{"id":2719571,"date":"2007-07-29T07:04:11","date_gmt":"2007-07-29T07:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/07\/29\/kuchensofagedanken_am_morgen_service2719571\/"},"modified":"2007-07-29T07:04:11","modified_gmt":"2007-07-29T07:04:11","slug":"kuchensofagedanken_am_morgen_service2719571","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/07\/29\/kuchensofagedanken_am_morgen_service2719571\/","title":{"rendered":"K\u00fcchensofagedanken am Morgen (Teil 3) &#8211; Service"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"#\" title=\"Theobrominenfuesse\"><img src=\"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/1837860_dadbe05ba5_s.jpeg\" alt=\"Theobrominenfuesse\" vspace=\"5\" hspace=\"5\" align=\"left\"><\/a> Gestern hatte ich mal so gar keine Lust. Ich rede mich auf\u0092s Wetter raus, das mal h\u00fc ist, und mal hott. Und wenn das Wetter schon so unentschlossen daher kommt&#8230; Ach, und heute k\u00f6nnte ich auch bestimmt den ganzen Tag hier liegen. Angeregt durch einen von <a href=\"#\">Trithemius\u0092 Abendbummeln<\/a> mache ich mir Gedanken \u00fcber Kellnerinnen. \u00dcber solche, denen man anmerkt, dass sie nie eine Aus-<br \/>\nbildung zur Restaurantfachfrau gesehen haben. Solche, die vielleicht w\u00e4hrend des Studiums oder aus ganz normalen Geldver-<br \/>\ndiengr\u00fcnden \u0084kellnern\u0093 gehen. Ich habe das \u00fcbrigens vor ca. 15 Jahren auch eine ganze Weile in verschiedenen L\u00e4den gemacht, und vielleicht achte ich deshalb etwas mehr darauf, wie die Damen mit den G\u00e4sten umgehen. Machen wir uns nichts vor, meistens sind es Damen.<\/p>\n<p>Obwohl das ja immer gern behauptet wird, sagen sie fast nie: \u0084Drau\u00dfen nur K\u00e4nnchen!\u0093 Auch \u0084Kollegin kommt gleich!\u0093 habe ich, glaubich, noch nie zugerufen bekommen. Was ich aber schon \u00f6fter geh\u00f6rt habe, ist: \u0084Das ist nicht mein Tisch!\u0093<br \/>\nUnd dann denke ich: Naja, ich hatte jetzt auch nicht gedacht, dass sie jeden Tag ihren eigenen Tisch mitbringen muss. Das w\u00e4re ja eine ziemlich merkw\u00fcrdige, wenn nicht unzul\u00e4ssige Vertragsklausel, und wenn sie kein Auto hat, ist das auch ganz sch\u00f6n schwierig f\u00fcr sie. Der Tisch wird also schon wahrscheinlich ihrem Chef oder ihrer Chefin geh\u00f6ren. Aber ich wei\u00df ja, was sie meint und warte, bis die <em>Kollegin kommt.<br \/>\n<\/em><br \/>\nWenn sie dann kommt, fragt sie manchmal streng: \u0084Wissen sie schon, was sie wollen?\u0093 Dann komme ich mir vor, als st\u00fcnde ich vor meinen Eltern, die mich fragen, was ich denn nun aus meinem Leben zu machen gedenke. Und m\u00f6chte antworten: \u0084Naja, ich dachte, ich verdien\u0092 jetzt erstmal ein bisschen Geld, dann reise ich vielleicht erstmal nach Norwegen, da wollte ich immer schon mal hin, Fjorde gucken. Und dann, wenn ich wieder hier bin, wei\u00df ich bestimmt auch, wie\u0092s weiter gehen soll. Vielleicht mache ich mich ja selbstst\u00e4ndig oder so&#8230;\u0093 Das verkneife ich mir aber, denn wenn ich sie jetzt \u00e4rgere, kriege ich sp\u00e4ter kein Schirmchen auf mein Eis.<\/p>\n<p>Wenn sie dann wieder kommt, um das Bestellte zu bringen, sagt sie bestimmt: \u0084Soooo&#8230;!\u0093, w\u00e4hrend sie es abstellt. \u0084So!\u0093 hei\u00dft ja angeblich \u0084halb fertig\u0093. Im Caf\u00e9 hei\u00dft es aber: \u0084R\u00e4um\u0092 doch bitte mal Deinen Krempel zur Seite und nimm\u0092 die Ellbogen vom Tisch, denn das Ding hier ist schwer\/hei\u00df\/sperrig, mir f\u00e4llt gleich die Hand ab und ich hab&#8217;s eilig.