schrumschrummschrumm. Nein, ich wache auf, koche mir ein T\u00e4sschen, nehme es mit ins Schlafzimmer und setze mich noch mal ganz gem\u00fctlich f\u00fcr ein Viertelst\u00fcndchen ins Bett, wo ich mich in die Kissen und an das geflochtene Kopfteil des Bettes lehne, die Restw\u00e4rme genie\u00dfe und die Stille im Haus.Vom Bett aus kann ich aus dem Fenster schauen und sehe die Baumkrone der Pappel drau\u00dfen auf der anderen Stra\u00dfenseite. Und Himmel. Und ich h\u00f6re geschw\u00e4tzige V\u00f6gel und manchmal ein frisiertes Mofa, die hier f\u00fcnfmal lauter kreischen, als sie gro\u00df sind. <br \/>Dasselbe gilt \u00fcbrigens f\u00fcr die Schulkinder, die hier morgens die Stra\u00dfe herunter kommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Ich denke meistens an nichts Besonderes, h\u00e4nge vielleicht einem merkw\u00fcrdigen Traum nach, denke daran, was ich so vorhabe. Und wenn der Tee ausgetrunken ist, stehe ich \u201erichtig\u201c auf und verschwinde im Bad. Ich mache das nicht so, weil ich die Inhaltsstoffe des Tees unbedingt zum Aufwachen brauche. Ich bin morgens n\u00e4mlich sofort wach, wenn ich die Augen aufschlage. Sondern, weil mich dieses Ritual einfach gut in den Tag bringt. Es verwischt ein wenig die Grenze zwischen Nacht und Tag, und ich f\u00fchle mich nicht so an- und ausgeknipst. Dann <em>muss<\/em> ich nicht aufstehen, sondern <em>m\u00f6chte<\/em>. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Der Tee ist also wichtig und der erste Schluck ist am sch\u00f6nsten, wenn er hei\u00df die Kehle hinunterrinnt und die W\u00e4rme sich im Magen ausbreitet. Und es soll auch immer meine Lieblingssorte sein, deshalb habe ich bei Besuchen auch immer Teebeutel dabei. Die sind ja zum Gl\u00fcck nicht so schwer, da geht das ganz gut. Gut, dass ich morgens nicht drin-<br \/>gend mit Hanteln trainieren muss oder ein bisschen Riesenrad fahren. Dabei f\u00e4llt mir ein, hier in Hannover gibt\u2019s einen Musiker, der schon lange als \u201eAltstadt-Original\u201c durchgeht. Und in meiner Kellnerinnenzeit gab der manchmal einen Fr\u00fchschoppenauftritt da, wo ich arbeitete. Von damals wei\u00df ich noch, dass er auch immer Teebeutel dabei hatte. Er kam dann an, legte die einzeln auf die Theke und wollte da \u201ehei\u00dfes Wasser drauf\u201c haben. Sicherheitshalber habe ich ihm dann jeweils eine Tasse drumgemacht.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Aber \u00fcber Tee habe ich ja schon geschrieben und heute geht\u2019s ja ums Aufwachen bzw. Aufstehen. Meine Beobachtungen im Umfeld haben ergeben, dass das Aufwachen sehr unterschiedlich verl\u00e4uft. Manche wachen erstmal eine geschlagene Stunde \u00fcberhaupt nicht richtig auf und w\u00e4lzen sich im Halbschlaf herum, bis sie sich endlich hochqu\u00e4len. Manche (wie eine fr\u00fchere Freundin von mir) m\u00fcssen sogar noch vor dem Aufwachen einen Kaffee und eine starke filterlose Zigarette haben. <br \/>Da w\u00fcrde ich \u00fcberhaupt <strong>nie<\/strong> mehr aufstehen! <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Es gibt Leute, die darf man morgens nicht ansprechen, bis sie die Zeitung gelesen haben. In der wiederum scheinen die Worte dann nicht zu st\u00f6ren. Es muss also eher was Ger\u00e4u-<br \/>schen zu tun haben. Wiederum andere machen morgens irre laute Musik an, \u201ezum Auf-<br \/>wachen\u201c, da krieg\u2019 ich nun wieder Zust\u00e4nde.