Na, endlich! Kastanienbewegung 2017/18

Ihr Lieben,

mein Leben ist turbulent. Andauernd passiert was. Oder noch was. Und dann halt noch was.
Und zwar immer, wenn ich denke: Ach, so ’ne kleine, ruhige Phase wäre jetzt mal ganz schön… Ja, Pustekuchen. *seufz*

Aber, was auch passiert, besonders draußen, und nicht mehr zu übersehen ist: Es wird Herbst. Besonders den Duisburger Kastanienbäumen sieht man das an, und zwar schon seit Juli oder so, die haben nämlich ganz braune Blätter. Ich vermute, dass da wohl diese olle Miniermotte dran rumknabbert. Die will natürlich auch leben, aber: Die armen Blätter! Ich hoffe mal, dass die Bäume sich im nächsten Jahr vielleicht wieder berappeln können.

Den Kastanien in Veere/Zeeland (also in den Niederlanden) geht’s da noch etwas besser und deshalb sind wir letzte Woche Freitag auch extra da hingefahren, um eine besonders schöne Winterbegleiterin zu finden! Jetzt liest sich das natürlich so, als wären wir nur aus Kastaniengründen mal eben zweieinhalb Stunden herumgebrettert und dann wieder den ganzen Weg zurück, wir gemeinen, verantwortungslosen Umweltschweinchen! Deswegen will ich mal lieber gleich dazusagen, dass wir ja sowieso für eine Woche in Domburg waren, um u.a. ordentlich stürmische Herbstnächte in unserem geliebten Strandhäuschen zu verleben. (Wer sich jetzt auskennt, weiß, dass beide Orte nur ca. 20 min auseinander liegen.) Tagsüber konnte man sich übrigens prima sandstrahlen lassen, aber nur, wenn man wollte. Ich wollte oft lieber drinnen sitzen und die allerleckersten Pralinen naschen, die hatten wir noch schnell auf dem Hinweg in Antwerpen besorgt. Und wenn die Sonne rauskam, wurde es auch gleich so schön, dass man gar nicht wieder reinwollte. (Die Sonne hatten hauptsächlich A. und C. im Gepäck, liebe Freunde, die uns dort für 1-2 Tage kurzbesuchten. Wer also trotz schlechter Voraussage schönes Wetter im Urlaub brauchen kann, sollet die Beiden dazubuchen. Den Kontakt kann ich bei Bedarf übrigens gern herstellen.)

Und am letzten Urlaubstag fuhren wir halt nach dem Aufräumen und Verabschieden -wie immer- noch mal kurz nach Veere, zum Herumspazieren und Teetrinken und so. Und diesmal hatte dieser süße, kleine Fischerort eben auch noch zwei frisch geschlüpfte Kastanien für uns. Inzwischen ist das auch schon wieder eine gute Woche her, weshalb ist meine Bolle auch schon leichter und etwas schlanker geworden ist, aber sie schmeichelt der Hand in der Tasche wie sie soll und ist mir schon richtig ans Herz gewachsen.

Da nun eigentlich alle, die hier mitlesen, die Kastanienbewegung schon seit Jahren kennen, spare ich mir in diesem Jahr eine ausführliche Gebrauchsanweisung. Wer mag, kann sich unter dem tag Kastanienbewegung ein bisschen einlesen, da finden sich alle alten Beiträge aus den (immerhin 10!) Voraktionen der letzten Jahre. Nur so viel: Die Kastanienbewegung wird traditionell gemeinschaftlich angewendet gegen Herbst-/Winterblues. Dass Viele jedes Jahr mitmachen, hilft ungemein, und das gemeinsame „Freilassen“ der kleinen Taschenbewohnerin im Frühjahr macht jedes Mal gute Laune und warme Füße. (Also, das mit der guten Laune  kann ich zumindest garantieren!)

Macht also einfach wieder mit und kommentiert mir auch bitte wieder fleißig, wo ich Eure Blogeinträge o.ä. finden kann, dann kann ich das alles schön verlinken. (Wer keinen Blog hat, lässt vielleicht wenigstens einen Kommentar da und macht mir damit eine kleine Freude.)

Also, ich freue mich auf Euch und eure Winterbegleiterinnen!

