Mir stinkt’s.

Irgendwer hier im Haus brät oft und gern morgens schon Zwiebeln, Speck, Knoblauch oder ähnliche geruchsintensiven Zutaten an und macht mir damit meine zierlich und unbelastet vor sich hinschwebende Wohnzimmerluft regelmäßig küchenschwer und fettig. Das ist nicht so schön. Aber auch nicht ganz so schlimm wie Werbespots gucken, in denen Leute mit verbundenen Augen an alten Socken oder Pissoirs riechen und behaupten, das rieche so wie „wenn meine Frau Wäsche wäscht“. Das soll wohl bedeuten: Künstlich-frisch-blumig-parfümiert. Angeblich kann wohl alles Miefig-Eklige von einem Gestanks- zustand in den anderen gebracht werden, wenn man es nur ausreichend beherzt mit chemisch Erlaboriertem aus schmissig gestalteten Püsterflaschen benetzt.

Bin ich dagegen. Nicht nur, weil ich ganz nebenbei finde, dass nicht nur „meine Frau“ ab und zu Wäsche waschen sollte, sondern weil ich allgemein der offenbar etwas altmodischen Meinung bin, dass etwas, das stinkt, schlichtweg gereinigt oder gelüftet gehört. Egal übrigens, von wem. – Waschen, Wienern, Wedeln lautet das bewährte Prinzip!

Das Übersprühen mit Anderstinkendem mag ja nun verblüffende Ergebnisse erzielen (beispielsweise, wenn sich irgendwann ebenso verblüffende Allergiemuster auf Oberflächen ansiedeln, auf denen man sie ungern sieht), bleibt aber doch eine der beklopptesten Formen der Selbsttäuschung. Das Riechzentrum des Menschen ist ja nicht zum Behumsen da. Ich jedenfalls möchte nicht, dass meine ganze kleine Welt riecht, wie sich Leute aus Holzminden (wo eine der größten Aroma- und Duftschmieden steht) das so in ihren Labors und Stahltanks zusammenrühren.

Also vermeide ich wo es geht, Duftstoffe, Parfums und Co und mache mich damit zum nörgeligen Außenseiter. Wenn ich Apfelduft möchte, dann halte ich mir einen Apfel unter die Nase. Und kein Shampoo. Oder gar ein Pappding von der Tanke. Es interessiert mich auch nicht für fünf Pfennig, wie ein gecasteter „Wüstenwind“ aus der Flasche riecht, oder ein im Schrank stattfindendes „Frühlingserwachen“. Ich glaube übrigens auch nicht an den Nutzen von „Aroma-Therapy“ mittels Raumparfum, (sondern vermute sogar eher, dass das krank macht). Dagegen finde ich es sehr gut, wenn’s auch mal weiträumig nach Nix riecht, obwohl das selten vorkommt, und ansonsten die Sachen und Leute nach sich selbst oder wenigstens nach sorgfältig aus der Natur extrahierten Zier- und Schmückgerüchen.

Oder eben, wenn’s sein muss, nach nebenan live gebratenen Zwiebeln…
Und wenn’s mal nicht zusagt, dann mache ich eben das Ding auf, wo die Fenstergriffe dran sind.

Versprochen.

Neulich mal sagte Axel Schulz aus meinem Fernseher heraus: „Nackte Leute find‘ ick schrecklich!“ Und ich muss sagen, da geht’s mir ganz genauso. Ich find die nämlich auch schrecklich, – aber bloß, wenn sie Axel Schulz sind. Dann finde ich sie allerdings angezo- gen genauso schrecklich. Außer vielleicht, sie ziehen sich vielleicht eine schöne, große Holzkiste aus dicken Brettern oder sogar ein Haus drüber.

Jetzt warte ich natürlich auf das Kamerateam, wo ich das mal reinsagen kann. Ist doch sowieso schon egal, wer was irgendwo raus- oder reinsagt. Im Zuge dessen könnte ich immerhin gleich noch ausschweifende Überlegungen anstellen über des Schulzens pfif- fige Berufswahl: Nacktleuteablehner, der aber selbst seinen Arbeitsalltag in Unterhosen ausübt. Oder ausgeübt hat. Heute ist er ja nicht mehr für’s Leutehauen bekannt, sondern eher dafür, dass er Mützen trägt, die wohl irgendwie aus Papptellern gemacht sind. Ich finde durchaus, das da aber mal wirklich zusammenkommt, was zusammengehört. Aber mich fragt ja immer keiner. Wahrscheinlich rede ich nicht kraus genug.

