Piep.

Manchmal hat man so Phasen, da geht irgendwie nix. Nix weiter. Nix voran. Nix zurück. So eine Phase habe ich gerade.

Ich bin ungeheuer müde, dünnhäutig, ruhelos und fühl‘ mich zu oft un- oder falsch verstan- den, mitunter sogar von mir selbst. Und wenn ich merke, dass ich doch ab und zu gese- hen werde, ist das zwar ganz schön, hilft aber leider nicht viel.

Wenn man in so einer Situation feststeht, ahnt man erst und dann weiß man, dass es nur an einem selbst hängt. Und dass man die Energie und Kraft mobilisieren muss, die eine Bewegung vom Fleck möglich macht. Das kann niemand sonst erledigen. Darf auch nie- mand sonst.

Meine Energie geht seit nun schon eine Weile nach allen Seiten weg, was normalerweise gut ist. Denn die soll ja rotieren und sich verteilen und dann kommt auch automatisch genug davon zurück. So stell‘ ich mir schließlich die Welt vor. Aber irgendwas an diesem schönen, fluffigen Modell funktioniert im Moment nicht richtig.

Und deswegen.

59 thoughts on “Piep.

  1. Es stimmt natürlich, dass man sich selbst bewegen muss. Aber ich lege Wert auf die Anmerkung, dass man auch den Raum haben muss, um sich bewegen zu können. Der schönste Elan nützt nichts, wenn man eingesperrt ist und sich aus eigener Kraft nicht befreien kann. Manchmal braucht man eben jemanden, der einem die Tür aufschließt, damit man auf eigenen Füßen rausgehen kann.

  2. Das find ich aber auch, was Totte schreibt. Die äußeren Umstände bestimmen das Ganze ja immer ein wenig bis ein wenig mehr mit. Vielleicht brauchst Du auch nur die Zeit um mal „nix“ zu tun, um zu Dir selber zu kommen oder wie man das auch immer nennt.

    Wünsch Dir was. 😉

  3. Manchmal ist einfach alles Scheiße, muß mal so gesagt werden. Dann verpufft die Kraft, und nichts kommt zurück. Man kämpft an allen Fronten, und bald fühlt man sich leer und schwach. Das liegt aber nicht an einem selbst sondern eben an dem Zuviel dessen was außenrum geschieht. Geht mir momentan ähnlich.

    • Ich mein‘ dann ja immer, ich bringe nicht genug Kraft in Umlauf und strenge mich noch mehr an… Auf dieser Ebene hab‘ ich wenigstens noch Einfluss (glaube ich zumindest). Was vom Drumherum kommt, kann ich ja nicht sonderlich beeinflussen und das macht mir unheimlich zu schaffen. Ich kann’s nicht gut aushalten, längere Zeit beschissen-unwägbaren Situationen ausgeliefert zu sein, das liegt auch an meiner Geschichte… Ich könnte also nie Kanzlerin werden, denn da sitzt man einfach alles aus. 😉

      Womit Du Dich gerade so alles rumplagen musst, ist auch gewaltig! Ich denk‘ ja manchmal an Dich und dann wünsche ich immer für Dich, dass es bald besser wird, denn Du hast wirklich bald mal sonnigere Zeiten verdient. Irgendwo (warscheinlich aus irgend’ner Schmonzette) habe ich mal die Idee aufgeschnappt, dass man immer gerade so viel aufgelastet kriegt, wie man tragen kann. Komischerweise tröstet mich das manchmal ein bisschen. Und sonst ist da auch noch der Likör. (Da fällt mir ein, dass ich meine Vorräte mal aufstocken muss…)

      • Also erstens denke ich daß du eine HERVORRAGENDE Kanzlerin abgeben würdest, ich stelle mir da eine glückselige Nation vor, voller Schokolade und Likörchen :))

        Das mit dem „auf keine Schulter mehr als sie tragen kann…“ kommt mir auch immer in den Sinn. Das ist nun schon das dritte jahr wo ich sage beschissenes Jahr, aber das nächste wird bestimmt besser 🙄 Na ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt (noch so ’n Spruch…)

