{"id":20199604,"date":"2016-08-07T13:26:01","date_gmt":"2016-08-07T11:26:01","guid":{"rendered":"http:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/?p=20199604"},"modified":"2016-08-07T13:51:52","modified_gmt":"2016-08-07T11:51:52","slug":"flammender-appell-fuer-vernuenftig-dargebotene-heissgetraenke-noch-was-ueber-sehr-ruhige-sonntage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobromina.de\/100prozentig-selbst-erlebt\/2016\/08\/07\/flammender-appell-fuer-vernuenftig-dargebotene-heissgetraenke-noch-was-ueber-sehr-ruhige-sonntage\/","title":{"rendered":"Flammender Appell f\u00fcr vern\u00fcnftig dargebotene Hei\u00dfgetr\u00e4nke &#038; noch was \u00fcber sehr ruhige Sonntage&#8230;."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mich gerade nicht entscheiden: Schreibe ich etwas \u00fcber Tee oder \u00fcber&#8217;s Recht auf Faulenzen? Das klingt ja erstmal gar nicht sehr weit voneinander entfernt, wenn man sich so vorstellt, dass jemand in Ruhe eine sch\u00f6ne Tasse Tee genie\u00dft und sich dabei mal kurz ausklinkt. Oder? Genauer betrachtet sind es dann aber doch zwei ganz unterschiedliche Themen. Und zwar weil: Bei dem Einen geht&#8217;s um ein immer wieder kehrendes gastronomisches \u00c4rgernis, bei dem Anderen um eine immer wieder kehrende Am\u00fcsiertheit meinerseits.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wattauchimma! Wie&#8217;s aussieht, ist heute Beides dran. Also Tee zuerst. Meinetwegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich trinke Tee. (Vor langer Zeit -lass&#8216; es 9 Jahre her sein- bloggte ich bereits einmal ausf\u00fchrlich dazu. Ist jetzt aber lange genug her, finde ich.) Schwarzen Tee. So ungef\u00e4hr wie viele Ostfriesen. Oder von mir aus auch Briten. Aber geh&#8216; mal hierzulande in ein Lokal und bestell&#8216; Dir einen! Schwarzen Tee haben manche Lokale gar nicht erst auf der Karte. Daf\u00fcr aber lustige Fr\u00fcchtetees (gern wild aromatisierte) mit so Namen wie &#8222;Erdbeer-Rhabarber-Einhorngarten&#8220;, &#8222;Tropical-Schlachmichtot&#8220; oder &#8222;Waldbeeren-Inferno&#8220;. Kr\u00e4utertee gibt&#8217;s auch schon mal (nicht n\u00e4her definiert, es existieren ja eigentlich auch nur zwei Kr\u00e4uter. Vieleicht auch vier.), manchmal sogar ambitionierten Gr\u00fcntee&#8230; <em>Wenn<\/em> es jedoch &#8222;Schwarzen Tee&#8220; gibt und ich ihn bestelle (&#8222;Einen schwarzen Tee mit Milch, bitte.&#8220;), bekomme ich sehr oft Darjeeling. Der ist sicher ganz lecker, hat seine Liebhaber, wird aber eigentlich ob seiner zarten Blumigkeit \u00fcberhaupt nicht mit Milch getrunken. Eher mit einem Spritzer Zitrone. Nur mal so als Randnotiz f\u00fcr kleine Besserwisser. Und Servicepersonal. Wenn ich keinen Darjeeling bekomme, dann wird mir leider genauso oft Earl Grey serviert, den finden viele wohl schick, weil er so einen eleganten Namen hat. Earl Grey ist aber ein heftig mit Bergamotte aromatisiertes Zeug, das eigentlich mit Schwarztee nur noch so viel gemeinsam hat, wie ein Radler mit einem Bier. Er schmeckt deutlich nach Zitrus\u00f6l, das soll ja auch so. Das wissen die Lokalbetreiber bzw. Servicekr\u00e4fte aber fast nie, weil sie selber sowas nie im Leben trinken m\u00f6chten. Ebenso wenig wie ich \u00fcbrigens, denn das muss man schon m\u00f6gen. Ich