Vor ein paar Tagen behauptete zum Beispiel auch jemand, eine Geschäftsfrau wolle „ein zweites Standbein aufmachen“. Ich vermutete Chirurgisches und knipste schnell einen anderen Sender rein. Doch klingt’s überall gleich. Herr Hefner soll ja auch schon wieder irgendsowas gefeiert haben, und dabei „scharrten“ sich angeblich heiße Häschen um ihn. Na, da brauchte er sicher neue Auslegeware hinterher, aber der hat’s ja… Also, glaub‘ ich. Geld für Klamotten gibt er ja nun seit vielen, vielen Jahren nicht mehr aus, weil er lieber im Schlafanzug herumgespenstert. Das ist also quasi dem seine Arbeitskleidung, dabei schläft er sicher gar nicht so viel, schon allein wegen der Scharrgeräusche.

Eventuell gewöhne ich mir das Fernsehen doch mal eines Tages ab, weil mir das mitt- lerweile alles zu sehr an den Nerven zerrt, mir deshalb die Nägel brennen und ich immer seltener guter Hoffnung bin, dass Redewendungen und ihre Uhrsprünge überhaupt noch irgendwas bedeuten…

Top, Model!

Es hat zwar gar niemand gefragt, aber ich gestehe ohne langes Tamtam, ausführlichere Umschweife oder umständliche Ein- oder oder sogar Drumherumleitungen: Ich bin eine ausgewachsene Sofapflanze. Eventuell eine Karotte oder Banane, denn für ’ne Kartoffel halte ich mich nicht für rund genug und für ’nen Spargel hätte ich dann doch 3 bis 5 Kilo zuviel. Jedenfalls, tagsüber, besonders am frühen Morgen bis zum späten Mittag, bin ich hübsch kregel und dann geht das hier nur so zackzackzack. Ab dem Nachmittag werde ich dann aber immer langsamer und schaffe es abends oft gerade noch so eben auf mei- nen Lümmeldiwan vor den Fernseher, wo ich dann liege und (sogar für die Nachbarn) vernehmlich alles kommentiere, was sich nicht schnell genug wegschalten lässt.

Donnerstag zum Beispiel habe ich geschimpft wie ein Rohrspatz, weil man Miriam aus der Modelriege gefeuert hat. Das war nämlich so ziemlich die einzige, die ich deutlich von den anderen unterscheiden konnte. Und vernünftig sprechen und nettsein konnte sie auch. Die anderen Mädchen sind so blass, die kann man ja kaum mit bloßem Auge erkennen, und so bunte Klebezettelchen kann man janu leider nicht dranmachen von zuhause aus. Nun ist Miriam also raus und ihre kleine Zimmergenossin Hanna beklagte sich direkt unter Schluchzen, jetzt sei es in ihrem Zimmer „voll leer!“. Sie wurde natürlich sofort ganz foto- gen von den anderen getröstet; – wahrscheinlich versprachen sie ihr, ihre Bude irgendwie mit Schrankkoffern vollzurümpeln, damit sie wieder weniger Platz hat.

Hoffentlich krabbelt in diesen Koffern nicht aus Versehen noch die Vogelspinne rum, mit der sie da wieder mal „geshootet“ haben. (Das muss ja immer einmal dabei sein: vor Ekel zitternde 18-Jährige.) Jacqueline hat tatsächlich mitten in die Kamera gesagt, ihr sei dabei „der K*ckstift gegangen“. Entschuldigung, aber muss das so?! Ich dachte bisher, ich soll beim Gucken hauptsächlich an Lippenstift denken! Also, das hätten sie meinetwegen gern rausschneiden dürfen… Ich glaube, das ist ein Zeichen dafür, dass ich jetzt wirklich langsam alt und moralisch werde, denn ich zucke auch jedesmal zusammen, wenn jemand was „Porno!“ findet. Das soll wohl was Gutes sein, aber ich habe da so meine eigene Ansichten. Vielleicht finde ich bloß andere Sachen gut. Ist auch ein ganzes, völlig anderes Thema. Und ob man so wirklich Karriere macht? Vermutlich schon. Fragt sich bloß, was für eine. Jacqueline kann ja vielleicht in Zukunft als „Charm*ng“-Bär arbeiten.