        Ein gutes hat das ganze wenigstens, ich habe meine Ungeduld – die deiner sehr ähnlich ist – etwas abgelegt. Wo man nichts machen kann, kann man nichts machen. Da heißt es eben durch. Ich lasse weniger Energie verpuffen und halte sie stattdessen in einem engen Kreis, Freunde und Familie, wo sie besser zirkuliert. Ansonsten wird wie gesgat etwas kürzer getreten (ich bin ja so ein Scheißdreckssuperperfektionist, wie du wohl auch; aber ich habe festgestellt wenn ich sage „na ja, das geht schon so“ ist es immer noch gut genug für andere ;))

        • Ja, das Zulassen von Unperfektem fällt mir auch immer leichter, weil ich manchmal schlicht zu erschöpft bin, ums auf die Spitze zu treiben. Bei Anderen finde ich das Hingehudelte aber oft charmanter als das Augefeilte, es darf nur nicht zu sehr in meinen persönlichen Bereich ragen, da bin ich noch zu unlocker für. Ich arbeite aber dran (und werde es darin sicher eines Tages zur Perfektion bringen! *g*). Manchmal hängt man einfach auch sehr an dem Idealbild oder der Idealvorstellung, die man sich macht. Und wundert sich, dass Andere mit viel weniger glücklich sind…

          Das Hoffen auf bessere Zeiten kommt mir in besonders anstrengenden Zeiten immer vor wie die sprichwörtliche Karotte vor der Nase. Und wenn ich ganz mies drauf bin, glaube ich, dass es die verfluchte Karotte gar nicht wirklich gibt. Aber es muss sie geben! Und sie ist bestimmt kandiert, in Rum eingelegt und feinster Zartbitterschoki überzogen!

          Übrigens hat mir Jules vor über zwei Jahren mal die Präsidentschaft über den Planeten angeboten, das Ergebnis war das hier:

          http://theobromina.blog.de/2007/06/22/die_last_der_macht~2497830/

    • Der olle Römer sagte schon: Solvitur ambulando. (Es wird im Gehen gelöst.) Das ist lange mein Leitspruch gewesen. Leider fehlt mir manchmal schlichtweg die Kraft, noch vor die Tür zu gehen. Vielleicht klappts heute mal.

      Zurückgruß!

  4. Es gibt so Phasen. Oft frage ich mich auch, ob es besser ist, diese zuzulassen oder einfach weiterzumachen.
    Meistens entscheide ich mich für weitermachen, unbeiirt und einfach so. meistens klappt es auch. Aber die Retourkutsche kommt immer, mit Müdigkeit, Dünnhäutigkeit.
    Vielleicht liegt es auch daran, dass wir in einem Alter sind, wo wir vieles schon gesehen, vieles erlebt und fast alle Illusionen weg sind.
    ich sende Dir einfach mal ganz liebe Grüsse
    auch Piep !
    LG Tara

    • Ja liebe Tara, das Bald-Alles-schon-mal-gesehen-haben spielt wirklich eine Rolle. Ich weiß inzwischen, was nicht funktioniert und muss es dann trotzdem aushalten. Ich sehe mich Energie in hoffnungslose Unterfangen stecken und das zerrt zusätzlich an mir. Und ich werde empfindlicher, wo ich früher dickfelliger oder eben ahnungslos war. Mein immer ziemlich gepflegter Idealismus verzieht sich und macht Platz für erschöpften Fatalismus. So will ich aber eigentlich nicht leben und kreide mir das dann selbst an.

      Was den Job angeht, habe ich beschlossen: Zähneknirschend durch, bis sich irgendwo ein Ausgang öffnet. Und bis dahin geht’s auch auf den anderen Ebenen nur zäh voran, weil sich da mangels Kraftstoff kaum was bewegen kann.