mag&#8217;s nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mag Assam-Tee. \u00dcbrigens ist sowohl in &#8222;English Breakfast&#8220;- als auch in &#8222;Ostfriesen-Tee&#8220;-Mischungen der \u00fcberwiegende Teil Assam. Und der ist so kr\u00e4ftig-malzig-erdig im Geschmack, dass man ihn hervorragend mit Milch oder Sahne trinken kann, so dass er ein rundes, st\u00e4rkendes Gebr\u00e4u ergibt. Besonders mit ordentlich Zucker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Konditoreien und klassischen Caf\u00e9h\u00e4usern hat man oft noch Gl\u00fcck und bekommt auf Nachfrage Assam-Tee. (Beutel oder lose ist mir im \u00dcbrigen schnurz. Auch loser kann von loser Qualit\u00e4t sein, w\u00e4hrend Beutel durchaus \u00f6fter angenehm lecker daherkommen. Also: &#8211; Pffft!) Wer jetzt oben beim Lesen aufgepasst hat, wei\u00df nun, dass ich Tee immer mit Milch bestelle. Und was bekomme ich in 95% der F\u00e4lle hingestellt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaffeesahne. *\u00f6rks*<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaffeesahne ist eine schlimme Erfindung sadistischer Lebensmittellaboranten, die sich die Welt mittels eines perfiden Plans irgendwie unterwerfen wollen. Ich wei\u00df noch nicht, wie das genau vonstatten gehen soll, aber mit Kaffesahne f\u00e4ngt es an, und sie ist \u00fcberall. &#8211; Kaffeesahne <em>will man ja nicht mal im Kaffee haben<\/em>! Und so gucke ich immer wieder neidisch auf den Milchkaffee des Liebsten, der mit fluffig aufgesch\u00e4umter Haube daherkommt, und kippe mir grummelnd das gelblich-\u00f6lige angebliche Molkereiprodukt in den Tee. Ich wei\u00df schon, wie das schmeckt, bevor ich nur dran genippt habe. Ich k\u00f6nnte jetzt einen Aufstand machen und noch mal nach Frischmilch fragen, aber glaubt mir, ich habe schon alles geh\u00f6rt: &#8222;Die ist doch frisch!&#8220; &#8211; &#8222;Haben wir nicht!&#8220; (???) &#8211; &#8222;Wei\u00df nicht, wie ich das bonieren soll&#8230;&#8220; &#8211; &#8222;Wir haben haben leider nicht diese kleinen K\u00e4nnchen, wissense?&#8220; Ich trink&#8217;s und leide (mehr oder weniger) still. Jedesmal denke ich, ich frage n\u00e4chstes Mal vorher, ob es richtige Frischmilch gibt, aber wenn sie dann &#8222;Leider nein.&#8220; sagen, schleppe ich dann meine Begleitung wieder raus und woanders hin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht auch anders: In Hannover gibt&#8217;s beispielsweise ein zauberhaftes Eiscaf\u00e9 am Lindener Markt. Dort stehen nicht nur verschiedene Schwarztees auf der Karte (in einem Eiscaf\u00e9!), man bekommt dann auch noch das K\u00e4nnchen auf einem kleinen St\u00f6vchen serviert mit (und jetzt kommt&#8217;s!) einem Timer, der drei Minuten runterz\u00e4hlt. So wei\u00df man zum Beispiel, dass der Tee nicht schon 20 Minuten ziehend am Tresen herumstand. Das Ding piepst also, man nimmt den Beutel raus, sch\u00fcttet etwas frische Milch(!) aus einem possierlichen K\u00e4nnchen dazu und hat den perfekten Teegenuss. Klar ist das ein bisschen Brimborium, das wei\u00df ich. Aber ich nehme sonst auch gern einen schlichten, frisch aufgebr\u00fchten Beuteltee im einfachen Becher. Kandis, Keks<span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span> und Schickimicki muss \u00fcbrigens auch \u00fcberhaupt nicht sein, nur eben etwas frische Milch, b\u00fcddeb\u00fcdde&#8230;! Macht doch sogar weniger Arbeit als ein Cappuchino, oder? &#8211; Danke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span> Ach so. Extrathema: Diese ewigen Karamellspekulatiuskekse, die offenbar billig in der M*tro wachsen. B\u00e4h!