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Von alten Menschen h\u00f6rt man, dass sie senile Bettflucht haben und schon um vier Uhr aufstehen. Und um f\u00fcnfe ist das Fr\u00fchst\u00fccksgeschirr dann schon wieder abgewaschen und ordentlich in die Schr\u00e4nke zur\u00fcckger\u00e4umt. Den Kontrast dazu bilden Leute, die wochen-<br \/>ends bis zw\u00f6lf schlafen k\u00f6nnen. Beides ist mir ein R\u00e4tsel. Also, das Zweite fast noch mehr als das Erste, denn ich bin gerade am Morgen und am Vormittag am muntersten und erledige alles, was wichtig ist. Wenn ich ausgerechnet diese Phase verpasste, k\u00f6nn-<br \/>te ich eigentlich auch gleich liegen bleiben und bis zum n\u00e4chsten Tag durchschlafen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Irgendwo habe ich mal gelesen, diese unterschiedlichen Rhythmen h\u00e4tten was mit der Geburtszeit zu tun. Also, dass man ungef\u00e4hr zu der Uhrzeit aufwacht und auch am mun-<br \/>tersten ist, zu der man auch in die Welt kam. Bei mir k\u00e4me das hin. Vielleicht ist es aber andersrum, und so ein Ungeborenes hat schon l\u00e4ngst seinen kompletten Tagesablauf fertig und klopft dann, wenn es rausm\u00f6chte. Wer wei\u00df.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Ich bin jedenfalls eine Fr\u00fchaufsteherin, genau wie mein Vater. (Also, er ist keine Fr\u00fchauf-<br \/>steher<strong>in<\/strong>, &#8211; das kann man sich ja denken.) Dabei habe ich als Kind wenig mit ihm zu tun gehabt, weil ich bei der Mutter aufwuchs. Erziehung kann es also nicht sein. Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass, w\u00e4hrend ich eine Lerche bin, die meisten Leute wohl Eulen sind. Oder ich habe eben \u00fcberwiegend mit Eulen zu tun gehabt, kann auch sein. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Da ich oft ziemlich ungeduldig bin, stellt mich das manchmal auf eine harte Probe. Man kann sich das so vorstellen, dass ich dann schomma putzmunter, gespr\u00e4chslustig und voller Tatendrang gestiefelt und gespornt an der T\u00fcr stehe, w\u00e4hrend so ein Mitmensch noch verratzt und verpeilt im K\u00fcchenstuhl lehnt, nur Einsilbens\u00e4tze bilden kann, und man m\u00fcsste eigentlich ein St\u00f6ckchen zwischen Kinn und Tischplatte klemmen. Ich brauch\u2019 so ein St\u00f6ckchen eher abends, aber das ist ja ein ganz anderes Thema.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Es ist also oft beiderseits Toleranz und Geduld gefragt, und das schon zu Tagesbeginn!<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Viel sch\u00f6ner ist dann, auf eine Mit-Lerche zu treffen, und morgens am Fr\u00fchst\u00fcckstisch munter zu plaudern, Pl\u00e4ne f\u00fcr den Tag zu machen und sich gegenseitig die Br\u00f6tchen vor der Nase wegzuschnappen. Und die Zeitung, die kann man ja zur Not auch nachmittags noch lesen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">So, der Tee ist ausgetrunken, dann geh&#8216; ich jetzt erstmal Br\u00f6tchen holen.<br \/><span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Also die Socken mussten jetzt wirklich lang-sam mal sein. In den letzten Tagen habe ich das Gef\u00fchl, in einer zugigen H\u00fctte zu leben. 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