Gina-Lisa L. ist da schon weiter. Sie hatte sich in der vorletzten Staffel nur kurz von der Dorfgöre zur Lady verbiegen lassen und ist jetzt elastischerweise wieder die, die sie immer war. Nur internationaler wohl. Da die Amis das mit der Bohne nicht verstehen (das hat hier ja schon keiner kapiert), streckt sie da eben das Kreuz noch ein bisschen mehr durch, wenn eine Kamera auftaucht. Und damit sie was zum Zeigen hat, wenn Frau Anderson zufällig neben ihr steht, war sie ein bisschen beim Polsterer. Scheint aber gut zu funktionieren, dieses Vorgehen. Neulich sprach sie nämlich fröhlich, sie habe sich „gerade eine Eigentumswohnung geholt“!

Wie sie das jetzt gemacht hat, das hätte ich ja nun wirklich gern mal gesehen! Das erfor- dert doch sicher eine ausgefeilte Logistik, schweres Gerät und leckere Handwerker. Und Frollein L. dazwischen, kerlig mit Dosenbier herumprostend und überhaupt keck aus der Unterwäsche guckend.

Echt, über jede langweilige Straßenüberquerung können sie stundenlang berichten, aber wenn mal was wirklich Interessantes passiert, filmt wieder keiner…

An der Wirklichkeit vorbeigehobelt?

Also, ich hätte durchaus manchmal Lust, mein Gerät kurz und klein zu machen, aber
das da
ist doch im Leben kein Fernseher!

TV_Hobel

Da ist ja auch gar kein Kabel dran! Und ich meine, wo soll man denn da bitteschön um- schalten? Gibt’s da außer Gurkenkernen am End‘ vielleicht gar nichts zu sehen? Oder legt man sich eventuell das Abgehobelte als Flachbild auf die Augen und erblickt mittenmal Buntes?

(Na gut, ich soll ja als Weibchen bestimmt ohnehin nicht so technik-affin sein, muss da also nicht durchsteigen, das spart wertvolle Lebenszeit. Kann ich mir z.B. die Nägel lackieren oder das Bad fliesen. Aber dass die Preisgestalter nicht rechnen können, wird mir ja wenigstens noch auffallen dürfen…)

Wer nix macht, macht nix falsch. Ich mach‘ trotzdem.

Leute haben Sorgen…!

Gestern Abend zum Beispiel sorgte sich ein angehendes Topmodel: „Ich hab‘ zuviel Hüfte gemacht.“ Ja, hab‘ ich da gedacht, das ist mir auch schon passiert, – schlimm war das! „Zuviel Hüfte machen“ kann Einen ja nahezu ruinieren. Da muss man schon gucken, wie man die Situation gerettet kriegt. Zum Beispiel kann man beim nächsten Mal einfach mal „weniger Hüfte machen“ und hoffen, dass sich das dann schon irgendwie ausgleicht. Mit etwas Glück kommt man damit sogar durch.

Meine Hüfte ist gottoderdemseinbruderseidank, wie sie sein soll, gerade habe ich extra noch mal nachgesehen. Meine Sorge ist heute eine andere: wie werde ich mein Koppaua, verursacht von „zuviel Sekt trinken und Zigarettenrauchen machen“ wieder los? Zum Glück ist das eine Sorge, die ich schon mal irgendwann hatte und daher weiß ich auch noch, wie ich die loswerde: Ordentlich herzhaft frühstücken und dann raus an die frische Luft.

Darum werde ich jetzt, naja, eben erstmal ordentlich herzhaft frühstücken und danach mal „auf den Lindener Berg gehen und nach der Scilla-Blüte gucken machen“. – Bis später!

Was ich im Moment eher anstrengend finde:

Steffen Henssler.
(Der vermutlich meint, er wär‘ witzig, dabei ist er bloß gehässig und unoriginell.)

– Sätze, die mit „Wobei, …“ beginnen.
Und natürlich immer noch den (inzwischen schon) Klassiker: „Auf jeden Fall!“

– Diesen Smiley :DD
(Keine Ahnung, warum. Ich finde den gruselig.)

– Dieses ganze Ed Hardy-Zeug überall.
(Davon gibt’s ja sogar Autositzbezüge! Wozu?!)