Blätterrauschende Grüße
Eure Theo

Teilnehmer (bis dato):

Los geht’s! Wir machen den Frühling.

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Na, was meint Ihr, Ihr lieben Kastanienfreunde?

– So langsam wird’s doch, oder? Seid Ihr schon kribbelig?

Hier im Ruhrgebiet, wo ich ja jetzt bald seit einem Jahr lebe, sprießen die ersten zartgrünen Blättchen und zwinkern unübersehbar von den Zweigen. (Und wir wissen ja: Krokus und Narzisse gelten uns nicht, wir wollen echtes Blättchengrün!) In Berlin oder noch weiter östlich geht es wahrscheinlich etwas zaghafter zu, denn dort ist es meist deutlich kühler, doch auch dorthin wird’s das freundliche Grün bald wehen, bestimmt!

Und damit wird es allmählich Zeit für unseren kollektiven Kastanienwurf, der die diesjährige Bewegung krönend abschließt! YEAH! Als unseren „magischen Moment“ habe ich ausgewählt:

Sonntag, den 19.03./12:00 Uhr

Ihr wisst ja, wie es geht: Schnappt Euch den ollen Mantel mit der lieben Winterbegleitertaschenbolle und geht rechtzeitig nach draußen. Mit etwas Glück haben wir sogar schönes Spaziergangwetter… Mal gucken. Gegen kurz vor zwölf jedenfalls solltet Ihr einen guten Kastanienwurfort aufgesucht haben. Schaut Euch Eure Kastanie noch mal an und bedankt Euch artig für die reizende Begleitung durch manch olle, fisselige, graue, doofe, dunkle, kalte und windige Zeit der letzten Monate. Seid gewiss, es stehen zur selben Zeit alle Kastanienbeweger irgendwo draußen und tun dasselbe. (Wer mag, macht sich an dieser Stelle einen Piccolo auf. Also, ich mach’s. Und ich werde Euch in alle Richtungen zuprosten.) Und um punkt 12:00 Uhr holen wir kräftig aus und werfen die Kastanie fort, so weit es geht! Und mit Ihr den Winter, hurra! Die kleine Handschmeichlerin loszulassen fällt zwar nicht immer leicht, man kennt ja inzwischen jede ihrer kleinen Dellen und fürchtet, sie danach in der Tasche zu vermissen, aber: Früüühling! wird dann sein, allüberall. (Also, wenn das Geprassel der weltweit fallenden Kastanien verklungen ist.) Die Farben kommen bald zurück, das Licht, die Wärme… Hach, ich freu‘ mich auf diesen Moment mit Euch und werde hier natürlich direkt im Anschluss ein bisschen berichten. – Bis dann!

Liebfeinste Grüße
Eure Theo

PS: Wie war Euer Winter eigentlich? Für mich war er nur dunkel und kalt, aber eigentlich nicht besonders winterlich. Ich war merkwürdig abwesend, vielleicht weil ich mich hier in der neuen Wohnung und so erst noch richtig einfinden muss. Es wird aber. Schnee habe ich übrigens nur einmal gesehen, ausgerechnet an dem Tag (11.02), als wir von Düsseldorf aus mal eine Woche nach Palma de Mallorca fliegen wollten. Natürlich haben die unfassbaren Schneemassen (3 cm *hüstel*) gleich mal Chaos ausgelöst und alles um eine gute Stunde verzögert wegen der nötigen Flugzeugenteisung. Später, als wir abends bei Tapas draußen saßen, war uns das aber schon wieder ganz egal.

Kastanienbewegung – Seit eben ist übrigens Frühling.

Nachdem das wirklich eine irre Reisewoche war (Hannover-Duisburg-Brüssel-Antwerpen-Duisburg-Mülheim-Essen-Hannover), und ich mich gestern (wohl als unfreiwilligen Ausgleich) den ganzen Tag mit ganz langweiligem Papierkram befasst hatte, kam heute mal wieder was Schönes, Ruhiges und Zartes dran: Die Kastanienverabschiedung. Denn nicht nur laut Kalender ist heute Frühlingsanfang, auch für Kastanienträger war es heute endlich wieder soweit. In allen Teilen der Republik wurde sich in Wintermäntel geschwungen, die Bolle geschnappt und losmarschiert.

