{"id":20200000,"date":"2019-10-25T16:16:58","date_gmt":"2019-10-25T14:16:58","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/?p=20200000"},"modified":"2019-10-26T10:44:55","modified_gmt":"2019-10-26T08:44:55","slug":"fressssendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2019\/10\/25\/fressssendung\/","title":{"rendered":"Fressssendung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Schulligung, aber das muss jetzt mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute Vormittag bekam ich pl\u00f6tzlich einen Heiterkeitsanfall, und das kam so: Ich kann n\u00e4mlich endlich aufh\u00f6ren, alle Viertel- bis Halbjahre mal in eine ganz bestimmte Ecke des Internets zu gucken, in der ich mich sowieso nicht besonders wohl f\u00fchle. Vorgeschichte: Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren hat mir mal einer massiven Kummer bereitet, in dem er sich aus meinem Leben <em>geghostet<\/em> hat. Mails wurden nur noch \u00e4u\u00dferst knapp beantwortet, Anrufe schon mal gar nicht. Die einzige Auskunft, die ich damals zur Trennung nach 2 Jahren turbulenter Beziehung bekam, war: &#8222;Du wirst alle Antworten in meinem Blog finden.&#8220; Ja, Pustekuchen. Das, was in den n\u00e4chsten Wochen dort zu finden war, war eine (hier bitte Adjektiv nach Wahl einf\u00fcgen) Erz\u00e4hlung, an der ich schluchzendes Ding traurig herumr\u00e4tselte. Mehr kriegte ich nicht, hatte aber so meine Theorien. Da wir beide zu dieser Zeit flei\u00dfige Blogger waren, mit vielen Blogfreunden, gemeinsamen Lesern und Kram, war die Sache irgendwie schwierig zu handhaben. (Ich wei\u00df nicht, ob ich hier mittlerweile noch Leser habe, die ahnen, wovon \u00fcberhaupt die Rede ist, aber das ist eigentlich auch Wurscht. &#8211; Wo war ich?) Ich hatte jedenfalls ziemlich lange mit der Verarbeitung zu tun. Nicht etwa, weil ich ihn vermisste, sondern weil diese Art der Trennung eigentlich nur in einem inneren Kraftakt zu \u00fcberstehen ist. So war&#8217;s auch bei mir. Vieles habe ich dann sp\u00e4ter doch noch erfahren. Und es ist vielleicht nicht klug, aber eventuell menschlich, dass ich trotzdem ab und zu in seinen noch immer bestehenden Blog sphinxte. Dort las ich dann auch immer mal was von der <em>Frau, deretwegen er damals nach Hannover gezogen war<\/em> und wie unpassend die sich f\u00fcr ihn sp\u00e4ter erwiesen hatte, dachte aber jedesmal: &#8222;Pffff. Nee, nee. Die Frau, deretwegen du damals wirklich nach Hannover gezogen bist, die lebt in Aachen! &#8211; Und was soll das \u00fcberhaupt?&#8220; Gut war aber, bald zu merken, dass mich das Ganze immer weniger besch\u00e4ftigte, denn mein Leben hat mich gl\u00fccklicherweise von Jahr zu Jahr weiter davon entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So. Und heute Vormittag war wohl wieder mal ein Vierteljahr um oder was wei\u00df ich&#8230;<br \/>\nJedenfalls las ich vorhin, dass er sich damals von mir <em>entfremdet<\/em> hatte, weil ich gern auf der Couch liege und Kochsendungen schaue!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja. Genau. So hab&#8216; ich auch geguckt.<br \/>\nUnd \u00fcberlegt, ob ich wieder mal schweige, oder ob ich meinen Gedanken dazu ausnahmsweise mal Ausdruck verleihen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Recht hat er selbstverst\u00e4ndlich. Couch und Kochsendung. Das hat nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt kein Niveau! Vielleicht h\u00e4tte ich lieber auf einem harten Lehnstuhl sitzen sollen, oder nebenbei Ergometer fahren. Oder Gardinen aufh\u00e4ngen. Duden stapeln? Hm. Ich kann mich sogar noch erinnern, dass wir ab und zu dar\u00fcber sprachen, ob Kochen denn nun wirklich so wirklich so wichtig ist, dass man&#8217;s auf allen Kan\u00e4len senden muss. Ich finde das auch nach wie vor eine ganz interessante Frage, aber ich hab z.B. gar nicht alle Kan\u00e4le geguckt, sondern lediglich &#8222;Das perfekte Dinner&#8220;<span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span>, das guck&#8216; ich n\u00e4mlich seit 2006 fast jeden Abend, wenn nichts Spannenderes los ist. Warum und wieso f\u00fchr&#8216; ich jetzt nicht noch mal aus, obwohl ich&#8217;s k\u00f6nnte, aber f\u00fcr einen, der sich haupts\u00e4chlich von K\u00e4sebr\u00f6tchen ern\u00e4hrt (sorry, aber der musste sein) war das wohl nicht unbedingt nachvollziehbar. Und offenbar hat er sehr darunter leiden m\u00fcssen. So ist es halt: Der eine findet Brimborium rund ums Kochen und die Ergebnisse eben ganz interessant, der andere kann und will es partout nicht. Bon. Und wenn die Lebensrealit\u00e4ten so unterschiedlich ausfallen, sollte man sich auch wirklich kon-se-quent trennen. Heute sehe ich das auch so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00fcckblickend betrachtet, war es eh gut, denn kurz danach lernte ich meinen Mann kennen, der zwar Kochsendungen stinklangweilig findet, es aber immerhin genie\u00dft, w\u00e4hrenddessen mit mir Gardinen aufzuh\u00e4ngen. Wenn wir nicht gerade doch eng beieinander auf der Couch liegen&#8230; Wir nennen das &#8222;die Fresssendung gucken&#8220;. Ist doch furchtbar. H\u00f6r doch auf. Der Arme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf alles M\u00f6gliche hatte ich jedenfalls getippt, aber auf die einfache L\u00f6sung dieses alten R\u00e4tsels w\u00e4re ich nie gekommen und kann mir jetzt endlich ein sch\u00f6nes Spiegelei drauf braten. Und damit is&#8216; dann auch gut.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">* <\/span><span style=\"color: #808080;\">Die Alltags-Version nat\u00fcrlich. Die mit den ganz normalen Leuten, die gern f\u00fcr andere kochen. Nicht die pervertierte Promi-Variante, davon kriegt man furchtbar schlimme Augen.<\/span><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulligung, aber das muss jetzt mal. Heute Vormittag bekam ich pl\u00f6tzlich einen Heiterkeitsanfall, und das kam so: Ich kann n\u00e4mlich endlich aufh\u00f6ren, alle Viertel- bis Halbjahre mal in eine ganz bestimmte Ecke des Internets zu gucken, in der ich mich sowieso nicht besonders wohl f\u00fchle. Vorgeschichte: Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren hat [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false},"categories":[1],"tags":[279,85,278,181,10,277,51],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p6SDtE-1mKWs","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20200000"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20200000"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20200000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20200011,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20200000\/revisions\/20200011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20200000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20200000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20200000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}