– Dass ich schon seit Wochen keine vernünftigen schwarzen Schuhe finde.
(Und mir neulich auch noch mein Paar dunkelbrauner Lieblingsstiefel nach ca. 12 Jahren endgültig und unrettbar kaputt gegangen ist).

– Dass ich es beim Einkaufen nie hinkriege, mir mal eine Brause zu kaufen.
Obwohl ich dann zuhause immer total Lust auf Brause kriege.

Mariah, mach‘ Du’s!

(Erstveröffentlichung: 28. April 2008)

Eben habe ich bei den Herrschaften, die mir freundlicherweise und ganz selbstlos meine e-mail-Adresse bereitstellen, gelesen, wofür Promis manchmal so Assistenten beschäf-
tigen. Jessica Simpson hat demnach einen Assi, der nix anderes tut, als Badeanzüge für sie anzuprobieren. Soso. Mariah Carey und Jennifer Lopez haben jemanden, der sich ausschließlich darum kümmert, dass ihre Möpse auf Film und Foto immer gut ausseh- en. – Also, jede hat natürlich ihren eigenen Assistenten dafür. Selbstverständlich. Denn sonst müssten sie ja immer gleichzeitig überall hin, und das hielte ja schon keiner aus. Und wenn dann noch Celine Dion denselben Busenspezialisten hätte…

Sylvester Stallone steigt übrigens in keine Boxershorts, die nicht mindestens auf 25 °C vorgewärmt sind (da stand noch mehr, aber den Rest lasse ich lieber weg). Und vor Jahren hatte ich auch schon mal so was gelesen, weiß nicht mehr, um wen es genau ging, ich glaube, um Barbra Streisand: Wenn sie auf Tour ist und dann in Hotelsuiten logiert, müssen dort im Badezimmer immer ganz bestimmte Blüten in der Kloschüssel schwimmen. Mir tut Frau Streisand eigentlich leid, wenn sie bestimmte Sachen nur kann, wenn meinetwegen Gerbera drunter dümpeln. Hoffentlich kommt die arme Diva nie in die Verlegenheit, mal spontan irgendwo irgendwas zu müssen und es ist gerade kein Blumenladen in der Nähe. Und hoffentlich wird sie nicht eines Tages als Gerbera wieder- geboren.

Ich verstehe natürlich, dass solche Marotten was damit zu tun haben, sich auch unter-
wegs im Hotel oder in Stargarderoben wenigstens ein bisschen wie zuhause fühlen zu können. Wenn das nur geht, wenn ein Körbchen mit ganz bestimmten Süßigkeiten oder Obst-, oder meinetwegen auch Biersorten bereitgestellt wird, oder ein besonderes Par- fum versprüht wird, dann geht das eben nur so. Aber sicher geht’s dabei auch darum, sich etwas bunter und schillernder zu präsentieren und ordentlich Gesprächsstoff für Gazetten zu liefern.

Das bringt mich jetzt aber schon darauf, mal zu überlegen, was ich mir denn so alles wünschen würde…

Was mir zuerst einfällt, wäre natürlich ein Leibkoch, der mir Tag und Nacht auf Zuruf an-
ständige Bratkartoffeln macht. Vielleicht auch mal was anderes zwischendurch, aber Bratkartoffeln müsste er schon richtig gut können. Das ist aber eigentlich zu einfach. Ein Konditor, bzw. Confiseur, der mir täglich die dollsten Torten und Pralinen erfindet? Auch nicht schlecht. Aber eigentlich immer noch viel zu einfach.

Vielleicht jemanden, der die Türklinken daran hindert, nach dem Runterdrücken zu rasch wieder hochzuschnellen? Das konnte ich noch nie leiden. Oder jemanden, der mein Haar nachts im Schlaf alle paar Stunden vorsichtig durchkämmt, damit ich morgens nicht immer so strubbelich bin? Der könnte mich dann auch gleich nachts schminken, damit ich morgens auch mit einem leichten Make-up, Wimperntusche und Lidschatten erwache, wie diese Frauen in den amerikanischen Filmen immer.

Vielleicht hätte ich einen Assi, der auf Galas hohe Schuhe für mich trägt, damit ich trotzdem gut aussehe, obwohl ich auf den Dingern nicht laufen kann. Und wäre ich beispielsweise als Sängerin berühmt geworden, dann hätte ich vielleicht jemanden, der mir vor dem Konzert die Stimmbänder schön einsingt. Im Gegenzug würde ich mich übrigens um mein Dekolletee komplett selber kümmern. Das ist mir ohnehin viel lieber.