Um kurz vor halb 12 machte ich mich z.B. auf den Weg zu meiner Freundin, der alten Weide (Baum), die an einer Weide (Wiese) wohnt. Und um sicher zu gehen, dass Tag und Stunde auch richtig sind, sammelte ich unterwegs letzte Hinweise:

Fruehlingsbeweise

Ordnungsgemäß-frühlingshaftes Grünen und Blühen.

Gegen viertel vor 12:00 war ich am Lieblingsplatz angekommen. Doch nicht nur ich war dort, auch eine Gruppe Naturinteressierter ließ sich ausführlich am Wegrand was erklären, drumherum reichlich Jogger und Hundeleute. – Ganz schön was los! Kenn‘ ich so gar nicht. Sonst bin ich da meistens allein… Also vielleicht erstmal die wichtigen Untensilien parat legen und mal Luft holen und ein bisschen ankommen. Hier und jetzt und so.

Bereit_fuers_Fruehlingmache

Magische Zutaten.

Allmählich löst sich die Unruhe um mich herum netterweise auf, alle streben irgendwie weiter, wollen irgendwohin. Ich bin ja aber schon da und habe sogar noch 10 Minuten Zeit, in denen ich überlege, was das überhaupt für ein Winter war, den wir heute beenden. Ehrlich gesagt, habe ich nur wenig mitbekommen vom Wetter und allem, und auch nicht viel vom Rest, denn ich war in den letzten Monaten ziemlich mit meiner persönlichen Situation beschäftigt und wie in einem muffigen, schlecht beleuchteten Tunnel unterwegs. Aber auch diese Fahrt endet bald und das ist gut zu wissen.

Während ich das so denke und mir ausmale, wie wohl die nächste Zukunft aussieht, liegt die lütte Kastanie in meiner linken Hand und wird noch mal gewärmt, während ich mich an den Stamm der Weide lehne, so wie ich das in den letzten 15 Jahren unzählige Male gemacht habe, wenn ich Trost oder einfach etwas Ruhe gesucht habe. Wann es das letzte Mal sein wird, weiß ich noch nicht, aber eine weitere Kastanie werde ich hier nicht mehr werfen, soviel ist klar. Es gibt jetzt viele Dinge, die ich in Hannover zum letzten Mal tue, das ist schon ein bisschen mulmig…

Los_gehts

Startklar.

Jetzt geht es auf 12:00 Uhr zu, also küsse ich mein Kastanchen noch ein paarmal, sage leise „Danke für die Begleitung, meine Hübsche!“ und da schlägt auch schon die Kirchturmuhr in der Siedling nebendran. Ich werfe so fest ich kann und bin (wie eigentlich jedes Jahr) ein kleines bisschen enttäuscht, dass die Bolle nur ein paar Meter weit fliegt, weil ich nun mal keine große Werferin bin. Aber sie ist im Gras verschwunden und somit wieder in Freiheit. – Frühling ist. Darauf nehme ich ein Schlückchen Sekt, proste ihr noch mal zu, proste der Weide zu, mir selbst, und natürlich allen Kastanienwerfern, die jetzt ebenso irgendwo stehen, ihre Begleiterin schon ein wenig vermissen und sich gleichzeitig freuen, dass der Winter nun wieder mal geschafft ist. Das haben wir wieder gut hingekriegt, oder? (Übrigens: Das Wetter ist heute ja eher mumpe, zumindest in Hannover. Aber es soll zu Ostern angeblich richtig schön, sonnig und warm werden! Das sind doch mal Aussichten.)

Ich guck‘ noch mal über die Wiese, kehre ihr dann langsam den Rücken und setzte meine Spazierrunde fort. Ich finde noch ein paar Zweige, die ich für zuhause mitnehme, sehe Gänse, eine kleine Mäusekolonie, der offenbar auch nach Frühling ist, und einen Bussard, der nur ein paar Meter entfernt von mir auf einem Ast vor sich hinzwinkert.

