{"id":2341854,"date":"2007-05-27T10:48:11","date_gmt":"2007-05-27T10:48:11","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/05\/27\/im_fernseher_reklame2341854\/"},"modified":"2007-05-27T10:48:11","modified_gmt":"2007-05-27T10:48:11","slug":"im_fernseher_reklame2341854","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2007\/05\/27\/im_fernseher_reklame2341854\/","title":{"rendered":"Im Fernseher (Reklame)"},"content":{"rendered":"<p>Fernsehen f\u00fchrt nicht zwangsl\u00e4ufig zu Verdoofung, wenn man sich auch hier ausgewogen ern\u00e4hrt.<br \/>\nGestern habe ich z.B. wertvolle Fernseh-Kalorien aufgenommen, indem ich auf 3Sat die wunderbare Filmadaption des Theaterklassikers &#8222;Lulu&#8220; geguckt habe, mit Jessica Schwarz, Silvester Groth und Alexander Scheer (den ich sowieso gro\u00df finde).<br \/>\nWer&#8217;s verpasst hat, hat was verpasst.<br \/>\nSp\u00e4ter gab\u0092s noch &#8222;Snatch &#8211; Schweine und Diamanten&#8220;, den kenne ich zwar schon, hab&#8216; ihn aber aufgenommen.<br \/>\nWeil: Der ist super.<br \/>\nSchon des piepsenden Hundes wegen.<\/p>\n<p>Aaaber ich muss mich auch oft aufregen. \u00dcber die vielen Sprecher, die z.B. den englischen Namen Elisabeth nicht aussprechen k\u00f6nnen (&#8222;Elithabeth&#8220;!), oder &#8222;K\u00e4ssrien&#8220; statt Kathrin sagen.<br \/>\nNeulich gab es angeblich einen V.I.P.-Bereich, der (franz\u00f6sisch\/englisch ausgesprochen) zum &#8222;Oui I pee&#8220;-Bereich wurde, was in etwa hei\u00dft: &#8222;Ja, ich pinkle.&#8220;<\/p>\n<p>\u00dcber Werbung kann ich mich auch abwechselnd aufregen oder am\u00fcsieren.<br \/>\nIch sammel&#8216; da schon seit Jahren kleinere und gr\u00f6\u00dfere Entgleisungen und Merkw\u00fcrdigkeiten.<br \/>\nEines der ersten Dinge, die mir in diesem Zusammenhang auffielen war, als der Kaffee pl\u00f6tzlich nicht mehr einfach <em>ger\u00f6stet<\/em> (sprich: &#8222;ger\u00f6sstet&#8220;) war, sondern quasi \u00fcber Nacht &#8222;ger\u00f6\u00f6\u00f6stet&#8220;. Einziger Sinn und Zweck dieser \u00c4nderung war, den wegged\u00f6sten Zuschauer aus seiner Br\u00e4sigkeit zu rei\u00dfen, indem man ihn im Ohr kitzelte.<br \/>\nDas Wechseln der Betonung ist ein gar nicht so selten benutztes Instrument, um die Aufmerksamkeit wieder ein bisschen anzutitschen.<\/p>\n<p>Eine andere sprachliche Merkw\u00fcrdigkeit schnappte ich aus dem Radio auf und das ist auch bestimmt schon so 10 Jahre her.<br \/>\nEs ging um ein Kn\u00e4ckebrot und eine \u00fcber ihre Figur betr\u00fcbte Dame rief aus: &#8222;Ich w\u00e4r&#8216; wieder so gern wie fr\u00fcher!&#8220;<br \/>\nEin Satz, der so nicht funktioniert!<br \/>\nF\u00fcr die, bei denen der Groschen noch nicht gefallen ist: Der Satz, den man zu h\u00f6ren <em>glaubt<\/em>, lautet: &#8222;Ich w\u00e4r&#8216; gern wieder so wie fr\u00fcher!\u0093<br \/>\nUnd so funktioniert er auch, gibt er doch dem Begehren Ausdruck, wieder die alte Form erreichen zu wollen.<br \/>\nGesagt hat sie aber, sie wolle wieder &#8222;gern&#8220; sein. Was sie fr\u00fcher wohl mal war.<br \/>\nDer Zustand des Gernseins ist aber wohl noch zu unerforscht. Und ob er mit Kn\u00e4ckebrot zu erreichen ist? Hm.<\/p>\n<p>Zeugen k\u00f6nnen best\u00e4tigen, dass ich mich jedes Mal ordentlich aufregte, wenn mir die Kn\u00e4ckebrotfrau ins Ohr kr\u00fcmelte.<\/p>\n<p>Auch schon lang her ist eine Fernsehwerbung f\u00fcr einen Saftabf\u00fcller, der damals, neu auf dem Markt, in eine Oase einlud.<br \/>\nEbenfalls relativ neu waren zu dieser Zeit auch noch die Deckel, die beim \u00d6ffnen vernehmlich knackten. In der Werbung sah man jeweils einen Begeisterten, der die Pulle aufschraubte, aus der dann eine Art Garten schwappte.<br \/>\nDas Tolle an den Spots war, dass man beim <em>genauen Hinh\u00f6ren<\/em> merkte, dass beim \u00d6ffnen des Deckels nicht nur das Knacken, sondern auch eine menschliche Stimme zu h\u00f6ren war, die leise, aber deutlich &#8222;ZWACK!&#8220; sagte (was wohl sowas wie knackige Frische suggerieren sollte).<br \/>\nKeinem, den ich drauf ansprach war das jemals aufgefallen. Aber in der Zeit danach wurde mir das von allen Seiten einstimmig best\u00e4tigt. Und alle wunderten sich, dass sie das vorher \u00fcberh\u00f6rt hatten.<\/p>\n<p>Doofe Dialoge in der Werbung: Geschenkt.<br \/>\nDazu komme ich hier bestimmt auch irgendwann mal.<\/p>\n<p>Aber offensichtliche Verarsche?<br \/>\nVor kurzem sah ich so ein Zeichentrickding eines Softdrinkherstellers, dessen Getr\u00e4nk angeblich das Fliegen erm\u00f6glicht.<br \/>\nDa waren mehrere Achter-Ruderboote an Start und in einem davon unterhielten zwei Ruderer.<br \/>\nDer eine meinte, man habe den Sieg schon in der Tasche, da er der gegnerischen Mannschaft sein Getr\u00e4nk untergejubelt habe. Worauf sich sein Kollege nat\u00fcrlich aufregte, weil er die Konkurrenz damit quasi gedopt hatte.<br \/>\nDa erkl\u00e4rte ihm der Erste verschmitzt, er habe das Getr\u00e4nk ja nur den Ruderern auf der rechten Seite gegeben. Und schon sah man, wie das gedopte Ruderboot nach dem Startschuss im Kreis fuhr und die angeblich so Pfiffigen gewannen.<\/p>\n<p>Wo da die Verarsche ist?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernsehen f\u00fchrt nicht zwangsl\u00e4ufig zu Verdoofung, wenn man sich auch hier ausgewogen ern\u00e4hrt. Gestern habe ich z.B. wertvolle Fernseh-Kalorien aufgenommen, indem ich auf 3Sat die wunderbare Filmadaption des Theaterklassikers &#8222;Lulu&#8220; geguckt habe, mit Jessica Schwarz, Silvester Groth und Alexander Scheer (den ich sowieso gro\u00df finde). Wer&#8217;s verpasst hat, hat was verpasst. 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