Auf Fotos sehe ich fast immer schrecklich aus, darum würde ich verfügen, dass von mir überhaupt keine Aufnahmen gemacht werden dürften, sondern höchstens Zeichnungen oder Skulpturen angefertigt. Das Hotelzimmer, in dem ich bereit wäre, zu nächtigen, müsste immer unbedingt am Meer sein, aber dennoch mit Blick in den hässlichen Innenhof des Hotels, auf die Mülltonnen vielleicht. Das allein würde meiner Kunst den richtigen authentischen Impuls geben, während ich die leckeren Bratkartoffeln äße.

Ach, eigentlich, dieses ganze Täterää ums Berühmtsein würde mir sicherlich gar nicht gefallen: Interviews und Autogramme geben, morgens Papparazzi in der Garage vorfin- den, und, im schlimmsten Fall, mich vom Gottschalk auf seinem Wetten dass-Sofa 10 Minuten blöd anwanzen lassen und den Rest des Abends zwischen Dings Hilton und Götz George sitzen. – Geh mir weck!

Und deshalb macht das ja auch freundlicherweise die Frau Carey für mich. Nett von der.

So ja nun nicht!

(Erstveröffentlichung: 21. September 2007)

Gestern hatte ich mal wieder die Postille meiner Krankenkasse im Briefkasten. Und gleich auf der Titelseite blafft mich der Herr Wickert an:

Wickert

Unsere Kinder?
Entschuldigung, – aber: Lieber Ulrich, wir haben ja gar keine Kinder!

Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst, aber ich bin mir da eigentlich ziemlich sicher. Woher auch? Wenn Du mal in meinem Wohnzimmer aufgetaucht bist, dann ja wohl eher aus Versehen. Und gelaufen ist da sowieso nie was! Das hätte ich doch wohl merken müssen, nein? Naja, und wenn dabei womöglich mehrere Kinder rumgekommen wären, hätte mir das doch wohl als Erster auffallen sollen, oder wie?

Zur Sicherheit und damit Ruhe ist, habe ich aber eben noch mal überall nachgeguckt. Da sind wirklich keine.

Zwei bis drei Mädchen? Von wegen!

Diese Woche habe ich wieder eine von diesen Sendungen geguckt, von denen jemand ganz Bestimmtes immer einen seiner berühmten „Spangenhälse“ bekommt. Ich guck‘ die aber einfach trotzdem, denn man wird weder doof noch dumpf davon, das war man ja -wenn- schon vorher. Im Gegenteil, mich entspannt und belustigt es zuweilen, eine Koch- sendung zu sehen. Keine Ahnung, was es ist, was diese Formate so beliebt macht, ich hab‘ da auch nur Theorien.

Eine davon lautet, dass man etwas von der Behaglichkeit zurückbekommt, die man vielleicht als Kind hatte, wenn man in der Küche hockte, und die Eltern oder Großeltern brutzelten das Abendessen. Man fühlte sich familiär und wusste: gleich gibt’s was Gutes. Zudem bin ich hoffnungslos romantisch und glaube tatsächlich, dass einige Zuschauer beim Zugucken Lust kriegen, auch mal wieder „richtig“ zu kochen und das dann auch tun, – vielleicht sogar für Gäste! Ja, natürlich gibt’s auch viele vor’m Gerät, die Fertigpizza dabei essen, aber die gibt’s ja eigentlich immer. Wenn Olympische Spiele sind, oder Fußball-Irgendwas ist, dann sieht man das auch auf allen Kanälen & jederzeit und kaum jemand beschwert sich über den Sinn darin, Anderen beim Sporteln zuzusehen, während sich in den Straßen die Pizzakartons bis an die Fensterbretter stapeln.

Mir als Gourmette machts einfach Spaß, Leuten beim Kochen zuzusehen und mir vorzu- stellen, ob und wie das wohl schmeckt. Manchmal guck‘ ich mir sogar was ab und bisher hat sich auch noch niemand beschwert, das schmecke irgendwie doof nach Fernseher…

Allerdings mache ich (und das sollte Jeder tun) einen großen Bogen um diese „Promi“- Sachen, denn diese Promis zeichnen sich ja eigentlich nur durchs Promi-sein-wollen aus und meistens ist es ihnen völlig schnuppe, wie das Essen wird. Hauptsache, man sieht, dass sie einen tollen Inneneinrichter hatten. Auch, wenn Profiköche um die Wette kochen, finde ich das eher langweilig.Dass die es können, weiß man ja nun.