Zuhause stelle ich die Zweige in eine schöne große Vase, hänge ein bisschen österliches Niedlichkeitshasenzeug dran und schiebe das Ganze aufs Fensterbrett im Wohnzimmer. Heute Morgen habe ich nämlich noch Fenster geputzt, schließlich soll die Frühlingssonne da so bald wie möglich ordentlich durchstrahlen…

Kalender raus: Kastanienwurf 2016 naht!

Liebe Kastanienfreunde,

seit Wochen geht das schon so: Ist nun noch Winter? – Ist schon Frühling? – Bekommen wir doch noch mal Schnee und Eis? – Aber die Vögel singen doch schon Brautgesänge!? – Morgens liegt aber noch überall Raureif! – Aber wieso sind dann überall schon Krokusse und Blausternchen zu sehen? – Aber vielleicht blüht uns auch noch mal ein dicker Frost?!

Papperlapapp!

Die selbsterfundenen Regeln sagen ganz klar: Genau dann, wenn Bäume und Sträucher die ersten frischen, zartgrünen Blättchen kriegen; – beginnt der Frühling! (Krokusse und vereinzelt sonnige Nachmittage sind herrlich, aber nicht relevant, da müssen wir leider streng sein.) Selbstverständlich habe ich Gesträuch und Gebäum unter genauester Beobachtung (Hannover-Duisburg-Domburg) und kann sagen: Da sind schon Blättchen dran! Wir können also starten, juchuuu!!!

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Im Süden ist Blätterschmuck eventuell schon deutlicher zusehen, in Berlin mögen die Grünspitzen noch lütsch sein, aber ich denke, es sollte passen, wenn die Kastanien alle gemeinsam am Sonntag, den 20. März um 12:00 Uhr fliegen werden.

Macht Euch also bereit, behaucht und poliert die lieb gewonnenen Begleiterinnen noch ein paarmal, damit sie hübsch schimmern und eine gute Aerodynamik bekommen.

Ich freu‘ mich sooo auf Euch!
Eure Theo

Das Pickenpack.

Obwohl meine Blumenkästen vorm Wohnzimmerfenster aufgrund der Jahreszeit (und -zugegeben- zuletzt einiger Vernachlässigung) ausgesprochen räudig aussehen, erfreuen sie sich beim Federvieh größter Beliebtheit. Eventuell hängt das ja mit den Meisenbollen zusammen, die ich dort schon seit Wochen wieder an praktischen Stöckchen aushänge. Auf diesem husch-husch geknipsten Suchbild befinden sich gleich drei Piepmeister, die sich hier auch meistens zusammen rumtreiben.

Pickenpack

Vielleicht sind’s ja Geschwister? Eine Fluggemeinschaft? Oder eine Gang oder so. (Breitbeinig rumstehen und durch die Gegend motzen können sie jedenfalls einsA.)

Doch nicht nur Kohl- und Blaumeisen kommen hier angebrummt, auch eine Taube landet gelegentlich, beäugt das Angebot und entscheidet sich dann jedesmal dagegen. Und neulich war tatsächlich mal ein Buntspecht da und hing am Knödel! Der war aber sehr scheu (also, der Specht…) und machte gleich den Abflug, als ich zur Tür reinkam. Die Meisen hingegen sind inzwischen recht lässig, funkeln mich mich frech an, wenn ich beim Essen störe und tun so, als gehörte ihnen die Fensterbank und ich müsste von Rechts wegen erstmal meine Papiere zeigen.

(Übrigens auch noch zu sehen: Eine aus dem Strandhaus-Domburg-Urlaub mitgebrachte Zeeland-Flagge als Gedächtnis- und Sehnsuchtsstütze, sowie eine unverdrossen-immer-noch-eine-Blüte-hervorschiebende Malve, die dem Herbst bisher tapfer trotzt, die Gute.)

Sonntag wird Schontag.

Was seit Tagen von langer Hand vorbereitet wurde, soll morgen nun endlich gut werden: Nämlich will ich endlich mal wieder einen Tag lang auch nicht den kleinsten, zartesten Finger für ir-gend-was rühren, das nicht unmittelbar meinem kuschligen Wohlbefinden dient. Und das wird bedeuten, dass ich außer Lesen, Essen und Schlafen nicht viel tun werde. O.k., das Spiel werde ich wohl gucken. Aber sehr inaktiv. Wahrscheinlich lasse ich mir extra jemanden kommen, der mir das Püllchen aufmacht. – Freiwillige?