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 *\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun zum Faulenzen. Dazu erstmal eine kurze Erl\u00e4uterung. Ich habe stressige, kraftraubende Zeiten hinter mir und stecke dennoch schon wieder mittendrin. So, als ob sich mein Energiehaushalt stetig bei einem Kontostand von 30-50% bewegt. Das macht mir Sorgen. Und wenn ich deswegen wieder mal besonders durchh\u00e4nge, macht&#8217;s auch dem Liebsten Sorgen. Und so verh\u00e4nge ich in gewissen Abst\u00e4nden, und wenn es passt, mal Tage an denen ich &#8222;Nix!&#8220; mache. Diese Tage k\u00fcndige ich lange vorher an, mitunter 2 Wochen im Voraus, und sage deutlich, dass ich dann wirklich mal &#8222;Nix!&#8220; machen werde. Nur das, worauf ich Lust habe und was mich entspannt, z.B, Lesen, Fernsehen, Nickerchen einlegen, im Netz rumgurken&#8230; Und keine Hausarbeit, keine Verabredungen, keine &#8222;Sachen-die-gemacht-werden-m\u00fcssen&#8220;. Die erledige ich meistens vorher, damit&#8217;s mit der Entspannung auch wirklich klappt. Klare Sache, eigentlich. Oder? Der Liebste fragt mich dann trotzdem regelm\u00e4\u00dfig, ob ich vielleicht wenigstens mit ins Caf\u00e9 gehe oder auf einen kleinen Spaziergang&#8230;? &#8222;Und was machste dann am Sonntag?&#8220; &#8211; &#8222;Ja, nix! Hab&#8216; ich doch gesagt!&#8220; &#8211; &#8222;Ich geh&#8216; mit Schwesterchen Eis essen, m\u00f6chtest Du da vielleicht mit?&#8220; &#8211; &#8222;Nee, ich will einfach nur rumliegen und entspannen.&#8220; &#8211; &#8222;Hm.&#8220; Er kennt das irgendwie nicht und kriegt es darum wohl auch schwer in den Kopf. Und da wir bis vor Kurzem nicht zusammenlebten, hat er&#8217;s bisher auch nie mit mir erlebt. Mich am\u00fcsiert das ja, aber ich verstehe wiederum nicht, was daran so schwer&#8230; Naja.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist \u00fcbrigens so ein Tag. Nachdem wir auf dem Balkon gefr\u00fchst\u00fcckt haben (obwohl ich an solchen Tagen sogar meistens das klassische Fr\u00fchst\u00fcck ausfallen lasse), sa\u00df ich erst noch eine Weile lesend in der Sonne, w\u00e4hrend er wohl spontan noch eine Maschine W\u00e4sche anwarf. Sp\u00e4ter, als ich dann schon in meinem Zimmerchen gem\u00fctlich auf dem Diwan herumlag, kam er, um sich kurz zum Schwesterchentreff zu verabschieden. Und um mich zu fragen, ob ich denn dann sp\u00e4ter die W\u00e4sche aufh\u00e4nge&#8230;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Den Rest der Konversation k\u00f6nnt Ihr Euch bestimmt denken, nehme ich an.<br \/>\n*freundlich abwink&#8217;*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann mich gerade nicht entscheiden: Schreibe ich etwas \u00fcber Tee oder \u00fcber&#8217;s Recht auf Faulenzen? Das klingt ja erstmal gar nicht sehr weit voneinander entfernt, wenn man sich so vorstellt, dass jemand in Ruhe eine sch\u00f6ne Tasse Tee genie\u00dft und sich dabei mal kurz ausklinkt. Oder? 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