Nein, ich mag ganz normalen Menschen mit normalen Berufen beim Schnippeln und Rühren zugucken. Die Kandidaten sind auch ganz unterschiedlich sympathisch und ich fühle direkt mit, wenn ein ansonsten netter junger Mann seine Nudel verk…, äh, verkocht und dann kaum Punkte kriegt, der Arme.

Solche Sendungen kommen jede Woche aus einer anderen Stadt und dann freu‘ ich mich, wenn ich z.B. Hannoveraner wiedererkenne, weil ich die eventuell schon mal in einem Club gesehen habe oder wir sogar gemeinsame Freunde haben. In dieser Woche kam übrigens eine Reihe von Folgen aus Aachen und ich freue mich klammheimlich, dass der Küchenchef des Lokals wirklich so selbstherrlich-unfreundlich ist, wie jemand ganz Bestimmtes das sicher annehmen würde, denn er ist aus Prinzip eigentlich nie in dieses Lokal der Aachener Haute-Volée gegangen. Jetzt weiß ich, dass er damit Recht hatte, – aber er nicht.

Merkwürdigerweise war in dieser Woche aber auch hier ein „Promi“ dabei, weil es eine Jubiläumsfolge gab. Der Promi war dann Hans Meiser. Egal. Er musste, wie die anderen Kandidaten, ganz normal kochen und kriegte das sogar ganz nett hin. Am Dienstag allerdings schnitt er sich leicht in den Daumen und tat in Großaufnahme so, als würde er nicht jammern. Der Küchenchef sagte daraufhin, er dächte, er hätte nur zwei Mädchen in der Küchenmannschaft diese Woche, es seien aber wohl doch drei!

Und nur deshalb schreibe ich eigentlich diesen Eintrag.
Das mit der Kochguckerei war nur der Anlass und in die Irre führendes Drumrum, hehe.

Ich muss nämlich diesem Küchenmann da mal gewohnt freundlich, aber ganz entschie- den widersprechen: Nach meiner Erfahrung jammern Mädchen und Frauen nämlich erheblich seltener und weniger auffällig über körperliche Wohligkeitsabwesenheiten als Jungs und Männer! Somit kann Herr Meiser sich geadelt fühlen, wenn man seine Lei- densfähigkeit „mädchenhaft“ findet.

Das wollt‘ ich nur mal eben sagen. Und jetzt gehe ich mir Frühstück kochen.

Alles Stulle.

Urlaub. Endlich.

Völlig erschöpft lagere ich auf dem Diwan, Naschkram in Reichweite, und lasse mich vom Fernseher belullen. Bericht von der Berliner Modewoche, die ulkigerweise „bread & butter“ heißt. Keine Ahnung, wieso. Alle dort sehen so aus, als würde sie außer Mineralwasser gar nichts mehr essen. Herr Becker, der angeblich ein Hobbymodist (nur eben ohne Hüte) ist, wird nach schweren Sünden der männlichen Klamottierung gefragt. Er überlegt.

Ich überlege auch. Wieso ist der Boris denn da neuerdings ein Fachmann? Ich meine mich nämlich ziemlich genau zu erinnern, ihn mal einem Ensemble mit Leopardenmuster gesehen zu haben. Oder war das der Kahn? Oder der Gottschalk? Ich habe aber garan- tiert mal wieder keine Ahnung, denn für mich ist das ohnehin alles eine Liga.

Bobbele hat fertig überlegt. Er meint, ganz schlimm sei, wenn der Gürtel nicht zu den Schuhen passt. „Genau!“ rufe ich, und: „Schrecklich! Man hat schon ganze Volksstäm- me deswegen aussterben sehen!“

Ach, fährt er unter Mühen fort, und wenn der Anzug zu klein sei. Oder auch zu groß.

„Oder gerade so eng, dass man damit noch über’n Allgemeinplatz stolpern kann, was Boris?“ schiebe ich hinterher.

Ansonsten fällt ihm aber nix ein.

Und das, das wundert mich nun widerum kein kleines bisschen…