      Vielen Dank für Deine lieben Grüße, ich schick‘ Dir welche zurück…
      LG, – Theo

  5. Ach Mensch theo, nu reiß dich aber mal zusammen! Wie? Das hilft nicht? Versteh ich nicht…
    Aber mal im Ernst, manchmal hilft da ein Wechsel der Perspektive. Konzentriere dich doch einfach mal auf etwas völlig neues und gib dich dem hin. Bei mir funzt das immer ;-). Wenn ich mal völlig ausgebrannt und energielos bin vom vielen Arbeiten, setze ich mir persönlich ein Ziel. Ich trainiere z.B. so lange eine Sportart bis ich meisterschaftstauglich bin. Alles andere, was bis dahin wichtig war läuft dann nur noch unwichtig nebenher. Weil ich meine Prioritäten neu geordnet habe. Und da in diesem Moment alles andere unwichtig ist, belastet es mich auch nicht mehr. Meine Gedanken sind ganz beim Sport (Joggen, Schwimmen, Rad fahren, was auch immer)und der dafür notwendigen Ernährung. Klar könnte man jetzt von Verdrängung sprechen, aber ich sehe das nicht so. Ich setze mir einfach neue Prioritäten.
    Ach Mensch theo, ich wünsche dir viel Kraft, alles Gute und dass du deine Sterne neu ordnest 😉
    Alles Liebe, Andi

    • Na, super, der Spruch mit dem Zusammenreißen hat mir ja gerade noch gefehlt! :> Das ist es ja genau, was inzwischen nicht mehr geht… Zum Glück meinste den nicht ernst.

      Ich hab’s zuletzt genau andersrum gemacht und versucht, mich auf Altes, Bewährtes zu besinnen. Mir alles, was mir immer was bedeutet hat, zurückzuholen. Das erscheint mir ein guter Weg, ist aber nicht ganz leicht, wenn man gleichzeitig vorwärts will. Was Neues krieg‘ ich zurzeit wohl eher nicht unter. Aber was den Wechsel der Perspektive angeht, gebe ich Dir völlig Recht, den nutze ich sogar im Alltag dauernd, ist ein sehr hilfreiches Instrument. In Stressphasen sage ich mir z.B.: Das regt Dich schon in 3 Stunden/Tagen/Wochen nicht mehr auf, also versuch‘ cool zu bleiben! Wenn ich Glück habe, bringt mich das ganz fix auf einen anderen Ast.

      Danke für Deine guten Wünsche, lieber Andi!
      Lieben Sonntagsgruß, Theo

      • Weißt du was? Für dich wäre der Jakobsweg eine echte
        Alternative. Wenn du es richtig anfängst gib der Weg
        in dir Energien frei – das glaubst du nicht. Und zudem siehst du unfassbar schöne Landschaften.
        Denk doch mal darüber nach…
        Wenn du Fragen hast – ich bin für dich da.

        Sincerely, Earl of AndiW 😉

        P.S. Wer so viele gute Freunde wie du hat (s.o.),
        braucht sich echt keine Sorgen machen

        • Ja, das wäre schon was, aber dort ist es mir im Moment zu voll… Da muss es ja inzwischen zugehen wie auf der Autobahn! 😉 Vielleicht finde ich mal ’ne Alternative (der Weg geht ja schließlich schon in Deutschland los und es muss ja auch nicht unbedingt Jakob sein), aber zurzeit kann ich eh‘ nicht weg, weil ich im Jobkorsett feststecke. Vielleicht geht eher sowas wie mentales Wandern. Muss ich mal drüber nachdenken.

          Noch mal ’nen lieben Gruß, Theo

          PS: Ja, in letzter Zeit war ich hier ziemlich geknickt und fühlte mich auch nicht so richtig verstanden. Ich dachte, die Bromine muss immer gut gelaunt sein, weil manche das zu erwarten scheinen. Aber jetzt gehts mir schon wieder ein wenig besser. 😀

          • Siehst du? Stimmt schon nicht! Der Weg ist gar nicht voll. So viele Leute gibt es
            gar nicht, die gerne 30 km am Tag laufen bis die Füße qualmen.
            Ich hab mir die Zeit genommen und bin die letzten 3 Jahre den Weg gelaufen.
            Aber du hast Recht, du kannst auch daheim meditativ wandern. Auch das
            bringt was. Ich hatte mal ein betriebliches Seminar über so was.