Lang ist’s jetzt her, dass ich mir so einen Tag gegönnt habe. Vermutlich irgendwo in den unergründlichen Tiefen der Vergangenheit… – Oder eben im Mai. Und zwar so in der Ge- gend, bevor ich renoviert und gleich darauf zu arbeiten begonnen habe, was ich seither ununterbrochen zu tun scheine. Und am Donnerstag war’s dann fröhlich soweit, dass ich nicht mehr genau wusste, ob’s nun Dienstag oder Freitag war.

Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen immer schon versucht, möglichst viel zu erledi- gen, was mir sonst den Samstag und Sonntag verstopft (Wäsche, Einkaufen, Spülberge überklimmen) und damit verdiente, wochenendliche Erholung versperrt. Mit dem überaus erfreulichen Ergebnis, dass ich heute nur noch eine kleine Radtour nach Oberricklingen machen musste, um einen Gutschein vom italienischen Feinköstler zu besorgen, den ich demnächst freundlich zu verschenken gedenke. Und: mir auf dem Rückweg einen Mords- supermarkt zu erschließen, den ich bisher immer nur von außen kannte und der bei näherer Beguckung die Bezeichnung „Super“ aber auch mal wirklich verdient.

Der war nämlich so gut sortiert, dass ich da lauter Zeug fand, wofür ich sonst glatt vier verschiedene Läden strategisch abklappere! Zum Beispiel diesen tollen, in Kräuteröl eingelegten Ziegenfrischkäse, nach dem ich in meiner Verzweiflung schon geg**gelt hatte, um mir den wonneschenkenden Stoff über’n Versandhandel verdealen zu lassen. Jedoch: Mindestabnahme: 12 Becherchen! Eiwei! Die zwei Becherchen, die ich nun hier habe, sind genaugenommen auch schon nur noch 1 1/2, weil ich vorhin schon unter Fiepsern des Glücks eine leckere Baguette damit veredelt und vernascht habe.

Nach dem Vernaschen, das eigentlich nur eine Pause sein sollte, stellte ich mit Blick um mich fest, dass ich ja quasi eigentlich schon „frei“ habe und bin deswegen gleich noch mal auf’s Rad, um mir ein feines Plätzchen am See zu suchen, wo ich dann 2 Stunden gemütlich unter einer Birke saß und meinen schwappenden Gedanken nachhing.

Und so geht das vermutlich morgen noch den ganzen Tag so weiter…

Warst Du hier denn schon mal?

…Ruhige Schritte, der alte Weg. Lebensluft. Blätterrauschen. – Wind!
Sonne. Amseln. Meisen. Unbekanntes Gepiep. Die alte Dame Weide. Grüngrüngrüner…

Hummelsummen. Disteln. Löwenzahn. Hahnenklee. Zilpzalp. Kuckuck (schnell, die Geldbörse schütteln!). Pusteblumen. Sauerampfer. Bachrauschen. Tümpelglucksen. Erdkröte. Hirtentäschel. Balsamine. Hundeblümchen.

Sonne auf geschlossenen Augen – orange-rotes Leuchten.

Apfel- und Kastanienblüte. Finkenschlag. Ein Güterzug… Blesshuhn. Glocken. Geschäftige Jogger. Trillerpfeife (Rugbytraining). Ein Wolkenkaninchen in vollem Lauf. Krähen.

Alles ist da, die Luft ist voller Mauersegler. Und ich auch.

Blaublütig.

Wer heute auf dem Lindener Bergfriedhof die Scillablüte sehen wollte, musste erstmal eine geeignete Lücke im vorbeiziehenden Hobby-Fotografenstrom abwarten. Meine vor- sichtige Schätzung: Mehr Kameralinsen als Blüten! Ich wette, das Web wird heute mit Scillafotos vollgestopft bis an die Kanten.

Ich stopfe aber trotzdem mit, einfach, weil die Pracht in jedem Jahr und immer wieder so beeindruckend ist…

scilla

scilla2
(Das ist übrigens nur ein kleiner Teil der Blütenfelder. Aber meine einzigen Bilder ohne knipswütige Menschenmengen drauf.)