Moers im Schokoladenhimmel.

Dienstag war es endlich soweit:

Im (man kann es wirklich nicht anders sagen) ausgesprochen schnuckeligen Moerser Café heimelie fand unser erstes Schokoladenseminar statt. Ausgerüstet mit einer ganzen Kiste voll liebevoll ausgesuchter Schokoladen und etwas Zubehör war ich aus Hannover angereist, in der Hoffnung, auf interessiertes Publikum zu treffen. Und hatte Glück: Nach und nach füllte sich das bezaubernde Ladenlokal mit gut gelaunten Teilnehmern, die sich schon vorfreudig die Hände rieben. Sogar die regionale Presse hatte den Lockruf der Kakaobohne vernommen, also wuselte ich zwischen den letzten Vorbereitungen, der Lokalredakteurin und den Gästen hin und her, bis Amelie Fenger, eine der beiden „Heimelies“*, ein paar herzliche, einleitende Worte zu Begrüßung sprach und dann reizenderweise das Wort an mich weiterreichte.

Ich will jetzt natürlich nicht zuviel verraten, denn schließlich wird es am 27. Mai noch einen zweiten Abend dieser Art geben, aber so viel doch: Ein bisschen was gab’s zur Geschichte des Kakaos, etwas ausführlicher ging’s weiter zu den verschiedenen Kakaosorten, deren Anbau und Unterschiede, dann noch ein paar Tipps für den Alltag: Woran erkenne ich beim Einkauf gute Schokoladen und wie schließe ich nicht so gute Schokoladen gleich mal aus?

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Noch vor den ersten Kostproben: Gelöste Stimmung und Kakaoduft in der Luft.

Im Anschluss noch eine kleine Anleitung zur Verkostung, und dann machten wir uns endlich an die Praxis! Ganz feine Schokoladen von weiß bis dunkel, – neun Sorten hatte ich mitgebracht.

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Konzentrierte Vorfreude, Madagaskar-Kakao naht.

Jetzt wurde geschnuppert und geknabbert.
Mit geschlossenen Augen und gespitzten Mündern den Aromen nachgespürt.
Die Eindrücke miteinander geteilt.
„Ist das was Nussiges?“ – „Die schmilzt aber anders als die andere!“ – „Schön fruchtig! So wie rote Beeren, irgendwie…“ – „Hmmmm, lecker…!“ – „Ui, die ist aber kräftiger! Das gefällt mir…“ – „Wo war die her? Papua Neuguinea?“ – „Kann ich noch mal diese Helle haben?“

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„Ganz langsam zergehen lassen. Lassen Sie sich Zeit, da kommt noch was!“

Nach knapp zwei Stunden Information, gelöster Stimmung, konzentrierter Verkosterei, Genuss und interessierter Fragen hatten die Teilnehmer das Ziel erreicht: Einen gewissen Glanz in den Augen und die Gewissheit, dass es da noch ganz viel zu entdecken gibt…

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* Lieben Dank an die beiden Besitzerinnen des Cafés heimelie, Amelie Fenger und Heidi Hillen, für die nette Zusammenarbeit! Ich freu‘ mich schon auf den 27.! Danke auch an Steffi, die u.a. beizeiten den Kontakt hergestellt hat, und an Mike für die Bilder & sowieso überhaupt.

Da isse wieder. Und gleich mit einer Ankündigung.

Ach wie gut, dass eine Webseite so geduldig vor sich hin warten kann und nicht etwa anfängt, zu schrumpeln, zu stauben oder lose zu klappern, wenn man sie mal für ein paar Monate links liegen lassen muss. Sie mosert auch nicht rum: „Jaja, von wegen: Bald…! Kenn‘ ich, das sagst Du doch schon ewig. Und dann passiert wieder nix. – Pah!“

Nein, sie wartet stattdessen geduldig vor sich hin, lässt immer mal Besucher reinschauen, beschäftigt sich klammheimlich mit Statistiken, listet derweil brav nötige Aktualisierungen auf und hält aus, bis Frau Madame endlich wieder mehr Zeit für sie hat. Also bis jetzt. – Und warum musste sie so lange warten?

Weil ich in den letzten anderthalb Jahren in einem großen Weinhandel gearbeitet habe (nein, nicht der mit dem französischen Namen, es gibt ja auch noch andere, die hübsche Filialen in allen großen Städten haben), und da war war eben immer viel los, das kann ich Euch sagen! Zum Bloggen blieb da jedenfalls keine Zeit, leider. Jetzt geht das zum Glück wieder.

Aha, und was gibt’s inzwischen Neues?

Also, ich habe in der Zwischenzeit natürlich irre viel gelernt, hauptsächlich über tolle Weine, aber nicht nur, sondern z.B. auch über die dazugehörige Sensorik, also das ernsthafte Erschnuppern und Erschmecken. Oder wie man herausbekommt, was womit gut kombinierbar ist. Angewandte Sensorik ist ja längst nicht nur bei Weinen wichtig, sondern in quasi allem, was mit Essen & Trinken zu tun hat. Ihr glaubt gar nicht, wie spannend ich das sofort fand, – das war ja genau die Richtung, in die ich beruflich weiter wollte und wusste nur nicht: Wie! Schon vorher hatte ich zuhause Fachbücher gewälzt, aber da war eben alles noch recht theoretisch. Da kam jetzt eine Menge Alltagspraxis dazu.

Man kann das Gelernte übrigens ziemlich grob zusammenfassen in: Vor Allem muss man immer: Probieren, probieren, probieren! Aber eben mit wachen Sinnen. Und ein gewisses Zungenspitzengefühl gehört selbstverständlich auch dazu. (Das gilt  auch für den ganz normalen Alltag, wo das oft ein bisschen verloren gegangen ist.)   Schnell merkt man, dass die Verwirrung weniger wird und die Aromen sich immer besser unterscheiden und benennen lassen, man baut sich sogar so etwas eine innere Geschmacks- und Geruchsbibliothek auf. Seither rieche ich an allem, bevor ich es esse oder trinke und lasse mir dann mit dem Schmecken etwas Zeit… So einfach kann es tatsächlich erstmal sein.

Und weil wir dort, wo ich gearbeitet habe, auch Abendseminare veranstaltet haben und es von Oben hieß: Macht einfach mal!, habe ich mit einer lieben Kollegin sehr bald begonnen, Seminare auszutüfteln zu Themen, die wir für unsere Kunden spannend fanden: „Champagner“, „Weineinsteiger“, „Käse & Wein“ und natürlich besonders gern „Schokolade & Wein“. Das hat wunderbar funktioniert und eine Menge Spaß gemacht. Vor allem hat es mich darin bestärkt, dass das zu mir passt und ich auch in Zukunft ganz unabhängig und auf eigene Kappe Seminare zu Genussthemen halten möchte; – am liebsten natürlich zur Schokolade!

Tja, und jetzt kommt’s.

Deshalb mache ich das auch, und zwar hier*:

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Mein erstes reines Schokladenseminar. (Also eigentlich sogar mein erstes und mein zweites.)
– Ich freue mich so!

* Auf unermüdliche Initiative einer gewissen Frau S.J. aus M. hin, die das quasi schon gemeinsam mit meinem Liebsten M. und dem Café heimelie ausbaldowert hatte, bevor ich selbst noch richtig daran denken konnte. – 1.000 Dank!