            Und mit dem immer gut gelaunt sein – Oh mein Gott, das kann man doch
            von keinem erwarten, wobei ich dich nach wie vor zu den wenigen
            Frauen zähle über die ich wirklich lachen kann.
            Aber man muss auch mal echt miese Laune haben und auch ruhig
            zeigen. Das Leben ist nunmal nicht immer toll. Und das ist gut so!
            Sonst würde man die guten Dinge gar nicht mehr würdigen.

          • Was anderes als im Kopf wandern bleibt mir ja sowieso erstmal nicht. 😉 Was auch ein bisschen hilft: in der Badewanne singen, das habe ich eben nach längerer Zeit mal wieder gemacht und schon geht’s mir besser. (Das gehört auch zu den „alten“ Dingen, denn ich hab‘ mal in zwei Bands gesungen, war’ne schöne und intensive Zeit. Allerdings hatte ich da keine Badewanne bei.)

            Ich kann schon auch irgendwie verstehen, wenn manche in diesem Blog nix Schweres lesen wollen. Allerdings ist es so wie Du sagst, es braucht beides im Leben und die Spannung dazwischen macht das Lebendige aus. Deswegen mag ich auch nicht, wenn ich auf Deibel komm raus aufgemuntert oder „abgelenkt“ werden soll. Ich geh‘ da lieber durch und komme auf der anderen Seite wieder raus. (Hat irgendwie alles mit Gehen zu tun hier…)

  6. Lieben Dank für Eure hilfreichen und mitfühlenden Kommentare. Vielleicht wird ja doch noch irgendwie alles gut… Eben spielte sich vor meinem Fenster ein wunderbares Lichtkino ab (ich schwöre, das waren mindestens zwei Regenbögen, ich meine sogar einen dritten gesehen zu haben, aber die wollten nicht alle aufs Foto), das versteh‘ ich jetzt einfach mal als Zeichen. 😉

    Regenlicht

    Eure Bromine

    • klar. ich. und wieder bummelletzter! ein schön warmes fotozeichen ist dies , liebe theo. und noch eins las ich: der herr haas lässt gerade den herrn brenner wieder auferstehen… und vor allem hake ich mich an tottes erstkommentar! :yes: er legt dir meine gedanken zum thema gut ins auge…

      und: das schöne an einem tale ist, alle wege führen nach oben.

      ganz liebe grüsse,
      jenne

    • Danke Dir, HikE. TUBE REGENGUSS kann man ja immer gut brauchen… 😉

      Ach, guck. Sitzt da einer im Briefzentrum mittn Lineal undm Taschenrechner und knobelt das aus? Ich dachte, ich hätte sogar schomma quadratische Briefe verschickt… Aber vielleicht musste da auch tatsächlich Sonderporto wegen Quadratigkeit drauf, weiß nich‘ mehr. Na, dann hab‘ ich ja noch ein bisschen Bohrervorfreude. Yipp, yipp…

      • und ne HÄKELNADEL! Braucht man auch immer. Wenn die Plattennadel mal wieder kaputt ist. Oder das Spielzeugauto ne Anhängerkupplung braucht. (oder beim Telefon reparieren)

        Allerdings. Fümpfunddreißich Zent Sonderformatbeförderungsgebühr wolln die. Ich will aber den Comic nicht kaputtmachen, den das Gesamtkunstwerk ergibt; ich wickel das einfach mal in was ein, einskommaviermal unterschiedlicher voneinander ist als gleich.

        • Plattenhäkeln! Das Winterhobby ü-ber-haupt! Gitarrensoli mit Lochmuster, vielfarbiger Schlagzeugeinsatz und Keyboardfransen…

          Oder ist HÄKELNADEL auch’n Anagramm? Dann steig‘ ich nicht hinter.

          Meine Empfehlung: Einhäkeln! Gnnnihimmmpffff…

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