{"id":3071649,"date":"2007-10-02T08:23:18","date_gmt":"2007-10-02T08:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/10\/02\/taschenbewohnerin3071649\/"},"modified":"2007-10-02T08:23:18","modified_gmt":"2007-10-02T08:23:18","slug":"taschenbewohnerin3071649","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/10\/02\/taschenbewohnerin3071649\/","title":{"rendered":"Taschenbewohnerin"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\">Ich f\u00fcrchte, nun l\u00e4sst es sich nicht mehr ignorieren: Herbst.<br \/>Das ist die Jahreszeit, die ich am wenigsten mag. K\u00f6nnte man meinetwegen weglassen. Denn nun wird das Licht immer weniger, alles legt sich schlafen und es wird ewig dauern, bis da wieder Leben reinkommt. Das l\u00e4sst mich jedes Jahr durchh\u00e4ngen, mal mehr, mal weniger. Da hilft eigentlich nur noch Lik\u00f6r. Freundin T. z.B. hingegen liebt den Herbst und auch den Winter, und jedes Jahr streiten wir gutm\u00fctig dar\u00fcber, wer von uns Recht hat. Sie mag die bunten Bl\u00e4tter, und auch Schnee findet sie zum Seufzen sch\u00f6n. Ich muss aber doch schlucken, wenn die Bl\u00e4tter fallen und alles so braun und abgestorben aussieht. Und Schnee: na ja, mal so f\u00fcr eine Woche, bitte sehr&#8230; Ach so, und das \u201egem\u00fctliche Teetrin-<br \/>ken\u201c mache ich doch sowieso das ganze Jahr \u00fcber! Zur Not backe ich mir sogar Brat\u00e4pfel im Sommer, w\u00e4hrend es vor Hitze nur so summt&#8230; <\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die sch\u00f6nste Jahreszeit ist jedoch f\u00fcr mich der sp\u00e4tere Fr\u00fchling, wenn es wieder heller wird und schon alles erkennbar gr\u00fcn ist, und ich wei\u00df, das bleibt jetzt auch erstmal so; &#8211; es wird sogar immer besser und \u00fcppiger. \u00dcbrigens hat das rein gar nichts mit den Temperaturen zu tun. Es scheint eher eine Art Familienkrankheit zu sein, denn das V\u00e4terchen in Berlin wird ab Oktober auch immer grummeliger. Mendelsche Herbst-<br \/>depression, quasi.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><a href=\"#\" title=\"Kastanie\"><img src=\"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/2024799_eab76cb896_s.jpeg\" alt=\"Kastanie\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" align=\"right\"><\/a>Also habe ich mir vor Jahren eine Art Ritual entwickelt: <br \/>Die erste Kastanie, die ich im Herbst finde, stecke ich in meine Jackentasche. Sie wandert dann immer mit durch alle Jacken und M\u00e4ntel, dabei wird sie immer schrumpeliger und leichter. Sie erinnert mich daran, dass es irgendwann auch wieder heller und w\u00e4rmer<br \/> und gr\u00fcner werden wird. Ich muss eben Geduld ha-<br \/>ben, dann wird\u2019s schon. <\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Und wenn ich im Fr\u00fchjahr dann endlich die erste gr\u00fc-<br \/>ne Knospe sehe, nehme ich die Kastanie heraus und schleudere sie weg, soweit ich kann. Geschafft. Das mache ich bestimmt schon 10 Jahre so und irgendwie tr\u00f6stet es mich, wenn ich zwischendrin immermal nach <br \/>der Kastanie in meiner Tasche taste und wei\u00df, irgendwann <br \/>kommt wieder der Tag, an dem ich sie durch die Luft sausen lasse. <\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Doch wenigstens ein Gutes haben ja die kalten Jahreszeiten auch: Man hat pl\u00f6tzlich wieder Taschen, in denen sich Portemonnaie, Schl\u00fcssel, Telefon, Taschent\u00fccher, Notizbuch und Bollos verstauen lassen. Und eben eine wartende Kastanie.<br \/>Der Lik\u00f6r steht ja zuhause.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich f\u00fcrchte, nun l\u00e4sst es sich nicht mehr ignorieren: Herbst.Das ist die Jahreszeit, die ich am wenigsten mag. K\u00f6nnte man meinetwegen weglassen. Denn nun wird das Licht immer weniger, alles legt sich schlafen und es wird ewig dauern, bis da wieder Leben reinkommt. Das l\u00e4sst mich jedes Jahr durchh\u00e4ngen, mal mehr, mal weniger. 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