\u0093<\/p>\n<p>Wenn sie eine nicht so gute Kellnerin ist, fasst sie die Gl\u00e4ser ganz oben am Rand an. Dann hoffe ich, dass sie wenigstens halbwegs saubere Fingerchen hat. Leider sehe ich dieses Glas-oben-am-Rand-Anfassen ziemlich h\u00e4ufig und wundere mich immer, dass das von den Chefs nicht geahndet wird. Denn die wollen ja nach au\u00dfen gerne einen properen Eindruck vermitteln. Was aber z.B. manchmal so hinter Theken passiert, oder in der K\u00fcche, w\u00fcrde dem Gast schon mal den Appetit verderben. Darum ist er normalerweise froh, wenn er\u0092s nicht mitbekommt. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte die kommenden drei Zeilen \u00fcberspringen.<\/p>\n<p>Wenn man n\u00e4mlich mal gesehen hat, wie eine Bierleitung aussehen kann, die l\u00e4nger nicht gereinigt wurde, der bestellt fortan nur noch Flaschenbier. Denn dann ist es auch schon total egal, wo das Bierglas beim Servieren angefasst wird und womit.<\/p>\n<p>Wenn ich also meine Bestellung bekommen habe und mich vielleicht gerade daran gemacht habe, Messer und Gabel aus der Serviette zu wickeln und alles zurecht zu schieben und loszulegen, kommt bestimmt jemand zum \u0084Abkassieren\u0093, weil jetzt \u0084Schichtwechsel\u0093 ist. Dann legt man das Besteck wieder hin, fummelt das Portemonnaie raus, dabei f\u00e4llt einem das Messer runter und man wei\u00df gar nicht, wer kriegt denn jetzt das Trinkgeld? Sie oder ihre sp\u00e4ter abr\u00e4umende Kollegin? \u00dcbrigens ist mir auch mal aufgefallen, dass Servicepersonal noch so patzig sein kann, wenn\u0092s aber ans Bezahlen geht, sind sie die Lebensfreude selbst. Komisch, oder?<br \/>\nNaja, hab\u0092 ich bestimmt genau so gemacht, damals.<\/p>\n<p>Wenn die Teller leer gegessen da stehen, wird abger\u00e4umt und dabei hastig gefragt: \u0084Hat\u0092s geschmeckt?\u0093 Nach meiner Erfahrung reicht als Antwort ein knappes \u0084Ja.\u0093, denn entweder ist die Servierdame schon l\u00e4ngst wieder weg, oder sie kann mit Kritik nicht recht umgehen (\u0084Das soll so!\u0093). Es ist also fast immer sinnlos, ein Gespr\u00e4ch anfangen zu wollen. Selten landet die Anregung da, wo sie hingeh\u00f6rt: In der K\u00fcche. Und aus eigener Erfahrung wei\u00df ich, wie K\u00f6che darauf reagieren. Im g\u00fcnstigen Fall mit Schulterzucken. Im ung\u00fcnstigen Fall mit launigen Vorschl\u00e4gen, die der Gast lieber nicht h\u00f6ren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Der Gast m\u00f6chte sich ja blo\u00df entspannen. Und es interessiert ihn eigentlich nicht, ob das Personal gerade total im Stress ist. Ich erinnere mich noch gut, wie schwer es manchmal war, freundlich zu bleiben, wenn man gar nicht mehr wu\u00dfte, wo einem der Kopf stand. Aber dennoch habe ich es immer vermieden, den G\u00e4sten mein Herz auszusch\u00fctten oder sie anzublaffen. Manche, die verst\u00e4ndnisvoll aussahen, habe ich gelegentlich freundlich um Geduld gebeten, weil <em>viel los<\/em> war. Netterweise waren das dann meistens die, die das beste Trinkgeld gegeben haben. Nur mal so als Tipp.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es unangenehme, doofe G\u00e4ste. Die einen 5 mal rennen lassen f\u00fcr ein Extrat\u00fctchen Zucker, einen neuen Kaffeel\u00f6ffel, ein Glas Leitungswasser, die Eiskarte und doch noch einen kleinen Salat, Dressing aber extra. Und dann geben sie 15 ct. Trinkgeld und fragen noch, warum man sie frech angrinst.<br \/>\nAber das ist ja ein ganz anderes Thema.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern hatte ich mal so gar keine Lust. Ich rede mich auf\u0092s Wetter raus, das mal h\u00fc ist, und mal hott. Und wenn das Wetter schon so unentschlossen daher kommt&#8230; Ach, und heute k\u00f6nnte ich auch bestimmt den ganzen Tag hier liegen. 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